Karlsruhe Kombi-News: Arbeiten an den Sohlen im Endspurt

Noch an diesem Wochenende will die Karlsruher Schienen-Infrastrukturgesellschaft (Kasig) einen weiteren Meilenstein erreichen: Dann sollen alle Sohlen künftigen Straßenbahntunnel betoniert sein. Aber auch andernorts geht es voran.

In der Haltestelle Europaplatz hat Freitagfrüh die Betonage des letzten Sohlenabschnitts begonnen – in Anwesenheit von Kasig-Geschäftsführer Uwe Konrath und mit tatkräftiger Unterstützung durch den technischen Prokuristen Frank Nenninger. Das geht aus einem Pressebericht der Kasig hervor.

Mit dem Einbau von knapp 1.400 Kubikmetern Beton – über 180 Betonmischer müssen dafür den Beton anliefern - stellt diese letzte, bis zu 3,15 Meter dicke Sohle auch gleichzeitig den größten aller bisher hergestellten Sohlenabschnitte dar. Die Arbeiten werden am heutigen Samstag beendet sein.

Betonage der Sohle unter dem Europaplatz
Die letzte Sohle unter dem Europaplatz wird in Anwesenheit von KASIG-Geschäftsführer Uwe Konrath und mit tatkräftiger Unterstützung durch den technischen Prokuristen Frank Nenninger betoniert, rechts der Bauleiter Europaplatz der Arge Stadtbahntunnel, Joshua Gutwald. | Bild: Kasig

Der Sohlenabschnitt befindet sich im Bereich unter der die Kaiserstraße querenden Douglasstraße und schließt an den dort beginnenden Tunnelröhrenabschnitt in Richtung Kaiserplatz an. Nahezu gleichzeitig – nämlich am Mittwoch und Donnerstag dieser Woche – ist auch die komplette Sohle tief unten im Kombi-Bauwerk betoniert worden, wie die Kasig weiter mitteilt. 

Das Ende des Baus der endgültigen Sohlen – auf ihnen werden in den Haltestellen die Unterschottermatten, der Schotter und die Gleise sowie die Bahnsteige aufgebaut – bedeutet gleichzeitig auch das Ende für die Havarieleitung (ka-news berichtete), deren blaues Rohr sich von dem Durlacher Tor bis zum Europaplatz zieht.

Bau der Wände steht im Fokus

Die Arbeiten in den künftigen unterirdischen Haltestellen sind laut Bauherrin ansonsten vom Bau der Außenwände sowie der Zwischenwände und Zwischendecken geprägt: Unter dem Europaplatz werden ebenso wie in den Haltestellen Lammstraße, Kronenplatz, Marktplatz sowie im Gleisdreieck Marktplatz die Außenwände mit einer Dicke von 80 Zentimetern betoniert.

Innen- oder Zwischenwände, die beispielsweise Treppen aufnehmen, werden unter dem Marktplatz, unter dem Durlacher Tor und jetzt auch im Südkopf des Ettlinger Tors hergestellt. Zwischenebenen, über die Fahrgäste später den Bahnsteig wechseln können, ohne die Haltestelle verlassen zu müssen, entstehen am Durlacher Tor und am Marktplatz. Hier werden parallel zum Wandbau auch noch die restlichen der ursprünglich 14 Primärstützen abgebrochen

In der Haltestelle Kronenplatz unter dem Berliner Platz steht auch der Bau des Fahrgastzugangs Waldhornstraße Nord an: Zunächst wird das Baufeld erweitert, um die bisher abgedeckte Öffnung im Haltestellendeckel freizulegen. Danach werden die Außenwände der Haltestelle in diesem Bereich betoniert.

Auf den Sohlen- folgt der Notwegbau

In der Haltestelle Kongresszentrum werden, nachdem beim dort bereits laufenden Innenausbau Kabelkanäle und Feuerlöschleitungen verlegt wurden, jetzt die Bahnsteige für die Betonage vorbereitet.

In der Tunnelröhre unter der Kaiserstraße zwischen den Haltestellen Europaplatz und Lammstraße ist der "Sohlbeton" schon fast auf der gesamten Länge eingebaut worden – auf diesem werden ähnlich wie auf den Haltestellensohlen Unterschottermatten, Schotter und Gleise liegen. Derzeit wird der Sohlbeton auch im Tunnelabschnitt zwischen Marktplatz und Kronenplatz eingebaut. Noch einen Röhrenabschnitt weiter nach Osten werden zwischen Kronenplatz und Durlacher Tor auf der Sohlbeton-Oberfläche seitlich die Notwege angelegt.

Unter der Karl-Friedrich-Straße haben die Arbeiter die Stahlbetonsohle der Innenschale unter Druckluftbetrieb komplett eingebaut. Jetzt wird die Bewehrung für die Innenschale aufgebaut, die der Schalwagen - eine auf Führungsschienen fahrende Anlage - vom Marktplatz ausgehend betonieren wird.

Fußgänger laufen noch über die gesperrte Straße

In der Durlacher Allee und am Durlacher Tor läuft die Herstellung der endgültigen Oberfläche: Die Nordseite der Durlacher Allee hat ihre Asphaltfahrbahn erhalten, so dass jetzt zwischen Melanchthon- und Bernhardstraße der Gehweg und die Parkbuchten angelegt werden. Auf der Südseite der Durlacher Allee ist ebenfalls schon die Autofahrbahn zwischen Durlacher Tor und Ostendstraße asphaltiert worden – auch hier steht jetzt der Bau des Geh- und Radwegs, von Parkplätzen und der an dieser Stelle vorgesehenen Bushaltestelle an. Fußgänger und Radfahrer können während dieser Baumaßnahmen über die noch nicht für den Autoverkehr freigegebenen Fahrbahnen nutzen.

Endgültiger Zustand bei der Straßengestaltung ist natürlich auch in der Ettlinger Straße beherrschendes Thema: Im Spätherbst haben die Anwohner und auch der Einzelhandel "ihre" Ettlinger Straße runderneuert mit für den Verkehr freigegebenen Autofahrbahnen, Geh- und Radwegen wieder.

In der Kriegsstraße endet die Kampfmittelsondierung

Beim Bau der neuen oberirdischen Straßenbahntrasse mit dem darunter liegenden Straßentunnel in der Kriegsstraße geht die Kampfmittelsondierung im östlichsten Baufeld O1 in der Ludwig-Erhard-Alleeallmählich ihrem Ende entgegen: "Wenn dort die Flächen für das Baufeld und den Verbau und nachfolgend auch im Baufeld W2 zwischen Lammstraße und Ritterstraße auf Kampfmittel abgesucht sind und die Kampfmittelfreiheit bestätigt wird, beginnen jeweils die Arbeiten am (Vor-)Verbau und den Leitwänden für die Herstellung der Schlitzwände, dem eigentlichen Baugrubenverbau, in dessen "Schutz" später der Autotunnel errichtet wird", teilt die Kasig abschließend mit. 

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