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Karlsruhe Lüpertz-Kunst an Haltestellen: "Nicht nur teuer, sondern auch langweilig"

Wenn alles nach Plan läuft, fahren 2021 Bahnen durch den Karlsruher Untergrund. Seit geraumer Zeit ist bekannt, dass Starkünstler Markus Lüpertz mit einer eigenen Idee die Haltestellen gestalten möchte. Doch nicht jeder Karlsruher findet ein Gestaltungskonzept mit Majolika-Fliesen sinnvoll.

Ein Vorschlag von Markus Lüpertz spaltet derzeit die Politik in Karlsruhe. Laut Medienberichten will der Starkünstler in den sieben unterirdischen Haltestellen die biblische Schöpfungsgeschichte an die Wände bringen. Aber wollen das auch die Karlsruher?  Das wollten wir in einer nicht repräsentativen Umfrage von den ka-news-Lesern wissen. Und das Urteil fällt eindeutig aus. 

"Warum muss es eigentlich unbedingt Lüpertz sein?"

Die Mehrzahl der Umfrage-Teilnehmer kann sich diese Kunst im Untergrund nicht vorstellen. So geben insgesamt 74,45 Prozent - das entspricht 1.783 von insgesamt 2.395 Stimmen - der Teilnehmer an, dass sie die Kunst von Markus Lüpertz dort in der Zukunft nicht sehen wollen.

ka-news Leser heaven fragt sich beispielsweise: "Warum muss es eigentlich unbedingt Lüpertz sein? Wir haben so viele gute Künstler hier in Karlsruhe!" Und auch ka-news-Leser Ozeiger ist sich sicher: "Das wird nicht nur teuer, sondern vor allem langweilig."

Kommentator lynx1984 sieht auch ganz praktische Schwächen im Lüpertz-Konzept: "Fliesen sind sowas von unpraktisch im U-Bahnbau. Alle Städte der Welt lassen Fliesen entfernen und planen neu ohne Fliesen." Einen Alternativvorschlag macht ka-news-Leser Kultiplex: "Wie wäre es, alle Haltestellen durch Spraykunst verschönern zu lassen? Wäre einmalig und würde nichts kosten!"

Hoffnung auf passende Sponsoren

Die Minderheit, insgesamt 509 Stimmen und damit 21,25 Prozent der Teilnehmer unserer nicht repräsentativen Umfrage, können sich durchaus vorstellen, dass die neuen Haltestellen mit Majolika-Kunst ausgestattet werden: "Ach, ich finde die Idee schön. Vielleicht gibt es ja Sponsoren", so die Facebook-Nutzerin Birgit Esswein auf der ka-news-Seite. Und auch Thomas Schorb, ebenfalls Facebook-Nutzer, findet die Idee nach eigener Aussage toll.

Lediglich 4,30 Prozent der Teilnehmer haben zu dieser Frage keine Meinung: So sieht der ka-news-Leser andip das neutral: "Um zu beurteilen, ob die Reliefs vom Lüpertz was Besseres sind, müsste man mal wenigstens einen Entwurf von denen irgendwo zu sehen bekommen."

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Kommentare (27)
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  •   andip
    (8133 Beiträge)

    Ich wiederhole mal eine Frage
    aus einem anderen Fred zu diesem Thema.
    Da keiner weiss, wie diese Reliefs aussehen werden, warum sind alle dagegen?
    Weil die der Lüpertz machen will?
    Weil die religiöse Motive haben sollen?
    Weil die von der Majolica gemacht werden sollen?
    Oder wegen sonst was?
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  •   stm-ka
    (56 Beiträge)

    Weil die religiöse Motive haben sollen?
    Ja, genau deshalb.
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  •   DerSpinner
    (1711 Beiträge)

    Weil ich Fliesen scheiße finde,
    die Kosten für Lüppertz bei den momentanen Baukosten überflüssig sind, und ich mit kirchlichen Motiven nichts anfangen kann und will.

    Wenn man vernünftig agieren will, schafft man vermietbare Werbeflächen. Diese Einnahmen können bei den zu erwartenden Betriebskosten nur hilfreich sein.
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  •   andip
    (8133 Beiträge)

    Werbeflächen
    waren ja vorgesehen an den Stellen, wo jetzt die Reliefs hinsollen und falls die abgelehnt werden oder Lüpertz sagt ihr könnt mich mal, dann kommt da auch Werbung hin.
    Ok, die bringen etwas Geld aber als schön wird die garantiert niemand empfinden und wahrscheinlich wird wegen der auch nur rumgemault.
    Und der Rest der Haltestellen sieht nach dem derzeitigen Entwurf eher wie eine Leichenhalle aus.
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  •   silberahorn
    (9293 Beiträge)

    Eine Frage fehlt noch:
    Weil es noch Klärungsbedarf in Bezug auf Kosten gibt?

