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David Ruf: "Mit Frau Mergens Stil kann man keine Wahlen gewinnen" [110]

Karlsruhe - Die Karlsruher Junge Union (JU) hat sich früh positioniert: Ingo Wellenreuther soll für die CDU in den Oberbürgermeisterwahlkampf ziehen. Im ka-news-Interview erklärt der Karlsruher JU-Vorsitzende David Ruf, warum seine Tätigkeit im Büro von Wellenreuther bei der Entscheidung keine Rolle gespielt hat und was die Junge Union tun würde, wenn die CDU doch Margret Mergen als Kandidatin nominieren würde.
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David Ruf
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"Die Junge Union wird natürlich jeden CDU-Kandidaten unterstützen", sagt der Vorsitzender der Jungen Union Karlsruhe, David Ruf. "Die Begeisterung dabei könnte aber je nach Kandidat durchaus unterschiedlich sein."
Foto: privat
Herr Ruf, wie stellt sich der CDU-interne Machtkampf um die Kandidatur als Oberbürgermeister in Karlsruhe aus Sicht der Jungen Union dar?
Wir sind für einen fairen Wahlkampf und haben selbst auch immer fair gespielt. Das gilt auch für das Schreiben an Frau Mergen wegen des Interviews, das sie auf ihrer Homepage veröffentlicht hatte. Wir wollten das Schreiben bewusst nicht öffentlich machen und haben daher zunächst nur Frau Mergen persönlich geschrieben. Anschließend ging es zur Information über einen internen Verteiler an die Vorstandsmitglieder der Jungen Union und an die Funktionsträger innerhalb der CDU. Aus Frau Mergens Unterstützerkreis wurde der Brief dann an die Medien weitergeleitet. Der Vorwurf, wir würden hier intrigieren oder uns an einer Schlammschlacht beteiligen, ist deshalb definitiv falsch.

Die Junge Union hat früh erklärt, dass sie Ingo Wellenreuther als CDU-Kandidaten bei der Oberbürgermeisterwahl unterstützen wird. Wie kam es zu dieser Entscheidung?
Das war keine große Frage. Wir haben ja damit gerechnet, dass Ingo Wellenreuther als Oberbürgermeister kandidieren will. Natürlich haben wir auch schon vor seiner offiziellen Ankündigung innerhalb der Jungen Union darüber gesprochen, dass wir eine Kandidatur von Herrn Wellenreuther begrüßen würden. Die JU steht geschlossen hinter Ingo Wellenreuther.

Sie sind Vorsitzender der Jungen Union. Außerdem sind Sie für Ingo Wellenreuther in seinem Wahlkreisbüro tätig und arbeiten ehrenamtlich für den Karlsruher SC, dessen Präsident ebenfalls Ingo Wellenreuther ist…
Meine ehrenamtliche Tätigkeit beim KSC, wo ich die Website mitbetreue, übe ich seit mehr als zehn Jahren aus, also schon lange bevor Ingo Wellenreuther Präsident wurde. In seinem Wahlkreisbüro arbeite ich seit über fünf Jahren – als Mitarbeiter, nicht als Leibeigener. Natürlich reden wir auch über meine Arbeit als JU-Vorsitzender, aber die JU hatte schon immer ihren eigenen Kopf und wir machen das, was wir für richtig halten. Ich selbst bin 27 Jahre alt, habe ein abgeschlossenes Universitätsstudium hinter mir und kann selbstständig denken und handeln.

Können Sie denn nachvollziehen, dass es manchen Leuten dennoch komisch vorkommt?
Wer auf Teufel komm raus einen Vorwurf kreieren möchte, der findet auch etwas. Mich beschäftigt das aber nicht. Wenn man Position bezieht, muss man immer mit einer Gegenposition rechnen.

Ihre Position und die der Jungen Union ist, dass Ingo Wellenreuther bei der Oberbürgermeisterwahl als Kandidat für die CDU ins Rennen gehen soll. Warum nicht Margret Mergen?
Ingo Wellenreuther hat schon vier Volkswahlen gewonnen. Die Oberbürgermeisterwahl ist die mit Abstand wichtigste Wahl für Karlsruhe. Darum sollte der CDU-Kandidat jemand sein, der auch gewinnen kann. Man lässt sich den Blinddarm ja auch nicht von einem Metzger rausnehmen. Abgesehen davon gefällt mir Wellenreuthers politischer Stil besser und ich glaube, dass man mit dem Stil, den Frau Mergen pflegt, in Großstädten heutzutage keine Wahlen mehr gewinnen kann. Frau Mergen empfinde ich als zu sehr von oben herab, zu sehr auf die Wirtschaft fixiert. Ein Oberbürgermeisterkandidat der CDU muss aber alle Bürger ansprechen.

