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Karlsruhe Kombi-News: Bahnsteigwechsel ohne Gleise am Durlacher Tor

Wer einen Blick in die Haltestelle unter dem Durlacher Tor wirft, kann erahnen, wie das Innenleben der Haltestellen später beim Fahrbetrieb mit den in der Innenstadt von Karlsruhe verkehrenden Bahnen abläuft. In ihrem wöchentlichen Baustellenbericht informiert die Karlsruher Schieneninfrastruktur Gesellschaft (Kasig) über den Fortschritt in dieser und den anderen Haltestellen.

Nach Angaben der Bauherrin der Kombilösung wurde am Durlacher Tor eine der beiden Zwischenebenen, die in halber Höhe der Haltestelle ähnlich wie eine breite Brücke die später einmal darunter liegenden Gleise queren, im Rohbau fertiggestellt.

Von der Zwischenebene zum Bahnsteig

Die Zwischeneben, die in sechs unterirdischen Haltestellen eingebaut werden, ermöglichen dem Fahrgast die Orientierung oder auch den Wechsel der Fahrtrichtung, ohne dass er sich außerhalb der Haltestelle begeben muss. "Auf der Zwischenebene erst kann die Entscheidung fallen, welcher Bahnsteig der Richtige ist. Eine nochmals nach unten führende Treppe, Rolltreppe oder ein Aufzug führt schließlich von der Zwischenebene zum Bahnsteig", teilt die Kasig mit. 

Eine solche Zwischenebene verbindet auch die Haltestellen Marktplatz und Lammstraße miteinander, damit Fahrgäste zum Umsteigen innerhalb der Haltestellen bleiben können. Nur in einer Haltestelle wird es keine solchen Zwischenebenen geben: Die Haltestelle Kongresszentrum liegt in so geringer Tiefe unter der Oberfläche, dass die Zwischenebene in der Praxis durch die Oberfläche gebildet wird – sie war aus diesem Grund auch als erste im Rohbau fertig, die nächste wird die Haltestelle Durlacher Tor sein.

Ebenen und Stationswände im Bau 

In den übrigen fünf Haltestellen läuft der Bau der endgültigen Stationswände sowie der Innenwände "wie am Schnürchen", heißt es vonseiten der Kasig weiter: In der Haltestelle Europaplatz entstehen die 80 Zentimeter dicken Stationswände demnächst mit zwei statt nur einem Schalsatz. In den Haltestellen Lammstraße, Kronenplatz, im Gleisdreieck Marktplatz und im Mittelteil der Haltestelle Ettlinger Tor – dem Kombi-Bauwerk – beherrscht ebenfalls der Rhythmus vom Bewehren zum Betonieren und dann wieder zum Bewehren des nächsten Abschnitts die Arbeiten. Innen- oder Zwischenwände entstehen unter dem Marktplatz, am Durlacher Tor, in der Haltestelle Kronenplatz und im Südkopf des Ettlinger Tors.

Eine Zwischenebene ist laut Bauherrin auch am Marktplatz bereits im Bau. Unter dem Marktplatz werden zudem auch noch die Aussparungen für die inzwischen abgebrochenen Stützen in der Sohle zubetoniert. Der bisher an der Oberfläche auf dem Berliner Platz abgedeckte Fahrgastzugang Waldhornstraße Nord der Haltestelle Kronenplatz ist freigelegt worden und wird jetzt wie auch die Stationswände in diesem Bereich hergestellt. Diesen Schritt hat die Haltestelle Kongresszentrum längst hinter sich: Hier werden schon die Bahnsteigplatten betoniert. 

Was tut sich unter der Karl-Friedrich-Straße?

In der Tunnelröhre zwischen Europaplatz und Lammstraße einerseits und zwischen Marktplatz und Kronenplatz andererseits werden seitlich auf dem inzwischen eingebauten Sohlbeton die Notwege gebaut. In diese werden die Kunststoffrohre, die die elektrischen Leitungen für den späteren Fahrbetrieb aufnehmen, integriert.

Noch immer wird das Gewölbe der Innenschale des Tunnels unter der Karl-Friedrich-Straße bewehrt: Mit dem "Bewehrungswagen", einem auf Schienen fahrenden Gerüst, werden die teilweise schon vorgebogenen stählernen Bewehrungen an der Spritzbetonwand angebracht. Der für diesen 250 Meter langen Tunnelabschnitt eigens konstruierte Schalwagen wird bereits von Norden nach Süden die Innenschale betonieren, während vor ihm der Bewehrungswagen noch im Einsatz ist.

Der Schalwagen wird seit der zurückliegenden Woche auf 17 Lkw in Einzelteilen an der Baustelle angeliefert und im Tunnel zusammengebaut. Ab Anfang August nimmt er seine (Betonage-)Arbeit auf, voraussichtlich im Spätherbst wird die Innenschale des Tunnels unter der Karl-Friedrich-Straße fertiggestellt sein.

