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Karlsruhe Karlsruher Verkehrsverbände: Mehr Bus und Bahn statt zweite Rheinbrücke

Nachdem sich innerhalb kurzer Zeit viele Brückenbefürworter vor der Rheinbrücke medienwirksam in Szene gesetzt haben, wollen auch die Karlsruher Verkehrsverbände nicht abseits stehen. Kurzum luden sie zum Ortstermin vor die Eisenbahnbrücke in Maxau. Ein Ort mit Symbolcharakter: Denn nicht eine zweite Auto-Rheinbrücke, sondern viel mehr der Ausbau des Schienennetzes sei notwendig. Eine zusätzliche Brücke ist also überflüssig, so ihr Fazit.

Auch die gebetsmühlenartigen Forderungen der Brückenbefürworter würden an den Tatsachen nichts ändern, dass der Bau einer zweiten Rheinbrücke überflüssig sei, so Johannes Meister vom Umweltzentrum Karlsruhe (Buzo). Denn die bestehende Brücke halte dem Verkehrsaufkommen stand. "Sie ist auch in der Zukunft leistungsfähig", ist er überzeugt.

Zudem habe der Faktencheck im November gezeigt, dass die geplante Brücke die Stauproblematik nicht lösen würde. Auch sei die bestehende Brücke nicht akut sanierungsbedürftig und könne - wenn nötig - ohne wochenlange Sperrung saniert werden. Das Schreckgespenst vom Verkehrskollaps sei eine Erfindung der Brückenbefürworter, so Meister.

Von der Straße auf die Schiene

"Die Alternative zur zusätzlichen Rheinbrücke heißt öffentlicher Verkehr", betont Uwe Haack vom Verkehrsclub Deutschland Kreisverband Karlsruhe (VCD). Statt sich Gedanken über eine zweite Brücke zu machen, sollte sich die Politik viel mehr um den Ausbau des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) kümmern, fordert er.

Gutachter gingen bereits davon aus, dass zur Hauptverkehrszeit im morgendlichen Berufsverkehr nur 500 Fahrzeuge zu viel die Brücke überquerten. Dieses Aufkommen könne bereits mit dem bestehen Schienennetz aufgefangen werden, meint Haack. Denn das aktuelle Angebot des ÖPNV habe noch Reserven, die Bahnen seien nicht vollständig ausgelastet. Zudem solle das Stadtbahnangebot in die Pfalz ausgeweitet werden, fordern die Verbände. Ein zweigleisiger Ausbau zwischen Wörth und Winden schaffe neue Kapazitäten in Richtung Kandel und Landau.

In Bahnverkehr investieren

Doch nicht nur der Eisenbahnverkehr müsse verbessert, sondern der Busverkehr neu geordnet werden, findet Gerhard Stolz vom Regionalverband Pro Bahn. "Das aktuelle Busangebot in der Pfalz ist schlecht", gibt er zu. Aber eine deutliche Verbesserung des Busangebots könnte Pendler dazu bewegen vom Auto auf die Bahn umzusteigen.

Dazu müssten Busse künftig im Stundentakt die Dörfer anfahren und somit einen zuverlässigen Anschluss an den Schienenverkehr gewährleisten. Nur so könne man für Autofahrer das Bahnangebot attraktiver machen und sie zum Umsteigen bewegen, so Stolz.

"Die Kosten betragen pro Bus im Jahr maximal 250.000 Euro. Bei fünf Buslinien mit je einem Fahrzeug wären dies 2,5 Millionen Euro pro Jahr", rechnet Stolz vor. Dies sei nicht viel, wenn man bedenke, dass die geplante zusätzliche Rheinbrücke rund 100 Millionen Euro koste. Hinzu kämen Dauerkosten von etwa 3,3 Millionen Euro pro Jahr, so Stolz. Mit diesem Geld könne man einen sehr guten ÖPNV schaffen, findet er. Die Politik müsse in den Ausbau des öffentlichen Verkehrs investieren und nicht in eine weitere Brücke.

