Karlsruhe KIT'ler gründen "Sunsteps": Shoppen und Spenden gleichzeitig

Shoppen und gleichzeitig Gutes tun? Diese Idee hat sich eine Hand voll KIT-Studenten zu eigen gemacht. "Jeder, der im Internet einkauft, kann sich durch eine Spende an sozialen Projekten beteiligen", erklärt Sunsteps-Mitarbeiterin Rebecca Dorner das Grundprinzip. Die Spende kostet für die Kunden nichts zusätzlich. ka-news hat bei den Firmengründern nachgefragt, wie das funktioniert.

Schritt für Schritt gemeinsam viel erreichen - dafür steht das Projekt Sunsteps. Anfang 2011 haben sich die zwei Informatik-Studenten Sebastian Meßmer und Sebastian Bayer das Ziel gesetzt, soziale Projekte weltweit zu unterstützen - und das mit minimalem (finanziellen) Aufwand.

19 soziale Projekte und 620 Online-Shops

So ging die Internet-Plattform Sunsteps in Zusammenarbeit mit diversen Online-Shops im November 2012 an den Markt. Letztere berechnen normalerweise bei jedem Einkauf eine Werbe-Provision von zwei bis zwölf Prozent, die schon im Preis des Produktes mit inbegriffen ist. 620 Shops, darunter Händler wie Zalando und Amazon, aber auch Reiseportale und Handyanbieter, verzichten nun darauf und schließen sich der Idee der KIT'ler an: Durch wenige Klicks kann der Kunde durch die Nutzung von "Sunsteps" veranlassen, dass der Zuschlag nicht dem Shop zu Gute kommt, sondern direkt in die Spendenkasse eines sozialen Projekts nach Wahl fließt.

"Die Idee kam sehr gut an, allerdings gestaltete sich die Umsetzung anfangs etwas kompliziert", so Sebastian Bayer. Zunächst zeigten sich einige Geschäftspartner, darunter vor allem Sozialarbeiter, skeptisch - "doch schließlich konnten wir einige Hilfsorganisationen von unserer Arbeit überzeugen." Nutzer können sich bei der Spendenvergabe online zwischen 19 sozialen Projekten entscheiden: Unterstützen könne man hierbei beispielsweise Aktionen, bei denen Solarkocher in Slums installiert und kostenlose Operationen in einem Krankenhaus in Kenia ermöglicht werden oder deutschen Tierheimen unter die Arme gegriffen wird. 

"Spendenpotenzial": Zwei Milliarden Euro durch Werbe-Provision im Jahr

Und so funktioniert's: Statt direkt den gewünschten Shop im Browser anzuwählen, starten Verbraucher ihren Einkauf auf der Startseite von Sunsteps. Hier kann in zwei Klicks ausgewählt werden, für welche Organisation gespendet werden soll und bei welchem Händler man anschließend shoppen möchte. Der Nutzer gibt bei diesem Vorgang nicht sein eigenes Geld aus - er entscheidet lediglich, welchem sozialen Projekt die Werbe-Provision des Online-Shops zu Gute kommen soll. 

Deutschlandweit berge dieser Händler-Zuschlag jährlich zwei Milliarden Euro Potenzial, das es nach Ansicht der Sunsteps-Gründer für gemeinnützige Projekte zu nutzen gelte. Während den ersten Monaten konnte das Projekt der KIT'ler bereits 650 Euro bei etwa 500 getätigten Online-Einkaufen verbuchen.

"Sunsteps" neben Studium: Von der Theorie in die Praxis

In Hinblick auf die Abrufzahlen von Sunsteps rechnet das Team mittlerweile mit etwa 200 bis 300 aktiven Nutzern der Website. Um mehr Menschen für ihre Idee zu begeistern und die Nutzer miteinander zu vernetzen, möchte Sunsteps in Zukunft eine eigene Online-Community und Feedback-Funktionen einführen. "Außerdem ist uns die Transparenz wichtig - wir möchten einen genauen Einblick in den Spendentransfer ermöglichen", erklärt Sebastian Meßmer. Auf den Geschmack gekommen seien laut den Studenten mittlerweile auch Karlsruher Firmen und Startups: Diese wollen sich entweder mit einer Spende beteiligen oder können sich eine Zusammenarbeit vorstellen.

Und wie geht es mit den Bachelor-Studenten auf dem Weg zum Master weiter? "Wir können uns gut vorstellen, Sunsteps soweit auszubauen, dass wir irgendwann davon leben können", so Sebastian Meßmer. Schon jetzt nehme das Projekt viel Zeit in Anspruch, die es neben dem Studium aufzubringen gelte. Doch trotzdem: "Durch Sunsteps lernen wir den praktischen Teil unseres Studiums hautnah und die Strukturen der Selbstständigkeit kennen", betont Sebastian Bayer. Außerdem bleibe schließlich das gute Gefühl, etwas für Hilfsbedürftige in aller Welt getan zu haben.

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