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Karlsruhe Historischer Termin: Karlsruhe bekommt neues KSC-Stadion!

Am Freitagmorgen beseitigte der Karlsruher SC auch die letzten Zweifel und postete ein Foto in den sozialen Netzwerken: Die Verträge für das neue KSC-Stadion im Wildpark sind unterschrieben. Im letzten Moment konnten sich die beiden Parteien noch über letzte Vertragsdetails einig werden. Wer sich in welchen Punkten durchsetzen konnte - um 13 Uhr sprechen die Verantwortlichen, ka-news ist live dabei.

IHK-Präsident Wolfgang Grenke eröffnet um Punkt 13 Uhr die Pressekonferenz und sagt den Satz, auf den viele Fußballfans sehr lange gewartet haben: "Um 9 Uhr wurden die Unterschriften unter das Vertragswerk geleistet. Damit ist der Weg frei, ein neues Fußballstadion zu errichten."

"Neues Kapitel aufgeschlagen"

Grenke möchte besonders einen Punkt betonen: "Von vorneherein war klar, dass die Investitionssumme in das Stadion durch den Verein mithilfe der Pacht im Laufe der nächsten Jahrzehnte zu erbringen ist." Und deutlicher: "Es ist kein Geschenk von öffentlichen Mitteln, sondern eine Vorfinanzierung des Gebäudes."

Oberbürgermeister Frank Mentrup spricht: Es war ein "wahrhaft historischer Termin heute morgen beim Notariatsdirektor." Es werde ein neues Kapitel aufgeschlagen - die Erwartungen sind hoch, eine bessere Basis für dauerhaft hochwertigen Profifußball und eine bessere wirtschaftliche Grundlage für den KSC schaffen zu können.

Das Vertragswerk mit fünf Verträgen "regelt alles, was in den kommenden Jahrzehnten zu regeln ist", so Mentrup. Dies bestehe vor allem aus drei Phasen, so Mentrup am Freitag. In allen Phasen muss "von jeder Seite ein erhebliches Maß an Vertrauen" mitgebracht werden.

Stadt bleibt alleinige Bauherrin

Die erste Phase bestehe aus Ausschreibung und Vergabe, die Stadt bleibt alleinige Bauherrin - hier gab es bis zuletzt Differenzen mit dem KSC. In der zweiten Phase sei die Stadt weiterhin Bauherrin, aber baut auf dem Gelände, das an den Verein vermietet wurde. Das werde noch "ganz Erhebliches an Zusammenarbeit und Vertrauen abverlangen", so Mentrup. Ligabezogene Pachtvereinbaung, das sei die dritte Phase, hier sei der Verein am Ruder, so Mentrup.

"Ich bin gottfroh, dass wir das durchgehalten haben", so Mentrup, "eine Zeit lang habe ich nicht mehr daran geglaubt." Man habe bereits Ausstiegsszenarien durchgerechnet, aber diese nie aktiv herbeigeführt. Das Projekt sei sehr anstrengend und belastend gewesen, aber ab jetzt herrsche eine "völlig neue Zeit der Zusammenarbeit."

"Viele haben wohl gedacht, dass er nicht mehr kommen würde"

"Es ist ein guter Tag für den KSC und ein guter Tag für die Stadt Karlsruhe", so KSC-Präsident Ingo Wellenreuther. Er selbst habe elf Jahre am Projekt "neues Stadion" gearbeitet. Das Ergebnis sei "überragend" - "ein Stadionneubau, von dem wohl viele gedacht haben, dass er nicht mehr kommen würde." Jetzt seien die Voraussetzungen für den Bestand des Profifußballs geschaffen worden, so Wellenreuther. Es sei aber auch ein "Geschenk für die Karlsruher Bürger" und eine Chance für die Stadt "ein neues Wahrzeichen zu bauen".

"Ich hoffe, dass ab jetzt eine riesige Euphorie in der Stadt herrscht", so Wellenreuther. Auch in der Zukunft warten große Herausforderungen auf Stadt und Verein - denn der Komplett-Neubau des Stadions wird im laufenden Spielbetrieb geschehen. "Diese Phase müssen wir sportlich, aber auch wirtschaftlich überstehen", so Wellenreuther.

