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Karlsruhe Land stellt Rangfolge für Straßenbau vor - Rheinbrücke ohne Priorisierung

Am Mittwoch hat das Ministerium für Verkehr und Infrastruktur die Ergebnisse der Priorisierung für den Neu- und Ausbau von Bundes- und Landesstraßen in Stuttgart vorgestellt.

An vorderster Stelle der Neubaumaßnahmen des Bundes sieht das Land die Ortsumfahrung der B293 Pfinztal-Berghausen, im Mittelfeld rangieren die Ortsumfahrungen Rastatt-Süd/Kuppenheim und Jöhlingen. Ohne Priorisierung blieben zum Beispiel die Rheinquerung bei Karlsruhe, die B35-Ortsumgehung Bruchsal-Ost und die B10-Ortsumgehung Berghausen.

"Region kann zufrieden sein"

"Insgesamt kann unsere Region zufrieden sein", berichtet der Direktor des Regionalverbands Mittlerer Oberrhein (RVMO), Gerd Hager, der in Stuttgart vor Ort war.

Für alle Landesstraßenprojekte, die im Maßnahmenplan zum Generalverkehrsplan (GVP) des Landes nun aufgeführt sind, stünden laut Verkehrsministerium auch Mittel bereit - insgesamt etwa 400 Millionen. So sollen die Aus- und Neubaumaßnahmen bis spätestens 2025 realisiert werden können. In den letzten Jahren habe der Bund durchschnittlich 230 Millionen Euro jährlich für den Bundesstraßenbau bereit gestellt. Vor diesem Hintergrund hat das Land nun solche Bundesmaßnahmen fokussiert, mit denen vergleichsweise die größten Verkehrsmängel beseitigt werden können. Laufende oder baureife Neubau- oder Ausbauprojekte sollen zuerst verwirklicht werden.

Zu den Ergebnissen äußerten sich auch badische Landtagsabgeordnete: CDU-Mann Manfred Groh zeigt sich enttäuscht. "Das Vorgehen der Landesregierung offenbart zweierlei: Zum einen betont sie, dass eine 'leistungsfähige Rheinquerung' eine hohe Bedeutung für sie hat. Gleichzeitig priorisiert sie aber weder die zweite Rheinbrücke noch die Ersatzbrücke", so Groh. Zum anderen verweise sie darauf, dass für den Bau von Straßen kein Geld zur Verfügung stehe. "Dessen ungeachtet hat sie aber eine Ersatzbrücke, als zusätzliche Option zur zweiten Rheinbrücke in den BVWP angemeldet. Mit diesem Schlingerkurs bekennen die Grünen auf Landesebene erneut Farbe. Die zweite Rheinbrücke soll einfach nicht kommen", ist sich Groh sicher.

Fischer will sich für Ortsumgehung einsetzen

Der badische CDU-Bundestagsabgeordnete Axel E. Fischer begrüßt die Positionierung der Ortsumgehung Pfinztal auf Platz 1 der Landesliste für den Bundesverkehrswegeplan. "Es freut mich, dass die grün-rote Landesregierung offenbar gelernt und erkannt hat, wo die Bürger der Schuh am heftigsten drückt." Gerne setze er sich dafür ein, dass die Ortsumgehung Pfinztal in Berlin in den sogenannten "Vordringlichen Bedarf" aufgenommen werde. Dann würde der Bund, der in erster Linie als Finanzier der Straßen auftrete, die Kosten der Planung übernehmen.

Auch der CDU-Gemeindeverbandsvorsitzende Frank Hörter begrüßt grundsätzlich die Entscheidung der Landesregierung. "Den Worten müssten jetzt schnell auch Taten folgen", so Hörter. Die Verkehrssituation sei durch den Ausbau der A8 derzeit angespannt, so dass die verkehrsgeplagten Pfinztaler Bürger endlich eine wirksame Entlastung bräuchten.

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Kommentare (12)
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  •   tok
    (7205 Beiträge)

    Wenn eine
    Prioritätenliste vorgestellt wird, ist es immer leicht klagen. Man greift sich von unten eins raus, reißt die Augen auf und ruft "Wie bitte? Kann ja wohl nicht wahr sein!"

