Karlsruhe Casting für Jungforscher: Super-Nachwuchswissenschaftler für FameLab gefunden

Karlsruhe suchte am Freitag bei FameLab Baden-Württemberg die Super-Nachwuchswissenschaftler aus Süddeutschland. Bei diesem Wettbewerb für Wissenschaftskommunikation, den das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und das Stadtmarketing Karlsruhe organisierten, kürten Zuschauer und eine vierköpfige Fachjury im Tollhaus Jungwissenschaftler für die nächste Runde von FameLab.

In der ersten Runde präsentierten die teilnehmenden Studierenden und Doktoranden unterschiedliche Forschungsthemen aus der Informatik, den Natur- und Technikwissenschaften und der Architektur. Nach der Auswahl durch die Fachjury starteten drei Kandidaten in die Finalrunde.

Den ersten Platz sicherte sich Isabelle Steinke, die im ersten Doktoratsjahr am KIT-Institut für Meteorologie und Klimaforschung promoviert. Sie fesselte Fachjury und Publikum mit ihrer Präsentation zur Aerosolforschung. Spritzig erklärte sie, "was unsere Forschung im Institutsbereich 'Atmosphärische Aerosolforschung' mit 'Germany’s Next Topmodel' zu tun hat" - nicht ohne aus ihrer Umhängetasche Requisiten von der Proseccodose bis zum Plüschherz zu zaubern.

Sarah Jarvis und Stefan Suwelack machten den zweiten und dritten Platz bei FameLab Baden-Württemberg. Die Australierin Jarvis, die am Freiburger Bernstein Center for Computational Neuroscience ihr drittes PhD-Jahr durchläuft, zeigte dem Publikum mit ausdrucksstarker Mimik und Gestik, "warum Nervenzellen, diese komplexen, kleinen Biester, keine Supertransistoren sind".

Diplom-Ingenieur Stefan Suwelack, der am KIT-Institut für Anthropomatik promoviert, setzte ein Plastiklebermodell und Duplo-Legosteine ein, um zu demonstrieren, vor welchen Herausforderungen sein Forschungsgebiet "Chirurgische Assistenzsysteme" steht, bis die Computersimulation durch die Entwicklung neuer Algorithmen "den Chirurg zuverlässig zum Lebertumor führen wird".

Die Kriterien der Jury hießen Inhalt, Verständlichkeit und Ausstrahlung. Rima Dapous, Head Competitive Europe vom British Council, Professor Heike Bühler vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg, der stellvertretende Geo-Chefredakteur Jens Schröder und KIT-Chief Science Officer Professor Volker Saile gaben den jungen Wissenschaftlern in fünfminütigen Statements konstruktives Feedback.

Zuschauer hatten Stimmrecht

Auch das Publikum, das Moderatorin Sarah Renner vom Südwestrundfunk durch den Abend führte, besaß bei FameLab Baden-Württemberg eine Stimme: Während sich die Jury zur Beratung zurückzog, wählten die Zuschauer ihren Liebling unter den jungen Wissenschaftlern mit Glasjetons, die sie in Wahlurnen warfen. Auf die beiden Erstplatzierten des FameLab Baden-Württemberg wartet nun die nationale Endausscheidung in Bielefeld am 9. April. 

In Berlin bereitet eine dreitägige "Masterclass" des British Council mit exklusivem Kommunikationstraining die beiden jungen Wissenschaftler auf den weiteren Wettbewerb vor. Die Gewinner im bundesweiten Finale qualifizieren sich dann für den internationalen Contest beim Cheltenham Science Festival im Juni, wo FameLab 2005 zum ersten Mal stattfand.

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