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Karlsruhe Kommunikationsproblem bei Rheinbrücke? "Sie hat einen Anfang und ein Ende"

Es ist ein Bauprojekt, das Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz gleichermaßen betrifft, denn gebaut werden soll eine Verbindung zwischen Karlsruhe und Wörth. Gebaut oder nur ersetzt? Das ist die Frage, die zumindest die Karlsruher Seite um Oberbürgermeister Frank Mentrup eindeutig mit "ersetzt" beantwortet hat. Auf der anderen Seite des Rheins scheint hier jedoch wenig bis nichts über diese Idee bekannt zu sein. Ein Hindernis für das gesamte Planverfahren.

Die Karlsruher Gemeinderatsfraktion der Grünen zeigt sich laut einer Pressemitteilung zusammen mit dem Grünen Landtagsabgeordneten Alexander Salomon besorgt darüber, dass in Rheinland-Pfalz bislang keine ernsthafte inhaltliche Auseinandersetzung mit der Option einer Ersatzbrücke als Alternative zu einer zweiten Straßenbrücke über den Rhein stattfinde.

"Rheinland-Pfalz hat die Ersatzbrücke noch nicht geprüft"

Vielmehr sei darauf zu schließen, dass die Option der Ersatzbrücke bei vielen dort nicht einmal bekannt sei. "Rheinland-Pfalz hat im Raumordnungsverfahren 2006 lediglich die Option einer zusätzlichen Brücke parallel zur bestehenden Brücke und nicht die Ersatzbrücke als mögliche Alternative geprüft", erläutert hierzu Fraktionssprecherin Bettina Lisbach.

Im neuen Kommunalpolitischen Programm der SPD für die kommende Kommunalwahl wird unterstützt, was auch Oberbürgermeister Frank Mentrup bereits anstrebt: Die Ersatzbrücke stellt eine erstrebenswerte Alternative zur zweiten Rheinbrücke dar. Doch auch in der SPD-Fraktion bedauert man die mangelnde Kommunikation zwischen den beiden Rheinseiten: "Wir müssen die Kommunikation stärken. Sicherlich sind die Interessenslagen sehr unterschiedlich, aber eben dieses Problem müssen wir in einem konstruktiven Dialog angehen", so Stadträtin Doris Baitinger bei der Vorstellung des Kommunalpolitischen Programms am Donnerstag.

Entgegen der SPD- und Grünen-Fraktion steht die CDU-Fraktion weiterhin zu einer zweiten Rheinbrücke. "Die zur Diskussion gestellte Ersatzbrücke ist wenig zielführend", erklärt Gabriele Luczak-Schwarz auf Anfrage von ka-news. Eine weitere Brücke würde die Anwohner an der Südtangente von der Verkehrsbelastung befreien. Auch Luczak-Schwarz kritisiert die mangelnde Kommunikation mit der pfälzischen Seite.

Intensive Gespräche wieder aufnehmen

"Eine Brücke hat bekannterweise einen Anfang und ein Ende. Die mangelhafte Kommunikation des Karlsruher Oberbürgermeisters mit der grün-roten Landesregierung sowie das einseitige Vorpreschen ist wenig hilfreich." Für die Zukunft müssten an dieser Stelle wieder die intensiven Gespräche der Vergangenheit aufgenommen werden, um das Planfeststellungsverfahren zeitnah zum Abschluss zu bringen. "Ich wünsche mir auch hier deutliche Aussagen vom Bund", ergänzte sie, denn immerhin sei für das Projekt nicht die Stadt Karlsruhe, sondern der Bund zuständig.

Während die CDU-Fraktion in einer Ersatzbrücke keine Vorteile sieht, weisen die Grünen in ihrer Pressemitteilung auf die "gravierenden ökologischen Beeinträchtigungen" hin, die mit einer Ersatzbrücke umgangen werden könnten. "Mit einer Ersatzbrücke lassen sich durch zwei getrennte Baukörper Vollsperrungen etwa bei notwendigen Sanierungen oder nach einem schweren Unfall vermeiden", ergänzt Stadtrat Johannes Honné, verkehrspolitischer Sprecher der Fraktion.

