Karlsruhe Pflege von Angehörigen: Karlsruher Landtags-Kandidaten fordern Unterstützung

Zu einem Fachgespräch zum Thema Vereinbarkeit von Pflege und Beruf kamen vergangenen Mittwoch die Karlsruher Kandidaten zur Landtagswahl in Baden-Württemberg von CDU, FDP, Grünen, Linken und SPD im Caritas-Seniorenzentrum St. Franziskus zusammen, wie der Caritasverband Karlsruhe der Presse mitteilt. Mit unterschiedlichen Ansätzen wollen die Karlsruher Kandidaten die Situation verbessern.

Wie kann eine Berufstätige, die Angehörige pflegt, den eigenen Bedürfnissen sowie jenen des Pflegebedürftigen und des Arbeitgebers gerecht werden? Wie kann ein Unternehmen dafür Sorge tragen, dass seine Mitarbeiter auch dann weiterarbeiten können, wenn die Eltern zum Pflegefall werden? 

Diese beiden Kernfragen standen bei dem von Caritas-Vorstand Hans-Gerd Köhler moderierten Fachgespräch im Vordergrund. Das teilt die Caritas in einer Presseerklärung mit. An dem Fachgespräch nahmen die Karlsruher Landtagskandidaten Kathrin Schütz (CDU), Alexander Salomon (Grüne), Meri Uhlig (SPD), Johannes Stober (SPD), Tom Hoyem (FDP)  und Sabine Skubsch (Linke) teil.

Doppelbelastung: Kinder und pflegebedürftige Angehörige

In einer Pressemitteilung schildert die Caritas die unterschiedlichen Ansätze der Karlsruher Kandidaten: Tom Hoyem, Fraktionsvorsitzender der FDP, forderte beim Fachgespräch kreative und flexible Lösungen. SPD-Kandidatin Meri Uhlig begrüßte die neue Gesetzesentwicklung, nach der Pflegende Angehörige zwei Jahre aus ihrem Beruf ausscheiden können, um sich der Betreuung zu Hause widmen zu können.

Sie machte aber auch darauf aufmerksam, dass Frauen oft in der Mitte zweier Anforderungspole stünden: Die Erziehung eines Kindes und die Pflege eines Angehörigen könnten gleichzeitig auftreten. Dies erfordere dann gegebenenfalls neben einem Betriebskindergarten auch die Sorge des Unternehmens, in dem es offensiv seinen Mitarbeitern Lösungen anböte.

Dies forderte auch ihr SPD-Kollege Johannes Stober. Auf Arbeitgeber müsse zugegangen werden, damit sie ähnliche Lösungen für Pflegende Angehörige finden, wie es sie bereits für Eltern gibt. Hilfe könnten Mitarbeiter dabei etwa durch ein Quartiersmanagement erfahren, in dem mehr Menschen für die Unterstützung von Pflegenden Angehörigen gefunden würden.

Die Doppelbelastung für Frauen sieht auch Kathrin Schütz, CDU-Landtagsabgeordnete und Generalsekretärin der CDU in Baden-Württemberg. Sie zähle darauf, dass neben der Kindererziehung auch mehr die Pflege eines Angehörigen bei der Berufsausübung gefördert werde.

Kosten und Betriebe im Blick

Bettina Lisbach, Fraktionssprecherin der Grünen im Karlsruher Gemeinderat und Kandidatin für die Landtagswahlen fordert dazu auf, dass Betriebe die Altersstruktur ihrer Mitarbeiter mehr in den Blick nehmen müssten. Dabei müssten Unternehmen mit jungen Teams sensibilisiert und das Thema über das Gesundheitsmanagement transportiert werden.

Für die Schaffung von Modellen, mit denen auch für Pflegende Angehörige ein attraktiver Arbeitsplatz angeboten werden könne, plädierte Sabine Skubsch (Die Linke). Als Engagierte für Betriebsräte befürwortet sie eher wohnortnahe Angebote.

Alexander Salomon, Mitglied der Landtagsfraktion der Grünen und Kandidat für die Landtagswahl stellt fest, dass in den vergangenen Jahren schon viel für die Pflege gemacht wurde. Die Enquetekommission des Landtags habe viele gute Ideen in Gesetzesvorhaben eingebracht, aber wichtig sei letztlich immer, was die Pflege den Einzelnen koste.

Die Caritas engagiert sich für die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf, etwa mit dem Projekt "Kiss & Go" der Tagespflege im Caritas-Seniorenzentrum in der Karlsruher Südweststadt.

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