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Karlsruher Verkehrsverbände: Mehr Bus und Bahn statt zweite Rheinbrücke [46]

Karlsruhe (mda) - Nachdem sich innerhalb kurzer Zeit viele Brückenbefürworter vor der Rheinbrücke medienwirksam in Szene gesetzt haben, wollen auch die Karlsruher Verkehrsverbände nicht abseits stehen. Kurzum luden sie zum Ortstermin vor die Eisenbahnbrücke in Maxau. Ein Ort mit Symbolcharakter: Denn nicht eine zweite Auto-Rheinbrücke, sondern viel mehr der Ausbau des Schienennetzes sei notwendig. Eine zusätzliche Brücke ist also überflüssig, so ihr Fazit.

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Eisenbahnbrücke über den Rhein
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Gerhard Stolz (Pro Bahn), Uwe Haack (VCD), Mari Däschner, Johannes Meister (beide Buzo) und Reiner Neiser (VCD) (v. l.) vor der Eisenbahnbrücke.
Foto: (mda)

Auch die gebetsmühlenartigen Forderungen der Brückenbefürworter würden an den Tatsachen nichts ändern, dass der Bau einer zweiten Rheinbrücke überflüssig sei, so Johannes Meister vom Umweltzentrum Karlsruhe (Buzo). Denn die bestehende Brücke halte dem Verkehrsaufkommen stand. "Sie ist auch in der Zukunft leistungsfähig", ist er überzeugt.

Zudem habe der Faktencheck im November gezeigt, dass die geplante Brücke die Stauproblematik nicht lösen würde. Auch sei die bestehende Brücke nicht akut sanierungsbedürftig und könne - wenn nötig - ohne wochenlange Sperrung saniert werden. Das Schreckgespenst vom Verkehrskollaps sei eine Erfindung der Brückenbefürworter, so Meister.

Von der Straße auf die Schiene

"Die Alternative zur zusätzlichen Rheinbrücke heißt öffentlicher Verkehr", betont Uwe Haack vom Verkehrsclub Deutschland Kreisverband Karlsruhe (VCD). Statt sich Gedanken über eine zweite Brücke zu machen, sollte sich die Politik viel mehr um den Ausbau des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) kümmern, fordert er.

Gutachter gingen bereits davon aus, dass zur Hauptverkehrszeit im morgendlichen Berufsverkehr nur 500 Fahrzeuge zu viel die Brücke überquerten. Dieses Aufkommen könne bereits mit dem bestehen Schienennetz aufgefangen werden, meint Haack. Denn das aktuelle Angebot des ÖPNV habe noch Reserven, die Bahnen seien nicht vollständig ausgelastet. Zudem solle das Stadtbahnangebot in die Pfalz ausgeweitet werden, fordern die Verbände. Ein zweigleisiger Ausbau zwischen Wörth und Winden schaffe neue Kapazitäten in Richtung Kandel und Landau.

In Bahnverkehr investieren

Doch nicht nur der Eisenbahnverkehr müsse verbessert, sondern der Busverkehr neu geordnet werden, findet Gerhard Stolz vom Regionalverband Pro Bahn. "Das aktuelle Busangebot in der Pfalz ist schlecht", gibt er zu. Aber eine deutliche Verbesserung des Busangebots könnte Pendler dazu bewegen vom Auto auf die Bahn umzusteigen.

Dazu müssten Busse künftig im Stundentakt die Dörfer anfahren und somit einen zuverlässigen Anschluss an den Schienenverkehr gewährleisten. Nur so könne man für Autofahrer das Bahnangebot attraktiver machen und sie zum Umsteigen bewegen, so Stolz.

"Die Kosten betragen pro Bus im Jahr maximal 250.000 Euro. Bei fünf Buslinien mit je einem Fahrzeug wären dies 2,5 Millionen Euro pro Jahr", rechnet Stolz vor. Dies sei nicht viel, wenn man bedenke, dass die geplante zusätzliche Rheinbrücke rund 100 Millionen Euro koste. Hinzu kämen Dauerkosten von etwa 3,3 Millionen Euro pro Jahr, so Stolz. Mit diesem Geld könne man einen sehr guten ÖPNV schaffen, findet er. Die Politik müsse in den Ausbau des öffentlichen Verkehrs investieren und nicht in eine weitere Brücke.

