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Karlsruhe Endlos-Debatte: KSC-Stadion erneut Thema im Gemeinderat

Am Dienstag steht das neue Stadion für den Karlsruher SC erneut auf der Tagesordnung der Stadträte. Nach der Grünen-Fraktion legt auch die Linke einen Antrag vor. Sie schließt sich der Forderung nach Reduzierung der Baukosten an und geht noch einen Schritt weiter: Die Bürger sollen über den weiteren Stadionbau entscheiden.

Die Verträge sind unterschrieben, Grundstücke gekauft, der Eigenbetrieb gegründet - doch die Debatte um das KSC-Stadion will nicht abreißen. Jetzt steht das Fußballstadion erneut auf der Tagesordnung des Gemeinderats: Die Grünen beantragen, den Neubau des Wildparkstadion auf das Notwendige zu reduzieren.

Ihr Vorschlag: Zunächst die Gegentribüne neu aufbauen, die Haupttribüne erst nach Wiederaufstieg in Liga 2 anpacken. Eine Option, die laut Stadt bereits 2014 unter den Namen "Generalsanierung" geprüft und von Verwaltung und Gemeinderat abgelehnt worden ist. Weiterhin will die Grünen-Fraktion die Maßnahmen zur Infrastruktur des Wildparkstadions aufgrund der geringeren Zuschaueranzahl in Liga 3 reduziert wissen.

Linke fordern Bürgerentscheid

Die Linken ziehen mit einem Änderungsantrag nach: Die Arbeiten am Wildparkstadion sollen sich nicht nur auf "die zu einem reibungslosen Spielbetrieb in der 3. Liga notwendigen Maßnahmen" beschränken, sondern die Bürger sollen über den Finanzierungsumfang entscheiden. Gefordert wird ein Bürgerentscheid mit der Fragestellung "Soll das neue Wildparkstadion zu 100 Prozent aus Steuermitteln finanziert werden?"

"Bis auf den Landeszuschuss finanziert die Stadt die Summe und der KSC soll verteilt über 30 Jahre Rückzahlungen leisten", so die Begründung der Linken, "ob und in wie weit der KSC nach dem Abstieg in die 3. Liga in der Lage sein wird, der Stadt die Kosten für den Neubau des Fußballstadion zurückzuerstatten, steht derzeit in den Sternen."

Stadtverwaltung hält an Planung fest

Die Stadtverwaltung lehnt alle Punkte der beiden Anträge ab: "Mit Blick auf die Ligazugehörigkeit ist zu sagen, dass ein umfangreiches, komplexes Infrastrukturprojekt wie das neue Stadion im Wildpark ein langfristig angelegtes Vorhaben ist, welches nicht kurzfristig modifiziert werden kann, je nach sportlichem Erfolg beziehungsweise Misserfolg im Verlauf einer Saison", stellt sie klar. Des Weiteren sei mit Schadensersatzklagen und Mehrkosten bei Unterbrechung des Bauprojekts zu rechnen - das "Gesamtpaket Fußballstadion" sei bereits ausgeschrieben.

Zum Linken-Wunsch über einen Bürgerentscheid stellt die Verwaltung fest: "Der Antrag auf einen Bürgerentscheid zum Thema 'Neues Fußballstadion im Wildpark' wurde zum ersten Mal 2013 im Gemeinderat gestellt, damals von der Grünen-Fraktion. Er wurde vom Gemeinderat mehrheitlich abgelehnt. 2016 wurde ein entsprechender Antrag noch einmal von der Fraktion Die Linke gestellt – mit dem gleichen Ergebnis. Ein Bestreben, ein Bürgerbegehren zu initiieren, blieb ohne Erfolg." Der Gemeinderat kommt heute ab 16.30 Uhr zusammen und wird über die Anträge entscheiden.

ka-news wird ab 16.30 Uhr vor Ort sein und über die Diskussionen berichten. Die Unterlagen zu Gemeinderatssitzung gibt es unter folgendem Link: http://web3.karlsruhe.de/Gemeinderat/ris/bi/to0040.php?__ksinr=4585

Aktualisierung

Mit zwei Ja-Stimmen, acht Enthaltungen und 35 Nein-Stimmen wurde der Änderungsantrag der Linken (den Neubau des Wildparkstadions auf das Notwendige reduzieren) abgelehnt. Es wird also an den bisherigen Planungen festgehalten.

Der Antrag der Grünen Gemeinderatsfraktion zur Streckung der Baumaßnamen, wurde auf Empfehlung von OB Mentrup, in den Eigenbetriebsausschuss verwiesen. Die Diskussion der Stadträte aus dem Gemeinderat gibt es im Artikel "KSC-Stadion im Gemeinderat: 'Reden hier nicht von einer Hinterhof-Garage'"

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  •   Nacional
    (441 Beiträge)

    "Soll das neue Wildparkstadion zu 100 Prozent aus Steuermitteln finanziert werden?"
    NEIN, NEIN und nochmals NEIN, baut euer Wahnsinnsstadion mir eurem eigenen Geld, Hr. Wellenreuther und Hr.Pilarski und wenn euch das nicht passt dann verschwindet endlich, der KSC ist noch ein Fußballverein und nicht ein Aufmarschgebiet für profilierungssüchtige CDU-Politker samt Metallhändler-Anhang mit ihren Claqueuren die sich ein weiteres Millionen-Denkmal auf Kosten der Allgemeinheit setzen wollen.
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  •   andi-b7
    (2465 Beiträge)

