19  

Karlsruhe Kriegsstraßen-Tunnel: Ministerium will in den kommenden Wochen entscheiden

Nach Kritik des Bundesrechnungshofs wackelt ein Teil des Karlsruher Stadtbahn-Megaprojektes. Die obersten Kassenprüfer haben Zweifel an der Wirtschaftlichkeit der sogenannten Kombilösung und damit der Förderfähigkeit angemeldet - sechseinhalb Jahre nach dem ersten Spatenstich für das inzwischen auf rund 900 Millionen Euro bezifferte Bauvorhaben.

Stadtbahn-Projekt Karlsruhe
Stadtbahn-Projekt Karlsruhe. Foto: Uli Deck/ARCHIV |

Zöge sich der Bund zurück, könnte eines der größten Verkehrsprojekte im Land wohl nicht wie geplant gebaut werden.

Bei der Kombilösung sollen die Straßenbahnen ab 2018 unter die Fußgängerzone der Kaiserstraße verbannt werden. Parallel dazu soll die südlich davon verlaufende Kriegsstraße in eine lebensfreundliche Achse umgestaltet werden. Der Rechnungshof ist vor allem skeptisch wegen des Kriegsstraßen-Umbaus. Das Bundesverkehrsministerium will in den kommenden Wochen über das Schicksal des Projektes entscheiden.

Mehr zum Thema
Kombilösung Karlsruhe | ka-news.de: Baufortschritt, Mehrkosten, Sperrungen und Verzögerungen: Mehr Infos und Fotos von der Karlsruher Kombilösung finden Sie in unserem Dossier!
Haben Sie einen Fehler entdeckt?
Unsere Sonderthemen
Das wird gerade bei ka-news heiß diskutiert
Die besten Themen
Kommentare (19)
Hinweis: Kommentare geben nicht die Meinung von ka-news wieder.
Bitte beachten Sie die Kommentarregeln und unsere Netiquette!
  •   teflon
    (2319 Beiträge)

    Egal, im Rathaus
    steht mit Sicherheit ein Baum, wo das Geld drauf wächst...oder der Laden hat einen tollen Farbkopierer.
    Der Kombiunfug läuft genauso aus dem Ruder wie Stgt 21, die Elbphilharmonie oder der Berliner Flughafen.
    So ists halt, wenn im Rathaus ein Haufen Amateure unterwegs sind - das Parteibuch ist dabei völlig wurst - das nimmt sich nichts
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Bahnnutzer100
    (128 Beiträge)

    Nutzen-Kosten-Faktor für die Kriegsstraße
    Achtung, bevor ich falsch verstanden werde! Eine schöne autofreie Kriegsstraße mit Straßenbahnanschluss wäre toll.... Aber, aus verkehrlicher Sicht, und das sind nun mal die Kriterien, nach denen das Verkehrsministerium die Gelder verteilt, gibt es nur geringen Nutzen:
    1. Der Autoverkehr wird nicht flüssiger und
    2. in der Straßenbahn auf der Kriegsstraße werden kaum Fahrgäste sitzen.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   silberahorn
    (9296 Beiträge)

    Amen,
    ich sage euch: Was ihr einem dieser meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan.

    Gemeint war in dieser Bibelpassage zwar, dass die Gerechten das als Antwort bekamen, als sie fragten, wann sie das denn jemals dem Herrn getan haben: "Denn ich war hungrig, und ihr habt mir zu essen gegeben. Ich war durstig, und ihr habt mir zu trinken gegeben. Ich war krank, und ihr habt euch meiner angenommen."

    Tja, das lässt sich eventuell auch umkehren, wenn man jemandem NICHTS zu essen und trinken gab und sich bei Krankheit seiner nicht angenommen hat und es die Ungerechten auch einmal treffen muss.

    Lasst sie ruhig auch mal zappeln.

    Es wird zwar kaum mit meinem Anruf beim Bundesrechnungshof vor einigen Jahren zu tun haben, aber ich finde es auch nicht erstaunlich, dass man endlich einmal genauer hinschaut.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   silberahorn
    (9296 Beiträge)

    Problematisch
    ist gewiss auch, dass nach Vergabeordnung der kostengünstigste Bieter den Zuschlag bekommt und man nie im Leben alle Punkte völlig genau in eine Ausschreibung bekommen kann. Hier ist es der Boden, der mal sandig und mal fest ist und man sich um die Kleinigkeit bemüht in der Bauphase keine Personenschäden zu riskieren.