Zeitweilige Kapazitätsengpässe entschärfen

Parallel zu der Diskussion um die Ersatzbrücke würden auf Karlsruher Seite derzeit verschiedene Optionen geprüft, um die zeitweiligen Kapazitätsengpässe im Zuge der Rheinquerung zu entschärfen, so die Grünen. Dabei werde auch analysiert, wie häufig und wann genau diese Engpässe überhaupt auftreten. "Vor dem Hintergrund dieser Bemühungen erwarten wir im Gegenzug aber auch von der Landesregierung in Rheinland-Pfalz die Bereitschaft, sich neuen Überlegungen zur Ausgestaltung der Rheinquerung zu öffnen und sich ernsthaft mit der Möglichkeit einer Ersatzbrücke zu beschäftigen", so Alexander Salomon. In einem Brief haben sich die Karlsruher Grünen-Vertreter nun an Oberbürgermeister Frank Mentrup mit der Bitte gewandt, in Rheinland-Pfalz für die Idee der Ersatzbrücke zu werben.

Erst vor rund einem Monat wandten sich die Landräte Christoph Schnaudigel (Karlsruhe) und Fritz Brechtel (Germersheim) in einem gemeinsamen Brief an OB Mentrup: "Unsere prosperierende Region hat es nicht verdient, dass das gravierende Verkehrsproblem der momentanen Rheinbrücke auf die lange Bank geschoben, sondern zügig gelöst wird", hieß es in dem Schreiben. Die angestoßene Diskussion um die Ersatzbrücke sei nach Angaben der Landräte ohne eine Abstimmung mit der pfälzischen Seite angeregt worden.

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Kommentare (59)
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  •   CurlChaos
    (674 Beiträge)

    die Pfälzer
    wollen von der Ersatzbrücke nichts wissen? Ja hallo? Bringt denen mal bei, was Zeitungen sind. Also mit der Vogel-Strauß Nummer hier zu kommen find ich echt niveaulos.

    und von wegen jede Brücke hat einen Anfang und ein Ende. Diese Brücke hat weder angefangen, noch bringen wir die je zu Ende. Wie es momentan aussieht, bauen wir und die Pfälzer zwei halbe Brücken an zwei verschiedenen Stellen. Aber nicht so wie die CDU das will, sondern wirklich nur "halbe", die in der Mitte vom Fluß enden. Optimalerweise mit Münzeinwurf-Katapult am Ende
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  •   seelenheil
    (482 Beiträge)

    ist gar keine zweite Rheinbrücke
    Genau betrachtet wäre das nördlich der bestehenden Rheinbrücke zu errichtende Bauwerk keine Brücke über den Rhein, sondern über eine künstlich geschaffene Wasserstraße, einen Kanal, den der selige Tulla dereinst graben/sprengen ließ. Korrekt gehört der Teil, auf dem das LKW-Werk von Daimler liegt eigentlich zur rechtsrheinischen Seite, der westlich um das Werksgelände verlaufende Altrheinarm belegt dies anschaulich. Im Verlauf der bestehenden Rheinquerung ist der ursprüngliche Gewässerverlauf weniger eindeutig.
    Eigentlich sollte man Tulla posthum den Prozess machen! Ein solches Projekt wie die Rheinbegradigung wäre nach heutigen Umwelt- und Baugesetzen gar nicht mehr vorstellbar.
    Gäbe es Tulla und diese Rechtslage heute noch, würden längst drei weitere Brücken über den Rhein führen....
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  • unbekannt
    (1 Beiträge)

    Rückblick und Fakten
    Fakt ist: Im Raum KA besteht eine der letzten gravierenden Autobahnlücken der BRD.
    Fakt ist: Als die Südtangente auf der Gemarkung KA geplant und gebaut wurde, gab es ein ganzheitliches Verkehrskonzept für diesen Raum, der gleichzeitig eine Weiterführung der A65 zur A5/A8 mit einer 'echten' Autobahnrheinbrücke südlich von KA vorsah.
    Fakt ist: KA hat zugelassen, dass die Südtangente gebaut wurde.
    Fakt ist: Die Landkreise KA und GER haben trickreich verhindert, dass die geplante Autobahnweiterführung außerhalb von KA gebaut wurde und genüsslich zugesehen, dass die Südtangente zu Lasten und zum Ungemach der Bürger von KA als Autobahnquerspange genutzt/missbraucht wird.
    Fakt ist: KA muss dieses ursprüngliche ganzheitliche Verkehrskonzept nachhaltig einfordern. Dies war Konsens!
    Fakt ist: Die Landkreise KA und GER wollen hiervon nichts mehr wissen. Alle Lasten ab nach KA, heißt die Devise.
    Baut eine weitere Rheinbrücke südlich von KA und alles ist gut, alle Pendler haben Platz.
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  •   tok
    (7205 Beiträge)

    Montagmorgen 8 Uhr in Karlsruhe
    Südtangente: streckenweise gelb
    Brücke: grün
    Google Maps mit typischer Verkehrslage am Montagmorgen, 8 Uhr

    Zur gleichen Zeit in Stuttgart findet man schon einiges Rot mehr.
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  •   Pendler
    (149 Beiträge)

    Wo auch immer
    diese Amis ihre Durchschnitts-Daten her haben, Jetzt gucken;
    auf den webcams, bei Tomtom oder auch bei google. Dunkelrot auf der A65, der B9 znd der B10 bis Knielingen
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  •   tok
    (7205 Beiträge)

    leider eine Stunde
    nach Deinem Hinweis.

