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Karlsruhe Musterflächen in der Kaiserstraße: "Ist das Kunst oder kann das weg?"

Seit rund zwei Wochen liegt nahe der Kaiserstraße eine ganz besondere Musterfläche: Hier können sich die Karlsruher einen Eindruck verschaffen, wie die Fußgängerzone in der Innenstadt künftig aussehen könnte. Aber kommen die Muster auch an?

Scheußlich oder wunderschön? Diese Frage spaltet aktuell die Karlsruher. Seit rund zwei Wochen geben mehrere Musterflächen einen Vorgeschmack auf das künftige Aussehen der Fußgängerzone in der Innenstadt. In der Kreuzstraße/Ecke Kaiserstraße hat das Tiefbauamt die rund 100 Quadratmeter große Musterfläche fertiggestellt. Eine erste Pflasterfläche war bereits 2012 in der Kaiserstraße installiert worden. Die Flächen treffen auf geteiltes Echo. 

"Sympathisch und nicht so stereotyp"

ka-news hat sich unter anderem direkt vor Ort umgehört. Manuela Dietrich beispielsweise findet die Flächen nach eigener Aussage schön. "Viel besser als der Rest hier. Mir gefällt das neue Muster sehr gut", erklärt sie im Gespräch mit ka-news, als sie mit ihrem Koffer an der rund zehn Quadratmeter großen Musterfläche an der Kreuzstraße entlang läuft. 

 

Straßenumfrage Bodenbelag Kaiserstraße
Manuela Dietrich ist ein Fan der neuen Beläge. | Bild: Lukas Hiegle

Auch der Karlsruher Heinz Dinter findet, dass die neue Musterfläche durchaus ihren Reiz hat. Ihm gefällt vor allem der mittlere Teil des Belages besonders gut: "Dieser Belag liefert meiner Meinung nach eine bunte Vielfalt der zwischen all den grauen Pflastern etwas auflockert. Die verschiedenen Farbmuster finde ich durchaus sympathisch und nicht so stereotyp."

Straßenumfrage Bodenbelag Kaiserstraße
Heinz Dinter findet, dass die Fläche durchaus ihren Reiz hat. | Bild: Lukas Hiegle

Ganz ähnlich fällt auch das Urteil von Student Tobias aus. Er findet den Belag interessant und könnte sich das Muster rein optisch später auch gut in der Fußgängerzone vorstellen. "Ich finde den Bodenbelag sehr abwechslungsreich." Allerdings hat der Architekturstudent Zweifel daran, dass der Musterbelag für größere Flächen geeignet ist.

"Ich denke, für die Größe und Länge der Kaiserstraße wäre es doch ein erheblich hoher Arbeits- und Kostenaufwand, den Musterbelag in der gesamten Fußgängerzone zu verlegen." Er hält es deshalb für sinnvoller, bei einer so großen Fläche mit größeren Formaten zu arbeiten. "Ich denke, dass es für die Größe ebenso gute und kostengünstigere Lösungen gäbe." 

Straßenumfrage Bodenbelag Kaiserstraße
Student Tobias sieht Chancen, aber auch den hohen Kostenaufwand. | Bild: Lukas Hiegle

Rückmeldung gibt es aber auch in den sozialen Medien und in einer nicht repräsentativen Umfrage von ka-news. Von 507 Stimmen finden 24,65 Prozent der Teilnehmer der Umfrage die Musterbeläge schön, weitere 20,91 Prozent finden sie zwar nicht hübsch, könnten sich aber damit arrangieren. 

Muster stoßen auch auf Kritik 

Doch es gibt auch Kritik an den Musterflächen. In der nicht repräsentativen Umfrage von ka-news waren rund 45,17 Prozent der Stimmen der Ansicht, dass der neue Belag nicht in die Kaiserstraße passt. Einen Kommentator auf der Facebookseite von ka-news erinnern die Flächen gar an "abgekippten Fliesenmüll". 

