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Karlsruhe Schwingende Hüften und schnelle Flitzer beim Stadtgeburtstag

Regenfest mussten die Besucher an den drei Tagen des Stadtgeburtstages sein. Schauer und Windböen fegten immer wieder über das Schloss und die Plätze vor und hinter der Residenz hinweg. Doch das Wetter zwang keinen der zahlreichen Programmpunkte in die Knie. Am Freitag landeten Fallschirmspringer im Schlossgarten und am Samstag wagte sich der Hochseilakrobat Walter Moshammer bei Wind auf sein Drahtseil und erklomm den Schlossturm.

Der Regenschirm war am Wochenende zwar das wichtigste Accessoire für die Geburtstagsgäste. Doch die Sonne ließ sich nicht lumpen und strahlte immer wieder durch die Lücken in der Wolkendecke. Von den Wetterkapriolen ließen sich die Gäste dennoch nicht abschrecken und harrten bei wiederkehrenden Regenschauern im Freien aus. Denn zu entdecken und erleben gab es eine Menge für jedermann.

Alles drehte sich um Mobilität

Experimente rund um Mobiliät und Bewegung machten Kinder und Jugendliche beim Junge Forscher Fest im Schlossgarten. Einen Traum konnten sich große und kleine Jungs bei der Hochschule Karlsruhe erfüllen und in einen richtigen Rennwagen einsteigen. Das Rennteam High Speed Karlsruhe stellte seine selbst entwickelten Fahrzeuge aus, mit denen es bei der Formula Student unter anderem auch gegen das KIT antritt. Eine alternative Form des Recyclings von Plastikflaschen zeigte die Mobile Jugendwerkstatt: Mitarbeiter der Theoprax Stiftung und der Stupfericher Jugendwerkstatt bauten dort aus Flaschen Windräder jeder Größe.

Wie das Rückstoßprinzip der Fortbewegung dienen kann, demonstrierte die Schülerakademie mit ihren Luftballonfahrzeugen. Dazu mussten die kleinen Forscher einen Luftballon aufblasen, der an einem Fahrgestell in Spielzeuggröße angebracht war. Ließen sie das Mini-Auto los, entwich die Luft aus dem Ballon und brachte es in Bewegung. Jedes Kind durfte sich sein eigenes Auto zusammenbrauen und anschließend mit nach Hause nehmen.

Neue Kunst für die Karlsruher Bauzäune

Zu einer Vernissage im Rahmen der Projektreihe "City Rooming" mitten in der Baustellenlandschaft ludt das Stadtmarketing am frühen Samstagabend ein. "Public Fence" ist eine neue Ausstellungsreihe, um die Bauzäune, die die Innenstadt derzeit bevölkern, ansehnlicher zu gestalten. Studenten von vier Hochschulen aus Karlsruhe, Basel und Straßburg setzten sich in den insgesamt zehn Arbeiten mit dem Leben in der Innenstadt auseinander und setzten ihre Ideen anschließend kreativ um. Die Arbeiten sind an den Zäunen am Europaplatz, Berlinerplatz und an der Lammstraße zu bewundern.

Auf den Plätzen der Innenstadt kamen am Samstag Liebhaber von Luxuskarossen voll auf ihre Kosten: Porsche zeigte Modelle aus den letzten 50 Jahren auf dem Friedrichsplatz, Jaguar, Range Rover und Land Rover gaben sich auf dem Platz vor der Sankt Stephan-Kirche die Ehre, und Mercedes präsentierte auf dem Marktplatz Modelle aus verschiedenen Jahrzehnten der Firmengeschichte. Zu einer Spritztour in den edlen Fahrzeugen durften die Besucher leider nicht einsteigen. Dafür gab es die Möglichkeit, im Schloss-Shuttle eine Runde um die Karlsruher Residenz zu drehen.

"Drais-Pokal 2011" geht an die Weststadt

Ob der geplante Drahtseilakt um Mitternacht stattfinden konnte, hing bis zuletzt in der Schwebe. Doch der erfahrene Hochseilartist Walter Moshammer ließ sich die Laune von ein paar Windböen nicht verderben. Zwar zerrten diese während seines Aufstiegs auf den Schloßturm ganz schön am Drahtseil, doch der Profi behielt die Nerven und entzündete, oben angelangt, das Feuerwerk, das die 24-Stunden-Aktion "Wir bringen das Rad zum Drehen" einläutete. Den Anfang machte die fahrende Videoinstallation "Zirkelleuchten" des Videokünstlers Philipp Geist, der den Hardtwald um den Kreis mit bunten Projektionen beleuchtete.

Seit Jahren traditioneller und sportlicher Bestandteil des Stadtgeburtstags ist das Draisinenrennen. Zum ersten Mal fanden die Rennen vor historischer Kulisse auf dem Platz unmittelbar vor dem Schloss statt. Höhepunkt der Sportveranstaltung war das Stadtteilrennen am Sonntag. Dabei gingen Vertreter aus 17 Stadtteilen auf Hightech-Draisinen an den Start. 1:23,32 brauchte der Starter aus der Weststadt für die vier Runden von jeweils 140 Meter Länge und holte damit den Drais-Pokal 2011.

Oldtimer, Luxuskarossen und Laufräder

Einen Augenschmaus erlebten Fans historischer Fahrzeuge auf dem südöstlichen Vorplatz des Schlosses und beim Oldtimer-Corso auf dem Kreis. Rund 200 Fahrzeuge aus 125 Jahren Automobilgeschichte gaben sich ein Stelldichein. Kurz vor 17 Uhr formierte sich die historische Stadtgarde am Schlossplatz und gab mit historischen Gewehren den ohrenbetäubenden Startschuss für den PS-starken Zug auf dem Kreis.

Mit einer erneuten Projektion in den Wald beendete Philipp Geist die 24-Stunden-Aktion und den Stadtgeburtstag. Für das Karlsruher Stadtmarketing war der diesjährige Geburtstag eine Art Probelauf und eine weitere Etappe auf dem Weg zum 300. Jubiläum im Jahr 2015. Besonders am Sonntag blickte man bei den Organisatoren in müde, aber glückliche Gesichter. Aus ihrer Sicht war die dreitägige Veranstaltung ein voller Erfolg mit Entwicklungspotential.

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