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Karlsruhe Nach Tod von Giraffe Mtoto: Karlsruher Zoo sucht nach Antworten

Seit 2010 war der Zoologische Stadtgarten in Karlsruhe die Heimat von Mtoto. Der Giraffenbulle kam damals aus Zweijähriger aus dem englischen Zoo Whipsnade in die Fächerstadt. Nun trauert der Karlsruher Zoo um Mtoto. Am vergangenen Mittwoch musste er eingeschläfert werden. Nun beginnt die Suche nach den Ursachen.

Vorausgegangen war der Entscheidung am Mittwoch eine Operation des Giraffenbullen. Schon seit längerer Zeit stand Mtoto schlecht auf seinen Füßen. Daher sollte eine Korrektur an einem Huf vorgenommen werden. Dass ein Eingriff mit Narkose bei einer Giraffe immer mit Risiken verbunden ist, war Zoochef Matthias Reinschmidt bewusst.

Giraffen reagieren sensibel auf Betäubung

"Es ist bekannt, dass Narkosen bei Giraffen risikobehaftet sind", erklärt er im Gespräch mit ka-news. Bedingt durch ihren langen Hals haben Giraffen einen sensiblen Kreislauf - das macht eine Betäubung nicht ganz ungefährlich. "Dass das Tier die Narkose nicht übersteht, damit muss man immer rechnen", so der Karlsruher Zoo-Chef. Da das Tier aber bereits gelahmt habe, stand für Reinschmidt fest, dass eine Behandlung nicht länger warten konnte.

Da das Risiko für Mtoto bekannt war, bereiteten sich die Verantwortlichen im Karlsruher Zoo wochenlang auf die bevorstehende Operation vor. Ein Team von Tierärzten und rund 20 Pfleger seien in die Vorbereitungen eingebunden gewesen, schildert Reinschmidt. Die Box wurde bereits Tage zuvor mit Strohballen ausgepolstert.

Antworten soll es noch in dieser Woche geben

Die Operation selbst verlief nach Plan.  Der Kreislauf wurde von anwesenden Tierärzten überwacht, das Tier war stabil. Dann gab es plötzlich Probleme. "Das Tier wachte auf, kam ohne Unterstützung aber nicht mehr auf die Beine", erinnert sich Reinschmidt. Das Zoo-Team habe versucht, Mtoto durch Tragegurte beim Aufstehen zu unterstützen, jedoch ohne Erfolg. "Mein ganzes Team hat um das Tier gekämpft", so der Karlsruher Zoo-Chef. Nach Rücksprache mit mehreren Tierärzten musste er dann allerdings die Entscheidung treffen, den Giraffenbullen einschläfern zu lassen.

Die Entscheidung, das Tier zu erlösen, hat sich der Zoo-Chef nach eigener Aussage nicht leicht gemacht. "Es tut uns allen furchtbar leid", erklärt er im Gespräch mit ka-news. Warum Mtoto nach der Narkose nicht mehr auf die Beine kam, darüber rätselt man im Karlsruher Zoo noch immer. Ob das Tier nicht richtig aus der Narkose erwachte oder ob ein anderes Problem die Ursache war, das soll jetzt eine pathologische Untersuchung klären. Mit den Ergebnissen rechnet man im Karlsruher Zoo im Laufe der Woche.

Hintergrund bei ka-news:

Mtoto ist nicht die erste Giraffe, die im Karlsruher Zoo eingeschläfert werden musste. 2012 musste der zweijährige Giraffenbulle Yera eingeschläfert werden. Nach einem Gerangel mit anderen Tieren auf der Außenterasse hatte Yera einen Kieferbruch erlitten. Zwei Jahre zuvor betrauerte der Karlsruher Zoo Giraffen-Dame Alice. Die Giraffe starb im Alter von 23 Jahren nach altersbedingten Einschränkungen im Bewegungsapparat.

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Kommentare (3)
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  •   Ettli
    (17 Beiträge)

    Artgerechte Haltung
    ist in einem Zoo meiner Meinung nach, per se nicht gegeben. Ich freue mich, dass der aktuelle Zoodirektor einen sehr verantwortsbewussten Eindruck bei mir hinterlässt. Dennoch können diese paar Quadratmeter Zoogelände wohl nicht ansatzweise genug Lebensraum bieten für Elefanten, Giraffen usw. Vielleicht liegt die Antwort einfach darin, dass man diese Tiere nicht in Käfigen auf einem MiniRaum hält?
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  •   Gaul
    (295 Beiträge)

    Antwort
    Beim Thema "artgerechte Haltung" gebe ich dir absolut recht. Aber in den beiden hier genannten Fällen wäre es nicht "die Antwort". Denn beides (Kieferbruch und Lahmen) hätten auch in der Natur zu einem nicht ganz angenehmen Tod geführt. So konnten die Ärzte wenigstens versuchen den Tieren zu helfen. Das es nicht geklappt hat, ist natürlich sehr schade. Und wie gesagt, dass die großen Tiere zu wenig Platz haben natürlich auch.
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  •   Waterman
    (5822 Beiträge)

    Dabei hätten wir genug Platz
    für eine sensationelle Anlage.
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