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Karlsruhe Karlsruher CDU-Abgeordneter Groh tritt zurück: "Privatleben geht jetzt vor"

Nach acht Jahren Amtszeit wird der Karlsruher CDU-Landtagsabgeordnete Manfred Groh mit Abschluss des Septembers sein Mandat abgeben, das gab er heute im Rahmen einer offiziellen Pressekonferenz im Kreistagsbüro seiner Partei bekannt. Der 68-Jährige gibt persönliche und familiäre Gründe für seinen Rücktritt an - seine bisherige Stellvertreterin und derzeitige Stadträtin Bettina Meier-Augenstein wird den Karlsruher Wahlkreis ab Oktober in Stuttgart vertreten. Ihrem Vorgänger folgend, will sie sich künftig für wichtige Karlsruher Projekte wie die zweite Rheinbrücke oder die Nordtangente einsetzen.

"Ich habe mich vergangene Woche dazu entschlossen, mein Amt als Landtagsabgeordneter für den Wahlkreis Karlsruhe abzulegen", erklärt Manfred Groh am Montag im Rahmen einer Pressekonferenz in den Räumen der CDU-Kreisgeschäftsstelle - "die Gründe dafür sind privater und familiärer Natur."

Groh: "Privatleben geht jetzt vor"

Gemeinsam mit seiner Frau habe der 68-Jährige diese Entscheidung gefällt und im nächsten Schritt seine unmittelbare Vertreterin Bettina Meier-Augenstein eingeweiht. "Nach acht Jahren im baden-württembergischen Landtag, leidenschaftlicher Arbeit im Ausschuss für Verkehr und Infrastruktur, im Petitionsausschuss sowie als Sprecher für Baurecht und Landesplanung und meinem sechsjährigen Amt als Finanzbürgermeister der Stadt Karlsruhe bis 2006, ist es nun an der Zeit, mich meinem Privatleben zu widmen - eine Rolle dabei spielt auch, dass meine Frau bisweilen voll berufstätig ist", so Groh weiter.

Noch bis Ende September wird das CDU-Mitglied seinen Pflichten als Landtagsabgeordneter nachkommen - ab Oktober soll dann Bettina Meier-Augenstein, die aktuell zum vierten Mal in den Karlsruher Gemeinderat wiedergewählt wurde, den Posten übernehmen. Stadtrat und Landtag - lassen sich diese beiden Aufgaben zeitlich vereinen? "Ja, da bin ich mir sicher - viele Themen die Karlsruhe beschäftigen, spielen in meiner Arbeit in Stuttgart ebenfalls eine entscheidende Rolle", so Meier-Augenstein am Montag auf Nachfrage.

Meier-Augenstein will sich weiter für zweite Rheinbrücke und Co. engagieren

Als Nachfolgerin wolle sie sich ebenfalls weiter in Grohs Ausschüssen engagieren und seine Arbeit fortführen - schließlich kämpfe die CDU dort gerade für wichtige Karlsruher Projekte. "In meiner Zeit als CDU-Landtagsabgeordneter habe ich mich unter anderem für die Autobahn-Anschlussstelle zum Flughafen Karlsruhe-Baden, die Nordtangente sowie den Lärmschutz im Bereich Killisfeld und Südtangente stark gemacht - einige Erfolge konnten wir zwar schon feiern, doch in vielerlei Hinsicht bleibt das letzte Wort noch abzuwarten und die nötigen Gelder zu sammeln", so der 68-Jährige weiter.

Ein besonderes Anliegen sei ihm, wie auch den Wahlkreis-Kollegen, die zweite Rheinbrücke: "Dafür kämpfen wir auch weiterhin - haben die Pfälzer sowie zahlreiche Experten auf unserer Seite." Gerade dieses Projekt stehe in Hinblick auf den Wirtschafts- und Ausbildungsstandort Karlsruhe ganz oben auf der Fraktions-Agenda. Derzeit hoffe man seitens der CDU auf eine Aufnahme in den 2015 erscheinenden Bundesverkehrswegeplan, sei doch die zweite Rheinbrücke ein wichtiger Vorstoß nicht nur auf kommunalpolitischer, sondern auch auf Bundesebene.

Meier-Augenstein: "Ich werde meinen Ämtern als Stadträtin und Landtagsabgeordnete gleichermaßen gerecht werden"

"Neben den Zielen, die ich im Namen von Manfred Groh weiter verfolgen werde, möchte ich mich künftig vor allem in den Bereichen Familie, Soziales und Bildung engagieren - außerdem werde ich ab Oktober ein Wahlkreisbüro in Rüppurr eröffnen", erklärt Meier-Augenstein. Die Verabschiedung Grohs sei zwar auch für sie, die mittlerweile seit acht Jahren als Stellvertreterin an seiner Seite arbeitete, überraschend gekommen, doch nun freue sie sich auf die bevorstehende Herausforderung.