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Kommentare (46)
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  • unbekannt
    (139 Beiträge)

    zweite Rheinbrücke für wen?
    für die Pendler eher nur sekundär. Daimler baute in Wörth im letzten Jahr 98.000 Lkw. Wesentliche Bauteile kamen aus Gaggenau, Kuppenheim und Rastatt. Per Straße mit Unmengen von Lkw über innerstädtische Straßen durch Karlsruhe und über die Rheinbrücke nach Wörth. Muß das sein? Wenn diese Verkehr auf die Schiene (evt. Güterstraßenbahn) verlegt werden, ist die Situation auf der Rheinbrücke schon sehr entspannt. KA, die Bürger von KA haben von diesen Verkehren nur Dreck, Lärm und Erschütterungen. Die Gewerbesteuern gehen in die Stadt- und Landkreise Wörth, Germersheim, Karlsruhe und Rastatt. Die Verkehrsbelastungen werden KA aufgehalst. Kirchturmpolitik betreibt KA leider nicht einmal in Ansätzen, die umliegenden Gde. u. LKr aber massiv und effetiv. KA braucht eine Autobahnweiterführung von der A65 zur A5/A8 außerhalb des Stadtgebietes. 'Manche' sagen, die zweite Rheinbrücke mit der Nordtangente soll genau diese BAB-Lücke schließen. Nur deshalb hat die Brücke keinen Radweg. Logisch!
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  •   KaBU
    (931 Beiträge)

    Gebe dir recht
    Eine 2.Brücke kann nur im Norden oder Süden erfolgen, und dann auf die Autobahn .Alles andere währe Flickschusterei,niemals auf die Südtangende. Bitte Mainzer und Stuttgarter an den Tisch für eine große Lösung,notfalls einen Tunnel bevor das Geld nach Griechenland oder nach Berlin geht Länder&Staatenausgleich
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  •   kumpel0815
    (4 Beiträge)

    Schon wieder Experten zur 2. Rheinbrücke
    ... toll, wieder melden ein paar "schlaue" Köpfe zum Thema "2. Rhein............." Liebe Karlsruher, Ihr seid suuuper clever - ich bin gegen alles und für nichts - um geht es überhaupt?
    Und wenn alles geklärt und gebaut wird, dann werdet ihr sicherlich noch den Grünfurz entdecken, der gerettet werden muss.
    Karlsruhe viel vor - arm dran
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  • unbekannt
    (29986 Beiträge)

    Ich arbeite
    bald wieder an meinem Wohnplatz. Noch eine Woche. I frei mi. grinsen
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  • unbekannt
    (223 Beiträge)

    Ich würd ja gerne
    Aber mein Auto passt nicht auf die Schiene und in die Stadtbahn auch nicht...
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  •   Loewe
    (326 Beiträge)

    Amüsant
    Endlich wird mal zugegeben, dass die Infrastruktur in der Südpfalz sehr schlecht ist. Mainz hat kein Interesse und nun soll mal wieder BW die Sanierung des Bauernländles übernehmen. Quo vadis? Ach, nur 500 PKW mehr! Warum dann jeden Tag Kilometer lange Staus?
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  • unbekannt
    (11392 Beiträge)

    Und der wäre?
    Atom- oder Chemiewerk? grinsen
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  •   phiha1612
    (587 Beiträge)

    kvv der größte witz auf erden
    es gibt einfach keine alternative zum auto...

    keine bahn oder öpnv - es gibt nichts besseres als das auto... und die zweite rheinbrücke muss her... alles andere ist schwachsinn...

    und wieso nicht wieder ein bürgerentscheid...??? die mehrheit ist klar für die zweite rheinbrücke...
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  •   KaBU
    (931 Beiträge)

    Witzbolde
    Dort wohin ich arbeitet gibt es keine Schienen.,oder bezahlt der Staat mein Auskommen ?????
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  •   mueck
    (8975 Beiträge)

    !
    Wenn von denen, wo an Start und Ziel Schienen liegen (oder Busse fahren), ein paar umsteigen, entsteht freier Platz auf den Straßen für die, bei denen keine Schienen liegen ...
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