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Karlsruhe Neue Etappe am Marktplatz: Karlsruhe beginnt mit Tunnelbau Nr. 2!

"Glück auf" schallte es am Dienstagnachmittag unter der Oberfläche der Karl-Friedrich-Straße. An diesem Tag feierte die Karlsruher Schieneninfrastruktur Gesellschaft (Kasig) zusammen mit Mineuren und Gästen aus der Kommunalpolitik den Beginn eines neues Bauabschnitts der Kombilösung: den Bau des Tunnels zwischen dem Markplatz und dem Ettlinger Tor. Dieser trägt den Namen einer sportlichen Karlsruherin.

Wenn ein wichtiger Abschnitt im Tunnelbau anfällt, dann beginnt man nicht einfach mit den Arbeiten. Es ist Tradition, diesen mit einem Anschlagsfest zu begehen. Aus diesem Grund war am Dienstag, viele Meter unter der Erde, einiges los: Zusammen mit Mineuren und Gästen aus der Kommunalpolitik feierte die Kasig den Baubeginn des Tunnels unter der Karl-Friedrich-Straße.

Einmal zum Marktplatz buddeln und wieder zurück

Wo derzeit noch Bagger und Beton das Bild prägen, soll im Laufe der Kombilösungsarbeiten ein Tunnelteilstück zwischen dem Marktplatz und dem Ettlinger Tor entstehen. 250 Meter ist der Abschnitt zwischen dem Nordkopf der künftigen unterirdischen Haltestelle Ettlinger Tor und dem südlichen Ende des Marktplatzes lang. Mit dem feierlichen Startschuss am Dienstag beginnen die Mineure nun, unter Tage das Material mit Geräten auszubrechen.

Bevor das Teilstück bergmännisch vorgetrieben werden kann, muss die Kasig allerdings den Untergrund entsprechend vorbereiten. In einem ersten Schritt muss der obere Teil des Tunnels - auch Kalotte genannt - von Süden nach Norden vorangetrieben und mit Spritzbeton gesichert werden. Mittels Niedrigdruckinjektionen begann die Kasig bereits vor dem großen Anschlagsfest Zement in den Untergrund pumpen, um eine Art "künstlichen Felsen" für die Arbeiten zu schaffen. "An dieser Stelle haben wir länger gebraucht als gedacht", räumt Kasig-Geschäftsführer Uwe Konrath bei einer Informationsveranstaltung vergangene Woche ein, "wir waren hier wohl zu optimistisch."

Die Sicherung durch den Spritzbeton und der Vortrieb von Süden nach Norden ist aber nur einer von zwei Bauabschnitten: Im Anschluss arbeiten sich die Mineure wieder vom Marktplatz zurück. Dabei, so der Plan der Kasig, stellen den unteren Teil des Tunnelquerschnitts her. Auf ihrem Weg durch den 250 Meter langen Tunnelabschnitt unterqueren die Arbeiter im Bereich der Kreuzung Karl-Friedrich-Straße und der Hebelstraße den Landgraben. Der historische Abwasserkanal soll dabei durch Zementinjektionen und eine Stahlunterkonstruktion geschützt werden. Nach aktuellen Planungen sollen die Vortriebsarbeiten bis September beendet sein.

Sportliche Karlsruherin wird Tunnelpatin

Dann sei ein wichtiger Schritt erreicht, betont Karlsruhes Oberbürgermeister Frank Mentrup beim Anschlagsfest. Großen Respekt habe er vor den Arbeitern, die unter besonderen Umständen arbeiten müssen. "Dieser Tunnel ist ein Hochdruck- oder Luftdrucktunnel", so das Karlsruher Stadtoberhaupt. Tatsächlich müssen die Mineure bestimmte körperliche Fähigkeiten mitbringen, da sie unter Druck von 1,2 Bar arbeiten müssen.

Der Grund: Das Karlsruher Grundwasser liegt mit vier bis fünf Metern vergleichsweise hoch. Damit das Grundwasser nicht in den entstehenden Tunnelhohlraum eindringen kann, müsse man auf Druckluft zurückgreifen, erklärt ein Kasig-Sprecher im Gespräch mit ka-news. Durch Druckluft werde dabei das Grundwasser verdrängt, schildert er das Vorgehen. Damit auf während der Bauarbeiten nicht schief geht, holt sich die Kasig zur Sicherheit noch himmlische Hilfe mit ins Boot: Eine Figur der Heiligen Barbara, der Schutzpatronin der Bergleute und Mineure, wird daher durch die Dekane Hubert Steckert und Thomas Schalla gesegnet.

Ebenso wie die Anbringung der Heiligen Barbara ist aber auch die Patenschaft Brauchtum im Bergbau. Als Tunnelpatin für diesen Abschnitt wurde erneut eine bekannte Karlsruherin ausgesucht: Kanutin Sabine Volz, die bereits bei mehren Weltmeisterschaften und Europameisterschaften antrat, leiht dem Tunnel und der Karl-Friedrich-Straße ihren Vornamen.

