21  

Stuttgart/Karlsruhe Naturschützer lehnen den Bau der zweiten Rheinbrücke in Karlsruhe ab

Der Naturschutzbund Nabu lehnt den Bau der zweiten Rheinbrücke in Karlsruhe kategorisch ab. Kaum ein anderes in Baden-Württemberg geplantes Verkehrsprojekt würde wertvolle Natur so stark schädigen wie die zweite Rheinbrücke in Karlsruhe, sagte Nabu-Landeschef Andre Baumann am Dienstag in Stuttgart.

Logo des Naturschutzbundes
Nabu: Zweite Rheinbrücke schädigt Natur. Foto: Jens Kalaene/Archiv |

Die sensiblen und wertvollen Rheinauen würden durch Bau der Brücke stark geschädigt. Die neue Rheinbrücke würde auch auf baden-württembergischer Seite den Bau zusätzlicher Bundesfernstraßen und auch dadurch mehr Straßenverkehr, Lärm und Feinstaub verursachen.

Der Naturschutzbund forderte die grün-rote Landesregierung und Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) auf, sich dafür einzusetzen, dass die zweite Rheinbrücke in Karlsruhe nicht gebaut wird. Ramsauer wollte sich am Dienstag ein Bild von der Verkehrssituation auf der jetzigen Rheinbrücke bei Karlsruhe machen.

Der Bund, der den 107 Millionen teuren Bau inklusive Anbindung finanzieren würde, befürwortet das Projekt. Das Land Baden-Württemberg will die Rheinquerung verbessern, hat sich aber nicht auf den Bau einer zweiten Brücke festgelegt. Widerstand kommt von Umweltverbänden und von der Stadt Karlsruhe.

Die zweite Rheinbrücke soll zwischen dem badischen Karlsruhe und dem pfälzischen Wörth entstehen. Sie ist etwa 1,4 Kilometer nördlich der bereits bestehenden Brücke geplant. Die neue, 5,7 Kilometer lange Querung soll inklusive der Anbindungen auf beiden Seiten rund 107 Millionen Euro kosten. Die Kosten trägt alleine der Bund. Für die 1,6 Kilometer lange baden-württembergische Seite werden 21 Millionen Euro veranschlagt; der Rest fällt auf pfälzischer Seite an.

Bislang existiert nur die vor fünf Jahrzehnten gebaute und überlastete Brücke über den Rhein zwischen Karlsruhe und Wörth. Sie ist neben der Eisenbahnbrücke die einzige Ost-West-Verbindung für den Wirtschaftsraum Südpfalz, Mittlerer Oberrhein und Nordelsass. Werktags überqueren etwa 80 000 Fahrzeuge in 24 Stunden die Brücke. Konzipiert war die Brücke für 33 000 Fahrzeuge. Bis 2025 sollen es knapp 100.000 Fahrzeuge sein. Zudem muss die vorhandene Rheinbrücke umfassend saniert und dann zumindest zeitweise voll gesperrt werden.

Eine zweite Rheinbrücke sei deshalb auch als Entlastungs- und Umleitungsstrecke notwendig, so das Regierungspräsidium Karlsruhe. Ein Faktencheck durch das Landesverkehrsministerium hatte hingegen ergeben, dass die bestehende Brücke auch ohne eine zweite Querung saniert werden könnte. Auch würde die neue Brücke nichts an den morgendlichen Staus ändern.

Am Dienstag kommt Bundesverkehrsminister Ramsauer auf Einladung der CDU zur sanierungsbedüftigen Karlsruher Rheinbrücke. ka-news wird vor Ort sein, auch interessierte Bürger sind eingeladen. Weitere Informationen zum Thema "Zweite Rheinbrücke" bei ka-news.

Mehr zum Thema
Karlsruhes zweite Rheinbrücke: Eine zweite Rheinbrücke für Karlsruhe ob mit oder ohne Nordtangente wird schon lange diskutiert. Die Argumente der Rheinbrücken-Befürworter und der Rheinbrücken-Gegner in Karlsruhe, der Pfalz sowie den aktuellen Stand der Planung haben wir für Sie zusammengefasst.
Haben Sie einen Fehler entdeckt?
Unsere Sonderthemen
Das wird gerade bei ka-news heiß diskutiert
Die besten Themen
Kommentare (21)
Hinweis: Kommentare geben nicht die Meinung von ka-news wieder.
Bitte beachten Sie die Kommentarregeln und unsere Netiquette!
  •   Herbert-119
    (1164 Beiträge)

    Wehn Schützt eigentlich der NABU ???
    Irgendwie währe es eine Lachnummer was die vom NABU hier abzihen wenn es nicht so Traurig währe.
    Man macht um eine Rheinbrücke ein Tamm Tamm, aber die Vögel und Fledermäuse die durch unnütze Windanlagen getötet werden sind dem NABU egal.
    Hauptsache man bleibt politisch korrekt.
    Fragt sich nur wer dem Nabu eines Tages den Persil Schein ausstellt !!!
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   phiha1612
    (587 Beiträge)

    verkehr wird zunehmen...
    ...und vorallem der schwerlastverkehr...

