25  

Karlsruhe Erst Tunnel, jetzt Stadion: Kasig übernimmt Bauleitung für KSC-Neubau

Die Karlsruher Schieneninfrastruktur Gesellschaft mbH (Kasig) wird Oberbauleiterin, Projektsteuerin und technische Beraterin für das neue Fußballstadion im Wildpark. Das wurde bereits im Frühjahr diesen Jahres entschieden. Jetzt soll geklärt werden, für was genau die Kasig in dieser Sache in Zukunft zuständig sein wird.

Die Zuständigkeit der Kasig lässt sich beim KSC-Stadionbau in zwei Stufen unterteilen: Erstens der Zeitraum bis zur Vergabe der Bau- und Planungsleistungen an einen Bauunternehmer und zweitens die Aufgaben nach der Vergabe (Prüfung und Freigabe von Plänen, juristische Beratung, Überwachung Bauunternehmer). Der Baubeginn für das neue Stadion soll 2018 starten, die entsprechenden Bauleistungen sollen vorher vergeben sein.

Zusammengefasst ist die Kasig für die Koordination sämtlicher Baumaßnahmen zuständig. Der hierfür notwendige "Geschäftsbesorgungsvertrag" zwischen Kasig und städtischem Eigenbetrieb wurde im Mai geschlossen. Er definiert die rechtlichen Rahmenverhältnisse zwischen den beiden Parteien.

Bereits im März wurde mit der Einrichtung des städtischen Eigenbetriebs die Einbindung der Kasig festgelegt: Der Gemeinderat beschloss neben dem zuständigen Dezernat (Dezernat 6, Bürgermeister Michael Obert) und dem Betriebsleiter Werner Merkel auch, die Kasig zur (Vertrags-)Überwachung der Bauunternehmer zu beauftragen. Als Bauleiter und "Kopf des Neubaus" wurde im März der Kasig-Prokurist Frank Nenninger benannt.

Erste Stufe: Mitwirkung bis zur Bauvergabe

Mit dem Vertragsabschluss im Mai wurde die erste Stufe beauftragt. Sie umfasst den Zeitraum bis zur rechtswirksamen Erteilung des Zuschlags an den Bauunternehmer, also konkret gesagt: die Vergabeverfahren. Weiterhin zählen zur ersten Stufe folgende Tätigkeiten:

  • Mitwirkung bei der Vergabe der Bau- und Planungsleistungen
  • Vertretung in Nachprüfungsverfahren in Abstimmung mit den juristischen Beratern des Auftraggebers
  • Mitwirkung an sämtlichen Verhandlungen mit dem KSC
  • Mitwirken bei der Steuerung der Fortschreibung der Funktionalen Leistungsbeschreibung (FLB) sowie Vergabeakte durch die fachtechnischen Berater des Auftraggebers sowie der Fachabteilungen der Stadt Karlsruhe
  • Mitwirken bei der Einbeziehung zu beteiligender Dritter (KSC) bei der weiteren Projektrealisierung.

Zweite Stufe soll jetzt freigegeben werden

Am kommenden Dienstag, 21. November, stimmt der Gemeinderat über die konkreten Leistungen der zweiten Stufe ab. "Die zweite Stufe beginnt mit dem Wirksamwerden des Totalunternehmervertrages - also das Erfüllungsstadium", heißt es in der aktuellen Beschlussvorlage. Zuvor ist der Antrag im Betriebsausschuss Eigenbetrieb beraten worden. Konkret geht es um die Prüfung und Freigabe von Plänen und die Position der Kasig als Oberbauleitung, in welcher sie sämtliche Baumaßnahme koordinieren kann. Konkret wird die Kasig folgende Leistungen übernehmen:

  • Prüfung und Freigabe von Plänen unter Einbindung der fachtechnischen Abteilungen der Stadt Karlsruhe
  • Oberbauleitung und Koordinierung der Baumaßnahmen
  • Wahrnehmung aller dem Auftraggeber obliegenden Anzeige-, Mitteilungs- und Vorlagepflichten aus dem Bauvertrag mit dem künftigen Bauunternehmer
  • Überwachung der Terminpläne und der Vertragserfüllung durch Bauunternehmer und sonstiger Baubeteiligter
  • Durchführung und Vertretung des Bauherrn bei Abnahmen
  • Geltendmachung von Schadensersatz- und Mängelansprüchen, Überwachung der Mängelbeseitigung
  • Baumanagement (Kosten, Qualitäten, Termine) mit den am Bau beteiligten Dritten
  • Teilnahme an Sonderterminen, zum Beispiel Vorbesprechungen an Spieltagen
  • Mitwirken bei der Einbeziehung zu beteiligender Dritter (KSC) bei der weiteren Projektrealisierung,
  • Nachtragsmanagement
  • Rechtsberatungsleistungen: Juristische Beratung und Begleitung bei bauvertraglichen Angelegenheiten auf Anforderung
  • Kaufmännische Leistungen (Durchführung des Prüf- und Genehmigungsumlaufes, Durchführung des Auftrags- und Bestellwesens, Rechnungsprüfung, sowie Weiterberechnung erbrachter Leistungen der Kasig an den Eigenbetrieb)
  • Zentrale Dienste/Sekretariatsaufgaben

Vorhandenes Wissen und Kenntnisse werden genutzt

Doch ein Frage bleibt: Warum wird für den Bau eines Stadions eine Schieneninfrastruktur Gesellschaft beauftragt? Für die Kasig als Oberbauleiterin habe man sich damals vor allem wegen folgender Gründen entschieden: Die Kasig besitze Erfahrungen im Bau und der Projektsteuerung von Großprojekten, so die Stadtverwaltung in ihrer Beschlussvorlage an den Gemeinderat. Weiter heißt es: "Aufgrund dessen werden das vorhandene Wissen und Kenntnisse bei der Umsetzung des komplexen Bauvorhabens genutzt."

