Karlsruhe Kombi-News: Säulen weichen für Ausbau unterm Marktplatz

14 Säulen haben in der Bauzeit die Decke der Haltestelle unter dem Marktplatz getragen. Weil sie nicht mehr benötigt werden, können sie abgebaut werden. Auch an den anderen Haltestellen ist der Bau der Wände voran geschritten, wie die Karlsruher Schieneninfrastruktur Gesellschaft (Kasig) mitteilt.

Endgültig gezählt sind laut Kasig die Tage der etwa 40 Meter langen Säulen in der unterirdischen Haltestelle Marktplatz, die zu großen Teilen - etwa 30 Meter - im Baugrund unter der Haltestellensohle verbleiben: Die Primärstützen wurden vor der Betonage des Haltestellendeckels gebaut, um diesen mit seiner sehr großen Spannweite teilweise abzustützen. 

"Jetzt ist die Zwischenwand, die das dritte, unterirdisch vor der Pyramide endende Gleis von den beiden anderen, durchgehenden Gleisen trennt und dabei den Kraftschluss zwischen Sohle und Decke herstellt, weitestgehend fertig", heißt es im Pressebericht weiter. Dadurch wird die Abstützung durch die insgesamt 14 Primärstützen mit einem Durchmesser von jeweils etwa 1,20 Meter und einer freien Länge in der Haltestelle von etwa zehn Meter nicht mehr benötigt und sie machen Platz für den weiteren Ausbau der Haltestellen.

Auf dem Marktplatz werden die abgebrochenen Teile der Primärstützen zur Verladung auf LKW bereitgestellt. | Bild: Kasig

In nahezu allen anderen künftigen unterirdischen Haltestelle sowie im Gleisdreieck Marktplatz konzentrieren sich die Bauarbeiter auf die Herstellung der Außenwände oder - wo diese schon betoniert sind - auf die Innenwände und Zwischendecken, wie die Bauherrin weiter schildert.  

Innenausbau in Haltestellen läuft

Einzig in der Haltestelle Europaplatz und im Stadtbahntunnel-Teil des Kombi-Bauwerks unter dem Ettlinger Tor steht noch die Betonage von jeweils einem Sohlenabschnitt aus. Am östlichen Ende vom Europaplatz beginnen die Arbeiter übernächste Woche mit den Bewehrungsarbeiten für die endgültigen Stationswände.

In der Haltestelle Marktplatz sind Boden und Wände des Raum über dem dritten Gleis betoniert. Aus den Fenstern heraus sind noch die vor dem Abbruch stehenden Primärstützen zu sehen. | Bild: Kasig

Endgültige Außenwände und Innenwände stehen auf dem Bauprogramm in den Haltestellen Lammstraße, Kronenplatz, Durlacher Tor, Marktplatz sowie im Gleisdreieck. In der Haltestelle Durlacher Tor beginnen die Vorbereitungen für eine der Zwischenebenen: Auf diesen werden später die Fahrgäste den Bahnsteig ansteuern, auf dem ihre Stadtbahn oder Straßenbahn abfährt.

Keine Zwischenebene gibt es in der Haltestelle Kongresszentrum: Sie ist so nah an der Oberfläche, dass der Wechsel des Bahnsteigs oberirdisch stattfinden kann. Zudem ist die Haltestelle Kongresszentrum im Rohbau abgeschlossen; dort ist der Innenausbau bereits gestartet.

Handwerk: In der Haltestelle Kongresszentrum läuft der Innenausbau. | Bild: Kasig

Im "Sabine"-Tunnel ist Erdaushub abgeschlossen

Betonieren ist auch das Thema in einigen Tunnelabschnitten - also in der von der Tunnelvortriebsmaschine "Giulia" hergestellten Tunnelröhre: Zwischen den Haltestellen Europaplatz und Marktpatz wird die Tunnelröhre zu einem Viertel mit Sohlbeton aufgefüllt: Auf dieser ebenen Fläche werden später Schotter und Gleise verlegt. In dem sich östlich an die Haltestelle Durlacher Tor anschließenden Tunnelabschnitt bis zur Rampe in der Durlacher Allee werden auf dem Sohlbeton die Notwege mit den darin integrierten Kabelleerrohren betoniert.

Im Tunnel Karl-Friedrich-Straße ist die Phase des Erdaushubs durch den Einbau der Stahlbetonsohle der Innenschale abgelöst worden. Noch wird auf dem 250 Meter langen Abschnitt mit Druckluft gearbeitet, um dem anstehenden Grundwasser entsprechenden Druck entgegenzusetzen. Auf dem Sohlbeton wird dann der Schalwagen montiert, der die Innenschale des Tunnels betoniert - dank zusätzlich einbaubarer Schalelemente auch in der "Trompete", in der sich der Tunnelquerschnitt aufweitet, um dort statt zwei sogar drei Gleise aufnehmen zu können, die nach Norden in die Haltestelle Marktplatz führen.

Fahrbahnen am Durlacher Tor und in der Ettlinger Straße werden gebaut

Der Baufortschritt ist aber auch an den Bauflächen an der Oberfläche erkennbar: Im westlichen Bereich des Durlacher Tors finden ab sofort auf dem früheren Baufeld, auf dem sich noch bis vor kurzer Zeit die Container mit den Baubüros stapelten, Straßenbauarbeiten statt. Übernächste Woche wird hier Asphalt für die Autofahrbahn eingebaut, kündigt die Kasig an. Ein Teil der früheren Baueinrichtungsflächen im Ostbereich des Durlacher Tors wird für den Innenausbau der Röhre und der Haltestellen benötigt.

In einem weiteren Teilbereich sind die Bauarbeiter mit Vorbereitungen wie Abbruch oder Leitungsentfernung für die endgültige Trassenführung für die Gleise am westlichen Eingang der Durlacher Allee und am künftigen oberirdischen Gleisviereck östlich des Beginns der Kaiserstraße beschäftigt. In der Durlacher Allee wird auf der Nordseite der Asphalt für die Fahrbahn bis unmittelbar an die Gleise eingebracht - mit der Folge, dass der stadteinwärts über die Durlacher Allee führende Stadtbahn- und Straßenbahnverkehr zwischen 25. und 28. Mai eine Umleitungsstrecke nehmen wird.

Und auch in der Ettlinger Straße naht - im Spätherbst - der Moment, in dem die Oberfläche mit den neuen Fahrbahnen, den Rad- und Gehwegen und auch den Abbiegespuren, Grünstreifen und Überwegen endgültig hergerichtet sein wird: Mit jedem Arbeitstag geht die Ettlinger Straße ihrer endgültigen Gestaltung entgegen. An verschiedenen Abschnitten wird derzeit intensiv gearbeitet.

Hindernisse und Rohre werden entfernt

Beim Umbau der Kriegsstraße für eine neue oberirdische Straßenbahntrasse mit dem darunter liegenden Straßentunnel" werden im östlichsten Baufeld O1 in der Ludwig-Erhard-Allee die Flächen für das Baufeld und den Verbau noch bis in die erste Juni-Woche hinein auf Kampfmittel abgesucht und gleichzeitig Hindernisse und Rohrleitungen beseitigt.

Im Baufeld W2 zwischen Lammstraße und Ritterstraße hat die Kampfmittelsondierung in dieser Woche begonnen. Damit die sensiblen Messgeräte nicht zu sehr durch Autos - von den Geräten als "Metallkörper" wahrgenommen - beeinflusst werden, erfolgt die Oberflächensondierung in den Nächten. Außerdem werden auch hier Hindernisse und Rohrleitungen beseitigt.

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