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Kommentare [46]
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  • (51 Beiträge) | 10.02.2012 16:03
    Alles schön und gut
    Aber die Realität sieht anders aus:

    ÖPNV muss pünktlich, zuverlässig, komfortabel und sicher sein. Informationen müssen in Echtzeit zur Verfügung stehen. Der Fahrgast darf sich nicht verarscht fühlen.
    Alles Dinge die der KVV nicht bietet.
    Und bevor ein Autofahrer auf den ÖPNV umsteigt muss man erst sein Vertrauen in das System gewinnen. Das Vertrauen hat man auf der S51/S52 ganz kräftig verspielt. Und bevor jemand in die S-Bahn umsteigt und und in der Kälte warten muss, sitzt er lieber im warmen Auto im Stau auf der Rheinbrücke.
    Deshalb 2. Rheinbrücke mit gut ausgebautem Radweg von der L540 bis Essostraße.
  • (3994 Beiträge) | 10.02.2012 20:18
    !
    Ich habe Mittwochmittag/nachmittag eine Runde durch die Region gedreht mit 4x Umsteigen, hat alles bestens geklappt mit max. 2 min Verspätung, sogar die Fahrt mit der S52 lief bestens ... Konnte nicht klagen ...
  • (3070 Beiträge) | 10.02.2012 22:40
    trotzdem sind die Verbände Arschgeigen
    ich wohne da in der Gegend.

    Ersten sind Bahnen und Busse meist überfüllt, JETZT schon.
    Zweitens: 75% der Brückenbenutzer sind LKWá und zwar mit für unsere Versorgung bereitstehenden Lebensmitteln, diese sollten also auch mit der S-Bahn fahren.
    Der Rest sind pfälzische Pendler aus allen möglichen Ecken, wo rein gar nix ohne Auto läuft.

    Kommt zurück zurück zu (ehrlichen) Argumenten und nicht blosser
    Dummbabblerei.
  • (3994 Beiträge) | 11.02.2012 00:47
    !
    Selber Dummbabbler: Wo steht, dass Lkws in die S-Bahn sollen?
    Und der geforderte ÖV-Ausbau ist auch gut gegen überfüllte Bahnen.
    Und wer nicht am ÖV liegt, kann immer noch P&R machen wie ein ehem. Kollege von mir aus glaub Oberotterbach.
  • (4478 Beiträge) | 11.02.2012 12:44
    komm schon
    Wenn die Bahnen und Busse überfüllt sind, sind doch Verbände, die mehr Bahnen und Busse fordern, keine "Arschgeigen", woll?
  • (115 Beiträge) | 11.02.2012 20:02
    ...
    Bevor man fragwürdige Zahlen durch die Gegend schmeißt, der LKW-Anteil über die Rheinbrücke liegt nach den Zahlen, die im PTV-Gutachten erwähnt wurden, bei ca. 14 %. Das ist natürlich ein über den Tag gemittelter Durchschnittswert, aber von 75 % ist das meilenweit entfernt.
  • (3070 Beiträge) | 11.02.2012 21:56
    nein!! ich habe
  • (175 Beiträge) | 10.02.2012 16:16
    Verständlich
    bei Minusgraden wie zur Zeit würde ich auch nicht auf eine Bahn warten wollen, die 10, 20 oder sogar 30 und mehr Minuten Verspätung hat. Bis dahin bin ich halbwegs erfroren. Und selbst in der kurzen Fahrzeit würde ich in der (meist) warmen Bahn nicht auftauen können. Wenn dann die Bahn auch noch wegen Streik ausfällt und man das erst wenige Stunden vor Streikbeginn erfährt, würde ich vollends auf mein PKW zurückgehen. Das würde zwar mehr Kosten (Sprit, Unterhalt, Versicherungen, Wertverlust des Autos, usw.), aber dafür wäre es eindeutig zuverlässiger und schneller/pünktlicher am Ziel.
    Aber ich muss teilweise widersprechen: Der ÖPNV im KVV ist sicher und komfortabel. Die Zuverlässigkeit & Pünktlichkeit ist an manchen Tagen (an denen der Wurm drin ist, sprich: viele Betriebsstörungen oder es wird gestreikt) nicht gegeben. Und durch diese Unsicherheit, durch die der Fahrgast das Vertrauen verloren hat, steigen viele zurecht aufs teurere Auto um. Das ist zwar schade, aber verständlich.
  • (5873 Beiträge) | 10.02.2012 16:27
    Bus und Bahn
    Ich frag mich immernoch, warum man nicht wichtige Schienenprojekte in der unmittelbaren Umgebung von KA realisiert, z.B. S1 nach Philippsburg, S2 bis Graben und im Süden über Durmersheim bis Rastatt, annehmbare Taktung etc...