"Wir fanden, sie passt zu diesem Tunnel", erklärt Kasig-Chef Konrad. Während sich Volz mit dem Kanu durch das Wasser kämpfe, würden auch die Mineure gegen das Wasser arbeiten. "Und wenn das Wasser doch in den Tunnel kommen sollte, stehen Sie (Anm. d. Redaktion: Sabine Volz) mit dem Kanu bereit, um die Arbeiter in Sicherheit zu bringen", scherzt OB Mentrup.

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  •   dipfele
    (4066 Beiträge)

    Es geht jetzt....
    .... Schritt für Schritt von der Oberfläche nach unten, so Konrad bei den JA zur Kombilösung- Anhängern. Aber irgend etwas muss bei der Umsetzung schief laufen. Visionär Fenrich hat den gutgläubigen Briganden versprochen, dass es nur punktuelle Aufgrabungen von kurzer Dauer gebe. Alles andere erledigten die Heinzelmännlein unter Tage. Jetzt musste erst mal über ein Jahr von oben bei augerissener Strasse der Untergrund stabilisiert werden, damit der Tunnel gebaut werden kann. Diese Kosten waren bestimmt nicht 2004 kalkuliert gewesen.
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  •   mueck
    (8970 Beiträge)

    !
    Die ganzen Injektionen waren doch -- jede für sich betrachtet -- alle sehr punktuell!!!!111elf
    Dass man um die vielen kleinen Punkte nicht drumrum kommt als Bürger .... völlig nebensächlich ...
    Im Prinzip war das aber schon 2002 klar ... Wenn man's sehen wollte ... Anders geht's halt nicht, wenn man nicht offen bauen will wie südlich des Ettlinger Tores ...
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  •   haku
    (3773 Beiträge)

    2004....
    war Köln noch nicht passiert und obwohl dort der Schaden durch Pfusch verursacht wurde und nicht durch Überaschungen im Untergrund, ist man danach hier in Karlsruhe noch mehr auf Nummer Sicher gegangen als ursprünglich geplant.
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  •   karlsruher1955
    (856 Beiträge)

    Mineur auf deutsch
    Der Mineur ist der Tunnelbauer an vorderster
    Front. Täglich stellt er sich der
    rohen Naturgewalt, bricht Meter um
    Meter aus dem Berg und dringt an Orte
    vor, die nie zuvor ein Mensch gesehen
    hat. Manchmal ist die körperliche Belastung
    gross.
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  •   Rundbau-Gespenst
    (9664 Beiträge)

    echt?
    dazu Wikipedia:

    "Ein Mineur ist ein Pioniersoldat, der die Aufgabe hatte, unter den Mauern der belagerten Festung einen Stollen anzulegen, um so unbemerkt einen Zugang für einen möglichen Überraschungsangriff zu schaffen."

    das gab es schon seit dem Altertum, oder vor 400-500 Jahren bei der 2-maligen Belagerung Wiens durch die Osmanen, oder bei Verdun 1916...
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  •   dipfele
    (4066 Beiträge)

    wenn Bodenschätze.....
    ... , wie Kohle, Silber und Uran, also verwertbare Stoffe unter Tage abgebaut werden, spricht man von Bergleuten. Wenn nutzlose Straba-Verkehrstunnels gebaut werden, von Mineuren.
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  •   patrickkk
    (1086 Beiträge)

    Dann
    war die Baustelle zwischen Marktplatz und Ettlinger Tor bisher nur Deko?

    Die machen da ja schon ewig in massivem Maßstab rum... und jetzt wird erst mit dem Tunneln begonnen? Muss die am besten vorbereitete Baustelle der Erde sein...
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  •   dipfele
    (4066 Beiträge)

    Seit Ende 2014....
    ... musste erst mal der Untergrund mit Wasserglas und Zement verfestigt werden, damit überhaupt in dem Wackelpudding ein Tunnel gebaut werden kann. Das dürfte dann doppelt so teuer werden, wie ein Tunnelbau im Festgestein.
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  •   dipfele
    (4066 Beiträge)

    ich muss mich korrigieren!!!!
    Seit Ende 2013, also 2014 und 2015 = 2 Jahre musste der Untergrund von oben her bei aufgerissener Strasse erst mal so verfestigt werden, dass überhaupt erst der Tunnel gebaut werden kann.
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  •   A320
    (264 Beiträge)

    Scheinst dich auszukennen
    Die großen Baustellen sind dafür da, dass die Erde bei den zukünftigen Haltestellen abgetragen wird. Dort sind sie schon auf halbe tiefe meine ich. Das was jetzt gebaut wird ist die reine Tunnelröhre des Abschnitts Ettlinger Tor - Marktplatz. Also nur die Verbindung zueinander.
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