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Karlsruhe Kombilösung ohne Plan: Welche Bahnen fahren durch den Tunnel?

Läuft alles nach Plan, geht es in der Kaiserstraße ab 2021 ruhiger zu: Dann sollen die meisten Bahnen im Stadtbahntunnel der Kombilösung unter der Karlsruher Fußgängerzone fahren. Was allerdings noch fehlt ist ein aktueller Liniennetzplan.

Einen ersten Plan, wie das künftige Liniennetz aussehen soll, gibt es. Allerdings stammt dieser aus der Zeit des Baubeginns und war mehr als grobe Planung denn als endgültiger Plan gedacht. Welche Bahnen schlussendlich ober- oder unterirdisch fahren sollen, darüber hüllen sich die Verkehrsbetriebe Karlsruhe (VBK)  bislang noch in Schweigen.

Sieben Linien könnten im Untergrund unterwegs sein

Der letzte und damit auch aktuellste Stand in Sachen Liniennetzplan stammt aus dem Jahr 2004: Nach diesem Entwurf sollen insgesamt sieben Linien im Tunnel fahren. Zwei Linien wiederum sollen Karlsruhe oberirdisch in der Kriegsstraße durchkreuzen. Eine weitere Linie war 2004 entlang der Baumeisterstraße zum Konzerthaus vorgesehen und eine Verbindung sollte über den Hauptbahnhof die Stadt von Ost nach West und umgekehrt durchfahren.

Dateiname : Kombilösung Karlsruhe - Geplantes Netz
Dateigröße : 43.51 KBytes.
Datum : 29.05.2017 13:11
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Diese Planung wurde für den Antrag zur Finanzierung des Jahrhundertprojekts im Jahre 2004 entworfen. Er sollte den Geldgebern - Bund und dem Land Baden-Württemberg - die Vorteile und Verbesserungen der Kombilösung darlegen.

Plan müsste immer wieder angepasst werden

So wie es 2004 geplant wurde, wird der Liniennetzplan aber nicht zwangsläufig nach der Fertigstellung der Bauarbeiten aussehen. In den Unterlagen weist die verantwortliche Karlsruher Schieneninfrastruktur-Gesellschaft (Kasig) darauf hin, dass "aufgrund der permanenten Anforderungen und der damit zusammenhängenden Entwicklung im Nahverkehr", der Plan angepasst werden muss. Doch auch 13 Jahre später will man noch keinen weiteren Plan veröffentlichen. Warum?

Zur Frage nach einem aktuellen Liniennetzplan für die Kombilösung will sich Bauherrin Kasig nicht äußern. Sie verweist auf die für den späteren Betrieb zuständigen VBK. Auf der eigenen Seite wolle man keinen aktualisierten Plan einstellen: Es sei nicht zielführend, den Plan im Netz immer wieder anzupassen, um ihn  - ohne dass er je Gültigkeit hatte  - später wieder anzupassen bis der endgültigen Plan 2020 in Kraft trete, heißt es aus Kasig-Kreisen.

Erster öffentlicher Plan ab 2019

Ähnlich sieht man es bei den Verkehrsbetrieben: Man habe zwar "einen möglichen Plan in der Schublade liegen", wolle diesen aber nicht veröffentlichen. Denn immerhin seien es noch drei Jahre, bis der Tunnel in Betrieb gehe. Weiter gebe es einen "stetigen Fluss an Veränderungen" - bedingt beispielsweise durch Wünsche aus der Politik, von Kunden oder der Stadt Karlsruhe.

Weiter könne man noch nicht vorhersagen, wo beispielsweise neue Wohngebiete entstehen sollen, die an den Nahverkehr angebunden werden sollen, was dann wiederum Auswirkungen auf den Netzplan hätte. Und so verweist man bei den VBK auf das Jahr 2019, denn dann soll der erste Linienplan für den Tunnelbetrieb stehen.

Fest steht bislang nur, dass mit der Inbetriebnahme des Straßenbahntunnels - bislang Ende 2021 - auch weiterhin einige Linien durch die Kaiserstraße fahren sollen. Erst mit Fertigstellung der Kriegsstraße soll die Fußgängerzone dann "bahnfrei" sein. Dann wird der endgültige Liniennetzplan in Betrieb gehen.

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Kommentare (38)
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  •   Petrolhead
    (955 Beiträge)

    Offenbarungseid
    Man stelle sich nur mal vor, die Kombilösung wäre rechtzeitig fertig geworden und man hätte trotzdem neue Wohngebiete erschlossen. Nicht auszudenken.

    Die Wahrheit wird eines fernen Tages sowieso eine ganz andere sein.

    Plötzlich stellt man Kapazitätsengpässe fest, schiebt dies auf die neuen Wohngebiete und den damit erforderlichen zusätzlichen Linien und muss zum allgemeinen Bedauern total überraschend erklären, dass nun doch (und zwar dauerhaft) Gleise oberirdisch in der Fuzo benötigt werden. So werden Dolchstoßlegenden geboren.

    Zudem wird man dann dies als Notgleis für den Fall eines technischen Defektes begründen und als Service Zugeständnis an den Einzelhandel bzw. die zahlende Kundschaft der VBK/AVG.