"Ich werde beiden Mandaten, im Gemeinde- sowie im Landrat, gerecht werden", beteuert die 37-jährige Mutter von zwei Kindern - "dafür werde ich meinen erst vor Kurzem angetretenen Job als kaufmännische Leiterin einer Bankfiliale abgegeben müssen." Groh will dem "jungen CDU-Urgestein" weiterhin mit Rat und Tat zur Seite stehen, wie er am Montag verspricht. Außerdem will er weiter in den Karlsruher Schulen präsent und tätig sein - beispielsweise als Gastlehrer und Redner.

Wellenreuther: Weichen für Landtagswahl 2016 sind gestellt

"Wir verlieren einen sehr guten Abgeordneten mit einem großen Sachverstand - gewinnen aber eine neue, sehr gute Abgeordnete, die unser vollstes Vertrauen genießt, dazu", betont Ingo Wellenreuther, Vorsitzender des CDU-Kreisverbandes Karlsruhe. So seien auch die Weichen für 2016 gestellt, wenn die CDU-Karlsruhe wieder Kandidaten für den baden-württembergischen Landtag ins Rennen schicken müsse.

"Wir bedanken uns herzlich für den Einsatz, den Manfred Groh für die Fraktion gezeigt hat und wünschen ihm und seiner Familie alles Gute für die Zukunft", verabschiedet sich CDU-Landtagsfraktionsvorsitzender Peter Hauck in einer Pressemitteilung vom langjährigen Kollegen.

 

Manfred Groh
Jahr Tätigkeit
23.12.1948 geboren in Karlsruhe
1970 Abschluss Diplom-Fachwirt (FH)
1994 bis 2000 Prokurist bei der landeseigenen Parkraumgesellschaft
1999                 als CDU-Stadtrat in den Karlsruher Gemeinderat gewählt
seit 1999 im Vorstand der CDU-Karlsruhe und Mitglied der
Verbandsversammlung Mittlerer Oberrhein (seit 2005 Vorsitzender der CDU-Fraktion)
2000 bis 2006 Bürgermeister für Finanzen und Wirtschaft in Karlsruhe
2006 bis 2014

CDU-Landtagsabgeordneter für den Wahlkreis 27 (Karlsruhe I)

 

Bettina Meier-Augenstein

Jahr Tätigkeit
1976 geboren in Karlsruhe
1994 mit 18 Jahren Kreisvorsitzende der Jungen Union Karlsruhe (bis dato die Jüngste und einzige Frau in ihrem Amt)
Beruf       Bankfachwirtin (IHK) und Controllerin, seit 2013 kaufmännische Leiterin in der ZG-Raiffeisen Filiale in Karlsruhe
seit 1999 CDU-Stadträtin im Gemeinderat Karlsruhe
Mitgliedschaften in Gremien Personalausschuss, Ausschuss für öffentliche Einrichtungen, Jugendhilfeausschuss
Weitere Mandate Aufsichtsrat der Karlsruher Messe- und Kongress GmbH, der Kommunalen Wohnungsbaugesellschaft mbH Hügelsheim, der Konversionsgesellschaft mbH Karlsruhe, der Volkswohnung GmbH, Stadtmarketing GmbH und Verwaltungsrat der Sparkasse Karlsruhe
ab Oktober 2014 CDU-Landtagsabgeordnete für den Wahlkreis Karlsruhe - zuvor acht Jahre lang Stellvertreterin für Manfred Groh

 

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Kommentare (16)
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  •   Toledo
    (76 Beiträge)

    Gott sei Dank
    1.muss man sich jetzt sein gelabere von der 2.Rheinbrücke nicht mehr anhören ( sonst hat er anscheinden in seinem Horizont nichts gebabt ).
    2.Was hat er denn weder in Karlsuhe nich in Stuttgart auf die reihe bekommen.
    3.Wen interessiert das.
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  •   Insider
    (724 Beiträge)

    MdL und Stadträtin? Geht gar nicht!!
    Wann hört das endlich auf, dass Personen mehrere Mandate gleichzeitig ausüben. Das geht gar nicht und ist nicht mehr zeitgemäß!! M-A. auf den Spuren Wellenreuthers. Der mußte auch erst eine deftige Wahlniederlage einstecken, um zu begreifen, dass beides nicht geht. So nimmt man anderen Leuten die Chance, politisch Fuss zu fassen. Unglaublich diese Verhalten von M.-A.
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  •   tok
    (7205 Beiträge)

    Beim
    Überfliegen habe ich das "mit großem Sachverstand" gescannt und bin zusammengezuckt. Beim genauen Lesen konnte ich wieder entspannen "achso, attestiert vom Wellenreuther, na dann..."
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  •   80er
    (5519 Beiträge)

    wird aus Meier -augenstein
    ...doch noch was? Nachdem sie vor einigen Jahren von der eigenen Fraktion nicht Bürgermeisterin Kandidatin nominiert worden ist, kommt sie jetzt durch die Hintertür in den Landtag. Als ob Herr Grob nicht bei der letzten Landtagswahl gewusst hätte, dass dieses Jahr für ihn Schluss ist.
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  •   Insider
    (724 Beiträge)

