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Karlsruhe Streit um Kriegsstraßen-Tunnel: Verzögerung könnte Millionen kosten

Große Erleichterung nach der Zitterpartie: Anfang Oktober meldeten die Bauherren der Karlsruher Kombilösung, dass das Bundesverkehrsministerium endlich grünes Licht für die Finanzierung des Kriegsstraßentunnels gegeben habe. Ein Wermutstropfen bleibt aber: Die Verzögerung könnte für die Bauherren teuer werden.

Im Mai sorgte der Bundesrechnungshof mit seinem "Nein" zum zweiten Teil der Kombilösung für Aufregung in der Fächerstadt. Eigentlich war man in Karlsruhe davon überzeugt, der Autotunnel in der Kriegsstraße sei gesichert. Immerhin war das Teilprojekt der Kombilösung 2013 endgültig in das Bundesprogramm des Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GVFG) aufgenommen worden. Mit der Ablehnung des Bundesrechnungshofs stand die Finanzierung mit einem Mal auf der Kippe.

Inzwischen haben sowohl das Verkehrsministerium des Landes Baden-Württemberg als auch das Bundesverkehrsministerium in Schreiben die Gesamtwirtschaftlichkeit des zweiten Teils der Kombilösung bestätigt, die Bauherren können nun mit dem Verfahren weitermachen. Doch wie teuer kommt die Verzögerung beim Kriegsstraßentunnel die Bauherren zu stehen?

Ein Gedankenspiel: Wie teuer könnte es werden?

Das wollen auch die Linken-Stadträte im Karlsruher Gemeinderat wissen. In einer Anfrage erkundigen sie sich unter anderem nach der Kostensteigerung, die durch den Einspruch des Bundesrechnungshofs entstanden ist.  Eine eindeutige Antwort bleibt die Stadt schuldig. "Für die maßgebenden Gewerke im Rahmen der Kombilösung zeigen entsprechende Datenauswertungen des statistischen Bundesamts, dass der Baupreisindex hierfür seit 2004 durchschnittlich um rund 2,2 Prozent pro Jahr gestiegen ist", heißt es in einer Stellungnahme.

Geht man von einer Kostensteigerung von 2,2 Prozent aus, könnte die Verzögerung durch den Streit Millionen kosten. Seit den ersten Planungen für den Tunnel hatten sich zwar keine maßgeblichen Änderungen an der Art und dem Inhalt des Teilprojekts "Kriegsstraße" ergeben. Die Kostenannahme war aber von 162,4 Millionen (2012) auf 225,2 Millionen gestiegen.

Diese Schätzung geht auf das Jahr 2014 zurück. Nimmt man an, dass die Kosten für die Bauarbeiten seither um 2,2 Prozent pro Jahr gestiegen sind, könnten die aktuellen Kosten für den Kriegsstraßentunnel inzwischen bereits bei über 234 Millionen Euro liegen - was einen Zuwachs von rund neun Millionen Euro bedeuten würde.

Wie hoch die Kostensteigerung am Ende ausfällt, können die Verantwortlichen nach eigener Aussage bislang noch nicht absehen. Inwieweit sich die allgemeine Baupreisentwicklung von 2,2 Prozent bei der anstehenden Vergabe für die Rohbauarbeiten zum Straßentunnel Kriegsstraße nachträglich auswirke, könne zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht gesichert bewertet werden, so die Stadt. Der zuständige Aufsichtsrat will noch Ende Oktober über die Vergabe entscheiden. Der aktuelle Plan sieht vor, 2017 mit dem Bau des Kriegsstraßentunnels zu beginnen.

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Kommentare (14)
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  •   Waterman
    (5825 Beiträge)

    Es ist Herrn dipfele zu gönnen,
    dass man ihn hoffentlich zur Pressekonferenz und der nachfolgenden Eröffnungsfahrt durch den Tunnel dereinst einladen wird.
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  •   bingobongo
    (120 Beiträge)

    Milchmädchen
    Wenn etwas später gebaut wird als geplant, dann lag das Geld dafür auch länger rum und brachte je nach Anlageart auch Zinsen. Nein, nicht auf dem Sparbuch, aber es gibt auch andere Anlageformen.
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  •   Mars
    (197 Beiträge)

    Milchmädchen...
    ...die meisten bauen ihr Eigenheim auch nicht aus Privatvermögen sondern mit einem Darlehen (ebenso die KASIG). Im besten Fall muss man dann für später abgerufenes Geld keine Zinsen bezahlen. Das sich das noch nicht geliehene Geld durch Nichtnutzung erhöht wäre mir neu.
    Über so ein Geschwätz könnte ich mich sowas von aufregen...
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  •   dipfele
    (4079 Beiträge)

    es wird ja mit Geld gebaut....
    ... das die KASIG noch garnicht hat!!!
    Ausserdem hatte der Bund schon 2008 Zweifel am Nutzen des Kriegsstrassentunnels und hatte verlangt, dass rechtzeitig (!) vor Baubeginn, also vor 2014 entsprechende Nachweise über den volkswirtschaftlichen Nutzen erbrecht werden. Wenn das die KASIG aber erst 2015/16 macht, brauche die nicht jammern. Es wurde nämlich schon ausgeschrieben ohne dass fest stand, Zuschüsse zu bekommen. Also eindeutig Fehler der Verwaltung !!!
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  •   sodele
    (153 Beiträge)

    kann man den Tunnel
    nicht einfach an Griechenland verkaufen?? Die haben doch schon genug Schulden und da kommt es auf die paar Euros auch nicht an grinsen
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  •   dipfele
    (4079 Beiträge)

    das geht gar nicht !
    Der Tunnel rechnet sich nicht, ist volkswirtschaftlich absolut nutzlos.
    Noch werden Autofahrer deswegen auf die Bahn umsteigen, noch werden weniger Unfälle passieren, noch wird Feinstaub und CO2 eigespart.
    So was kann nicht den Griechen angedreht werden.
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  •   armeshundele
    (523 Beiträge)

    Als deren
    Gläubiger sehen wir aber auch nicht besser aus.
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  •   ruejo
    (72 Beiträge)

    Der Bundesrechnungshof ist schuld!
    Genial, so hat man einen Schuldigen für die obligatorische Kostensteigerung gefunden.
    Wer trägt die Verantwortung für die Kostensteigerungen am U-Strab-Projekt???
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  •   dipfele
    (4079 Beiträge)

    schuldig sind immer...
    .. die Anderen. Auch hatte die ganze Welt nazi-Deutschland überfallen, nicht umgekehrt!
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  •   manager
    (235 Beiträge)

    Wenn da
    .... Eidechsen rumlaufen, wird's noch teuerer.
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