- OB-Wahl am 2. Dez. 2012:
Karlsruher SPD-Chef Parsa Marvi: "Der KSC ist keine politische Partei"
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Karlsruhe (fn) - Im Mai wurde Parsa Marvi als Nachfolger von Johannes Jung zum neuen Vorsitzenden der Karlsruher SPD gewählt. Der 30-Jährige ist damit der jüngste Parteichef der hiesigen Parteigeschichte. Beim Besuch in der ka-news-Redaktion erklärt er, wie die SPD die nun schon 42-Jahre währende CDU-Regentschaft im Rathaus beenden möchte - und warum er seine Mittagspause derzeit meist mit seinem E-Mail-Account verbringt.

Für einen Parteivorsitzenden spricht Parsa Marvi sehr leise. Seine Stimme ist zwar klar akzentuiert, es fehlt allerdings der künstliche Nachdruck, mit dem Politiker gerne die Sätze unterstreichen, die ihnen besonders wichtig sind. Vielleicht klingen deshalb Aussagen wie "Eine Partei muss die Gesellschaft repräsentieren können" oder "Die SPD muss sich neuen Herausforderungen stellen" bei ihm weniger aufgesetzt, als sie es aus dem Mund von manchem anderen Politiker tun würden.
"Man muss nicht bis 50 warten, um Kreisvorsitzender zu werden"
Dabei ist Marvi mit seinen 30 Jahren längst ein alter Hase im Politikgeschäft. Schon mit 18 Jahren war er als Ersatzkandidat der SPD für den Landtag in Baden-Württemberg, mit 21 stellvertretender Landesvorsitzender der Jungsozialisten (Jusos) im Land. "Ich bin jemand, der gerne Tempo macht", sagt er über sich selbst. "Ich glaube auch nicht, dass man bis 50 warten muss, um Kreisvorsitzender zu werden." Dabei stehe aber nicht der Karrieregedanke im Vordergrund. "Ich mache das, weil ich es gern tue."
Parsa Marvi wurde in Teheran im Iran geboren und kam 1987 nach Deutschland. Mit 17 Jahren machte er in Göttingen Abitur - als jüngster Abiturient der Stadt. Zum Studium wechselte er nach Karlsruhe, wo er sich für Informatik und Betriebswirtschaft einschrieb. "Hier habe ich meinen Lebensmittelpunkt gefunden", sagt Marvi, der sich selbst gerne als "gut integrierter Badener" bezeichnet. Nach dem Studium arbeitete er beim Finanzdienstleister MLP als Assistent des Vorstands, bevor er als IT-Produktmanager zum Kommunikationsanbieter 1und1 wechselte. Mit dem Ehrenamt Parteivorsitzender kollidiere das nicht, eher im Gegenteil. Als Politiker sei man Volksvertreter, da müsse man schließlich wissen, wie das Leben außerhalb der Politik funktioniere, so Marvi. "Ich nutze derzeit oft die Mittagspause, um schnell die eine oder andere E-Mail zu schreiben." Für komplexere Themen sei dann das Wochenende und der Abend reserviert.
"Wir werden um jede einzelne Stimme kämpfen müssen."
Marvi hat den Parteivorsitz in einer schwierigen Situation übernommen. In nicht einmal mehr sechs Monaten wählt Karlsruhe einen neuen Oberbürgermeister. Nach 42 Jahren mit CDU-Stadtoberhäuptern soll dieser nun endlich wieder ein SPD-Parteibuch haben. "Der CDU fehlen die Ideen und die Visionen. Der Wechsel im Rathaus ist unser vorrangiges Ziel", betont Marvi. Zu schaffen sei das - einfach werde es allerdings nicht. "Wir werden um jede einzelne Stimme kämpfen müssen."
Dabei wolle man vor allem auf Bürgernähe und weniger auf Plakate und Flugblätter setzen. "Dieser Wahlkampf wird keine Materialschlacht", erklärt Marvi. Vielmehr wolle man direkt zu den Bürgern gehen, etwa im Rahmen einer Sommertour. "Wir profitieren hier auch davon, dass die SPD noch in allen Stadtteilen mit Ortsvereinen präsent ist." Sorgen, dass der CDU-Gegenkandidat Ingo Wellenreuther allein schon durch sein Engagement als Präsident des Karlsruher SC einen Vorteil haben könnte, macht sich Marvi nicht. "Der KSC ist keine politische Partei."
Der OB muss Moderator sein - nicht Polarisierer
Überhaupt brauche man als Oberbürgermeister jemanden, der sich eher als überparteilicher Moderator und weniger als Polarisierer begreife. "Wer Frank Mentrup einmal erlebt hat, der weiß, er ist der richtige Mann!", ist sich Marvi sicher. Dazu komme, dass sich nach etwas über einem Jahr grün-roter Regierung im Land die Stimmung verändert habe. "Erste Erfolge werden jetzt sichtbar." Das spüre man auch in Karlsruhe.
Dennoch gebe es noch viel zu tun. "Gerade im Verbandsbereich müssen wir noch Überzeugungsarbeit leisten", sagt Marvi. Auch in der Partei selbst warte noch Arbeit. "Wir brauchen neue Strukturen, müssen zum Beispiel sehen, wie wir die Netzgemeinschaft einbinden", sagt Marvi auf die Piratenpartei angesprochen. Viele Strukturen, die noch vor 30 oder 40 Jahren funktioniert hätten, seien heute einfach nicht mehr zeitgemäß. "Bei wichtigen Entscheidungen möchte ich meinem Gesprächspartner aber doch lieber von Angesicht zu Angesicht in die Augen schauen", so Marvi. Wieder klingt er dabei gar nicht nach einem Politiker. Aber vielleicht ist genau das seine Stärke.
