- OB-Wahl am 2. Dez. 2012:
OB-Wahl in Karlsruhe: CDU nominiert Ingo Wellenreuther
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Karlsruhe (mda) - Ingo Wellenreuther hat's geschafft. Die Mitglieder des CDU Kreisverbands Karlsruhe-Stadt haben ihn am Donnerstagabend in der vollbesetzten Badnerlandhalle in Neureut zum Kandidaten für die Oberbürgermeisterwahl in Karlsruhe am 2. Dezember gekürt. 660 Mitglieder stimmten für Wellenreuther. Konkurrentin Margret Mergen bekam 301 Stimmen. 1.001 Wahlberechtigte waren anwesend. Zuvor hatten die beiden Bewerber um Unterstützung bei den Parteimitgliedern geworben.
Stimmberechtigt waren alle Mitglieder des CDU Kreisverbands Karlsruhe-Stadt, deren Aufnahmeantrag bis zum 29. Februar, 12 Uhr, in der CDU-Kreisgeschäftsstelle eingegangen war und dem der CDU-Kreisvorstand zugestimmt hatte. Insgesamt waren 1.001 Wahlberechtigte bei der Wahl anwesend. Von den 961 gültigen abgegebenen Stimmen fielen 660 auf Wellenreuther (68,68 Prozent) und 301 auf Mergen (31,32 Prozent).
Ingo Wellenreuther feierte seinen Sieg: "Ich bin überwältigt von diesem Ergebnis. Das ist ein grandioser Vertrauensbeweis." Der frisch gekürte OB-Kandidat kündigte einen "Vollgas-Wahlkampf" an. Eine sichtlich enttäuschte Margret Mergen erklärte: "Ich akzeptiere das klare Votum und werde Ingo Wellenreuther unterstützen."
Zu Beginn der Nominierungsveranstaltung begrüßte die stellvertretende CDU-Kreisvorsitzende Bettina Meier-Augenstein die zahlreichen Parteimitglieder: "Über 40 Jahre erfolgreiche Stadtgeschichte, die von CDU-Oberbürgermeistern geprägt worden ist, soll im Dezember fortgeführt werden." Die CDU habe die Wahl zwischen zwei sehr guten Bewerbern. "Lasst uns geschlossen sein und gemeinsam für den Bewerber kämpfen, der gewinnt". Zudem plädierte sie für einen "sachlichen und fairen Umgang" untereinander.
"CDU-Eintrittswelle ist rechtmäßig"
Seit dem 8. Dezember 2011 seien 401 Personen in die CDU eingetreten, erklärte Meier-Augstein. Sie reagierte damit auf die enorme CDU-Beitrittswelle im Vorfeld der Nominierungsveranstaltung, die für Irritationen sorgte. So zählte die Karlsruher CDU nach ka-news-Informationen allein zwischen dem 2. und 29. Februar, dem Stichtag für das Stimmrecht beim Nominierungsparteitag, 317 Neumitglieder. Im Gesamtjahr 2011 waren es 61 Beitritte. Das vor der Kandidaten-Kür gezielt um Mitglieder geworben worden sein, das hatten weder Ingo Wellenreuther noch Margret Mergen bestritten. Beide betonten allerdings, dies nicht in derart großem Stil getan zu haben. Im Vorfeld gab es einen Streit um die Liste mit den Namen der Neumitglieder. Die hätten die Mergen-Anhänger im Kreisvorstand der Partei gerne eingesehen. Doch dies war ihnen aus Datenschutzgründen verwehrt worden.