    Auch wenn die KASIG wenig bis nichts im Griff hat - die Presseabteilung ist ausgesprochen kreativ. Man muss hierzu nur die wöchentliche Erfolgspropaganda auf ka-news lesen. Da wird seit Jahren längst überfälliges als großer Fortschritt umgedeutet.
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  •   DonHasi
    (784 Beiträge)

    Durch den Tunnel fährt erstmal garnix
    Bis man nämlich, mit dem Maßband noch drei Mal nachgemesen hat, wird mann feststellen, das leider das Thema "Brandschutz" völlig ausser Acht gelassen wurde. Keine ausreichenden Rettungswege für Rollstullfahrer geschaffen wurden und überhaupt der Tunnelbau vor dem "Mühlburger Tor" nur ein paar cm zu knapp bemessen wurde und somit leider garnix durchfahren darf.
    Oder wie ist es anders zu erklären, das am "Mühlburger Tor" seit Monaten nix mehr geht und an anderen Baufeldern hektische Betriebsamkeit nur vorgegaukelt wird. Beispielsweise "Berliner Platz/Kronenplatz.
    Heute vollgestopft mit Schutt und Plunder. Tags darauf ist das Baufeld wieder blitzeblank sauber. grinsen
    Oder die hübschen "blauen Überdruckleitungen" durch die Fußgängerzone die eigentlich seid einem Jahr demontiert sein sollen?.
    Oder die kostenlosen "Wasserspiele" am Europaplatz?
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  •   andip
    (8133 Beiträge)

    Typisch deutsch
    Alles muss möglichst Jahrzehnte im voraus geplant werden und auch gleich alles in Beton gegossen werden, damit ja nichts mehr geändert werden kann.
    Und sollten doch Änderungen nötig sein, geht nichts mehr.
    Besser einen Plan als Konzept in der Schublade haben, an dem man noch schrauben kann, als sich zu früh zu fest zu legen.
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  •   bergdoerfler
    (1548 Beiträge)

    Jeder Karlsruher Straßenbahnfahrer
    darf sich einen persönlichen Plan anfertigen und den VBK zur Umsetzung senden. Dann können die nicht mehr planlos in der Gegend rumfahren. Alternative: hat man keinen Plan, gründet man einen Planungsarbeitskreis, und der kreist umher.... Oder man macht es wie die Modelleisenbahner und nimmt sich ein Gleisplanungsprogramm.
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  •   Crackerjack
    (1364 Beiträge)

    15. Dezember 1987 Begonnen
    Drei Roehren
    Am 20. Juni 1993 erreichte der erste Testzug Großbritannien durch den Eurotunnel. Wie lange wurschteld ihr eigentlich an den paar Kilometern? Wenn man sich dann auch noch das Debakel des Berliner Flugplatzes anschaut.
    Made in Germany grinsen
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  •   Eckball
    (31 Beiträge)

    Was ich niemals verstehen werde ist,
    dass auf einigen Strecken Bahnen paralell oben und unten fahren werden. So z.B. zwischen Mühlbuger Tor und Euro. Wo gibt es das sonst? Wenn schon U-Strab, dann hätte man am Euro, am Durlacher Tor und auch am Kronenplatz auch unterirdische Gleisdreiecke anlgen müssen...
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  •   janh
    (391 Beiträge)

    Teil 2
    Der aktuell einzige unterirdische Abzweig am Marktplatz führt jetzt schon zu genügend Schwierigkeiten bei der Fahrplankonstruktion und trägt mit dazu bei, dass der Tunnel mit jeweils 5 bis 5,5 Linien zwischen westlichem/östlichem Tunnelportal und Marktplatz jetzt schon voll ausgelastet (oder vielleicht schon überlastet?) ist.
    Jeder zusätzliche Abzweig schränkt diesen Spielraum durch zusätzliche Zwangspunkte nur noch weiter ein - und wo sollen die Linien für die Rüppurrer und Karlstraße überhaupt Platz haben? Oben und unten sind zusammengerechnet auf den jeweiligen Abschnitten östlich vom Kronenplatz/westlich vom Mühlburger Tor rund sieben bis acht Linien geplant, also deutlich zu viel für Tunnelbetrieb mit Haltestellen und Abzweigen.
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  •   janh
    (391 Beiträge)

    Weil
    - die Haltestellen am Kronen- und Europaplatz liegen aktuell genau mittig unterhalb der oberirdischen Plätze wo das Baufeld am größten sein kann, ragen dadurch aber auch in den Kreuzungsbereich rein. Für unterirdische Abzweige müssten die Haltestellen also entsprechend in teilweise beengtere Bereiche verschoben werden.
    - Haltestellen und sonstige Spezialbauwerke sind deutlich teurer als einfache Tunnel und treiben die Kosten dementsprechend nach oben. Im Gegenzug ist beispielsweise der zu erwartende Nutzen aus Fahrzeitgewinnen für Linien die am Mühlburger Tor in den Tunnel fahren und dann am Europaplatz gleich wieder abbiegen nicht wirklich groß und steht vermutlich in keinem Verhältnis zu den zusätzlichen Kosten.
    - Noch mehr Tunnelrampen, die man irgendwo unterbringen muss.
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  •   Ozeiger
    (1328 Beiträge)

    Das wär
    mal richtig sportlich geworden und hätte 30 Jahre gedauert, bei den Superplanern in KA.
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  •   ALFPFIN
    (5607 Beiträge)

    Jetzt mal was ganz was anderes :)
    KSC hat Sommerpause, daher fallen viele Kommentare weg. also nimmt ka-news das Thema Kombilösung, darüber rege mir uns alle genau so uff. Da nach der Sommerpause das Drama KSC weiter geht und die Kombilösung eh noch 15 Jahre Thema sein wird, sind also jede Menge Kommentare zu erwarten und der ka-news Werbeetat ist auf Jahre hinaus gesichert. grinsen
    Hie und da auch politische Themen, die wir User kommentieren "dürfen" wären trotzdem interessant.
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