    Nur mal so neben bei derKSC hat im letzten Jahr 8 Mio Steuern bezahlt.
    Vielleicht mal dran denken das das auch ein gewaltiger Steuerzahler ist das auch der Stadt zu gute kommt.
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  •   Gedankenpolizei
    (72 Beiträge)

    Steuern hat der KSC möglicherweise bezahlt.
    Die Stadionmiete scheinbar nicht in vollem Umfang...
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  •   Gedankenpolizei
    (72 Beiträge)

    BTW
    Welcher Art sind diese Steuern denn? MWST? Die zahlt der Kunde/Besucher. Gewerbesteuer? Die fällt nur bei einer positiven Bilanz an. Lohnsteuer (anteilig)? So ist das eben als Arbeitgeber. Ah, die Managergehälter, da fällt gewiss was für KA ab...
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  •   KSC-Oldie
    (48 Beiträge)

    Wann kapiert diese Stadt endlich..
    .. dass es sich nicht nur um die Schaffung einer adäquate Spielstätte für einen Fußballverein handelt, sondern dass die ganze Misere des KSC auch mit diesem ewigen Rumgezetere zusammen hängt????
    In Köln , Gelsenkirchen, Bremen, etc. steht der Einwohner hinter dem jeweiligen Verein, selbst wenn er kein Fußballfan ist und nichts damit am Hut hat.
    Hier beschmieren wir uns gegenseitig mit Dreck und lassen andere an unserer Selbstzerfleischung weiden. Ich bin sowas von Stolz darauf, dass ich k..... könnte.
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  •   peddersenn
    (962 Beiträge)

    nun....
    ...wenn diese Stadt eben nicht geschlossen und auf Teufel komm raus hinter dem KSC steht, dann ist es eben so.

    Meines Erachtens spricht das FÜR die Karlsruher Bevölkerung. Als wenn Fußball irgendwas mit Stolz oder Identität zu tun hätte. Das ist ne Unterhaltungssendung von millionenschweren Klubs und politischen Selbstdarstellern, die alles tun, damit sie die Kosten für ihr belangloses Hobby nicht selbst tragen müssen.

    Wir sind eben nicht mehr in den 50ern, wo alles, was der Bürger so an Ablenkung geniesssen durfte, am Samstag das "auf Schalke" oder "zum Phoenix" gehen war. Und die Leute noch aus dem Stadtteil stammten, für den sie kickten. Und unter der Woche auf der Arbeit waren.

    Ihr lasst Euch da ver*rschen - das ist schlicht ne Mogelpackung. Die Minderleister oben füllen sich für null Leistung die Taschen - und wenns eng wird, dann wird wieder an des Fans Tränendrüse appelliert.

    Mir ist der KSC in der 3. Liga LIEB. Oben nicht. Das passt nicht zu Baden, Nichtsnutze durchfüttern.
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  •   Nacional
    (441 Beiträge)

    so ist es
    und nicht anders, geht aber nicht in manche Holzköpfe zwinkern
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  •   Amo3
    (25 Beiträge)

    Lächerlich,
    was in der Politik in Karlsruhe - schon seit Jahren - wegen des Stadionneubaues abgeht.
    Die Grünen müssen sowieso zu allem ihren Senf dazu geben (ist in der Politik kein bisschen anders, siehe Anton Hofreiter) und sind zunächst einmal gegen alles und jeden.

    Die Stadionplanung läuft und das ist gut so. Der KSC wird in absehbarer Zeit wieder -zumindest - in der 2. Bundesliga spielen und slebst wenn nicht, ist ein neues Stadion längst überfällig.
    Als Beispiel seien nur mal die sanitären Anlagen genannt.

    Und was Steuergelder betrifft: Viele unnütze Vorhaben werden mit Steuergeldern verbrannt und wieviel Steuergelder flossen schon in die Milliardengräber Berliner Flughafen und Stuttgart 21.
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  •   Gedankenpolizei
    (72 Beiträge)

    Ah,
    der Ka-Kombimist ist kein Milliardengrab? Nein?
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  •   peddersenn
    (962 Beiträge)

    naja....
    ...mir reicht das Stadion. Und der Bundesliga auch. Ein paar Millionen für ein paar neue Toiletten werden noch aufzutreiben sein. Das ganze andere geplante großk*tzige Drumrum stößt mich eher ab.

    VIP-Loungen. Wenn ich das schon höre. Im Fußball gibts keine VIPs, hats keine zu geben. Und auch keine gelangweilten Nichtinteressierte, die da Häppchen essen und nur runterschauen, wenn der Schiri Elfmeter pfeift.

    Ich war da -auf das und die kann ich verzichten. Und DA wäre mal Gelegenheit, die überstrapazierte Vokabel von STOLZ und EHRE zu bemühen.

    Ich war in ner anderen Sportart aktiv - relativ erfolgreich. Und wir haben unsere Trikots und Turnierunkosten SELBST bezahlt - weil wir Schon Trikot- und Bandenwerbung finde ich der absolute Hammer. Und jetzt noch ein Stadion spendiert kriegen. Kein Geld oder was? Dann wirtschaftet man eben anders.

    Oder man verkauft sich, nur weil man mit den großen Hunden p*nkeln will.

    Hat jeder die Wahl, aufrecht vorm Spiegel zu stehen - oder nicht.
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