Ingo Wellenreuther hat sich bisher gegen eine öffentliche Kandidatenvorstellung vor dem 15. März ausgesprochen, Margret Mergen ist dafür. Welche Position hat die Junge Union?
Es hat ja beim Parteitag im Oktober einen Antrag dazu gegeben, der von über 90 Prozent abgelehnt wurde. Die Parteimitglieder haben sich also bewusst gegen ein vorausgehendes Forum entschieden, ich übrigens auch. Wer Demokrat ist, sollte das respektieren und jetzt auch danach handeln.

Die Junge Union Karlsruhe hat rund 300 Mitglieder, etwa die Hälfte davon ist auch Mitglied in der CDU. Es gibt das Gerücht, dass aus den Reihen der Jungen Union in den letzten beiden Monaten gezielt um Mitglieder geworben wurde. Was ist da dran?
Natürlich sind Leute von der Jungen Union in die CDU eingetreten, weil sie bei dieser wichtigen Frage mitbestimmen wollen, und es ist doch auch völlig legitim, dafür zu werben. Schließlich ist das nun einer der Momente, bei dem man als Parteimitglied ganz direkt bei einer sehr wichtigen Entscheidung mitreden kann.

Wie schätzen Sie denn die Stimmung in der CDU ein?
Ich denke, Herr Wellenreuther wird gewinnen. Außerdem habe ich das Gefühl, dass die Leute die Auseinandersetzung satt haben und den 15. März herbeisehnen.

Was ist, wenn am 15. März nicht Ingo Wellenreuther sondern Margret Mergen gewinnt und für die CDU als Oberbürgermeisterin kandidiert?
Die Junge Union wird natürlich jeden CDU-Kandidaten unterstützen, so wie dies in der Vergangenheit immer der Fall war. Die Begeisterung dabei könnte aber je nach Kandidat durchaus unterschiedlich sein.

Die Fragen stellte: Felix Neubüser

David Ruf, 27, ist seit Anfang 2011 Kreisvorsitzender der Jungen Union Karlsruhe Stadt. Die Junge Union ist eine selbstständige Jugendorganisation der CDU/CSU und hat in Karlsruhe rund 300 Mitglieder zwischen 14 und 35 Jahren.

Mehr zu: "David Ruf" "Junge Union" OB-Wahl Oberbürgermeisterwahl "Margret Mergen" "Ingo Wellenreuter" CDU Topmeldung



Kommentare [110]
Hinweis: Kommentare geben nicht unbedingt die Meinung von ka-news wieder.
  • (438 Beiträge) | 05.03.2012 12:02
    Wulffen in KA
    Der nächste höher dotierte Job ruft!
  • (1953 Beiträge) | 05.03.2012 12:38
    Man kann ...
    .. die CDU mögen oder nicht mögen, man kann die JU mögen oder nicht mögen und man kann Frau Mergen und/oder Herr Wellenreuther mögen oder nicht mögen. Was die Äußerungen des Herrn Ruf nun mit "wulffen" zu tun haben sollen, ist mir jedoch schlichtweg schleierhaft und erscheint mir dies - mit Verlaub - als Nonsens.
  • (398 Beiträge) | 05.03.2012 12:32
    Eine typische ....
    KA-News Ueberschrift ... zwinkern Vermisse immer noch den bericht über Krezschmanns Besuch bei seinen Beamten ...
  • (584 Beiträge) | 05.03.2012 13:21
    Kretschmann
    Dazu gibt es unter anderem hier einen Bericht.
  • (9650 Beiträge) | 06.03.2012 09:38
    Noch nicht bemerkt?
    Manches Thema, das eventuell heisse Diskussionen auslösen könnte, verschwindet vorsichtshalber(?) schnell von der Hauptseite. Manches findet man nur unter irgendeiner Rubrik, obwohl man es unter Schlagzeilen vermuten würde. Das sind dann die Themen, bei denen man nur mit einer exakten Eingabe der Titelzeile bei Suchen fündig wird. Seichtere Themen dagegen wie z.B. Anja Polzer/Der Bachelor oder Giraffe/Stadtgarten, diese Themen halten sich sehr lange auf der Hauptseite. Anja Polzer mittlerweile schon fast ewig. Bei diesen Themen reicht es übrigens nur ein Schlagwort bei der Suchfunktion einzugeben.
  • (584 Beiträge) | 06.03.2012 12:11
    Verschwinden?
    Ich glaube, ich muss hier mal für Aufklärung sorgen: Verschwinden tun bei uns keine Themen, auch wenn uns das immer wieder vorgeworfen wird (wenn ich so etwas sehe, reagiere ich auch normalerweise mist einem Link wie oben auch).