    Lies mal: Stuttgarter Zeitung 07.06.2017

    Die zwei mal viereinhalb Meter messenden Keramiktafeln, für die offenbar noch keine Entwürfe vorliegen

    Auf rund eine Million Euro werden die Kosten für die unterirdische Kunst geschätzt – für die Hälfte der Summe habe er bereits Zusagen von Sponsoren.

    Markus Lüpertz selbst hat bereits einen Werbetrailer für das Projekt drehen lassen.
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  •   peddersenn
    (962 Beiträge)

    genau deswegen...
    "Weil die der Lüpertz machen will?
    Weil die religiöse Motive haben sollen?
    Weil die von der Majolica gemacht werden sollen?"

    3mal ja, deshalb.

    Wir haben jüngere Künstler, die auch mal was abkriegen könnten vom Kuchen.
    Bei Religion und Schöpfungsgeschichte fehlt mir der Bezug zu Karlsruhe und dem Installationort.
    Und die Majo ist jetzt nicht so furchtbar stadtprägend oder gar etwas, was Reisende mit Karlsruhe assoziieren - oder assoziieren sollten. Da gibts jüngere und anziehendere und mehr für KA stehende Institutionen.
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  •   silberahorn
    (9293 Beiträge)

    Weil er ein Künstler ist,
    der kunstgeschichtlich allenfalls dem Neoexpressionismus zugeordnet werden kann und dieser im wesentlichen auf Deutschland beschränkt blieb. Das wäre nicht weiter schlimm, wenn man es genau so auch publizieren würde: Einer aus einer kleinen Randerscheinung der Kunstgeschichte.
    Weltverbessernden Ziele der Expressionisten wurden in den 60ern wieder aufgegriffen. Der Expressionismus richtete sich einst als Protest gegen die im frühen 20. Jahrhundert bestehende Ordnung und somit gegen das Bürgertum.
    Und Lüppertz - also meine eigene Interpretation - macht jetzt genau das Gegenteil, falls das was angekündigt wurde so stimmt. Kann aber auch sein, dass er damit erst recht das bürgerliche Establishment vorführen will.
    Bei dem Schlitzohr bin ich mir diesbezüglich nämlich nicht sicher.

    Mir ist das egal, ob er dort Kacheln hinmacht oder nicht.
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  •   Rambazamba
    (237 Beiträge)

    Weiter denken
    Wie lange ist denn so eine U-Bahn-Station schön? Vielleicht - höchstens - ein paar Wochen. Dann haben wir die ersten Schmierereien, Müll, gesprungene Fliesen etc. Eine U-Bahn-Station (mit 2 Bindestrichen!!!) ist kein Ort zum Verweilen, wo man sich aufhält und die Kunst um sich herum begutachtet, sondern es ist laut, hektisch und man schaut, dass man ganz schnell wieder weiterkommt. Kultiplex hatte es ja vorgeschlagen: Lasst die Sprayer ran! Graffiti und U-Bahn gehören einfach zusammen. Warum lässt man dann nicht die guten Sprayer ran und hat dann auch reale Kunst, anstatt "Künsterfliesen", die vermutlich das Tausendfache kosten. Diese U-Bahn wird ohnehin lachhaft teuer, warum spart man sich dann nicht die überteuerte Hübschkunst, die a) keinen interessiert, b) viel zu teuer wird und c) ohnehin nicht lang halten wird und dann immer und immer wieder teuerst restauriert und ausgebessert werden muss?
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  •   Jago
    (117 Beiträge)

    Dass das Ganze auch noch
    durch den unsäglichen Herrn Goll, der ja vor einiger Zeit als Majolikageschäftsführer, wegen Erfolglosigkeit geschasst wurde, promotet wird, ist der Clou der Geschichte. Goll macht das "semiprofessionell" und weil er eine fette Provision kassieren will (sagt der OB in den BNN). Goll hat ja angeblich schon " verbindliche" Sponsoren an der Hand, die 500.000 euro spenden wollen. Nur Namen nennt er keinen. Höchst unseriös das Ganze.
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  •   teflon
    (2319 Beiträge)

    Die Majolika war schon immer
    eine defizitäre Totgeburt- Lüppertz Kunst ist leider das Gleiche- seinen Krempel will doch kaum Einer sehn. Das mit gut gemachten Grafitti find ich richtig gut, ebenfalls junge Künstler an das Thema ranlassen - das ZKM & die Künstler im Schlachthof mit einbinden . Vielleicht das Ganze so gestalten, dass ein Teil der Wandgestaltungen austauschbar ist und so jedes Jahr ein Wechsel stattfindet. Dann könnte das durchaus eine interessante Bühne für den Nachwuchs sein. Die Künstler stellen das Objekt kostenlos zur Verfügung- der KVV / die Kommune kümmert sich um die Ausstellung- das Objekt bleibt Eigentum des Künstlers, was er anschliessend gewinnbringend verkaufen kann
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