Aktualisierung, 13.40 Uhr

Sichtlich froh ist der KSC über das beschlossene Parkhaus am Stadion und der Umgestaltung des Birkenparkplatzes. Große Erwartungen hat man ebenfalls in den neuen Business-Bereich: 40 Logen und 2.500 Business-Seats sollen für entsprechende Mehreinnahmen sorgen. Die Veranstaltungsräume seien auch für die regionale Wirtschaft von Bedeutung, so Wellenreuther. Es sei die richtige Entscheidung gewesen, das Stadion neu zu bauen und nicht für 45 Millionen Euro zu sanieren.

Man könne sich vorstellen, Bauabschnitte zu tauschen, um Termine bezüglich des Stadionneubaus einhalten zu können, sagt Mentrup auf Nachfrage. Bislang werde weiterhin ein Baubeginn 2018 anvisiert. "Der Zeitplan sieht vor, dass wir 2020 fertig werden, es bleibt dabei", so der Oberbürgermeister.

"Wir streben an, dass wir immer ein Stadion haben, das zirka 15.000 Zuschauer fasst", so Wellenreuther zur Frage nach Umbau im laufenden Spielbetrieb. Eine besondere, wirtschaftliche Herausforderung wird der Umbau der Haupttribüne werden - "der größte Brocken" laut Mentrup. Wellenreuther bestätigt: Man werde alles tun müssen, um die Lizenz während der Bauzeit nicht zu gefährden. Die Stadt wird den KSC mit VIP-Zelten unterstützen - um Versorgung und wirtschaftliche Grundlage des Business-Bereichs zu gewährleisten.

Eine reduzierte Mietzahlung während der Bauzeit sei abgesprochen. "Wir haben uns bundesweit erkundigt was in vergleichbaren Fällen passiert ist", so Mentrup. Das übliche Verfahren sei die Reduzierung der Miete. Genaue Zahlen gibt es am Freitag nicht: Den wirtschaftlichen Ausfall zu beziffern sei nicht möglich, so Mentrup.

Stadionsprecher Wacker zur Entscheidung

Stadionsprecher Martin Wacker freut sich, dass das Dauerthema "neues Stadion" endlich vom Tisch ist. "Die Entscheidung hat eine große Bedeutung für die Stadt und den Verein", sagt Wacker. Aus seiner Sicht ist es der richtige Standort und somit attraktiver als ein Stadion inmitten der Stadt. Kann der Zeitplan gehalten werden, freut sich Wacker, sein 20-jähriges Stadionsprecher-Jubiläum im neuen Stadion feiern zu können.

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  •   Mitbuerger
    (14 Beiträge)

    Karlsruhe
    braucht kein neues Fussbakkstadion, Karlsruhe braucht einen neuen Fussballverein
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  •   Mitbuerger
    (14 Beiträge)

    Natürlich
    muss es Fussball- und nicht Fussbakkstadion heißen
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  •   chris
    (331 Beiträge)

    Giftstoffe aus dem 2. Weltkrieg?
    Beim Bau des neuen Stadions ist offen, ob die Stadionwälle entsorgt werden. Die Stadt möchte das nicht, weil imense Mehrkosten anstünden (bis zu 15 Mio!). Lt. Probebohrungen der Stadt im letzten Jahr sind die Stadionwälle hoch toxisch. Es geht das "Gerücht" in KA um, dass das neben Schutt aus dem 2. Weltkrieg auch chemische Kampfstoffe entsorgt worden seien - kann das sein? Welche Gefahr geht denn eigentlich dann von solchen Stadionwällen aus? Schon interessant was unsere Stadtväter nach dem Krieg hier getrieben haben. Interessant ist auch, dass man nirgends etwas dazu im Netz findet.
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  •   denis_g_v
    (68 Beiträge)

    Wo finden die Heimspiele...
    während der Bauphase statt? Gibt's da schon Infos?

    Und weiß man schon, welche Verbesserungen an der Infrastruktur geplant sind?
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  •   Winston_Smith
    (182 Beiträge)

    Andere Sichtweise als die der Kritiker
    Es ist eine populistische Argumentation, in Zeiten leerer Kassen würden über 100 Mio Steuergelder Karlsruher Bürger an Millionäre verschenkt.

