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Karlsruhe Nach der Landtagswahl in Karlsruhe: Wer ist drin und wer ist raus?

Die Baden-Württemberger haben entschieden: Künftig sind die Grünen mit rund 30 Prozent der Stimmen die stärkste Kraft im Landtag. Die großen Verlierer der Wahlen vom Sonntag: CDU und SPD. Aber was bedeutet das Wahlergebnis für die Karlsruher Abgeordneten?

Die Ergebnisse der Landtagswahl wirbeln den politischen Prozess ordentlich durcheinander: Grün-Rot ist abgewählt - obwohl die Grünen mit 30,3 Prozent ein historisches Hoch erzielt. Zeitgleich erzielen CDU (27 Prozent) und SPD (12,1 Prozent) einen historischen Tiefwert. Die AfD zieht erstmals in den Landtag von Baden-Württemberg ein. Was bedeutet das Ergebnis jetzt für die Karlsruher Kandidaten?

Karlsruher CDU-Kandidaten müssen Landtagssitze verlassen

Vor allem zwei Parteien mussten bei der Landtagswahl in diesem Jahr Federn lassen: die CDU und die SPD. Letztere verliert beinahe die Hälfte ihrer bisherigen Sitze. Bislang schickten die Sozialdemokraten 35 Abgeordnete in den Landtag nach Stuttgart - künftig sind es laut dem vorläufigen Ergebnis des Statistischen Landesamts Baden-Württemberg nur noch 19 Abgeordnete. Auch die CDU verliert an Boden: Statt wie bisher 60 Sitze haben die Christdemokraten künftig nur noch 42 Sitze im Landtag.

 

Bislang waren im baden-württembergischen Landtag fünf Karlsruher Abgeordnete vertreten: Bettina Meier-Augenstein (CDU), Alexander Salomon (Grüne), Katrin Schütz (CDU), Gisela Splett (Grüne) und Johannes Stober (SPD). Dies wird sich nach den Ergebnissen vom Wahlsonntag grundlegend ändern: Von den vier bisherigen Karlsruher Landtagsabgeordneten konnte einzig Alexander Salomon seinen Platz in Stuttgart erfolgreich verteidigen. Zusammen mit der Grünen Karlsruher Stadträtin Bettina Lisbach holte Salomon in den Karlsruher Wahlkreisen die beiden Direktmandate.

Doch nicht nur über Direkt-, sondern auch über Zweitmandate können Abgeordnete in den Landtag einziehen. Für Schütz, Meier-Augenstein und Stober reicht es aber auch nach dieser Regelung nicht für einen Sitz im Landtag. Wie das Statistische Landesamt am Sonntagabend bekannt gibt, erhält kein Kandidat aus den beiden Karlsruher Wahlkreisen ein Zweitmandat. Für die drei Karlsruher Abgeordneten bedeutet das: Sie sitzen künftig nicht mehr im Landtag. Damit sind Salomon und Lisbach die einzigen Karlsruher Vertreter in Stuttgart.

Entsprechend groß war die Enttäuschung am Wahlabend. "Wir haben durch die Flüchtlingsfrage viele Stimmen an die AfD verloren. Ich habe einen guten Wahlkampf gemacht und sehe da keine großen Fehler", erklärt Stober gegenüber ka-news. Auch Meier-Augenstein und Schütz ist die Enttäuschung am Sonntagabend anzusehen. Die Vermutung der CDU-Kandidatinnen: Landesthemen hätten keine Rolle gespielt, vielmehr habe das Flüchtlingsthema den Wahlkampf überschattet. "Dieses Ergebnis haben wir nicht verdient", so Schütz.

Die schwierige Suche nach einer Koalition

Unterdessen starteten die schwierigen Verhandlungen zur Regierungsbildung. Sowohl Grüne als auch die CDU wollen den Ton im Landtag angeben. Um die Mehrheit im Landtag zu erreichen, werden mindestens 72 von insgesamt 143 Sitzen benötigt. Mehrere Optionen sind derzeit denkbar: Neben den Grünen will auch die CDU mit Spitzenkandidat Guido Wolf an die Macht, obwohl die Partei mit 27 Prozent ihr schlechtestes Ergebnis in der Geschichte einfuhr. Die Christdemokraten streben eine nie dagewesene Deutschland-Koalition mit FDP und SPD an.

Denkbar wäre auch ein Grün-schwarzes Bündnis oder eine Ampel aus Grünen, SPD und FDP - diese hatte die FDP allerdings bislang ausgeschlossen. Nur in einem Punkt herrscht derzeit Gewissheit: Mit der Alternative für Deutschland (AfD) will nach wie vor keiner koalieren.

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