    Dann würden vllt auch mal Autofahrer sich trauen die Bahn zu nutzen. Wird man aber nicht hinkriegen wenn nur alle halbe Stunde war fährt und je nach Verspätung die Anschlußbahn fort ist... Auch nachts muß eine Grundtaktung wenigstens stündlich in die Vororte bzw. Region gewährleistet sein.
  • (3994 Beiträge) | 10.02.2012 20:03
    !
    S2 nach Durmersheim wollten die Verantwortlichen in Durmersheim nicht, musste Dich da beschweren, die AVG hat ja schon Weichen gelegt ... S1 gen Philippsburg o.ä verlängern hat man mal durchgerechnet, lohnt sich wohl nicht, Faktor unter 1. S2-Verlängerung geht gerade ihren Weg durch die Instanzen auf lohnender Trasse (Karlsdorf-Bruchsal-Forst-Waghäusel), drück die Daumen, dass die bruchsaler die vernünftigerweise durch deren Innenstadt lassen.
  • (5873 Beiträge) | 10.02.2012 20:12
    Na super
    Zum Glück werde ich dieses Loch ja bald auch verlassen und dahin gehen wo ich hingehöre, Mbg oder Gw...

    Das soll mal ein Mensch verstehen wie man gegen eine S-Bahn sein kann...Für unnötige Kreisverkehre (die auch für den Autofahrer nicht gerade sinnvoll sind, für die Anwohner schon zweimal nicht) ist auch Kohle da...
  • (2176 Beiträge) | 11.02.2012 01:00
    Habe ich auch mal vor
    Wohne ja noch ein Loch weiter. Wo ich hingehöre, weiß ich noch nicht so recht. Vielleicht zieht es mich ja in eine Gegend mit funktionierendem ÖPNV.
  • (13748 Beiträge) | 11.02.2012 14:46
    Komm nur,
  • (65 Beiträge) | 10.02.2012 16:40
    Hoffentlich
    haben die "Karlsruher Verkehrsverbände" daran gedacht, die zusätzlichen Stadtbahnzüge zu bestellen, die demnächst die Hundertschaften an Fremdarbeitern über den Rhein bringen, wenn die Wartungsarbeiten in der Raffinerie anstehen (oder werden die dieses Jahr in KA untergebracht?). Die Straßenbahnfahrer haben doch sicher bei den demnächst anstehenden Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst Streikverbot. Das wird wohl noch ein ganz heißer März.
  • (1400 Beiträge) | 10.02.2012 16:54
    zum Glück
    hab ich eine Wohnung in der Nähe meines Arbeitsplatzes!
  • (1598 Beiträge) | 10.02.2012 20:12
    ich wohn' an
  • (1014 Beiträge) | 10.02.2012 16:45
    Ich
    kann nicht nachvollziehen, warum man gegen eine zweite Rheinbrücke ist. Jeder, der täglich über die Brücke fahren muss, stellt dies fest. Wenn ich natürlich nur mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren kann, kann ich auch dagegen sein traurig
  • (51 Beiträge) | 10.02.2012 16:57
    Eben nicht
    Die größte Zeitersparniss bei einer 2. Rheinbrücke mit gut ausgebautem Radweg von der L540 bis zur Essostraße werden die Radfahrer haben. So ca. 20min.
    Allein dieses Argument könnte doch ein Kompromiss zwischen Umweltverbänden und Brückenbefürwortern sein.
  • (3994 Beiträge) | 10.02.2012 20:07
    !
    Wenn's Dir so um die Radfahrer geht, dann lassen wir doch einfach die Autospuren weg zwinkern

    Radweg auf der Brücke will der Bund nicht zahlen ...
    Selbst wenn der käme, dann nur auf der Brücke selbst, dann zwirbelt er sich runter zu den vorhandenen Wegen.

    Die Qualität des Radweges an der Südtangente leidet übrigens durch den Umbau des Ölkreuzes.

    Alles übrigens in den Vorträgen des Faktenchecks naczulesen
  • (2176 Beiträge) | 11.02.2012 00:52
    Brücke bauen und Fahrradstraße daraus machen

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