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Karlsruhe Landtag 2016: So hätten die Karlsruher Jugendlichen gewählt

Am Sonntag, 13. März, sind Landtagswahlen in Baden-Württemberg. Alle über 18-jährigen Wahlberechtigten können dann ihre Stimme abgeben. Wie würden die Ergebnisse ausfallen, wenn auch Kinder und Jugendliche wählen dürften? Das zeigen die Ergebnisse der U18-Wahlen in Karlsruhe.

Seit Langem wird über ein Wahlrecht ab 16 Jahren diskutiert. Aber wie würde der Landtag aussehen, wenn Jugendliche wählen dürften? Diese Frage stellt sich das Projekt "U18" seit 2011 in Baden-Württemberg. Genau neun Tage vor der "echten" Landtagswahl dürfen hier auch Kinder und Jugendliche ihre Stimme abgeben - so auch in Karlsruhe.

Jugendlichen soll Politik nahe gebracht werden

Die U18-Wahl ist ein Projekt der politischen Bildung. Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren konnten bis Freitag, 4. März, ihre Stimme abgeben. Gewählt wird, wie bei den "echten" Wahlen, in Wahllokalen. Diese werden zuvor beispielsweise in Schulen, Jugendverbänden oder Jugendtreffs eingerichtet. Allein in Karlsruhe waren 13 verschiedene U18-Wahllokale registriert, so zum Beispiel im Goethe-Gymnasium oder im Kinder- und Jugendhaus Durlach. Begleitend zu den Wahlen fanden in den Wahllokalen Informationsveranstaltungen und Diskussionen statt.

Das Ziel des Projektes: Kinder und Jugendliche sollen lernen, Unterschiede in den Partei- und Wahlprogrammen zu erkennen sowie politische Versprechen zu hinterfragen. "Im Vordergrund steht, dass Kinder und Jugendliche ihre eigenen Interessen erkennen und formulieren lernen, selbst Antworten auf politische Fragen finden – und aktiv ihre eigene Lebenswelt mitgestalten", so die Erklärung auf der offiziellen U18-Homepage. Daher werden die Ergebnisse der U18-Wahlen nicht bei der offiziellen Landtagswahl am 13. März berücksichtigt.

So haben die Karlsruher Jugendlichen entschieden

Verglichen mit der vergangenen U18-Wahlen fiel die Wahlbeteiligung in diesem deutlich niedriger aus. 2011 gaben noch 29.358 Kinder und Jugendliche in Baden-Württemberg ihre Stimme ab. In diesem Jahr nahmen 12.972 Jugendliche an den U18-Wahlen teil -  davon 1.338 in Karlsruhe.

Ihre Wahl fiel dabei eindeutig aus: Als Spitzenreiter liegen die Grünen mit 35 Prozent bei den Karlsruher Jugendlichen ganz vorn. Mit deutlichem Abstand folgen die CDU mit 21 Prozent und die SPD mit 13 Prozent. Die Linke würde es mit sieben Prozent in den Landtag schaffen, ginge es nach den Karlsruher Jugendlichen. Ebenfalls im Landtag vertreten wäre die Tierschutzpartei mit sechs Prozent. Die Alternative für Deutschland (AfD) kommt bei den jungen Menschen auf gerade einmal drei Prozent.

Die Ergebnisse sind aus Sicht des Stadtjugendausschusses in Karlsruhe nicht das Entscheidende. "Die U18-Wahl ist immer dann ein Erfolg, wenn sich junge Menschen dadurch mit dem Thema Politik, Demokratie und Wahlen beschäftigt haben", meint die die Jugendverbandsreferentin Barbara Ebert des Stadtjugendausschusses. Wichtiger als die Ergebnisse selbst sei der Weg dorthin.

Die Zahlen zeigen aber: Zumindest im Rennen zwischen CDU und Grünen liegen die Trends unter den Jugendlichen und den tatsächlich Wahlberechtigten nicht weit auseinander. In der letzten INSA-Umfrage liegen die Grünen mit 33,5 Prozent bei den Befragten deutlich vor der CDU mit 28,5 Prozent. Die SPD käme nach Aussage des INSA Instituts auf gerade einmal 12,5 Prozent - und wäre damit gleichauf mit der AfD. Die FDP käme auch sechs Prozent, die Linke auf drei Prozent. Welche Partei am Ende in den Landtag einzieht, wird sich dann bei den "echten" Landtagswahlen am Sonntag, 13. März, zeigen.

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