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Karlsruhe Rheinbrücke: Brücken-Tüv im Zeitplan - nach den Ferien wird's brenzlig

Seit etwa acht Wochen ist die Rheinbrücke bei Maxau halbseitig gesperrt. Das 46 Jahre alte Bauwerk wird saniert und muss sich turnusmäßig einem Brücken-Tüv unterziehen. Dadurch kommt es immer wieder zu Verkehrsbehinderungen. Die Arbeiten seien im Zeitplan, die Staus hielten sich in Grenzen, berichtet das Regierungspräsidium Karlsruhe. Doch nach den Sommerferien kann es brenzlig werden. Schon am Montag geht in Rheinland-Pfalz die Schule wieder los.

"Die Bauarbeiten auf der Rheinbrücke sind im Zeitplan," bestätigt Uwe Herzel, Sprecher des Regierungspräsidiums Karlsruhe (RP), auf ka-news-Anfrage. Das RP geht aktuell davon aus, dass die Baustelle planmäßig am 30.September 2012 beendet sei. Derzeit würden auf der gesperrten Brückenhälfte die neuen Fahrbahnübergangskonstruktionen eingebaut, berichtet Herzel.

Höhere Staugefahr nach den Ferien

Sie überbrücken an den Enden des Bauwerks die Spalte zwischen der Brücke und dem Festland, die durch Temperaturunterschiede entsteht. Die Übergänge zählen zu den am stärksten belasteten Bauteilen einer Brücke und müssen ausgetauscht werden, weil sie betriebstechnisch am Ende waren. Sobald die neuen Übergänge eingebaut sind und die Fahrbahn wieder hergestellt ist, wird der Verkehr über die sanierte Seite geleitet. Die Baustelle zieht dann auf die andere - die nördliche - Brückenhälfte. Das soll laut Herzel voraussichtlich Ende August der Fall sein.

Die Arbeiten an den 54 Tragseilen befinden sich laut RP momentan in der Endphase. Die Tragseile werden mit neuem Rostschutz angestrichen, auf Schäden untersucht und falls nötig repariert. Die Anstrich-Arbeiten in luftiger Höhe können aber nicht immer durchgeführt werden, denn sie sind witterungsabhängig: Es darf nicht zu kalt sein, die Luftfeuchtigkeit nicht zu hoch.

Mit der Verkehrssituation auf der Rheinbrücke zeigt sich das RP trotz Baustelle soweit zufrieden. Die Verkehrseinschränkungen hielten sich -  solange keine Unfälle passieren - im Rahmen. Allerdings sei mit dem Ende der Sommerferien in Rheinland-Pfalz am kommenden Montag, 13. August,  und später in Baden-Württemberg (Schulbeginn 10. September) womöglich mit einer verschärften Verkehrssituation rund um die Brücke zu rechnen. Denn täglich überqueren tausende Berufspendler den Übergang zwischen pfälzischer und badischer Rheinseite. In der vergangenen Woche sorgten gleich mehrere Unfälle und Lkw-Pannenfür teilweise massive Staus um die Rheinbrücke.

Seit Montag, 6. August, gibt es auf der B10 vor der Rheinbrücke eine weitere Baustelle: Das Tiefbauamt erneuert dort die über 30 Jahre alten Schutzplanken im Mittelstreifenbereich.Die Arbeiten an dem 2,6 Kilometer langen Teilstück der B10 finden parallel zu den Sanierungsarbeiten der Rheinbrücke statt. Dadurch sollen weitere Behinderungen nach Abschluss der Arbeiten an der Rheinbrücke vermieden werden, begründet die Stadt Karlsruhe den Zeitpunkt in einer Pressemitteilung.

Ministerium will aus der Baustelle lernen

Die Rheinbrücke ist wegen der Sanierungsarbeiten seit dem 31. Mai halbseitig gesperrt.Die Sperrung dauert vier Monate. Die Baumaßnahmen finden turnusmäßig statt. Die ebenfalls durchgeführte Brückenhauptuntersuchung findet alle sechs Jahre statt. Beim Brücken-TÜV wird das Bauwerk im wahrsten Sinne des Wortes auf Schwachstellen abgeklopft. Die Kosten für die Instandsetzungsmaßnahme liegen laut Regierungspräsidium bei rund 1,2 Millionen Euro.