    Welche Themen auf der Startseite platziert werden, hängt unter anderem davon ab, wie stark ein Thema geklickt und diskutiert wird - der Artikel zu Anja Polzer war zwei Tage lang die meistgeklickte Meldung. Ein weiterer Maßstab ist die Regionalität. Auf der Startseite sollen Meldungen aus der Region den Schwerpunkt bilden, daher werden diese in der Regel gegenüber überregionalenm Meldungen von der Deutschen Presseagentur dpa bevorzugt. Von der Zuordnung der dpa hängt übrigens auch in der Regel die Rubrik ab, in der die überregionalen Meldungen einlaufen. Meldungen, die wir selbst in unser System einstellen, werden dagegen normalerweise dem jeweiligen Ort zugeordnet und sind auch dort zu finden.
  • (181 Beiträge) | 05.03.2012 12:33
    JUnge Union
    so wie die CDU viele Neueintritte hat, die dann am 15.3. wählen wollen, werden eine große Menge CDU-Wähler die Partei verlassen, eigentlich IW-nahe Wähler, aber wenn man andere Greminen mussbraucht, um sich bei der Wahl durchzusetzen ist unterste Schublade. By by CDU !
  • (2393 Beiträge) | 05.03.2012 12:47
    Gibt's eigentlich noch KSC-Mitglieder, die
    noch NICHT in die CDU eingetreten sind? Wohl kaum!
  • (717 Beiträge) | 05.03.2012 12:35
    Klare Aussagen sind das auf jeden Fall
    Das ist erst mal positiv. Und jetzt kann sich ja jeder selbst überlegen, wer denn Karlsruhe am meisten liebt, wer denn angeblich am meisten von den Parteifreunden zur Kandidatur gedrängt worden ist..., (bla und gähn) usw.
    Ich schaue gern mal nach der Fähigkeit zu persönlicher Verantwortung bei Politikern, und meine damit nicht das abstrakte Gerede von politischer Verantwortung, die ja gerne vor sich hergetragen wird. Sich mit Biografien zu beschäftigen ist manchmal hilfreich.
  • (321 Beiträge) | 05.03.2012 12:49
    "des lied ich sing"
    Na ja, das freut einen doch als politischer Gegner. Da wird in aller Öffentlichkeit intrigiert, das geschieht doch sonst im Dunkel der christlichen Partei. Aber anagemerkt sei, wenn der Wellenreuther die Stadt Karlsruhe so managt, wei den KSDC, dann gute Nacht. Übrigens, das Sprichwort beginnt so: "Wess Brot ich ess".
  • (398 Beiträge) | 05.03.2012 12:56
    Da fährt einer ...
    aber auf ein ganz heisses Gleis. Sollte achtgeben, dass er am 15. März nicht feststellte, dass es das Abstellgleis ohne Wendemöglichkeit ist. Das wär's dann nämlich erstmal mit der Parteikarriere.
  • (19 Beiträge) | 05.03.2012 12:56
    Arroganter Rotzlöffel
    Was bildet der Schnösel sich eigentlich ein? Er ist der Prototyp des höfischen Günstlings, der für seinen Herrn die Kastanien aus dem Feuer holt. Pech, wenn IW am 15.3. verliert. Dann muß er woanders sein Karriereglück versuchen, vielleicht die Piraten? Tragisch ist nur, dass die JU-Mitglieder diese völlig durchschaubare Schmierenkomödie auch noch mitspielen und wie die Lemminge folgen.
  • (3945 Beiträge) | 05.03.2012 13:04
    So eigenständig......
    ....ist die JU-Karlsruhe nicht mehr, wenn der JU-Kreisvorsitzende auf der Gehaltsliste des CDU-Kreisvorsitzenden steht. Die Junge Union verkümmert zu einem I.W.Walhverein und ist nicht der "Motor der Partei". Und wenn die JU tatsächlich jemanden unterstüzt, der absolut keinerlei Verwaltungserfahrung hat und dafür jemanden bekämpft - anderes kam es nicht sagen- der diese Verwaltungserfahrung hat, dass ist klar, dass bei der JU nicht mehr auf Kompetenz ankommt. Sondern eher auf Posten. Ich bin mal gespannt wie lange es dauert is der eine oder andere von der JU nach dem 1. März einen gut bezahlten Posten in der Stadtverwaltung hat. Und Frau Mergen kann man nur den Rat geben, dass sie auf die Dienste der JU im OB-Wahlkampf verzichtet.
  • (3945 Beiträge) | 05.03.2012 13:13
    Das beste ist.....
    ...allerdings der Vorwurf, dass Frau Merken nur auf die Wirtschaft fixiert sein soll. Wenn dieserVorwurf von den Jusos gekommen wäre,
    o. k., akzeptiert. Aber von jemanden, der in seinem Leben noch nie richtig gearbeitet hat. Und mit richtig arbeiten meine ich nicht im Büro oder am PC, sondern auf dem Bau, in der Fertigung, im Schichtdienst etc. Aber sö? Einer Wirtschaftsbürgemeistern zu viel Wirtschaftsnähe vorwerfen ist so, als ob man dem Papst zu viel Kirchennähe vorwirft.
    Herr Ruf wird auch noch lernen, dass die Wirtschaft dafür sorgt auch seinen Tätigkeit im Büro eines Bundestagsabgeordneten bezahlt. Nämlich durch die Steuereinnahmen der Unternehmen und der dort beschäftigten Arbeitnehmer.
  • (2619 Beiträge) | 05.03.2012 14:26
    Sie meinen also . . .
    . . . dass Arbeit am PC keine Richtige ist ? Was wohl all die Ingenieure dazu sagen werden ? Und die die dafür sorgen, dass überhaupt erst was gearbeitet werden kann ? So ganz ohne Entwicklung . . . Nichtmal ne Holzhütte baut man ohne Nachzudenken, oder ?
  • (19 Beiträge) | 05.03.2012 14:43
    Erst Nachdenken und dann posten
    Natürlich arbeitet auch ein Ingenieur. Der schaut sich aber seine Baustellen und Fabrikationshallen an und lebt nicht im Elfenbeinturm und wirft mit Dreck wie der gegelte Grünschnabel obe links
  • (2619 Beiträge) | 05.03.2012 14:46
    Mit Dir hab ich gar
  • (947 Beiträge) | 05.03.2012 13:17
    später mal ein guter Lobbyist
    Hallo Pharma- und Energieversorger, billiger als den bekommt ihr keinen Lobbyisten. Der steckt jetzt ja schon so tief im Sumpf drin, da wird sich ne gutbezahlte Stelle im Berliner Beeinflussungsbetrieb finden lassen.
  • (481 Beiträge) | 05.03.2012 13:45
    Mal grundsätzlich
    Wer glaubt, dass Frau Mergen an gleicher Stelle wie IW nicht mit ähnlich robusten Methoden arbeiten würde, hat mal gar nichts begriffen und vertritt wohl auch die These, dass der Storch die Kinder bringt.