Meier-Augenstein erklärte, dass dieser Vorgang rechtmäßig gewesen sei. Die Namen der Neumitglieder seien in zwei Vorstandssitzungen auch in Anwesenheit der beiden Bewerber deutlich vorgelesen worden, betonte sie. Diese Vorgehensweise entspreche der üblichen Praxis seit vielen Jahren. Zudem habe der Landesverband in einer parteiinteren Prüfung keine Zweifel festgestellt, dass alle Mitglieder rechtmäßig eingetreten seien. Aus Datenschutzgründen dürfte diese Liste allerdings nicht ausgehändigt werden. Dies habe auch das Kreisparteigericht bestätigt
Margret Mergen: "Karlsruhe ist meine Heimat"
Margret Mergen begann das Kandidaten-Duell: "Ich bin hier nicht geboren, aber fühle mich hier zu Hause." Damit gehe es ihr wie 80 Prozent aller Karlsruher Bürger. "Ich habe Erfahrung, Kompetenz und klare Ziele", bat sie um Unterstützung bei den CDU-Mitgliedern. Die CDU müsse den OB-Sessel gegen den "Rot-Grünen-Ansturm" sichern. "Ich will keine Politik des Stillstands, kein Rathaus mit rot-grüner Hängematte."
Sie habe 25 Jahre Erfahrungen in der Stadtverwaltung. Sie kenne die Sorgen und Nöte, aber vor allem die Chancen der Stadt. "Karlsruhe ist meine Heimat. Ich liebe diese Stadt." Sie wolle die Stadt weiterentwickeln. "Ich stehe für Fortschritt, nicht für Stillstand", betonte sie. Sie unterstrich den "exzellenten Ruf" der Karlsruher Forschung und Hochschulen. Sie wolle weiter die Wirtschaft stärken, ihr Raum geben, Arbeitsplätze sichern und ausbauen und gleichzeitig die familienfreundliche Stadt voranbringen sowie Armut bekämpfen.
"Ich baue keine Luftschlösser, sondern nenne konkrete Ziele". Sie stehe für einen neuen Politik-Stil, eine "offene, lebendige CDU." Mit ihr habe die CDU die besten Chancen die Wahl zu gewinnen, "nicht nur weil ich eine Frau bin, aber auch weil ich eine Frau bin." Zudem habe sie keine Angst vor dem SPD-Kandidaten Frank Mentrup. Für rot-grüne Experimente stehe Karlsruhe nicht zur Verfügung, sagte sie.
Wellenreuther: "Ich mache Politik nicht in den Hinterzimmern"
Ingo Wellenreuther betonte in seiner Bewerbungsrede seine Karlsruher Wurzeln und die Schönheit seiner badischen Heimat: "Karlsruhe ist eine großartige Stadt, die sich in den letzten Jahrzehnten hervorragend entwickelt hat." Daran habe die Ära der CDU-Oberbürgermeister einen großen Anteil. "Karlsruhe ist Spitze in Forschung und Wirtschaft, aber die Basis unsere Stadt sind die Handwerker und Arbeiter", so Wellenreuther. Der CDU gehe es im Gegensatz zur SPD um die Menschen der Stadt, nicht um Machtpolitik. Daher sei die CDU die bessere Wahl. Er wolle das Erbe der CDU-Bürgermeister bewahren und weiterführen. CDU stehe für Fortschritt und Lebensqualität. "Für eine große Zukunft der Stadt will ich mit Ihnen kämpfen und das mit voller Kraft", so Wellenreuther.
Zudem betonte er, dass sein Politik-Stil für Dialog und Austausch mit den Bürgern stehe. Denn Lebensqualität brauche bürgernahe Verwaltung. "Ich mache Poltitk nicht in den Hinterzimmern, sondern spreche mit den Menschen und Vereinen." Denn nur gemeinsam sei die Stadt stark. Auch liege ihm als Vater zweier Kinder die Ausbildung der jüngeren Bürger besonders am Herzen. Zudem wolle er sich für Vereinbarkeit von Familie und Beruf einsetzen. "Alle Bürger, egal ob alt oder jung, gesund oder krank, sollen sicher und gut in Karlsruhe leben können."
