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Karlsruhe Faktencheck "Zweite Rheinbrücke" (II): Sanierung 8 Millionen - Ersatz möglich

Fakten, Fakten, Fakten: In der zweiten Tageshälfte stand der Zustand der bestehenden Rheinbrücke beim Faktencheck "Zweite Rheinbrücke" im Mittelpunkt. Streitthema: Braucht die Region für den Sanierungsfall der Brücke einen Bypass? Denn dann sei eine Vollsperrung nötig. Auch ein Lkw-Unfall oder eine Schiffskatastrophe könnten die Brücke unbefahrbar machen. Eine zweite Brücke würde einen Verkehrskollaps abwenden. Doch auch eine Ersatz- oder Behelfsbrücke sind möglich. Mittlerweile verfolgen mehr Bürger den Schlagabtausch im Stephanssaal.

"Brücken verbinden Menschen, Kulturen und Gesellschaften", beginnt Walter Katzik, Leitender Baudirektor beim Regierungpräsidium Karlsruhe seinen Vortrag beim Faktencheck zur zweiten Rheinbrücke am Freitag in Karlsruhe. Eine Brücke von der Bauart der Rheinbrücke bei Maxau könne bei ordentlicher Wartung 100 Jahre alt werden, so Katzik. Eigentlich hätte die Brücke, die 1966 gebaut wurde, daher noch 50 Jahre. Doch durch den zunehmenden Verkehr verkürze sich die Lebenszeit drastisch.

Bestand der bestehenden Rheinbrücke

Täglich fahren heute fast dreimal so viele Autos über die Brücke, als beim Bau der Brücke angenommen. Zudem sind die Autos heutzutage schwerer als früher. Aufgrund der hohen Verkehrsbelastung von über 80.000 Fahrzeugen täglich, komme die Brücke daher schneller an ihr Lebensende und müsse daher immer wieder saniert werde, so Brückenexperte Katzik.

"Mehr Autos bedeuten stärkere Schwingungen, die dem Bauwerk zu schaffen machen", so Katzik. Außerdem nagen Frost und Tausalz an der Substanz der Brücke. Künftig würden daher immer mehr Sanierungsarbeiten fällig, was auch zu Sperrungen der Fahrbahnen führe. So hätten eine Fahrbahnerneuerung oder Schweißarbeiten monatelange Verkehrseinschränkungen und kilometerlange Staus zur Folge. So seien bereits 1995 durch das hohe Verkehrsaufkommen erste Schweißarbeiten durchgeführt worden. Allein 2007 gab es 600 weitere Schweißnaht-Risse, die in umfangreichen Baumaßnahmen behoben wurden.

Was passiert im Unglücksfall?

Auch ein schwerer Lkw-Unfall oder eine Schiffs-Kollsion seien mögliche Katastrophen-Szenarien, die die Brücke unbefahrbar machen würden. Für solche Fälle wäre eine zweite Brücke hilfreich."Wenn wir eine zweite Brücke zur Verfügung hätten, dann könnten wir die Sanierungsarbeiten in Ruhe machen." Zudem betont Katzik: "Derzeit sind keine Schäden an der Brücke zu beobachten, aber es werden wieder welche kommen." Wann genau, könne niemand sagen.

Hartmut Weinerebe vom BUND erwidert: "Angst ist bei einem Faktenecheck kein guter Ratgeber. 50 Jahre ist nichts passiert, warum sollte jetzt eine Katastrophe eintreten." Katzik weist daraufhin, dass der Schiffsverkehr zunehme und die Schiffsverbände immer größer würden. Auch heute schon würde im Schnitt jedes Jahr etwa ein Schiff mit der Brücke kollidieren.

Ersatzbrücke kostet etwa 60 Millionen Euro

Aber auch der Bau einer Ersatzbrücke oder Behelfsbrücke wären bautechnisch möglich, auch wenn der wirtschaftliche Nutzen noch geklärt werden müsste, so Katzik. Für die Gegner einer zusätzlichen zweiten Rheinbrücke nördlich der bestehenden steht damit fest: Eine notwendige Sanierung der Brücke kann also nicht der Grund für den Bau der Brücke sein, wie sie derzeit geplant ist. Sanierung und "Zweite Rheinbrücke" müssten getrennt voneinander betrachtet werden.

Die Gesamtkosten der Sanierung plus Verstärkung der bestehenden Rheinbrücke beziffert Katzik auf etwa fünf bis acht Millionen Euro. Die Kosten für eine Ersatzbrücke schätzt er auf 50 bis 60 Millionen. Eine Behelfsbrücke koste etwa 35 bis 40 Millionen.

In einer Machbarkeitsstudie werden derzeit verschiedene Verfahren geprüft, wie die bestehende Brücke am besten saniert werden könnte. Darunter auch ganz neue Verfahren. In acht Wochen sollen die Ergebnisse vorliegen.