    Aber wenn sogar der Axel eee Fischer zustimmt, dass es wichtigeres gibt als d'Brigg, wird es einsam um Groh.
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  •   CurlChaos
    (674 Beiträge)

    na was da wohl der Herr Ramsauer dazu sagt
    er wollte sich ja persönlich für die 2. Rheinbrücke einsetzen, aber ohne Priorisierung des Landes wird ihm das schwer fallen.
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  •   bergdoerfler
    (1548 Beiträge)

    Herr GHroh hat wohl keine Ahnung von Baulastträgern
    Rheinbrücke ist Bundessache zuständig nicht das Land. land kann nur Wünsche äußern. Wunschzettel zu Weinachten ausfüllen.
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  •   mueck
    (8975 Beiträge)

    !
    Es geht hier um den Bundesverkehrswegeplan der Bundesfernstraßen, bei dem das Land die Auftragsverwaltung für den Bund wahrnimmt.
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  •   Laetschebachschorsch
    (2780 Beiträge)

    Na sowas!
    Bei dem Bedarf einer 2. Rheinbrücke habe ich diesen Hinweis, außer von mir, nie gefunden.
    Gute Schienenverbindung betrifft ja wohl nur den Personenverkehr. Auch für die Bahn ist das Pfinztal ein Nadelöhr.
    Letztlich und Punkt: Warum wird immer nur von der teuren Tunnellösung gesprochen? Es gab da doch auch noch andere Lösungen, aber die Gemeinde Berghausen wollte die Tunnellösung, die der Bund nicht finanzierte. Insoweit besteht schon eine Verbindung mit der 2. Rheinbrücke, nicht nur über eine Nordtangente. Es ist daher schon gut, dass diese Hauptverkehrsstraßen im Zuständigkeitsbereich des Bundes und nicht irgendwelcher Kommunalfürsten liegt.
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  •   exsued
    (419 Beiträge)

    L 605
    Achso, die habe ich vergessen. Auch zur Autobahn machen.
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  •   exsued
    (419 Beiträge)

    Südtangente
    Die sollen endlich das Problem mit der Autobahn namens Südtangente lösen. Man kann sie ja auch nur umbenennen in A 65. Kostet bestimmt nur ganz wenig für die neuen Schilder.
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  •   Laetschebachschorsch
    (2780 Beiträge)

    Bedeutet das,...
    dass lediglich der Abzweig nach Bretten in der Mitte von Berghausen (vom Abzweig bis zum Ortsende ist ja schon für viele Millionen gut ausgebaut und dann verkehrsberuhigt worden) vor den Ort verlegt wird und der Verkehr in Richtung Pforzheim weiter durch den Ort geht? Toll! Ich erinnere mich noch daran, dass es bereits eine Planung für eine gesamte Umgehung von Berghausen und Söllingen gab. Dieses Projekt blieb auf der Strecke, weil Berghausen unbedingt auch eine teuere Tunnellösung wollte und der Hummelberg auf einmal schutzwürdiges Gelände war. Das Frauenhofer Institut durfte aber bauen und zwar wie! Am täglichen Lärm und Gestank selber schuld.
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  •   mueck
    (8975 Beiträge)

    !
    Für die B10-Gemeinden gibt es schon eine Ortsumgehung.
    Nennt sich A8!
    Wenn die mal voll dreispurig ausgebaut ist und keine Baustelle mehr stört, wird der Verkehr auf der B10 zurückgehen. Deswegen lohnt es sich nicht, in die B10 zu investieren mit einer Kette teurer Tunnel, weil dort dann nur noch "hausgemachter" Verkehr unterwegs ist, den man eh nicht los wird.
    Im übrigen gibt es dort eine gut ausgebaute Schienenachse.

    B293 dagegen ist ein schon weitestgehend fertiges Fernstraßenprojekt, auf fast ganzer Strecke KA-HN ortsdurchfahrtenfrei, da auszubremsen hieße, die letzten zwei Dörfer leiden zu lassen unter echtem Fernverkehr, den keine Ax übernehmen könnte.

    Insofern völlig richtige Priorisierung.
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  •   exsued
    (419 Beiträge)

    Umgehung Autobahn
    Noch nie so einen Schwachsinn gehört. Die Umgehung ist die Autobahn!! Also gut, Superverkehrsexperte und Oberbelehrer. Sofort die Südtangente schließen!! Die kann man schließlich auf den Umgehungsautobahnen über Mannheim oder das Elsass umgehen. Mein Aufruf zur Lösung: alle Verkehrsteilnehmer dürfen sich nur noch um Jobs im Umkreis von zwei Kilometer um ihren Wohnort bewerben. Dann brauchen wir keine zusätzlichen Strassen, Brücken, U-Strabs und Kriegsstrassentunnel. Wir sparen viel Geld und retten durch die Einsparung von Schadstoffen die Welt.
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