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Karlsruhe SPD-Politiker Stober lehnt zweite Rheinbrücke nicht grundsätzlich ab

Die Planungen für eine zweite Rheinbrücke bei Karlsruhe werden künftig unabhängig von den Überlegungen für eine Nordtangente fortgeführt. Das erklärt zumindest der Karlsruher SPD-Landtagsabgeordneten Johannes Stober in einer Pressemitteilung. Staatssekretärin Gisela Splett (Grüne) habe ihm dies im Namen des baden-württembergischen Verkehrsministers Winfried Hermann (Grüne) mitgeteilt. Zudem erklärt Stober, dass er eine zweite Rheinbrücke nicht grundsätzlich ablehne.

"Die zwanghafte Verknüpfung von Rheinbrücken- und Nordtangentenplanung hatte viele denkbare Alternativen von vornherein ausgeschlossen. Damit ist es nun vorbei", so Johannes Stober in einer Pressemitteilung. Als Beispiel dafür nennt er die sogenannte "Variante E" aus dem rheinland-pfälzischen Raumordnungsverfahren, bei der in der Höhe von Jockgrim eine weitere Rheinbrücke von der B9 nördlich des Ölhafens auf die badische Seite geführt und dort an die B36 angebunden wird.

Stober: Wenn schon neue Brücke, dann Variante E

Der "Charme" dieser Variante sei, dass sie das Problem der Anbindung an die B36 gleich mit löse und auch die von rheinland-pfälzischer Seite stets formulierten Anforderungen erfüllt würden, so Stober. Zudem könne der Verkehr von dieser Brücke auch ohne Nordtangente über die L604 sinnvoll in Richtung Osten und über die Querspange Neureut und die Linkenheimer Landstraße gut in die Stadt Karlsruhe weitergeleitet werden. "Wenn schon eine neue Rheinbrücke an anderer Stelle, dann diese", erklärt der Sozialdemokrat.

In ihrem Schreiben an den SPD-Kollegen habe Splett auch darauf verwiesen, dass die vom Karlsruher Gemeinderat präferierte "Ersatzbrücke Maxau" nicht den Vorgaben des Bundes aus dem Bedarfsplan für Bundesfernstraßen entspreche, da dieser den Neubau von vier zusätzlichen Fahrstreifen auf einer eigenständigen Straßenachse über den Rhein vorsieht.

"Dies ist zwar völliger Unsinn, nachdem der Faktencheck klar ergeben hat, dass der Engpass nicht die Rheinbrücke, sondern der 'Knielinger Pförtner' ist. Trotzdem ist es leider geltendes Recht", räumt Stober ein. Die "Ersatzbrücke Maxau" könne daher nur realisiert werden, wenn es gelänge, den Bund davon zu überzeugen, dass sich die heutigen Verkehrsprobleme auch entlang der vorhandenen Bestandsachsen lösen lassen.

"Alle an einem Strang ziehen"

Der Karlsruher SPD-Abgeordnete fordert zudem, das Bestandsnetz sofort zu verbessern. Der Arbeitskreis Verkehr der Karlsruher SPD habe in den letzten Wochen einen Drei-Stufen-Plan  - insbesondere zur Verbesserung der Verbindung zwischen Rheinbrücke und B36 - entwickelt.

Im Mittelpunkt stehen dabei vor allem die Stauprobleme am Übergang von der Südtangente auf die B36. Diese sind nach Auffassung der SPD der Hauptgrund dafür, dass die meisten Autofahrer auf dem Weg von der Rheinbrücke in Richtung Eggenstein-Leopolshafen nicht den vorgesehenen Weg nehmen, sondern in großer Zahl durch Knielingen fahren.

Die Sozialdemokraten schlagen daher unter anderem vor, hier insbesondere die Verkehrsströme des ÖPNV und des Straßenverkehrs durch Optimierung der Ampelsteuerung und bauliche Maßnahmen zu entflechten. Unabhängig vom langfristigen Ausgang der Rheinbrückendiskussion fordert der SPD-Politiker ein schnelles Handeln, um die Verkehrsprobleme auch kurzfristig so weit wie möglich zu lindern.

"Selbst wenn eine zweite Rheinbrücke gebaut werden sollte, wird bis dahin noch viel Zeit ins Land gehen. Schnell realisierbare Verbesserungen müssen daher im Interesse aller sein", so Stober. Er setze daher darauf, dass bei diesen Fragen alle an einem Strang ziehen - egal, ob sie Befürworter oder Gegner einer zweiten Rheinbrücke seien.

