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Karlsruhe Bahnen statt Autos: Zweite Rheinbrücke überflüssig?

Wie geht es weiter in Sachen zweite Rheinbrücke? Während der Karlsruher Gemeinderat die Diskussion erst einmal vertagt hat, meldet sich nun der Fahrgastverband Pro Bahn zu Wort. Sein Vorschlag: Ein Ausbau des Nahverkehr-Netzes, denn dann brauche es keine Brücke. Ein realistischer Vorschlag?

Schnell und einfach aus der Pfalz über den Rhein fahren: Diese Forderung hat Michael Heilmann, Geschäftsführer des Zweckverbands Schienennahverkehr Rheinland-Pfalz, an den Nahverkehr in der Region. Das Ziel müsse ein landesweiter Nahverkehr "aus einem Guss" sein, der autofreie Mobilität garantiere.

Ein erster Schritt sei hier bereits getan. In der jüngeren Vergangenheit sei das Angebot an Fahrten auf dieser Strecke um rund 20 Prozent gestiegen. Eine solche Entwicklung könnte auch bei der Diskussion über die zweite Rheinbrücke zum Tragen kommen, so der Verband. Deren Bau lehnt Pro Bahn ganz klar ab. Stattdessen solle der Schienenverkehr attraktiver gemacht werden. Dies solle dazu beitragen, das Nadelöhr über dem Rhein zu entlasten.

AVG könnte mehr Verbindungen anbieten

Bahn statt Brücke - wie das aussehen soll, darüber hat man sich bei Pro Bahn bereits konkrete Gedanken gemacht: Maßnahmen wären unter anderem die Einrichtung einer durchgehenden Verbindung von Karlsruhe nach Neustadt und Pirmasens, so der Fahrgastverband. Zudem solle der Bereich zwischen Wörth und Winden zweigleisig ausgebaut und elektrifiziert werden.

Auf einem Teil der Strecke sei bereits die Albtal-Verkehrs-Gesellschaft (AVG) mit den Linien S51 und S52 unterwegs. Nach anfänglichen Schwierigkeiten sei der Betrieb nun mittlerweile verbessert: "So wurde die Pünktlichkeit verbessert und das Problem ausfallender Züge wird es in absehbarer Zeit nicht mehr geben", teilt Pro Bahn mit. 

 

Auch in Germersheim habe man die Anschlusssituation durch kürzere Umsteigewege wesentlich verbessert. Nun könnte die AVG ihren Teil dazu beitragen, den Nahverkehr in Richtung Pfalz durch eine höhere Taktung oder eine Erweiterung des Netzes voranzutreiben, so die abschließende Forderung des Fahrgastverbands.

Und was halten die Verantwortlichen in Karlsruhe von dem Vorschlag? "Grundsätzlich ist das möglich, die AVG ist für einen Austausch offen", betont AVG-Sprecher Michael Krauth im Gespräch mit ka-news. Geklärt werden müsse in diesem Zusammenhang allerdings die mögliche Finanzierung eines solchen Projekts. Derzeit gebe es allerdings in diese Richtung keine konkreten Pläne, so Krauth abschließend.

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  •   ALFPFIN
    (5610 Beiträge)

    Wie geht es weiter in Sachen zweite Rheinbrücke?
    Das ist doch ganz klar zu beantworten: Überhaupt nicht!

    Aber nach mindestens 10 Jahre Diskussion sollte man jetzt so ehrlich sein, sowohl von der Kommune als auch vom Land und sagen, dass man eine zweite Rheinbrücke schlicht nicht bauen will.

    Allerdings, wenn irgendwo um Stuttgart rum, eine zweite Neckarbrücke oder so notwendig erscheinen würde, dann .. ja dann, wäre die längst schon gebaut. grinsen
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  •   altstadtring
    (293 Beiträge)

    Ehrlich sein
    Das ist der Karlsruher Gemeinderat doch? Der lehnt die 2. Rheinbrücke ab.