    Das mit der Vergabeordnung ist, wie wenn man zum Zahnarzt geht und die Kassenleistung eben nicht so gut ist, wie andere Maßnahmen.
    Auf einen Bau bezogen: Wenn ein anderer Mitbieter von vorn herein einen teureren Detailvorschlag macht, weil er weiß, dass es so besser hinkäme, dann ist er schnell aus dem Rennen. Es gehört wirklich mehr dazu, als nur die Kostenfaktoren.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   dipfele
    (4079 Beiträge)

    eher problematisch....
    ... ist die Kalkulation. Wenn für den cbm Aushub aus 15 m Tiefe nur 28-€ kalkuliert werden, dann ist das ein Preis, wie er 2004 auf Autobahnbaustellen auskömmlich war. dazu kommt noch das Bauen unter Straba Betrieb, das auch bis 2013 wenigstens 65 Mio gekostet hat. Dazu kommen die Umleitungsfahrten über die Rüppurrer Str. und der SEV Nr. 10, und das Verbindungsgleis von der Philipp-Reis-Str. in die Rüppurrer Str.Das dürfte zusammen auch nochmals 10 Mio kosten. Und dann war der Tunnel mit Infrastruktur 2010 auf 380 Mio kalkuliert. Der Rohbau alleine wurde mit 300 Mio vergeben. Die Mitbieter lagen zwischen 400 und 500 Mio. Der ROHBAU-Tunnel musste mit 300 Mio vergeben werden, weil sonst der Nutzen- Kosten Index kleiner "eins" geworden wäre. Und damit hätte es keine Zuschüsse gegeben.Das Kombi- Desaster wäre gestorben. So wurde, wie Frau Lisbach von den Grünen immer sagte, die Kombi schön gerechnet.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   aridus
    (202 Beiträge)

    Was ich nicht verstehe ist,
    warum der Bundesrechnungshof erst Jahre nachdem ein Förderbescheid ergangen ist (und aufgrund dessen bereits erhebliche Investitionen getätigt wurden), diesen plötzlich in Frage stellt.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   dipfele
    (4079 Beiträge)

    das Teilprojekt "Kriegsstrasse"
    wurde schon im Förderbescheid des BMVI 2008 in Frage gestellt:
    - bis 2014 sollte die Stadt den Nachweis über die Notwendigkeit des Strassentunnels erbringen.
    - bei gravierenden Kostenerhöhungen werden dem (gesamt-)Vorhaben die Zuschüsse entzogen.
    Nun hatte die Stadt einen Ergänzungsantrag 2010 mit einer Kostenerhöhung von 588 Mio auf 637,6 Mio gestellt, die vom BMVI am 14.01.2013 bewilligt wurde. Offensichtlich wurden aber die Nachweise über die unbedingte Notwendigkeit des Strassentunnels nicht vorgelegt. Und das dürfte neben der eklatanten Kostenerhöhung auf jetzt fast eine Milliarde das Problem sein. 2002 hätten die Selbstkosten der Stadt an dem Projekt 72 Mio betragen sollen, 2013 waren es 328,4 Mio !!! Also das 4,5 Fache.!!!!
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   aridus
    (202 Beiträge)

    Dankeschön
    für diese Erläuterung.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Petrolhead
    (955 Beiträge)

    Artikel mit wenig Informationsgehalt
    dass eine Reaktion des Rechnungshofes erfolgen wird und muss, ist ja nichts wirklich Neues. Wichtiger wäre die Frage, welcher Zeitraum mit "in den kommenden Wochen" gemeint ist. Konkret: noch diesen Monat oder später ? Denn diese Deadline ist laut Aussage der Verwaltungsspitze entscheidend für die Frage einer signifikant weiteren Verzögerung dieses baulichen Irrsinns. Und immer vorausgesetzt, dass es überhaupt eine weitere finanzielle Zusage gibt.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   ALFPFIN
    (5611 Beiträge)

    Warum sollte der schwarze Verkehrsminister,
    der auch noch aus dem Freistaat Bayern kommt
    (also beinahe doch noch Königreich), Geld locker machen? Karlsruhe liegt doch schon fast in Preußen? grinsen

    Nein es lag eindeutig an Karlsruhe, nach den Zweifeln die vom BRH schon 2008 geäußert wurden, einen klaren Nachweis der Wirtschaftlichkeit vorzulegen und erst bei verbindlicher Zusage zu bauen. Aber der "Traum" von Dieter Ludwig sollte gebaut werden, da hat man halt einfach gehofft, es wird schon klappen.

    Es sieht ja so aus, dass die Stadt immer noch mit einer wachsweichen Argumentation zur Notwendigkeit die Kriegsstraße umzubauen, daherkommt.
    Die Stadt hätte auf keinen Fall ohne verbindliche Zusagen, anfangen dürfen. Daran ist nicht der BRH schuld.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten

Seite : 1 2 (2 Seiten)

Schreiben Sie Ihre Meinung
Ein neues Posting hinzufügen
Fett Kursiv Link Zitat
Sie dürfen noch Zeichen schreiben