Auch wolle er Kultur und Sport sowie das Vereinsleben fördern. "Bürgernähe lebt vom Ehrenamt." Als Beispiel nannte er sein Engagement beim Karlsruher SC. "Ich habe in schwierigster Lage die Verantwortung für einen Verein mit großer Tradition übernommen." Er habe vor zehn Jahren die CDU in ähnlich schwieriger Situation übernommen und heute stehe die Partei glänzend da, so der CDU-Kreisvorsitzende und KSC-Präsident in Personalunion.
Nach ihrer Vorstellung standen die beiden OB-Bewerber den anwesenden CDUlern 75 Minuten lang Frage und Antwort.
Kandidatenkür nicht öffentlich
Der Nominierungsparteitag am Donnerstag war die erste und einzige offizielle gemeinsame Kandidatenvorstellung von Mergen und Wellenreuther. Dem Wunsch von Mergen nach einer früheren zusätzlichen gemeinsame Kandidatenvorstellung, erteilte der CDU-Kreisvorstand eine Absage. Denn der Kreisparteitag habe bereits im Oktober mit großer Mehrheit beschlossen, nur eine Nominierungsveranstaltung für alle Mitglieder durchzuführen. Diesem eindeutigen Beschluss der Partei wollte man Rechnung tragen, hieß es. Die Veranstaltung der CDU war anders als die Nominierungsveranstaltung der SPD und Freien Wähler nicht öffentlich. Zugelassen waren außer der Presse nur Parteimitglieder.
In einer nicht repräsentativen ka-news-Umfrage wollten wir von unseren Lesern wissen: OB-Wahl - wer soll für die CDU antreten? Für Ingo Wellenreuther sprachen sich 49,68 Prozent der Umfrageteilnehmer aus. 33,69 Prozent stimmten für Margret Mergen. Keinen der beiden Kandidaten wollten 12,25 Prozent der Abstimmenden. 4,38 Prozent interessiert die OB-Wahl gar nicht.
Ingo Wellenreuther wurde am 16. Dezember 1959 in Karlsruhe geboren und war Vorsitzender Richter am Karlsruher Landgericht. Seit 1999 sitzt er für die CDU im Karlsuher Gemeinderat, seit 2002 ist er Mitglied des Deutschen Bundestags und Vorsitzender des CDU-Kreisverbandes Karlsruhe. Seit 2010 ist er Präsident des Karlsruher SC.
Weitere Informationen rund um den OB-Wahlkampf, die Kandidaten und das Wahlverfahren gibt es hier in unserem Onlinedossier.

Mehr zu: CDU OB-Wahl Oberbürgermeister Margret Mergen Ingo Wellenreuther Topmeldung
- (7447 Beiträge) | 15.03.2012 22:28-->
- (188 Beiträge) | 16.03.2012 09:12Typisch Cdu Betrug überall!600 Stimmen für Welli minus 400 Neueintritte, da hätte der Bubi wohl verloren!
Armes Karlsruhe, weiterhin in Hand des Cdu-Filzes. - (1522 Beiträge) | 16.03.2012 09:39Keine HoffnungDie Seilschaft ist so mächtig und lange etabliert, die kann sich gut gegen Störungen wehren

Wenigstens braucht sich so von denen niemand Sorgen machen, dass sich was ändert/verbessert... - (2 Beiträge) | 16.03.2012 16:56falschwer sagt, denn dass alle 400 für Wellenreuther eingetreten sind. Ich wurde von der Mergen Seite dazu angesprochen, und mit Sicherheit noch viele andere lachhaft
- unbekannt(335 Beiträge) | 16.03.2012 19:50So tickt er unser zukünftiger EX-OBfast 24 h später und ein gewisser Herr Fenrich hat noch immer nicht die Größe besessen unserem zukünftigen OB-Kandidaten und seinem Parteikollegen zur Nomierung zu gratulieren. Das Gleiche gilt für den Seiler....Mein Gott wie tief muss der Stachel sitzen. Nun sollte auch der Letzte verstanden haben wie die Mergen-Schergen ticken.