Siehe auch:
Parsa Marvi neuer SPD-Chef in Karlsruhe
Mehr zu: Ticker SPD "SPD Karlsruhe" "Parsa Marvi" Topmeldung
- (1661 Beiträge) | 14.06.2012 07:50...Gott sei Dank ist der KSC keine politische Partei.
- (5301 Beiträge) | 14.06.2012 08:08da stimme ich Dir uneingeschränkt zu,die vielen Prolos hier die "KSCDU" und Ähnliches spammen, sind eben nur völlig neben der Kapp!
- (2373 Beiträge) | 14.06.2012 09:18Aber warum sagt man eigentlich 'KSCDU' ???Das Problem, daß der KSC nun KSCDU genannt wird haben sich die Mitglieder und Fans selber zuzuschreiben!
Wären die nicht massenweise in die CDU eingetreten würde keiner sowas sagen.
Hätte der Wellenreuther sein Präsidentenamt nicht für seine politischen Ambitionen mißbraucht würde sich kein Mensch über den KSCDU aufregen!!! - (1128 Beiträge) | 14.06.2012 09:13Eiverbibsch was für eine tiefsinnige und offenherzige Offenbarungdaß es ein Fehler ist, hat er aber auch nicht gerade behauptet oder doch?
Ich kann so schlecht die Buchstaben zwischen den Worten lesen!
Steht da was?
Auf die nicht stattfindende Materialschlacht bin ich sehr gespannt. - (2583 Beiträge) | 14.06.2012 09:32Maulwürflekommsch aus em Sächsische?
- (1128 Beiträge) | 14.06.2012 10:08Hab vom Stammbaum her reinweg nur mit badische Wurzeln zu tunansonsten halt so des übliche Ausufernde, wobei aus "Sachsen wo die scheenen Mädel uf de Bäume wachsen" ja etliche nach dem Mauerfall hier Ihre Wurzeln eingruben.
- (2583 Beiträge) | 14.06.2012 10:16nicht schlechthab nur wegen dem Eiverbibsch nachgefragt ist bei uns selten
- (1128 Beiträge) | 14.06.2012 10:43Ja stimmt, kommt mir auch geradeich glaube lag meinem Vater oft auf der Zunge "Eiverbibsch"
Hatte wohl so um 1940/41 in Leipzig mit Nachrichtentechnik zu tun ...
Erinnere mich gerade an das profunde Demokratieverständnis des privaten Wachmanns als wir nach dem Mauerfall an nem Feiertag, mal auf das verlassene und halb abgerissene Kasernengelände wollten.
Für den Posten war der wie geschaffen, es ging nicht besser und mein alter Herr kriegte sich fast nicht ein, daß war selbst dem zu viel. Hoffentlich hat sich in dem sächsischen Sturschädel inzwischen was geändert! - (435 Beiträge) | 14.06.2012 09:20Wunsch und RealitätWunsch:
"OB muss Moderator sein - nicht Polarisierer"
Realität:
Sehr starkes polarisieren durch "Lagerwahlkampf" und des "Wechsels nach x Jahren CDU" - (174 Beiträge) | 14.06.2012 10:01Dubist der einzige der hier dauernd KSCDU schreibt.
- (174 Beiträge) | 14.06.2012 10:02Dasgalt Willi.
- (2373 Beiträge) | 14.06.2012 10:15den Ausdruck 'KSDCU' hab nicht ich erfunden!Leider!
der Ausdruck stammt nicht von mir, schade, ich hätte auch gern solche Ideen! - (2583 Beiträge) | 14.06.2012 10:08Willihast du dir den witzigen Begriff "KSCDU" schon schützen lassen?
- (174 Beiträge) | 14.06.2012 10:26Stimmtdu hast früher immer FC CDU geschrieben, was nur beweißt dass du keine Ahnung hast , weder von Fußball noch von Politik.
- (1661 Beiträge) | 14.06.2012 12:38...Woher willst du wissen, dass IW sein Präsi Amt für die OB Wahl missbraucht? Kannst du in Köpfe kucken? Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal still sein.
- (2373 Beiträge) | 14.06.2012 16:04Zeitung lesen reicht,dann braucht man nicht in die Köpfe kucken.
Von Ingo Wellenreuthers Mißbrauch des Präsidentenamtes wurde schließlich vor ein paar Monaten sogar in der überregionalen Presse berichtet!
Stand nun wirklich tagelang fast überall! - (2583 Beiträge) | 14.06.2012 16:19wer die wahrheit sagt braucht ein schnelles Pferd
- (5 Beiträge) | 14.06.2012 20:47Amtsmissbrauch?Naja, von Missbrauch würde ich nicht reden, eher von Benutzung zum eigenen Nutzen! Im Übrigen ist eine Häufung von Ämtern immer eine schlechte Empfehlung: Immer überall dabei sein, aber nirgends richtig!
- (1022 Beiträge) | 18.06.2012 13:24So ein Scheiß , sagte Rudimehr fällt mir zu dir nicht ein ! Bin auch KSC-Fan & Mitglied habe aber bis heute weder eine Mitgliedschaft bei der CDU noch habe ich eine Einladung; Aufforderung oder sonstigen Müll erhalten. Genau so wenig wie ich die schwarzen wähle. Also las den Scheiß mit dem KSC !
- (1022 Beiträge) | 18.06.2012 13:29im übrigen,wenn die SPD bei vielen KSC-Fans kein Vertrauen hat liegt es daran das die roten unbedingt imWildpark bleiben wollen obwohl der größte Vollpfosten weiß das dieses aus Wirtschaftlichen und Sicherheitstechnischen Gründen nie funktionieren wird.
Also ihr Genossen steht endlich zum Bau an der Autobahn und es steht 1:1




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