Es ist nicht die einzige Kritik in den sozialen Medien. "Ist das Kunst oder kann das weg", will ein weiterer Nutzer bei Facebook wissen. Andere fühlen sich an Badezimmer-Designs aus den 1970er und -80er Jahren erinnert. ka-news-Kommentator lynx witzelt: "Da waren wohl im Restpostenmarkt des Baumarkets nicht mehr ausreichend einheitliche Pflastersteine vorrätig."

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Kommentare (13)
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  •   Darth_Vader
    (495 Beiträge)

    "Ist das Kunst oder kann das weg?"
    Ich glaube, das mußte vor seinem jetzigen Einsatz schon weg.
    Sind zu entsorgende Fliesen eigentlich Sondermüll oder einfach nur als Bauschutt zu betrachten?
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  •   Samson_83
    (292 Beiträge)

    WOW
    das ist ganz schön hässlich
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  •   hansfranz12
    (256 Beiträge)

    lametta
    und die rheinbrücke richtung pfalz helmutkohlbrücke umbenannt
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  •   ALFPFIN
    (5597 Beiträge)

    Fast in dieser farblichen Abstufung
    war einmal ein Bad und der Küchenboden in meiner früheren Wohnung ausgelegt. Im Bad waren die Fliesen nur noch ein bisschen kleiner. Wenn ich mir also den "Küchenboden" aus den Ende 70iger Jahren auf der
    gesamten Kaiserstraße vorstelle, das wirkt "gruselig". Großflächiger Fliesen wären da wohl besser.
    Ich habe sie mir angeschaut. Eine Passantin neben mir meinte, beim Drüberschauen verschwimmen die Konturen vor den Augen. Das stimmt, bei einem entsprechenden Lichteinfall, obwohl da auch abgestumpftes Material verwendet wurde.
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  •   dipfele
    (4072 Beiträge)

    da sollte es doch....
    so bleiben wie es ist, mit Gleisen. Dann kann man 35 Mio einsparen.
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  •   SagMalWas
    (214 Beiträge)

    Oh...
    Sieht ja echt aus wie das Bad meiner Oma
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  •   teflon
    (2315 Beiträge)

    Absolut
    - fehlen nur noch die Pril-Blumen und das eckelhafte 70ziger Flair ist komplett.
    Ein Pflaster, was weniger kleinteilig ist und trotzdem einige farbliche Akzente setzt, fände ich deutlich besser. Und man sollte bei dem Ganzen noch auf die Rutschigkeit bei Nässe und auf die Verlegekosten pro Quadratmeter schaun
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  •   peddersenn
    (962 Beiträge)

    Und man sollte bei dem Ganzen noch auf die Rutschigkeit bei Nässe ......schaun
    Super Idee. Schonmal Mercedes angeschrieben, daß die drauf achten, VIER Räder anzubringen? grinsen

    Im Ernst - nix gegen Vorschläge - aber ich denke doch, daß da während der Planungs- und Entscheidungsphase dran gedacht wurde.
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  •   Ozeiger
    (1328 Beiträge)

    Also es
    ist einigermassen wahrscheinlich, aber zu 100% sicher wär ich mir da nicht...
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  •   ulika
    (95 Beiträge)

    Für die ganze Fläche der Fußgängerzone ....
    ...ist das Muster auch gar nicht gedacht. Der Siegerentwurf des Wettbewerbs sieht das Fliesenmosaik als "aufgelöstes Ornamentband" im Bereich der Kaiserstrasse vor, in etwa wo jetzt die Gleise liegen. Die Ränder an den Geschäften und der Marktplatz dagegen sollen einheitlich großformatig hell gestaltet werden. Soweit ich weiß, soll mit den Probeflächen auch nur der dafür am besten geeignete Belag gefunden werden und nicht etwa, wie hier zu lesen war, über die Gestaltung abgestimmt werden.
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