13  

Karlsruhe Tunnel-Betrieb: 1.000 Bahnfahrer müssen nachgeschult werden

Wenn ab 2021 Bahnen nicht nur oberirdisch, sondern auch unter Tage durch Karlsruhe fahren, müssen sich nicht nur die Bahnen auf neue Anforderungen einstellen. Auch die Bahnfahrer müssen sich auf Veränderungen im Tunnelbetrieb einstellen. Insbesondere beim Sehvermögen wird von ihnen mehr verlangt.

"Beim Betrieb im Tunnel kommen künftig höhere Anforderungen zur Geltung, wie sie heute bereits im Eisenbahnbereich gelten", erklärt Michael Krauth, Pressesprecher für die Albtal-Verkehrsgesellschaft (AVG) und der Verkehrsbetriebe Karlsruhe (VBK). Fahrer, die im Auftrag der AVG und der Deutschen Bahn unterwegs sind, erfüllen die neuen Anforderung bereits - zumindest größtenteils. Lediglich eine zusätzliche Schulung für den Tunnelbetrieb ist nötig.  Anders sieht es bei den VBK aus. 

Rot-Grün-Schwäche wird im Tunnel Thema

Da diese in ihrem bisherigen Alltag nicht an im Eisenbahnnetz unterwegs waren, waren die Schulungen weniger umfangreich. Jetzt muss aber diese Lücke teilweise geschlossen werden: "Hintergrund der höheren Anforderungen ist das Fahren auf Zugsicherung im Tunnel mit eisenbahnähnlichen Signalen", erläutert Krauth.

"Diese unterscheiden sich teilweise nur durch die Farbe rot oder grün voneinander, nicht durch ergänzende Formen oder unterschiedliche Anordnungen wie im Oberflächennetz, bei dem vergleichbar mit dem Straßenverkehr auf Sicht gefahren wird", erklärt Krauth.

Rund 1.000 Fahrer müssen geschult werden

Das heißt im Umkehrschluss, dass VBK-Fahrer, die zu einem gewissen Grad an einer Rot-Grün-Blindheit leiden oder die höheren Anforderungen nicht entsprechend, nicht im Tunnel fahren dürfen. "Sie können nach Inbetriebnahme des Stadtbahntunnels nur noch auf den rein oberirdischen Linien eingesetzt werden", stellt der Pressesprecher klar. 

So ist es also nach dem Start des Tunnelbetriebs grundsätzlich denkbar, dass Fahrer mit einigen Fahrzeugen nur oberirdisch unterwegs sein dürfen. Orientiert man sich dabei an dem 2004 im Zusammenhang mit der Förderungsantrag veröffentlichten, vorläufigen Liniennetzplan, würden hierfür drei Linien in Frage kommen. Dort könnten dann auch die Fahrzeuge zum Einsatz kommen, die nicht "tunnelfit" gemacht werden. Langfristig sollen diese allerdings ausgemustert werden.

Insgesamt werden in den nächsten Jahren rund 450 Bahnfahrer der VBK auf die höheren Anforderungen vorbereitet. Hinzu kommt noch das Fahrpersonal der Deutschen Bahn, das auf Zügen der AVG eingesetzt wird. Insgesamt werden damit etwa 1.000 Fahrer die Tunnelschulung durchlaufen. Was das Problem mit der Rot-Grün-Schwäche angeht, ist man bei den Verkehrsbetrieben aber entspannt: Aktuell sei in Karlsruhe kein Fahrer mit einer deutlichen Sehschwäche im Einsatz, so Krauth. 

Mehr zum Thema
Kombilösung Karlsruhe | ka-news.de: Baufortschritt, Mehrkosten, Sperrungen und Verzögerungen: Mehr Infos und Fotos von der Karlsruher Kombilösung finden Sie in unserem Dossier!
Haben Sie einen Fehler entdeckt?
Unsere Sonderthemen
Das wird gerade bei ka-news heiß diskutiert
Die besten Themen
Kommentare (13)
Hinweis: Kommentare geben nicht die Meinung von ka-news wieder.
Bitte beachten Sie die Kommentarregeln und unsere Netiquette!
  •   Ozeiger
    (1328 Beiträge)

    24.06.2017 15:00
    Was ist denn
    das Problem bei dieser Rot-Grün Schwäche? Rot ist immer oben, grün immer unten. Und wenn es nur ein Lichtzeichen ist ist es rot, denn Grün muss man ja nicht extra schalten.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   albern
    (198 Beiträge)