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Kommentare (21)
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  • unbekannt
    (53 Beiträge)

    Nordtangente
    War nie eine Frage!
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  • unbekannt
    (29986 Beiträge)

    Das Problem
    ungewünschte Nordtangente wäre damit nachhaltig erschlagen, aber dann protestieren halt die Neuburger, Berger, Mörscher und Durmersheimer für die nächsten 20 Jahre.
    Vorteil wäre, dass Karlsruhe aus der Sache draussen wäre. Können sich dann andere damit rumschlagen.
    Aber vorwärts geht dadurch auch nichts.
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  • unbekannt
    (53 Beiträge)

    Umweltschutz
    Mittlerweile klagt der Weißstorch zur Plage ---- fast wie ne Taube. Aber wer weiß das schon.
    Schade, dass ...
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  • unbekannt
    (110 Beiträge)

    Polder
    Das Problem ist der neue Polder. Da würde die Variante E durchgehen. Entweder steht die Straße zur Rheinbrücke bei Hochwasser unter Wasser oder man stellt sie auf Stelzen, was aber zu teuer wird. Ein Damm für die Straße ist in Bezug auf den Polder kontraproduktiv.
    Also weitersuchen Herr Stober.
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  •   alpinium
    (5477 Beiträge)

    Die sollen sich eine
    von den Tunnelbohrmaschinen aus Stuttgart schnappen und einen Tunnel von der Pfalz unter dem Rhein und Karlsruhe durch bohren. Da ist das Ding aus den Augen und somit auch aus dem Sinn. zwinkern
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  • unbekannt
    (29986 Beiträge)

    Oder die gefühlten
    800 Flowtexgeräte (oder warens doch nur drei?) reaktivieren. Für so Provinztunnel reichen die doch, müssen halt mehrfach bohren.
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  • unbekannt
    (139 Beiträge)

    Zweite Rheinbrücke nicht im Zuge der B10 sondern der BAB65
    Der Fehler liegt bereits in der Ausgangslage. Das Raumordnungsverfahren RhPf trägt den Titel 2. Rheinbrücke ..im Zuge der B10 als sog. n'eues Vorhaben'. Das Problem ist aber die Anbindung der A65 an die A5/A8, wie im Bundesverkehrswegeplan bis 2003 ausgewiesen. Das Raumordnungsverfahren RhPf musste in die Irre führen, ich nehme an, dies wurde bewußt gesteuert. Bundesweit gibt es nur sehr wenige Lücken im Autobahnnetz. Eine der gravierendsten Lücken besteht im Raum Karlsruhe. Die Verkehrsprobleme in diesem Raum können nur sinnvoll und dauerhaft durch eine Weiterführung der A65 zur A5/A8 südlich von Karlsruhe mit Anschlüssen an die südliche B36 und B3 gelöst werden.Im Norden ist mit der Brücke Germersheim und der gut und siedlungsfern ausgebauten B35 zum BAB-Anschluss Bruchsal eine tragfähige Lösung vorhanden.
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  • unbekannt
    (29986 Beiträge)

    Die A65
    führt aber direkt auf die jetzige Rheinbrücke, wie willst du die denn so einfach nach Süden legen?
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  •   tok
    (7205 Beiträge)

    ich glaube die Idee
    ist irgendwiee die Herrenalber und die L566 zur Autobahn zu machen, an der Fähre beim Zollhäusle eine Autobahnbrücke zu bauen und so die A35 und die zur Autobahn ausgebaute B9 zu erreichen.

    Problem dabei ist nicht nur der Naturschutz am Rhein, sondern noch viel mehr: wie kommt die Autobahn zwischen Rheinstetten und Forchheim durch? und wie kann man die Freunde des Epplesees von einer Revolution abhalten?

    Eine andere Variante wäre nur die L566 auszubauen und eine Südumfahrung Rheinstettens zu machen. Ich vermute allerdings, dass die Naturschutzbedenken in Rheinnähe dann noch größer wären.

    Grundsätzlich positiv daran, wenn der Vorschlag ernstlich diskutiert würde, wäre, dass man sehen könnte, wie wichtig eine weitere Rheinbrücke den CDU-KA-Land-Granden wirklich ist.
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  • unbekannt
    (29986 Beiträge)

    Da müsste man
    schon die A65 in einer weiten Kurve auf die B9 (Bienwald) legen, die Bienwaldstrecke (eh unmöglicher Scheiss) grosszügig ausbauen und dann irgendwo zwischen den Höhen Hagenbach und Lauterbourg eine Gerade durch den Wald schiessen. Toller Plan, hat nur den kleinen Haken dass man zwischen Hagenbach und Grenze nirgends durchkommt. Einzige Chance zwischen Neuburg und Berg, aber das ist sehr knapp. Dann gerade weiter zwischen Mörsch und Durmersheim durch direkt auf die A5. Die Anschlusstelle wäre dann in Bruchhausen.
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