Neue Personalstellen sollen bei der Kasig durch die Einbindung in das Bauprojekt Wildparkstadion nicht entstehen, hieß es im März 2017 von den Verantwortlichen. Durch die sich dem Ende zuneigenden Bauarbeiten am Stadtbahntunnel unter der Kaiserstraße und am Südabzweig würden entsprechende Ressourcen frei.

ka-news Hintergrund: Eigenbetrieb "Fußballstadion im Wildpark"

Der Eigenbetrieb mit der Bezeichnung "Eigenbetrieb Fußballstadion im Wildpark" soll sich zunächst um das Vergabeverfahren für den Neubau kümmern. Im kommenden Jahr - zum 1. Januar 2018 - sollen ihm auch die Infrastruktur und der Betrieb des bestehenden Stadions übertragen werden. Der Betrieb bezieht sich auf den immobilienwirtschaftlichen Teil. Spiel und Veranstaltungsbetrieb liegen weiterhin beim Karlsruher SC. Beschlossen wurde die Einrichtung des kommunalen Eigenbetriebs am 19. Juli 2016 im Gemeinderat.

Der Eigenbetrieb ist in der Zuständigkeit von Bürgermeister Michael Obert (Dezernat 6) angesiedelt. Er wird ein vom Kämmereihaushalt getrennter verselbständigter kommunaler Wirtschaftsbetrieb sein, ohne jedoch eine eigene Rechtspersönlichkeit zu besitzen. Weitere Informationen zur Gründung des Eigenbetriebs in folgendem ka-news-Artikel: Gemeinderat bringt Eigenbetrieb auf den Weg
Mehr zum Thema
KSC-Stadion: Aktuelle Nachrichten zum KSC-Stadion und dem geplanten Um- und Neubau im Wildpark. Alle Informationen zu Fläche, Miete und Größe und alle Neuigkeiten zum städtischen Eigenbetrieb und dem Vergabeverfahren.
Haben Sie einen Fehler entdeckt?
Unsere Sonderthemen
Das wird gerade bei ka-news heiß diskutiert
Die besten Themen
Kommentare (25)
Hinweis: Kommentare geben nicht die Meinung von ka-news wieder.
Bitte beachten Sie die Kommentarregeln und unsere Netiquette!
  •   107
    (171 Beiträge)

    15.11.2017 19:42 Uhr
    Solarzellen auf dem Stadiondach : JA oder NEIN
    das Schweigen potentieller Antwortgeber ist brüllend laut.

    Falls Roland Schmider diese Zeilen liest, erinnert er sich vielleicht and diese Frage , die ich Ihm damals gestellt habe am 07.03.1997.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   teflon
    (2328 Beiträge)

    15.11.2017 18:40 Uhr
    Das wird auf die
    maximal ausgewiesene Besucherzahl runtergerechnet sicher das teuerste Stadion in ganz Deutschland.
    Für mich heisst das ganz klar, dass ein FM damit final beweisst, dass seine Wahl genauso falsch war , wie die mögliche Wahl von Ingo - somit wars Not gegen Elend
    Ich bin dann mal gespannt, wer letztlich die Miete (inkl Zins + Tilgung) & Betriebkosten stemmt - der dauerklamme Drittligist wird das sicher nie hinbekommen
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   udoh
    (1683 Beiträge)

    15.11.2017 18:08 Uhr
    Da muss ich spontan and Bauleitung von BER denken
    Armes karlsruhe - so viel schee-g'schwätz für so wenig gutes (absichtlich in klein)
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   VielVorNixDahinter
    (77 Beiträge)

    15.11.2017 15:29 Uhr
    Interessant
    Das wird dann wohl das erste Stadion in Deutschland, das komplett unter die Erdoberfäche verlegt wird.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   betablocker
    (720 Beiträge)

    15.11.2017 16:57 Uhr
    Vor allem
    das erste weltweit mit 10 Jahren Bauzeit...
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   ALFPFIN
    (5673 Beiträge)

    15.11.2017 18:13 Uhr
    Nur 10 Jahre?
    grinsen da würde man sich ja selbst übertreffen.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   KA-Martin
    (147 Beiträge)

    15.11.2017 12:42 Uhr
    KaSIG
    "Karlsruher Sportstätten Innovations Gesellschaft" grinsen
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Waterman
    (5855 Beiträge)

    15.11.2017 12:41 Uhr
    Da nur gemeckert wird,
    aber kein Vorschlag kommt, wer denn die Oberbauleitung übernehmen soll, hier ein Vorschlag für die Sportsfreunden:

    Die Sekretärin vom Sportdezernenten sollte das machen - halbtags!

    Übrigens: Meckern auf tiefem Niveau ist auch eine Leistung!
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Shmuel_K
    (174 Beiträge)

    15.11.2017 12:48 Uhr
    In Deutschland wurden schon so einige Stadien gebaut.
    Da wird man wohl jemand finden, der geeignet ist. Andererseits benötigt ein dauerhafter Drittligist kein neues Stadion.

    Übrigens: KEIN ELDORADO FÜR RENTNER!
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Arrows
    (29 Beiträge)

    15.11.2017 11:48 Uhr
    Kasig
    Die Chancen stehen gut, dass wir doch eine Straba-Anbindung zum Stadion bekommen. Denkt mal darüber nach!!!
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten

Seite : 1 2 3 (3 Seiten)

Schreiben Sie Ihre Meinung
Ein neues Posting hinzufügen
Fett Kursiv Link Zitat
Sie dürfen noch Zeichen schreiben