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Karlsruhe Streit um Plakate: Karlsruher Linke wirft NPD-Anhängern Nötigung vor

Streit um Wahlplakate: Wie die Karlsruher Polizei bestätigt, kam es am Sonntagabend zu einer Auseinandersetzung zwischen Anhängern der Karlsruher Linken und der NPD. Zwei Linken-Wahlhelfern wird vorgeworfen, Plakate der der NPD entfernt und durch Plakate der Linken ersetzt zu haben. Die Darstellungen von Polizei und Linke unterscheiden sich allerdings enorm.

Es ist Sonntag der 28. Februar, gegen 17.20 Uhr. Im Abstand von drei Minuten erhält die Karlsruher Polizei zwei Anrufe. Bei den Anrufern handelt es sich  um Anhänger der Partei "Die Linke" und der NPD, so ein Pressesprecher auf Nachfrage von ka-news.

Linke spricht von Nötigung und Bedrohung

Der Polizei meldeten die NPD-Anhänger, dass sie zwei Personen in der Durlacher Allee dabei beobachtet hätten, die 25 Plakate heruntergerissen und gegen Plakate der Linken ausgetauscht hätten, so der Polizei-Pressesprecher. Die beiden hätten sich dann in Richtung Käppelestraße entfernt und seien dort festgehalten worden. Als die Beamten der Polizei eintrafen, sei die Situation entspannt gewesen, so die Polizei.

Ganz anders klingt das in der Pressemitteilung des Karlsruher Kreisverbands der Linken. Dieser spricht von "Nötigung und Bedrohung durch NPD-Anhänger". Konkret heißt es in einer Pressemitteilung, eine Gruppe von "12 kräftigen, teilweise vermummten Männern", hätte die beiden Anhänger umringt, als diese gerade Plakate aufgehängt hätten. "Sie pöbelten und bedrohten die Beiden und zogen demonstrativ Quarzsandhandschuhe über, die bei Schlägereien größtmögliche Verletzungen erzeugen sollen", so der Kreisverband. Nur durch die zu Hilfe gerufene Polizei hätten die beiden jungen Leute den Parkplatz sicher verlassen können.

Karin Binder, Kreissprecherin der Karlsruher Linken, dazu: "Unsere Wahlhelfer konnten einige der Männer dem Umfeld der Pforzheimer Berserker zuordnen, die auch bei den Aufmärschen der rechten Szene in Karlsruhe als 'Ordner' mitmarschieren. Wenn die Stadt nicht möchte, dass sich diese Rechtsextremen in Karlsruhe endgültig festsetzen, muss sie endlich viel entschlossener dagegen vorgehen."

Polizei widerspricht Darstellung der Linken

Von den in der Pressemitteilung beschriebenen Quarzsandhandschuhen weiß man bei der Karlsruher Polizei auf Nachfrage von ka-news nichts. "Von verbotenen Gegenständen war gegenüber den Beamten keine Rede", so der Pressesprecher. Es sei auch zu keinerlei körperlichen Auseinandersetzungen gekommen. Die NPD-Anhänger hätten gegen die beiden Linken-Wahlhelfer Anzeige wegen Sachbeschädigung erstattet.

Etwa zwei Stunden später, gegen 19.20 Uhr, sei es dann zu einem weiteren Vorfall gekommen. "Eine dritte Person wurde ebenfalls wegen Sachbeschädigung angezeigt", so der Polizeisprecher. Auch ihr wird vorgeworfen, Wahlplakte der NPD in der Nähe es großen Möbelhauses beschädigt zu haben. Die Ermittlungen der Polizei dauern in beiden Fällen noch an.

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