    19.06.2017 16:51
    1000 Bahnfahrer...
    ...und wieviele Zugführer? Und wie wird aus den hunderttausenden Bahnfahrenden denn ausgewählt, wer eine Nachschulung erhält? :-D
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   dipfele
    (3912 Beiträge)

    24.06.2017 13:53
    Zugführer.....
    ..... gibt's schon lange nicht mehr. Dafür Triebfahrzeugführer, die Zugführeraufgaben übernehmen.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Waterman
    (5790 Beiträge)

    19.06.2017 14:17
    Es sollt technisch kein Problem sein,
    fahren bei Rotphase elektronisch zu blocken.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   bergdoerfler
    (1540 Beiträge)

    19.06.2017 12:40
    Rot-Grün Schwäche durfte bei den Rad-, Autofahrern
    und Fußgängern noch weit mehr verbreitet sein. Siehe die Ampelunfälle in den letzten Tagen.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   zahlenbeutler
    (906 Beiträge)

    19.06.2017 11:32
    Tunnelbahnfahrerführer
    man könnte auf Astronautenkandidaten zurückgreifen, die nicht zur Raumfahrt genommen worden sind bzw. welche, die aus Altergründen oder Gewichtsproblemen nicht mehr für Space Shuttles geeignet sind
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   peddersenn
    (787 Beiträge)

    19.06.2017 08:58
    Da wirds Gesetze geben....
    ....und die werden eingehalten worden sein. Und wahrscheinlich von Leuten bearbeitet und eingeführt worden sein, die das beruflich machen und mehr Ahnung haben als Ich, Du und wir.

    Würdest Du bei uns in Deutschland das anders vermuten?

    Es gibt ja auch Leute, die bei der Vorstellung eines neuen Fahrrades/Autos/Flugzeugs mit endlosen technischen Tests und Überprüfungen die Meinung äußern "das geht nach 2 Wochen da und da kaputt".

    Aber ist das nicht eine etwas merkwürdige Sichtweise, daß man schlauer ist als alle anderen, die sich auskennen - oder die anderen eben blöder?

    Ich bin da eher am Rätseln, warum man im Tunnel jetzt von den normalen Straßenbahnzeichen weggeht. Aber da wirds auch irgendeinen Grund geben, den sich die Leute, die dafür zuständig sind, reiflich überlegt haben.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   dipfele
    (3912 Beiträge)

    24.06.2017 14:06
    Ein Blick in die BO Strab.....
    ......genügt um festzustellen, dass es bei Strassenbahnen, die nicht am öffentlichen Verkehr teilnehmen, ähnliche Signale gibt, wie bei der Eisenbahn. Worüber man sich mockieren muss, ist aber, dass die extra Schulugskosten nie kommuniziert wurden. Geht man bei den 1000 Triebfahrzeugführern von einem 8 h Kurs aus, sind das 8000 h zu 35,- sind das auch 280.000,- mit Nachschulungen wenigstens 300.000,- Dann kommen noch die Umrüstung der Bahnen, damit die durch den Tunnel fahren dürfen. Das sind auch mal 22 Mi. Das sind aber Kosten, die der VBK/AVG aufgedrückt werden, die nicht, obwohl Folgekosten, dem Tunnel zugeschrieben werden.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Eckfaehnchen
    (1773 Beiträge)

    19.06.2017 08:53
    Ach Gottchen,
    sie werden es doch bis 2021 oder gar darüber hinaus auf die Reihe bekommen und die Fahrer entsprechend
    geschult haben. Leute mit starker Sehschwäche oder anderen Augenproblemen werden doch sicher erst
    gar nicht eingestellt. Das wäre ja verantwortungslos.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Tirak
    (488 Beiträge)

    19.06.2017 08:19
    Höhere Anforderungen
    Wenn auf die Tunnelfahrer höhere körperliche Anforderungen zukommen, müssten sie dann nicht eine "Tunnelzulage" erhalten ?

    Es ist schon interessant zu erfahren, dass man Fahrer beschäftigt, die gewisse, wenn auch kleine Einschränkungen, haben dürfen. Ich denke, dass die Verkehrsbetriebe als Fahrer nur Personen beschäftigen dürfte, die im Bereich der Sehfähigkeit keinerlei Einschränkungen haben sollten.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten

Seite : 1 2 (2 Seiten)

Schreiben Sie Ihre Meinung
Ein neues Posting hinzufügen
Fett Kursiv Link Zitat
Sie dürfen noch Zeichen schreiben