Hier geht's zum ersten Teil des Faktenchecks bei ka-news

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Kommentare (46)
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  •   mueck
    (8973 Beiträge)

    !
    Die Brücke kann für die prognostizierte Belastung baulich fit gemacht werden und die Brücke ist NICHT der Kapazitätsengpass, sondern der "Pförtner" und dessen Beseitigung ist eine rein badische Angelegenheit.
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  •   Robert1959
    (1648 Beiträge)

    Faktencheck ist Auslegungssache!
    Wahr ist, dass diese Brücke sehr schwingt und an der Kapazität ist!
    Die Autos sind sicherlich nicht schwerer geworden,außer die LKW´s .Eine zweite Brücke ohne Fußgängerweg und Radweg macht eh keinen Sinn, dann hätten wir ja 2 Brücken zu sanieren!
    Ich hätte allerdings nichts einzuwenden, wenn das Karlsruhe-Land eine zweite Rheinbrücke bei Neuburgweier baut.Wie hatte doch einer geschrieben, dort sind die Flächen, dorthin wandert die Industrie aus, folglich wird da der LKW Verkehr zunehmen und uns vielleicht verschonen, die Elsäßer würden sich sicherlich auch freuen, müssen sie nicht über Karlsruhe fahren.
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  •   tok
    (7205 Beiträge)

    falsch
    "Die Autos sind sicherlich nicht schwerer geworden"
    falsch
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  •   lynx1984
    (2687 Beiträge)

    Ersatz möglich - also bauen!
    Und nicht lange mit einer zweiten Rheinbrücke rumdoktoren!
    Die 2.RB würde nur funktionieren mit der Nordumfahrung KA's und einem ABanschluss bei KA-Nord. Das ist aber für KA nicht tragbar! Warum soll bei uns der Verkehr fahren, der z.B. wegen dem fehlendem Lückenschluss A65/B9 zur franz. A35 dort nicht fährt?!.. deswegen will die Pfalz auch die 2.RB

    Um die aktuelle Stauthematik in Karlsruhe zu lösen muss man die Ursachen bekämpfen:
    1. Pförtner bis zur Honselbrücke versetzen.
    2. Anbindung der B36 an Südtangente verursacht Staus => Verkehrsführung verbessern!
    3. Ab Ausfahrt 5 (B605 zur A5) ist die Südtangente frei von Stau - das ist eine Teillösung
    4. Weiteren Verkehrsfluss auf die Südtangente verhindern:
    a) Nord-Süd Verkehr auf Südtang. minimieren, da ja eigentlich nur eine Ost-West Verbindung. Dafür z.B. endlich L560 direkt an Autobahnanschluss KA-Nord anbinden.
    b) P+R am Wörther Kreuz mit Vergünstigung bei Stau
    usw.
    Nicht Millionen für unnötige Politdenkmäler ausgeben!

    Beste Grüße
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  • unbekannt
    (31 Beiträge)

    Unsinnig
    Ich finde eine 2.Bruecke fuer nicht sinnvoll. Ein Ausbau von Strassen fuehrt zu mehr Verkehr, das war schon immer so.

    Statt den Strassenverkehr weiterhin zu foerdern, sollte man den erbaermlichen Nahverkehr in der Pfalz unterstuetzen, dann haette man das Problem viel besser geloest...
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  • unbekannt
    (139 Beiträge)

    auch Stadmenschen sind Menschen
    die Rheinbrücke Maxau bringt unsägliche Belastungen in die Stadt. Abgase, Reifenabrieb, Lärm entlang der Südtangente und der Eckenenerstraße/Rheinhafenstraße. Die Menschen leiden entsetzlich darunter. Es ist sinnvoll, einen Bypass von der A65 zur A5/A8 durch weniger besiedelte Gebiete südl.von KA, mit Tunnel und allem was dazu gehört, zu bauen, als ideologische Totalverweigerung zu praktizieren. Natürlich muss man dann den Verkehr über die bestehende Rheinbrücke erschweren und dadurch umleiten. Herr Jacob hat in Umwelt und Verkehr (--> Google) die Situation der Verkehrsverbingungen (Autobahnen) im Raum KA/RhPf klar analysiert. Die Schlussfolgerungen sind unverbindlich, aber für jeden Leser klar erkennbar: KA und das bundesdeutsche Autobahnnetz brauchen eine Weiterführung von der A65 zur A5/A8 im südlichen Landkreis von KA. Das ist zwar für manchen nicht ideal, aber dennoch die BESTE aller Lösungen, für KA, das unter der B3, der B10, der B36 und der Südtangente leidet u .Alle anderen.
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  •   seelenheil
    (482 Beiträge)

    sehr richtig!
    ähnlich habe ich auch bereits hier argumentiert.

    Wer das nicht einsieht, der hat nichts - lauter: NICHTS - verstanden!
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  •   ralf
    (3516 Beiträge)

    Radverkehr
    Es sollte keine zweite Rheinbrücke geben, wenn diese die Situation für Radfahrer verschlechtert!

    Gerade unmotorisierte Verkehrsteilnehmer haben bei den bestehenden Rheinbrücken schon Schwierigkeiten. etwa die nächste Brücke südlich von Karlsruhe - die Wintersdorfer Rheinbrücke verfügt über keinen Radweg. Bei der Staustufe Iffezheim ist der Radweg teilweise nicht asphaltiert und bei Bauarbeiten komplett gesperrt.

    Es wäre der falsche Weg, nun auch hier Radfahrern die Rheinquerung zu erschweren.
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  •   vielfahrer
    (410 Beiträge)

    so wie
    aktuell geplant wird, verschlechtert sich aber die Situation für die Radler. Über die Bestandsbrücke geht es dann nur noch auf Umwegen (hat selbst OB Fenrich kritisiert) und die zweite Brücke ist ganz ohne Radweg geplant - das kritisieren alle.
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  •   ralf
    (3516 Beiträge)

    Dann sollte man dem Ruf als Fahrradstadt gerecht werden
    Was machen eigentlich Radfahrer, wenn die bestehende Rheinbrücke wegen dem Umbau gesperrt ist oder wegen einem Schiffsunfall nicht befahren werden kann?

    Am Besten die aktuelle Planung vergessen und bei der nächsten Planung nachdenken.
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