    eine autobahn wird durch ein lkw 50.000 mal mehr belastet als von einem auto... d.h. anstatt eines lkw können 50.000 autos die straße befahren und es entstehen die identisdchen schäden...

    somit sind die 100.000 kfz auf jeden fall realistisch, denn dies entspricht im endeffekt genau 2 lkw
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Biker
    (852 Beiträge)

    ..........
    einfach nur kopfschütteln

    wir in D schützen uns noch zu tode.

    habe gehört dass die grünen mit dem breitmaulfrosch in stuttgart in zukunft jedem haushalt einen subventionierten spaten überlassen. sinn und zweck ist es wasser zu sparen. anstatt die häusliche toilette aufzusuchen muss man dann einfach in den garten gehen und ein loch graben ..........................!!!!!!!!

    aber ganz ehrlich, umweltschutz ja aber nicht nur mit sichtschutz vor dem gesicht und gehirn.

    es gibt bei uns sicherlich wichtigere humanitäre dinge als die "siebendotterigen eier des siebenbeinigen ochsenmelkers" auf einer sumpfwiese zu schützen.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   mueck
    (8975 Beiträge)

    !
    Von den Katzen lernen heißt siegen lernen!
    Die machen das schon immer so!
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   bob andrews
    (1401 Beiträge)

    Prognose fragwürdig
    "Bis 2025 sollen es knapp 100.000 Fahrzeuge sein."

    Wo kommt diese Prognose her - vom Regierungspräsidium? Meines Wissens stagniert das Verkehrsaufkommen oder wird wegen schrumpfender Bevölkerung sogar zurückgehen.

    Falls wirklich eine Entlastungs-/Ersatzbrücke nötig sein sollte, wäre ich für eine weitere unmittelbar neben der ersten.
    .
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   tok
    (7205 Beiträge)

    Es gab
    eine Studie, die hat diese Annahme gemacht. In der Öffentlichkeit wird das aber verwechselt und die Annahme wird oft als Ergebnis der Studie bezeichnet.

    In der Stellungnahme der Stadt Karlsruhe wird diese Annahme jedoch - faktengestützt - bezweifelt. Man argumentiert seitens der Stadt dafür, dass mit weniger Fahrzeugen zu rechnen ist.

    Ich schätze schon, dass es 100.000 Fahrzeuge werden könnten, wenn man den Bahnverkehr einstellt und alles mit Straßen und Brücken betoniert. Kurzum: wenn eine Brücke gebaut wird, dann wird sich zeigen, dass die Brücke gebraucht wird. Wenn man hingegen S-Bahn-Linien einrichtet, wird sich ebenfalls zeigen, dass diese gebraucht werden.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  • unbekannt
    (110 Beiträge)

    Kriegsstraßen-Tunnel
    Die Studie prognostiziert 9% mehr KFz-Verkehr für den Raum Karlsruhe.
    Für die Rheinquerung sogar noch mehr. Sollte die Studie falsch sein und weniger Verkehr prognostiziert werden , dann wird es auch weniger Verkehr in der Kriegsstraße geben.
    Damit ist aber der Tunnel in der Kriegsstraße nicht mehr förderfähig.
    => Kombilösung ade.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   mueck
    (8975 Beiträge)

    !
    Zu spät. Ramses Leute haben die Mittel für die Kriegsstr. schon freigegeben ...
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   mueck
    (8975 Beiträge)

    !
    Habe Sonntag Günther Jauch nicht gesehen, mir war mehr nach Nachrichten und Krimi als Gelaber, aber wie mir berichtet wurde, hat sich da Ramsauer vehement für Sanierung statt Neubau ausgesprochen. Das wäre ein Wunder. Möge er sich an seine Worte erinnern, wenn er nachher zur Brücke redet ... Aber wahrscheinlich wird eher was nach dem Motto "was interessiert mich mein Geschwätz von gestern" zu hören sein ...
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Greif
    (1409 Beiträge)

    Zitat von mueck Habe Sonntag Günther Jauch nicht gesehen

    trotz Votum für mehr Sanierung hat Zar Peter aber so getan, als ob Instandhaltungsrückstand noch nie etwas mit Neubau oder Qualitätsverbesserung (Stichwort:"Schlafbaustellen") zu tun gehabt hätte - komisch bloß:
    - je mehr Infrastruktur man baut, desto mehr muß man unterhalten
    - je höhere Qualitätsansprüche, desto höher der Preis und desto weniger Instandhaltung fürs gleiche Geld.

    Als ich den Eindruck hatte, daß weder er noch die anderen in der Runde in Sichtweite dieser Klippen kommen möchte, habe ich mir den Rest der Sendung geschenkt...
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten

Seite : 1 2 3 (3 Seiten)

Schreiben Sie Ihre Meinung
Ein neues Posting hinzufügen
Fett Kursiv Link Zitat
Sie dürfen noch Zeichen schreiben