    Und das gleich doppelt!!
    M.-A. behauptet, dass beides MdL und Stadträtin kein Problem sei. So wie Groh das seinerzeit auch behauptete. BM und MdL? Alles kein Problem. Es dauerte kein Jahr und er trat als BM zurück. Wenn auch aus anderen Gründen, wie Kenner der politischen Szene wissen. Und wahrscheinlich hat er das auch schon vor, bevor er als MdL gewählt wurde. Nein, es ist kein Verlust, dass Herr Groh von der politischen Bühne verschwindet.
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  •   silberahorn
    (9293 Beiträge)

    Das dachte ich auch. Wer schon drin hat bei der nächsten Wahl bessere Chancen gewählt zu werden, als jemand, der neu antritt.
    Kommt aber darauf an, wie nicht vom Volk gewählte Volksvertreter arbeiten. Nicht auffallen wird die beste Methode sein. Dann geht es bei der Wahl nur darum, dass parteitreu gewählt wird.

    Auf der anderen Seite ist es aber auch ein Weg langjährige arbeitszeitintensive Mitglieder finanziell zu verbessern. Sie weiß auch um was es geht, ist in politische Fragen schon eingearbeitet, wird von daher schneller Zusammenhänge erfassen können und wird geübter reden können.
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  •   lebenswertes_KA
    (122 Beiträge)

    Ich weiß nicht, wo Frau Meier-Augenstein wohnt und ihr
    familiäres Umfeld hat, aber vermutlich irgendwo in KA. Vielleicht wird ihr im Gegensatz zu Herrn Groh klar, dass KA seine Bürger nicht weiter mit Verkehr und damit mit Lärm und Abgasen belasten kann sondern dringend einer spürbaren Entlastung bedarf. Diese kann es nur durch eine Weiterführung der A65 zur A5/A8 mit einer Autobahnrheinbrücke südlich von KA geben, so wie diese bis zum Bundesverkehrswegeplan 2003 vorgesehen war. Nur so kann die Südtangente ihrer ursprünglichen Widmung als innerstädtische Verteil- und Entlastungsstraße zurück gegeben und von ihrer derzeitigen Zwangsfunktion als nie geplante 'Ersatz-Verbindungs-Autobahn' befreit werden. Herr Groh, IW und Fenrich haben dies nie begriffen. Vielleicht sind ja Frauen schlauer! Die derzeitigen Autobahn-Ersatz-Verkehrsplanungen der CDU-KA, der Pfälzer Seite und des Ldkr KA sind nicht im Interesse der Bevölkerung von KA. Im Gegenteil. Diese Planungen schaden der Lebensqualität in KA massiv. Mir fallen dazu nur düstere Bilder ein.
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  •   lebenswertes_KA
    (122 Beiträge)

    Ergänzung
    Im Raum KA besteht eine der letzten Autobahnlücken in der BRD. Alle Planungsaktivitäten des Bundes, der betroffenen Länder und der betroffenen Komunen sollten hierauf ausgerichtet sein und Lösungen suchen und verwirklichen. Statt dessen duckt sich der Bund weg und glaubt, eine weitere innerstädtische Straße in Karlsruhe namens 'Nordtangente' könnte das Problem lösen und dies insbesondere, weil die lokale CDU dies vordergründig derzeit mit macht. Totaler Schwachsinn bzw. viel zu kurz gesprungen. Die sog. 'Nordtangente' ist eine Scheinlösung, macht Türen für viele Jahre zu, verhindert wirksame Lösungen und würde ein !-Zeichen auf die grandios defizitäre Verkehrspolitik der letzten zwei/drei Jahrzehnte in KA setzen.
    Mein Gott. Baut endlich eine Weiterführung der A65 zur A5/A8 außerhalb von KA und die Verkehrsprobleme in KA sind besser beherrschbar. Es bleibt dann immer noch die B3, die B10 und die B36 im Stadtgebiet. Auch diese brauchen eine Lösung -->Tunnel wie in Ettlingen, Bad-Bad...
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  •   alpinium
    (5477 Beiträge)

    Sehr schön auf den Punkt gebracht!
    Nur dürfen wir die Hoffnung begraben, dass die CDU mit dieser Politikerdarstellerin eine vernünftige außerstädtische Lösung bevorzugen wird. Es wird der gleiche Schwachsinn weiter verfolgt zu Lasten der Bevölkerung von Karlsruhe.

    Die CDU will und wird nicht begreifen, dass Durchgangsverkehr nicht durch sondern um eine Stadt herum geleitet gehört.
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  •   spital8katz
    (1178 Beiträge)

    Wer ist
    eigentlich "Groh"?
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