    Natürlich hat die Positionierung der JU unter den gegebenen Umständen ein "Gschmäckle".

    Wer allerdings im Vorfedl der Nominierung einen Freundeskreis um sich schart, sich bei jedem Hasenbockerfest andient und im Internet (ansatzweise narzistisch) wie ein amtierender oder absehbar gewählter OB aufführt, muss sich nicht wundern, dass man Gegenreaktionen provoziert.

    Und daher halte ich die Positionierung der JU für genauso legitim, wie beispielsweise die Unterstützungsbekundungen von Frau Schütz auf der Mergen Homepage.
  • (227 Beiträge) | 05.03.2012 14:11
    Dieser These kann ich nur zustimmen,
    beide CDU-Lager - sowohl der Freundeskreis von MM als auch die Unterstützer von IW - versuchen selbstverständlich alles, die interne - und damit wahrscheinlich auch die endgültige - Entscheidung um das Amt des OB für ihren Kandidaten zu entscheiden. Die "Wahl der Waffen" ist dabei beiden wohl egal - Hauptsache das Ziel wird erreicht.
    Teilweise wird nun aber auch am Ziel "vorbegeschossen", was zur Folge haben könnte, dass es einen Gruppe von Verlieren in Reihen der CDU geben wird. Interessieren würde mich, ob diese im ersten Wahlgang - ihre Stimme einem Gegenkandidaten geben werden und wenn ja wem. Ich kann mir nicht vorstellen, dass einer der SPD-Kandidaten davon profitieren würde - ein FDP-Kandidat ist nicht in Sicht also was bleibt?

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