- (20148 Beiträge) | 15.03.2012 22:31Gratuliere!
- unbekannt(4000 Beiträge) | 15.03.2012 22:34Zu was?
- (20148 Beiträge) | 15.03.2012 22:45Dass erantreten darf. Er wird das schon richtig machen.
- (4503 Beiträge) | 15.03.2012 22:48Treten?
- (3804 Beiträge) | 15.03.2012 23:29und auf alle Fälledas kleinere Übel als das Flintenweib !
Trotzdem wähle ich jemand anders ! - (10 Beiträge) | 15.03.2012 22:37So soll's denn der Ingo seinIch befürchte, dass es im Dezember heisst "Schlacht im März gewonnen, Krieg im Dezember verloren." Man wird sehen, wie es ausgeht. Auf jeden Fall steht wohl ein spannender Wahlkampf ins Haus, insbesondere wenn Rot-Grün sich (zumindest im 2. Wahlgang) auf einen gemeinsamen Kandidaten einigt. IW dürfte leichter zu attackieren sein, da er für nicht CDU-Anhänger schwer vermittelbar sein dürfte. Wie oben geschrieben, man wird sehen...
- (3936 Beiträge) | 15.03.2012 22:38Jetzt haben.......wir 16 Jahre einen OB I. W. Meiner ist es nicht.
- (3936 Beiträge) | 15.03.2012 22:39Nun ziehe.......ich mich, was die OB-Wahl angeht in das Privatleben zurück.
- (704 Beiträge) | 16.03.2012 01:09wie gut dass du Demokrat bist*tröst*
- (3936 Beiträge) | 16.03.2012 07:11Mach du dir........mal über meine demokratische Gesinnung keine Sorgen. Meine Favoritin war M. M. weil sie eben seit 25 Jahren in der Kommunalverwaltung ist. Ich selbst habe in der Tat den Blick eines Technokraten auf dieser Sache. Und was die 400 Neumitglieder angeht: naja, schauen wir mal wie lange sie bleiben. Wenn etliche von ihnen wieder gehen ist es auch kein Schaden für die Partei. Und wenn sie jahrelang in der CDU bleiben ist es auch kein Schaden. Aber jetzt von M.M. -Befürworter auf I. W.-Befürworter zu wechseln - das nimmt einem keiner ab. Diese Drehung ohne eine ausreichende politische Begründung wäre nicht ehrlich.
- (4503 Beiträge) | 16.03.2012 07:35Hallo 80erWenn sie tatsächlich das Niveau der Anwesenden so einschätzte, dass sie tatsächlich "kein Rathaus mit rot-grüner Hängematte" oder "Chance die Wahl zu gewinnen, nicht nur weil ich eine Frau bin, aber auch weil ich eine Frau bin" gesagt hat, dann habe ich volles Verständnis dafür, dass die Mundwinkel einiger Leute nach unten gingen.
Die Sozialdezerneten werden, egal ob unter Mergen oder Wellenreuther, weiter SPD-ler bleiben und ältere CDU- ler haben vll diese "Hängematte" in der Vergangenheit schon am eigenen Leib zu spüren bekommen. Frau zu sein ist nur ein Geschlechtsmerkmal für das man nichts zu tun hatte und nicht "auch" ein Merkmal für Gewinnchancen. - (461 Beiträge) | 16.03.2012 07:48hallo 80er......kreuzchen bei mentrup und schon kannst du wieder ruhig schlafen... 16 jahre lang.
- (3936 Beiträge) | 16.03.2012 07:52Bei herrn........Mentrup habe ich da selbe Problem wie bei Herrn I. W. : er kommt nicht aus dem Rathaus. Ich sage doch: technokratische Sicht.
- (1601 Beiträge) | 16.03.2012 08:44Ich steh voll auf deiner Seitebeide Herren sind für mich eigentlich auch nicht wählbar. Nur- wem soll man dann sein Stimmchen geben?




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