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Karlsruhe Rheinbrücke: Grünen-Abgeordnete bezweifelt Fernverkehrsrelevanz

Eine vermeintlich mangelnde Gesprächsbereitschaft des Bundesverkehrsministeriums mit regionalen Mandatsträgern der Grünen zum Thema Nordtangente und zweite Rheinbrücke kritisiert die Karlsruher Landtagsabgeordnete Gisela Splett (Grüne). Unter Verweis auf einen Schriftwechsel mit der Bundesbehörde bekräftigt die Parlamentarierin ihre bisherige Haltung zu dem umstrittenen Bauprojekt Nordtangente.

"Während das Bundesverkehrsministerium beispielsweise den IHK-Präsidenten Bechtold gerne empfängt, gibt es für die Grünen kein Gesprächsangebot und noch nicht mal eine Erklärung, warum ein Gesprächstermin nicht möglich ist" beschwert sich Splett in einer Pressemitteilung.

In einer schriftlichen Erläuterung des Ministeriums werde stattdessen erklärt, dass eine weitere Finanzierung für die Nordtangente-Ost durch den Bund nur für eine durchgängige Verbindung zwischen A5 und Rhein erfolgen könne, deren Mittelteil (Hängebauchlösung) die Stadt übernehme. Zudem fehle für die die Bundesfinanzierung die Vorplanung für die Nordtangente-West seitens des Landes. Demnach sei es nun Aufgabe der Stadt Karlsruhe, alternative Verkehrskonzepte zu entwickeln und diese mit Bund und Land zu erörtern.

Fehlende Angaben zur Frenverkehrsrelevanz

Die Vorentwürfe für die Rheinbrücke würden derzeit in der Fachabteilung des Ministeriums geprüft, zitiert Splett weiter. Geplant sei die Einleitung des Planfeststellungsbeschlusses noch im Sommer 2010. Hinsichtlich der Anbindung an die B36 - so sei dem Schreiben des Ministeriums zu entnehmen - müsse noch eine Fernverkehrsrelevanz und entsprechende Entlastungswirkung auch ohne durchgehende Nordtangente seitens des Landes nachgewiesen werden.

Nach jahrelangen Debatten sei für Splett kaum nachvollziehbar, dass Angaben zu Nah- und Fernverkehrsanteilen immer noch fehlen. „Seit Jahren versuchen die Landesregierungen von Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg sowie die Karlsruher CDU und die IHK uns weiß zu machen, dass Karlsruhe eine zweite Rheinbrücke braucht. Bis heute fehlen aber Zahlen zur Fernverkehrsrelevanz der geplanten Brücke und der für sie geplanten Anschlussstücke“, so die Grünen-Politikerin.

Verabschiedung aus der Bundesstraßenplanung?

Die Landtagsabgeordnete fühlt sich nach eigenen Angaben in ihrem Nein zur zweiten Rheinbrücke bestärkt. „Bis heute fehlt ein Nachweis, dass eine zweite Brücke notwendig ist: Weder gab es die immer wieder angekündigten Verkehrszuwächse, noch liegen genaue Angaben zu Sanierungsnotwendigkeiten und -möglichkeiten der bestehenden Rheinbrücke vor“. Fakt sei vielmehr, dass das Verkehrsaufkommen im Land insgesamt stagniere, der Schwerverkehr 2009 sogar merklich zurück gegangen sei.

Bezüglich des Weiterbaus der Nordtangente-Ost wertet Splett das Schreiben aus Berlin als klare Aufforderung, sich von der Bundesstraßenplanung zu verabschieden: „Wer eine zeitnahe Entlastung Hagsfelds will, muss von der autobahnähnlichen Bundesstraßenplanung und einer Weiterführung bis zur Theodor-Heuss-Allee Abschied nehmen und auf die von uns Grünen schon lange unterstützte kleine Südumfahrung Hagsfeld in kommunaler Trägerschaft setzen."
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  • 0
    unbekannt
    (1061 Beiträge)

    31.05.2010 15:35
    Bass mol uff...
    ...immer des Gelaber von Fahrgemeinschaften!
    Ich glaub fascht, ihr lebt in einer Parallelwelt, in der alle mit Fahrrad, Rollschuhen und Rikscha zufriede durch die Gegend zuckle!
    Wer jeden Tag übbe die Rheinbrück muß, der weiß wie die Situation dort isch! Die isch nämlich zum Kot...!
    Wenns net die Fähr in Neuburgweier gäb, würd ich mich jeden Dag wie`d Sau uffrege! Alla guud!
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  •   joka
    (9833 Beiträge)

    31.05.2010 10:26
    Es geht nur um Abzocke....
    mit einer zweiten Rheinbrücke können sie nochmal 4 Blitzer postieren und so die Einnahmen erhöhen. Weniger Staus, mehr Tempo... und BLITZ... zwinkern
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  •   patrickkk
    (1086 Beiträge)

    30.05.2010 23:29
    Grüne seht die Realität
    also jeder der Regelmäßig die Rheinbrücke überfährt, weis das eine 2te nötig ist. Es ist einfach Fakt. Und wieviel emissionen werden den unnötig tag für tag in den Staus an dießer Engstelle in die Atmosphäre gepumpt? Es Pendeln nuneinmal viele Pfälzer nach Baden und umgekehrt. Was die Grünen sich daraus versprechen so offensichtlich an der Realität vorbei zu fordern erschließt sich mir nicht...


