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Karlsruhe "In 30 Minuten ausgebucht": Kombi-Führungen locken Karlsruher in die Tunnel

Die Baustellen der Kombilösung gehören für die Karlsruher mittlerweile zum Stadtbild. Die Initiative "Ja zur Kombilösung" und die Karlsruher Schieneninfrastruktur Gesellschaft (Kasig) lassen die Bürger bei Führungen unter Tage ganz nah ran an Bagger, Tunnel und Co. - und die Karlsruher haben viele Fragen.

Er ist für viele eine Art "Herr der Baustellen-Tunnel" geworden: Peter Müller vom Karlsruher Ingenieurbüro "Krebs und Kiefer" steigt mit den Karlsruhern in rund 18 Meter Tunnel-Tiefe, erklärt den aktuellen Baufortschritt und hat auf nahezu alle Fragen bezüglich der Kombilösung die passende Antwort parat.

(Peter Müller stellt sich den Fragen der Karlsruher.)

"Man braucht keine spezielle 'Baustellenführer-Ausbildung' aber man muss eben das gewisse Know-how haben und immer auf dem Laufenden sein - was man, wenn man schon so lange in einen Projekt verankert ist und täglich damit zu tun hat, sozusagen automatisch besitzt", erklärt Peter Müller gegenüber ka-news.

"Wir könnten doppelt so viele Führungen voll bekommen"

Der Baustellenführer hat alle Hände voll zu tun. Die Karlsruher haben Fragen zur Kombilösung - das zeigt der große Ansturm auf die wenigen Plätze. Neben den Veranstaltungen im Infopavillon "K." am Ettlinger Tor, sind es besonders die Führungen durch die Baustellen, bei denen die Bewohner der Fächerstadt teilhaben wollen.

Doch niemand darf allein durch in die Baustellen spazieren. Hier kommt Peter Müller ins Spiel. Er ist schon seit 2010 im Karlsruher Bauvorhaben der Kombilösung beteiligt und wurde schnell zum Baustellenführer ernannt.

(Interessante Gespräche zum Thema Kombilösung finden bei den Baustellenbesichtigungen statt.)

Rund sechs Führungen durch die Baustellen der Kombilösung sind jährlich vorgesehen. Pro Veranstaltung können sich achtzig Personen anmelden, was bedeutet, dass 480 Karlsruher jährlich in den Kombi-Tunnel hinabsteigen können. Die Führungen sind immer in zwei Gruppen von jeweils vierzig Personen aufgeteilt und dauern rund eine Stunde.

(Gelbe Gummistiefel, Schutzhelm und Warnweste werden von den Veranstaltern für die Zeit der Führung zur Verfügung gestellt.)

Die Termine für die Baustellenführungen werden im Vorfeld bekanntgegeben. Eine Anmeldung ist Pflicht, denn der Andrang ist enorm. "Wir könnten doppelt so viele Führungen voll bekommen", betont Silke Braun von der Kasig im Gespräch im ka-news. "Innerhalb von 30 Minuten sind nahezu alle achtzig Plätze ausgebucht", so Silke Braun weiter.

Dass die Nachfrage nach freien Plätzen bei den Baustellenbesichtigungen in nächster Zeit weniger werden könnte, kann sich Dieter Thomann, Sprecher der Initiative "Ja, zur Kombilösung" nicht vorstellen. "Umso länger gebaut wird, desto mehr gibt es natürlich auch zu sehen. Daher ist klar, dass eher noch mehr Karlsruher Interesse an einer Baustellenbesichtigung bekommen werden", so Dieter Thomann weiter.

Kasig plant weitere Besichtigungen ab September

Wer mit Peter Müller in die Tunnel-Baustellen steigen, dort Fragen stellen und das aktuelle Baugeschehen beobachten möchte der sollte sich folgenden Termin merken, denn "in der zweiten Septemberhälfte oder Anfang Oktober wird die nächste Baustellenbesichtigung stattfinden", verrät uns Dieter Thomann schon einmal vorab.

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Kombilösung Karlsruhe | ka-news.de: Baufortschritt, Mehrkosten, Sperrungen und Verzögerungen: Mehr Infos und Fotos von der Karlsruher Kombilösung finden Sie in unserem Dossier!
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  •   udoh
    (1681 Beiträge)

    Wen wundert, dass ein paar sehen wollen wo das ganze Geld vergraben wurde
    Ist doch normal, dass "große Löcher" angeschaut werden. Ob wesentlich schönere Krater, Klärwerk oder größter Abwasserkanal, alles findet dankbare Zuschauer grinsen

    Die Neugier hat so GARNICHTS mit ZUSTIMMUNG zu tun!