Blaue Rohre verschwinden nach und nach

Weiter informiert die Kasig über den Baufortschritt zwischen dem Kronen- und dem Europaplatz. Dort dauert die Demontage der großen blauen Wasserleitung, der Havarieleitung, noch an. In der dritten Juli-Woche wollen die Arbeiter alle blauen Rohre abgeschraubt haben. Der Wasserbehälter am Durlacher Tor ist bis Ende dieser Woche verschwunden, so das Versprechen in der Pressemitteilung.

Voran geht es auch bei den Arbeiten an der Oberfläche: In der Durlacher Allee zwischen Melanchthon- und Bernhardstraße entstehen auf der Nordseite der Durlacher Allee Gehweg und Parkbuchten, auf der Südseite der Durlacher Allee zwischen Kapellen- und Ostendstraße der Geh- und Radweg, Parkplätze und eine Bushaltestelle. Die endgültige Gestaltung der Ettlinger Straße ist auf der stadteinwärts führenden, östlichen Fahrbahn angekommen: Hier müssen die Straße, der Rad- und Gehweg neu angelegt werden.

Weiter voran geht es auch im zweiten Teilprojekt der Kombilösung: In der Kriegsstraße laufen im östlichsten Baufeld O1 in der Ludwig-Erhard-Allee die Arbeiten am (Vor-)Verbau weiter. Im Baufeld W2 zwischen Lamm- und Ritterstraße haben die Arbeiten am Vorverbau und den Leitwänden für die Herstellung der Schlitzwände, dem eigentlichen Baugrubenverbau, ebenfalls begonnen und werden fortgesetzt. Die Kampfmittelerkundung konnte in beiden Baufeldern vorerst abgeschlossen werden.

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  •   Ozeiger
    (1328 Beiträge)

    Wurde
    beim Bau der Bahnsteige so gepfuscht, dass sie schon gewechselt werden müssen bevor der erste Zug gefahren ist?
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  •   Ozeiger
    (1328 Beiträge)

    Das hört
    sich an als würden sich auf zehn Ebenen x Gleise kreuzen und man Gefahr läuft sich in den Haltestellen so zu verirren, dass man erst Jahre später irgendwo als Skelett gefunden wird. grinsen
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  •   xXJeskoXx
    (65 Beiträge)

    .
    Weisst du was wirklich unter der Pyramide gebaut wird?
    Atombunker oder vielleicht auch ein ganz neues Karlsruhe2.0 unter der Erde sag nur gibt viele Verschwörungstheorien
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  •   ALFPFIN
    (5607 Beiträge)

    Habe ich auch gedacht,
    so hat es Kasig formuliert. Es sind ja nur 2 Gleise, mehr gibt unser Kaisersträßle unten rum ja nicht her und an den Kreuzungen, wo man ja wieder nach oben muss, weiß der gemeine Karlsruher an sich ja schon, wie rum er zum Marktplatz nach oben muss. grinsen
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  •   dipfele
    (4079 Beiträge)

    Es geht ja wohl....
    ..... um die Umsteiger. Die müssen von unten erst zwei Etagen hoch die Zwischenebene erklimmen und dann nach erfolgter Orientierung wieder zwei Etagen runter auf den richtigen Bahnsteig. Wenn nicht, das ganze nochmals von vorn.
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  •   ALFPFIN
    (5607 Beiträge)

    Genau so steht es in der offiziellen Pressemitteilung
    der KASIG
    www.diekombiloesung.de/aktuelles/presseinformationen.html

    Ich denke, es werden Zwischenebenen eingebaut, also Treppe hoch, man kann ja unten nicht einfach über die Gleise laufen, wie oben auf der Kaiserstraße, schauen in welche Richtung will man weiterfahren, Treppe, Aufzug, Rolltreppe? wieder runter, um auf die richtige Seite des Bahnsteiges zu gelangen.
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  •   ka-lex
    (1512 Beiträge)

    Geht ja gar net.
    Ein Bahnsteig mit ohne Gleise ist kein Bahnsteig. grinsen
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  •   mueck
    (8975 Beiträge)

    !
    Das wäre ja wie ein Fluchhafen ohne Fluchzeugs, siehe BER zwinkern
    Aber aus unserem U-Sträble könnte man, wenn's hier auch BERlinert, immer noch einen schönen Radschnellweg machen, dann braucht's am Bahnsteig auch keine Gleise! zwinkern
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  •   ka-lex
    (1512 Beiträge)

    Für Radschnellweg genügts, nicht ab-/anzuschließen.
    grinsen
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  •   runner
    (330 Beiträge)

    Bahnsteigwechsel ohne Gleise?
    Kann mir jemand erklären, was der Autor mit dieser Überschrift gemeint hat/haben könnte? Für mich ergibt das überhaupt keinen Sinn ...
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