    Nur gibt's halt einige, die das auch nach Jahren nicht akzeptieren wollen und weiter so tun als wäre sie schon fast gebaut.
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  •   dipfele
    (4079 Beiträge)

    die Brückentrasse...
    ..... würde auf Pfälzer Seite ein Naturschutzgebiet zerstören und auf Badischer Seite wichtiges Nnaherholungsgebiet und Bauland zerstören. Ausserdem wird der Landeshafen und das Mercedes Benz Gelände erheblich tangiert. Die Pro 2. Strassenbrücke Fans sollten mal überlegen, ob was wichtiger ist, den Rest Natur zu erhalten oder ungezügeltes Autofahren. Ich meine KLIMASCHUTZ HAT VORRANG:
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  •   Hochfrequenz
    (80 Beiträge)

    auf Badischer Seite wichtiges Bauland zerstören
    ja so etwas brauchen wir unbedingt, noch mehr Häuser im Tiefgestade. Beim nächsten Deichbruch wird das Geschrei groß sein bei den Siedlern grinsen
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  •   dipfele
    (4079 Beiträge)

    in Neureut und ....
    ... auf der Heide stehen schon genügend Gebäude, alle hinterm Deich. Die unnötige Strasse soll ja nicht am Ölkreuz enden, sondern an der B 36.
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  •   Rheinbrueckendemonstrant
    (177 Beiträge)

    War zu erwarten
    Die Trasse der 2. Rheinbrücke mit Anbindungen verbindet zwei Industriegebiete.
    Sogar im Artenschutzgutachten wird die Trassenführung zwischen StoraEnso und MiRO kritisiert, weil sie die dort vorhandene "Wärmeinsel" für "Nichtzugvögel" kreuzt. Diese Wärmeinsel entsteht aufgrund der industriellen Abwärme.
    Die Vögel haben sich also genau die Nähe zu Mensch und Industrie ausgesucht.
    Der weitere Trassenverlauf als Nordumfahrung Knielingen (überfällig für die Menschen an Rheinbrücken- und Sudetenstraße) führt also durch Naherholungsgebiet und Bauland?
    Ein gut gemachter Lärmschutzwall könnte aufgrund der Südausrichtung PV-Elemente aufnehmen und würde Knielingen auch gegen Erdenwerk/Bavak, Raffinerie und Kläranlage besser abschirmen.
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  •   Balou
    (91 Beiträge)

    glaubst du den Schrott
    den Du hier verzapfst?

    Lärmschutz....wahrscheinlich so gut wie bei der Südtangente....nene.

    Die Pälze sollen mal in Vorlage gehen und bei sich anfangen!!!

    Wir brauchen keine Südtangente auf der einen und Nordtangente auf der anderen Seite!
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  •   Zutraeger
    (1074 Beiträge)

    Seit es
    da einen grünen OB gibt (der allerdings noch zu den halbwegs normalen Grünen gehört) auch nicht mehr. Ich bin mir zwar nicht sicher ob er das als OB noch erlebt, aber der hat ja das Ziel ausgegeben Stuttgart autofrei zu machen.
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  •   kommentar4711
    (1457 Beiträge)

    Viel länger
    Das geht schon viel länger als 10 Jahre. Vor 10 Jahren bin ich aus der Pfalz zurück nach Knielingen gezogen, da liegt die Diskussion aber schon über 10 Jahre...
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  •   Prof.Baerlapp
    (451 Beiträge)

    Wo sollen denn die Bahnen hinfahren?
    Direkt aus der Pfalz an den Hauptbahnhof? Dann heißt es wieder: unattraktiv, weil man von dort erst wieder Richtung Innenstadt umsteigen muss.

    Oder direkt auf die Kaiserstraße? Soll dann die Zugfolge zwischen Entenfang und Europaplatz noch dichter werden? Da stauen sich die Bahnen doch jetzt schon häufig vor dem Euro.

    Also bitte erst nochmal darüber nachdenken, wie man das überhaupt umsetzen kann.
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