    -Es gibt über 10 Mio Zuschuss vom Land. Wird der nicht abgerufen, wird er woanders investiert, und nicht in Schulen oder Kitas.
    -Das, was die Stadt selbst zahlt, geht in Infrastrukturmaßnahmen und kommt nicht nur Fußballbesuchern zugute.
    -Als Eigentümerin des maroden Stadions müsste die Stadt in den nächsten 33 Jahren horrendes Geld in die Hand nehmen, um diese Ruine begehbar/nutzbar zu halten. Wers nicht glaubt, einfach mal die causa Europahalle anschauen. Man darf gespannt sein, was da noch kommt.

    Man könnte es als Coup der Stadtverwaltung ansehen, jemanden gefunden zu haben, der sich jetzt um das Kostengrab kümmert und, wenn alles gutgeht, der Stadt ein großes Problem abnimmt.
    Zumal ich sicher bin, dass es im Stadion auch gute fussballfremde Nutzung geben wird.
    Ich sag jetzt mal: Gut gemacht Stadtverwaltung.
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  •   pilarskyArena2020
    (236 Beiträge)

    Gott sei Dank ist der Deckel jetzt drauf
    Die Stadt ist Bauherr und Vermieter!

    Kein Kostenrisiko für den Verein. Wenns läuft wird ein hoher Mietzins aufgerufen und wenns nicht läuft ein geringer Mietzins 🤑😜

    Gut gemacht Ingo !
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  •   Mozzer
    (1517 Beiträge)

    Lange lange hat´s gedauert.....
    .....mich wundert es trotzdem, dass es jetzt endlich wahr werden soll. Und wer wegen der Kosten motzt, sollte sich lieber mal anschauen, wieviel Geld im Karlsruher Untergrund verbuddelt wird. Damals war mir schon klar, dass die Baukosten sich mindestens verdoppeln werden, da muss man aber auch kein Prophet sein. Jetzt liegt die Tunnelröhre bei ca. 1 Mrd. Euronen, da können wir gerne rund ein Zehntel mehr an Kosten vertragen. Gegen den Tunnel war ich übrigens im ersten Bürgerentscheid, im zweiten durfte ich dann icht mehr mitstimmen, da ich KA wohnsitzmäßig den Rücken gekehrt hatte......
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  •   Mozzer
    (1517 Beiträge)

    Spannend wird es noch,....
    ....in welcher Liga wir dann das offizielle Eröffnungsspiel fürs Stadion erleben dürfen...Baubeginn 2018....Fertigstellung 2020???....wenn es sportlich so weiterläuft auf keinen Fall in der Premiumliga....
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  •   tomumanu
    (144 Beiträge)

    Lol
    Unglaublich ich hoffe nur die brauchen keine 20 Jahre bis das Stadion steht.
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  •   soebbs
    (380 Beiträge)

    Historisch...
    ist an der SAche, dass eine Stadt in Zeiten finanzieller Not und spektakuläen Sparmaßnahmen einen sportlich wie geschäftlich recht unfähigen Verein mit 120 Millionen Euro sponsert.
    Ich wiederhole mein Statement zum Thema "Die Verträge sind unterschrieben" gerne:
    Erst...
    Sparmaßnahmen wegen knappen Kassen beschließen, den sozial Schwachen das Leben noch mehr erschweren, Vereine, soziale Einrichtungen, Kultur gängeln, Eintrittspreise für öffentliche Einrichtungen erhöhen, Nightliner einstellen und vieles mehr hauptsächlich wegen einer kropfunnötigen Kombilösung mit ständig steigenden Kosten. Folgekosten in Millionenhöhe auf unbegrenzte Zeit und dann einem geschäftlich wie sportlich eher drittklaasigen Verein ein neues Stadion auf städtische Kosten bauen. Wissend, dass der Mietzins/ Tilgung nicht erbracht werden kann, wissend, dass der Verein Mietrückstände in Millionenhöhe hat. Sorry Karlsruhe, ich bin ein KSC Freund aber das geht gegen jegliche Vernunft, das hat mit demokratischer Poli
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