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Karlsruhe Karlsruher Parteien zu Wahlergebnis: "Bittere Niederlage" und "Angriff auf Demokratie"

Baden-Württemberg hat gewählt: Am Sonntag gab es einen triumphalen Wahlsieg für die Grünen und eine "bittere Niederlage" für die SPD. Am "Montag danach" äußern sich die Karlsruher Parteien Grüne, SPD und FDP zu den Wahlergebnissen im Land. Bei den Grünen ist man sich der "Verantwortung bewusst", die SPD ist tief enttäuscht, blickt jedoch hoffnungsvoll in die Zukunft.

"Zum ersten Mal in unserer Geschichte sind Bündnis 90/Die Grünen die stärkste Partei in Karlsruhe. Zum ersten Mal haben wir auch beide Wahlkreise für uns entscheiden können und senden erneut zwei Abgeordnete in den Landtag", erklärt der Kreisvorstand per Pressemeldung. "In fast allen Karlsruher Stadtteilen haben wir gewonnen. Und in den Innenstadt-Bezirken durchweg mit über 40 Prozent Wähler-Zuspruch", so die Grünen.

"Wir sind uns der großen Verantwortung bewusst, nun als alleinige Landtagsabgeordnete beide Karlsruher Wahlkreise zu vertreten" erklären die beiden neu gewählten Abgeordneten Alexander Salomon und Bettina Lisbach. "Ein besonderer Schwerpunkt unserer Arbeit wird deshalb die Wahlkreisarbeit sein. Wir wollen uns in Stuttgart engagiert für Karlsruher Interessen einsetzen, dabei aber natürlich auch die ökologischen und sozialen Belange weiter im Blick behalten.“

"Bittere Niederlage" bei SPD

Der SPD-Kreisverband Karlsruhe-Land ist tief enttäuscht von dem Ergebnis der Landtagswahlen vom Sonntag im Landkreis Karlsruhe - so heißt es in einer entsprechenden Pressemitteilung der Sozialdemokraten. "Die Arbeit unserer bisherigen Landtagsabgeordneten Anneke Graner und Walter Heiler war gut. Beide haben viel für die Menschen in den Wahlkreisen erreicht", fasst der Kreisvorsitzende René Repasi zusammen. Es folgt der Versuch einer Erklärung für die Wahlschlappe:

"Die Erfolge der gemeinsamen Regierungsarbeit sind jedoch in der Wahlurne alleine den Grünen zugerechnet worden. Wir zahlen einen hohen Preis dafür", so Repasi weiter.  "Wir konnten uns vor Ort jedoch nicht vom Landestrend abkoppeln. Die Landes-SPD wurde dabei zerrieben in einem Lagerwahlkampf, in dem die Flüchtlingspolitik das dominierende Thema war."

AfD Erfolg ist "Angriff auf Demokratie"

Ein ganz "besonderer Tiefpunkt ist das Ergebnis der AfD im Landkreis", schreiben die Sozialdemokraten.  "Der Erfolg dieser Partei ist kein Denkzettel. Er ist ein Anschlag auf die Demokratie. Ungeachtet der inhaltlichen Differenzen zwischen den demokratischen Parteien im Landkreis Karlsruhe, müssen wir geeint zusammenstehen, um den Antidemokraten die Stirn zu bieten", kommentiert der SPD-Kreisvorsitzende Repasi.

Man blickt trotz der Wahlniederlage hoffnungsvoll in die Zukunft: "Die SPD hat jedoch in ihrer Vergangenheit zahlreiche Krisen durchlaufen. Wir sind krisenerprobt. Es wird keine einfachen und schnellen Lösungen geben. Wir müssen das Vertrauen der Menschen in sozialdemokratische Politik zurückgewinnen."

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