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Karlsruhe Wasser in unterirdischer Haltestelle: "Wir sind auf solche Situationen vorbereitet"

Ein am heutigen Montag 12. September festgestellter Wassereintritt in die unterirdische Haltestelle Kronenplatz hat ab 12 Uhr für kurzzeitige Verkehrsbehinderungen gesorgt. Das Grundwasser war in einer Menge von etwa 20 bis 30 Liter pro Sekunde durch eine Schlitzwand im südwestlichen Bereich der Haltestelle, an der derzeit der Erdaushub läuft, ausgetreten, so das Unternehmen Karlsruher Schienen- und Infrastruktur Gesellschaft (Kasig) in einer Pressemeldung.

Gegenmaßnahmen wurden laut Kasig sofort ergriffen: Die Schadstelle wurde von innen mit Erdreich angeschüttet, um den Druck von innen gegen das von außen hereindrückende Wasser zu erhöhen. Zudem begann ein Team von Spezialisten sofort damit, Kunstharz durch Bohrungen durch die Schlitzwand nach außen zu verpressen; mit diesem gängigen Verfahren können Undichtigkeiten dieser Größenordnung verschlossen werden.

"Wir sind auf solche Situationen vorbereitet", so ein Unternehmenssprecher gegenüber ka-news im Gespräch. "Wir hatten die Lage schnell im Griff", so der Sprecher weiter. Die Haltestelle liege "komplett" im Grundwasser, dieses drücke permanent gegen die Wände. Doch zur Zeit gäbe es lediglich die noch nicht entgültigen Wände. Sie dienen nur dem Schutz der Bauarbeiten. Die endgültigen Wände wären dann statisch instabil und wasserdicht, so der Sprecher.

"Situation war rasch unter Kontrolle"

Das eindringende Wasser wurde laut dem Unternehmen sofort mit einer Tauchpumpe abgepumpt, so dass die Situation sehr rasch unter Kontrolle war und die unterirdische Haltestelle "trocken" blieb. Vorsorglich wurde oberirdisch die Kreuzung der Kaiserstraße mit der Waldhorn- und Fritz-Erler-Straße zunächst für die Stadtbahnen und Straßenbahnen sowie für alle Autos gesperrt.

Nach etwa einer halben Stunde wurde der Ost-West- und West-Ost-Verkehr der Bahnen aber wieder aufgenommen, inzwischen gibt es nur noch die Einschränkung, dass die S1/S11 nicht von Westen nach Süden beziehungsweise von Süden nach Westen abbiegen kann: Diese Bahnen fahren über die Karlstraße.

Autos können derzeit nicht von Norden geradeaus in die Fritz-Erler-Straße fahren, alle anderen Fahrbeziehungen funktionieren wieder. Wann diese Einschränkungen beendet sein werden, lässt sich derzeit noch nicht sagen. Zunächst wird mit dem Verpressverfahren der Wassereintritt ganz gestoppt. Danach wird das Erdreich unter der Südwestecke der Kreuzung auf Sackungen untersucht und gegebenenfalls injiziert.

Die Auswirkungen auf die Baustelle seien laut einem Unternehmenssprecher zwar noch nicht genau bezifferbar, aber er gehe höchstens von einer Verzögerung von ein bis zwei Tagen aus. "Dann geht es ganz normal weiter."

 

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Kommentare (22)
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  •   haku
    (3773 Beiträge)

    Gott sei Dank ist hier niemand Fachmann...
    Wenn ihr was bauen würdet, wo es eventuell zu Vorkommnissen kommen könnte, würdet ihr das wohl ignorieren und wie die kopflosen Hühner rumrennen, wenn es dann doch passiert...
    Natürlich muss eine Firma, die im Grundwasser baut, mit Störungen rechnen und dann Pläne und Material für diesen Fall bereit halten. Nicht anders ist es jetzt wohl hier. Ein Skandal wäre hier erst, wenn die Firma eben geagt hätte, dass sie auf sowas überhaupt nicht vorbereitet sind.
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  •   soebbs
    (380 Beiträge)

    Wasser...
    findet immer seinen Weg, auch nach Jahren.
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  • unbekannt
    (1 Beiträge)

    wasser
    Karlsruhe hat bald ein Ubad statt einer Ubahn.
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  •   teflon
    (2317 Beiträge)

    Betreten darf man
    die Haltestellen der Schildaer U-Bootbahn wohl nur mit Schnorchel, Taucherbrille & Schwimmweste.
    Das wird noch ne Vollkatastrophe , wenn so weitergepfuscht wird, wie es aktuell von den Verantwortlichen gemacht wird.
    Seit dem Abgang von einem Dr WC ist es höchstens noch schlimmer geworden - dafür kostet es es jetzt in der GF-Ebene das Doppelte...ich bin da für 1x Teeren & Federn - das soll helfen
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  •   udoh
    (1681 Beiträge)

    Ich würde Tauchflasche empfehlen
    Schnorchel nützt nix wenn man unter Tonnen von Beton eingeschlossen ist. Gut wahrscheinlich nützt auch die Flsche dann nichts mehr. Zum Glück gibt es ja die Rettungswege.... uuuups die sind ja ziemlich eng geworden.. Ob der Richter der das zulies inzwischen Blut und Wasser schwitzt, dass die niemals benötigt werden???
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  •   mueck
    (8975 Beiträge)

    !
    Die Wände und Sohlen wurden schon vor längerer Zeit gebaut, also nicht unter der jetzigen Führung, die graben die Sachen nur aus, anders ginge es aber auch nicht ...
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  •   udoh
    (1681 Beiträge)

    Was für ein Flickwerk - in so ein zusmmengebasteltes Schiff wollte ich nicht
    Mal Sand dagegen, Kunstharz et.al. klingt nach Pflaster hier und Binde dort in der Hoffnung, dass das alles schon hält was mal einer für die 900.000.000 EUR unseren Geldes versprochen hat.
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  •   ALFPFIN
    (5607 Beiträge)

    Schön, dass man auf
    Wassereinbrüche vorbereitet ist. Nachdem am Europaplatz Sand nachrutscht, ist man auch für weitere "Sandeinbrüche" jetzt auch vorbereitet. Jetzt muss nur noch ein Stück von der Decke wieder runterkommen, dann hat man das auch abgehakt. Ungemein beruhigend.

    Ich fahre trotzdem in Zukunft obenrum. Das Stück Kaiserstraße auf dem wir ja dann flanieren sollen, ist fußläufig ja überschaubar, wenn die Kaiserstraße wirklich bahnfrei bleibt. Denn, wenn untenrum die Einbrüche kommen, auf die man zwar vorbereitet ist, müssen sie wieder obenrum Gleise verlegen.

    Ha, darauf warte ich wirklich. grinsen
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  •   Malerdoerfler
    (3621 Beiträge)

    Damit konnte niemand rechnen
    und die U-Strab ist eine tolle Sache, oder?

    Wer möchte dieses Ding haben?
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  •   dipfele
    (4079 Beiträge)

    ein Wunder....
    .. das nicht noch mehr passiert ist.
    Unverantwortlich ist aber von der Politk, weil die der Bevölkerung den Tunnel aufgeschwatzt haben gegen den Umtausch in eine fragwürdige Shopping- und Flaniermeile. Tausende von Leuten suchen händeringend bezahlbaren Wohnraum . Spätrömische Dekadenz.
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