    Aber wo ist es Rot bzw Schwarz-Rot (interessant übrigens: Schwarz-Rot ist Stillstand): am Pförtner. Der Stau beginnt deutlich rechtsrheinisch und NICHT an der Brücke. Die Autos stehen dort zwar, aber das ist nur der Rückstau, quasi der dicke obere Teil der Sanduhr und nicht die Engstelle. Die Brücke ist nicht mehr Nadelör als die Autobahn auf der die Autos auch stehen (Rückstau bis Dorschberg). Die Webcam am Pförtner streikt leider gerade.

    Auch interessant:
    Südtangente am Lameyplatz: Rot
    Südtangente hinter Kreuz Grünwinkel: Rot
    Kriegstraße am Kühlen Krug: Rot
    Kaiserallee: Rot
    Moltkestraße: Rot
    Brauerstraße am Mühlburger Tor: Schwarz-Rot
    alle drei Süd-Nord-Verbindungen (Karls- Ettlinger Rüppurer Straße): Rot.

    Selbst wenn man mehr Kapazität über den Rhein hinweg schafft, wäre der Weg in die Stadt hinein also nicht unbedingt schneller zu bewältigen.
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  •   kommentar4711
    (1457 Beiträge)

    Deswegen...
    ... macht die aktuelle Planung mit der Mündung der zweiten Brücke am Ölkreuz ja auch keinen Sinn. Das weiß jeder, nur ist es die einzige Lösung, die in den letzten Jahren als Konsenslösung mit der Stadt KA möglich erschien. Viel mehr Sinn machen würde eine zweie Brücke mit einer Anbindung die eine komplette Umfahrung vno Karlsruhe ermöglichen würde.
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  • unbekannt
    (29986 Beiträge)

    Letztlich
    wird wie bei allem noch in zehn Jahren diskutiert und wenn man sich dann geeinigt hat wird geplant als müsse man eine Brücke über den Ärmelkanal schlagen. Also nochmal so zehn bis 15 Jahre. Dann nochmal zehn Jahre Bauzeit.

    Bis dahin muss ich meinen Führerschein aus Altersgründen abgeben...
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  • unbekannt
    (61 Beiträge)

    Ist doch ganz einfach
    Wer täglich den Rhein queren muss, möchte eine 2te Brücke haben und die alte renoviert oder ersetzt – weil ihm die Jacke, und zwar seine, näher ist als die Hose. Wer nicht über den Rhein muss, oder nur zum Sonntagsausflug, dem geht’s eben eher um den Verkehr vor seiner Haustüre. Das jemand, der in Knieleingen oder Neureut schön idyllisch am Ortsrand wohnt, sich von einer drohenden alternativen Tangente vor seiner Haustüre natürlich bedroht fühlt ist klar. Auch da geht’s wieder um die eigene Jacke.
    Neutral betrachtet gehört eine alternative Rheinquerung in die Nähe der heutigen Anbindung A65 - A8, der heutigen Karlsruher Rheinbrücke. Nicht auszudenken was geschieht, falls die Brücke durch eine Schiffshavarie einmal so beschädigt wird das sie für ca. 3 Jahre nicht befahrbar währe – das, denke ich, will wirklich keiner. Davon wären dann nämlich alle betroffen! Auch die Bahnfahrer und diejenigen die nie in die Pfalz fahren – ich denke das im Raum KA – Wörth – GER und B36 dann nix mehr geht
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  •   dipfele
    (4079 Beiträge)

    dummes Zeug...
    .... ich fahre mindestens dreimal die Woche im Berufsverkehr nach Wörth und zurück. Die vorhandene Brücke ist ausrechend. Wo es Stau gibt, ist am"Pförtner", weil die Deutschen das Rreisverschlusssytem nicht beherschen, am Buhlacher Kreuz, weil Ein- und Ausfädelspuren
    zu eng aufeinander folgen und an der hafenabfahrt/Honsellstr, weil die Strasse nicht mehr Autos aufnehmen kann. Das alles staunt dann gelegentlich bis zur Brücke zurück. Das liegt aber nicht an der >Brücke< sondern a) an den Autofahrern selbst und b) an der karlsruher Verkehrsplanung.
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