    Vlt. wollen sie aber auch nur streiten bis das Öl alle ist, und dann hats sich eh erledigt grinsen
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  •   bob andrews
    (1401 Beiträge)

    31.05.2010 13:48
    Zahlen auf den Tisch
    Wenn das Fakt ist, dürfte es wohl nicht so schwierig sein, die entsprechenden Zahlen auf den Tisch zu legen. Nichts anderes hat Frau Splett verlangt.
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  •   baeuerchen
    (650 Beiträge)

    31.05.2010 00:41
    Viele Pfälzer ????
    32000 Pendler aus der Pfalz arbeiten in Karlsruhe!!!!

    Und die brauchen zwei Brücken?

    Ich weiß ja daß die Pfälzer Probleme mit dem Autofahren haben, aber ob das mit zwei Brücken dann für Euch einfacher wird.

    32000 Pendler und zwei Brücken? Solche Brücken werden im Frankfurter Raum von 125000 Pendlern pro Tag befahren und dort reicht dann sogar eine zweispurige Brücke.
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  •   kscgrufti
    (3491 Beiträge)

    31.05.2010 00:08
    Die Pendler bekommen
    jetzt ne neue S-Bahn Strecken aus der Pfalz nach Karlsruhe, und dann sollen die auch ruhig mal mehr Fahrgemeinschaften bilden (es fahren viele allein im Auto, acht mal drauf). Ausserdem sind viele selbst schuld, wenn sie unbedingt ihr billigs Häusle in der Pfalz kaufen müssen, dafür werden wir bestimmt keine 2. Brücke bauen. Die soll eh nur als Vorbereitung für die Nordtangente kommen, für die es glücklicherweise im Moment keine Mehrheit in KA gibt.
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  •   tok
    (7205 Beiträge)

    31.05.2010 08:53
    In den Staaten
    hängen diese Schilder inzwischen an den Straßen rum, wie bei uns die Autobahnbaustellen. Gut, das ist ein mickriger Versuch den quasi fehlenden ÖPNV zu ersetzen, aber es sagt keiner, dass das mit vorhandenem ÖPNV eine schlechte Idee wäre. Im Gegenteil: wer sich beim Karlsruher Nahverkehrssystem immer noch ins Auto und dann noch alleine setzen will, der soll sich halt eine Spur mit 80% der anderen teilen und die andere Spur bekommen die 20% Fahrgemeinschaften.
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  •   tok
    (7205 Beiträge)

    31.05.2010 00:05
    Das können gern
    alle wissen, aber es sollte keiner glauben, dass es mit einer zweiten Brücke schneller geht. Auf Dauer wird es mit einer zweiten Brücke nur mehr Pendler geben, die dann wieder genau so lange im Stau stehen werden.

    In dem Artikel geht es aber auch garnicht um Pendler, sondern um die Relevanz für den Fernverkehr. Ich glaube da geht es dann drum, ob der Bund sich an der Finanzierung beteiligt, oder ob Stadt und Land das alleine wuppen müssen. Wenn man aber eine Brücke für den Fernverkehr baut, kann man schon die Frage stellen, warum das ausgerechnet "im Schatten" der drittgrößten Stadt des Landes sein muss.

    Aber Brückenfreunde sollten sich keine Sorgen machen. Wenn alle Gegner solche Monsters of Zielstrebigkeit sind wie die Karlsruher Grünen, steht das Ding vermutlich schon dieses Weihnachten.
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  •   JuliusM
    (1994 Beiträge)

    31.05.2010 09:37
    Aha
    Auf Dauer wird es mit einer zweiten Brücke nur mehr Pendler geben, die dann wieder genau so lange im Stau stehen werden.

    Das soll also heissen, dass mit der 2. Rheinbrücke auch automatisch mehr Arbeitsstellen entstehen.

    Sehr interessant.
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  • 0
    unbekannt
    (6808 Beiträge)

    31.05.2010 15:57
    nein
    es heißt, dass eine zweite Rheinbrücke mehr Verkehr anzieht. Und da ist zu erwarten.
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