Das baden-württembergische Verkehrsministerium  will aus der aktuellen Baustelle lernen: "Durch die Beobachtung der Verkehrssituation während der Baustellenzeit und einen Vergleich mit der ungestörten Situation sollen Erkenntnisse für die Planung späterer umfangreicher Baumaßnahmen gewonnen werden", heißt es im Themenblock "Sanierungsmaßnahmen an der Rheinbrücke Maxau 2012" des Abschlussberichts der Arbeitsgruppe "Leistungsfähige Rheinquerung", die kürzlich damit begonnen hat erste Ergebnisse im Internet zu veröffentlichen (Link führt zur Internetseite des Ministeriums für Verkehr und Infrastruktur).

Beauftragt wurde mit der Erstellung des Gutachtens das Institut für Verkehrswesen des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) in Kooperation mit dem Lehrstuhl für Verkehrsplanung und Verkehrstechnik der Universität Stuttgart. Das Gutachten soll in Kürze vorgelegt werden, heißt es in dem Bericht weiter.

Weitere Infos über den Umfang, die Notwendigkeit und die Dauer der Bauarbeiten auf der Rheinbrücke hat das Regierungspräsidium Karlsruhe auf seiner Website zusammengestellt.

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Kommentare (10)
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  • unbekannt
    (139 Beiträge)

    Tausende Pendler
    werden demnächst wieder unterwegs sein. So viele sind es garnicht. Ca. 13.000 Pendler sind es, davon nutzen vielleicht ca. die Hälfte die Stadtbahn oder sitzen in Fahrgemeinschaften, bleiben ca. 6.500 (+/-). Die Pendler werden als Argument mißbraucht. Das Problem sind insbesondere die Lkw-Durchgangsverkehre (europäischer und auch größer-räumiger Regionalverkehr) , meist 40-Tonner. Diese müssen raus aus den Karlsruher Innenstadt-Verteil-Straßen (Südtangente, Rheinhafenstraße und auch Eckener Straße. Die Pendler, die als Problem vorgeschoben werden, haben dann alle mehr als genug Platz auf der bestehenden Rheinbrücke.
    Jeder halbblinde Verkehrsbeobachter erkennt dies, ohne jede teueren und meist überflüssigen Verkehrsgutachten von gut gefütterten 'Hausgutachtern'.
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  •   seelenheil
    (482 Beiträge)

    weitere Webcams
    Auch der Landesbetrieb Mobilität RLP hat diverse Webcams, u.a.

    http://verkehr.rlp.de/syncdata/cam/825/thumb_640x480.jpg?0.6471564848907292
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  •   Waterman
    (5822 Beiträge)

    Danke
    hier sit sie ja, das gute Stück grinsen
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  • unbekannt
    (119 Beiträge)

    ADAC App für Smartphones
    Wer ADAC-Mitglied ist und ein Smartphone hat, der kann mit dieser App u. a. die Webcams rund um die Rheinbrücke sowie den Verkehrsfluss anzeigen. Für mich ist das vor dem Losfahren inzwischen eine allmorgendliche Fingerübung, damit ich weiß, was mich in wenigen Minuten auf der Strecke zu erwarten hat.
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  •   Waterman
    (5822 Beiträge)

    Webcam am Pförtner
    Diese Kamera sollte man in Richtung RP drehen, um einen allfälligen Stau sehen zu können.
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  • unbekannt
    (511 Beiträge)

    Haben wir auch!
    Hier die Webcam Richtung Pfalz: Webcam B10 Blickrichtung Pfalz
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  •   Waterman
    (5822 Beiträge)

    Die habe ich auch gesehen, aber
    sie zeigt die Brücke nicht. Dort am Pförtner ist der Stau, wenn Stau ist.
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  •   heaven
    (769 Beiträge)

    Webcam
    Richtung Pfalz gibt's hierWebcam RP
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  •   Laetschebachschorsch
    (2780 Beiträge)

    Das ist ja wohl das Mindeste,
    dass aus den Staus gelernt wird. Warum brauchen wir denn die Zweite? Sind denn Alle im Bereich des Landesstraßenbaus Neulinge?
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  •   Pendler
    (149 Beiträge)

    Der Lernprozess
    ist bei den Straßenbau-Verantwortlichen noch nicht besonders weit fortgeschritten, sonst hätten die Arbeiten an den Leitplanken in den vergangenen 4 Wochen durchgeführt werden müssen, als in Rhld-Pf Sommerferien und deshalb viele Pendler in Urlaub waren.
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