    Lustig wie bei jedem Puups zu suggerieren versucht wird, es gäbe noch nennenwert Leute die positv über das Komischproblem denken zwinkern
    Gut, armseelig träfe es besser!
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  •   ALFPFIN
    (5612 Beiträge)

    Baustellenbesichtigung
    Zitat von Dieter Thomann Dass die Nachfrage nach freien Plätzen bei den Baustellenbesichtigungen in nächster Zeit weniger werden könnte, kann sich Dieter Thomann, Sprecher der Initiative "Ja, zur Kombilösung" nicht vorstellen. "Umso länger gebaut wird, desto mehr gibt es natürlich auch zu sehen.

    Das freut mich für die Kombibefürworter, denn es wird sehr lange gebaut werden. Inzwischen liegt ja die angenommene Fertigstellung laut Kasig bei dem Jahr 2022, eher bei 2025. Da darf man doch hoffen für die Initiative "Ja zur Kombilösung", dass das Ende der Bauzeit mindestens noch in die 2030iger Jahre geplant ist, die Enkel wollen ja auch noch Kombi-Baustellen gucken. grinsen
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  •   Petrolhead
    (955 Beiträge)

    Gibt offenbar immer noch genug Idioten
    welche sich vollkommen unkritisch von der Dimension des Bauwerks einlullen lassen und den vermeintlichen Baufortschritt wie den Tanz um das goldene Kalb begehen.

    Unter normalen Umständen wäre es ja okay. Dann würde ich mir die Sache, selbst als Kritiker dieses Projektes, vielleicht auch anschauen.

    Aber unter den gegebenen und darüber hinaus sich abzeichnenden Umständen ist dies das falscheste Signal an die KASIG.

    Denkt mal darüber nach, Ihr Tunnelfreaks.
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  •   andip
    (8135 Beiträge)

    Ja klar
    Anstatt mal selber hin zu gehen und nachfragen wieso,weshalb,warum es da nicht so läuft wie man es sich selber vorstellt lieber wegbleiben damit das Weltbild ja nicht ins Wanken kommt.
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  •   Petrolhead
    (955 Beiträge)

    Entschuldigung
    hatte ich ja fast vergessen. Natürlich werden diese Touren so gerne angeboten, weil man sich den kritischen Fragen der Besucher stellen möchte. Und sofern doch, wirst Du für Deine negative Einstellung wahrscheinlich sofort im Kreise der anderen Teilnehmer sofort als Querulant geoutet. Das ist weder der richtige Ort, noch Anlass für Deinen ausgesprochen naiven Vorschlag. Weltbild, ts, ts, ts ... Was für ein Weltbild denn ? Wache mal so langsam auf !
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  •   dipfele
    (4079 Beiträge)

    jedenfalls....
    .. geben die Führungen keine Auskunft darüber für was eine Milliarde € ausgegeben werden müssen um dann für weitere 35 + Millionen eine Shopping- und Flaniermeile zu bauen. Also wo ist der Volkswirtschaftliche Nutzen angesichts von Wohnungsnot etc.
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  •   heikoka
    (277 Beiträge)

    ... mit Deiner volkswirtschaftlichen Weitsicht
    würden wir alle noch zu Fuß durch den Dreck stapfen und in Höhlen wohnen.
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  •   definitivabseits
    (1075 Beiträge)

    Na jetzt komm,
    es ist doch inzwischen nachgewiesen, dass dieser Tunnel keinen Fortschritt darstellt und etwa 30 Jahre der Zeit hinterherhinkt. Als er geplant wurde, da hätte man ihn bauen sollen, in den 80ern.
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  •   heikoka
    (277 Beiträge)

    ganz ruhig ...
    Ich hab mir das auch schon angesehen und werde bei weiterem Baufortschritt sicher nochmal hingehen. Ein goldenes Kalb hab ich beim ersten mal nicht gesehen - vielleicht wirds ja noch ausgegraben. ( Ich glaub ja eher, daß es sich in der Pyramide versteckt)
    Entsprechendes Interesse (ggf. auch fachlicher Natur) vorausgesetzt ist so was durchaus zu empfehlen. Vor allem kann man nicht immer nur Transparenz einfordern und dann die Angebote nicht wahrnehmen.
    (Ob es wirklich sooo spannend wäre bei einer Bilanzprüfung im Büro zuzuschauen ist ein anderes Thema).
    Wenn mit abzeichnenden Umständen der Kriegstraßenumbau gemeint ist - das tut der Baustellenbesichtigung keinen Abbruch und liegt nun wirklich nicht im Verantwortungsbereich der Kasig.

    Also bitte - wer sich das anschauen will sollte das doch dürfen ohne als Idiot hingestellt zu werden.
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  •   Petrolhead
    (955 Beiträge)

    fällt mir leider kein anderer Ausdruck ein
    für Menschen, welche sich trotz des heutigen Kenntnisstandes zur Entwicklung der Kombilösung (??) immer noch (!!) vor den Propagandakarren der KASIG spannen lassen. Und dass es sich bei dem "goldenen Kalb" um eine Allegorie handelt - ich denke, das wissen wir beide.
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