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Karlsruhe Blick unter den Marktplatz: "Eine Haltestelle für locker 100 Jahre"

Oberirdisch lässt sich nur erahnen, was auf den Baustellen der Kombilösung geschieht. Unter der Erde schreiten die Bauarbeiten immer weiter voran. Wie es aktuell unter dem Marktplatz aussieht, davon konnte sich ka-news bei einem Spaziergang unter Tage überzeugen.

Unterhalb des Marktplatzes ist in den vergangenen Jahren eine riesige Halle entstanden. Es ist die größte der zukünftigen unterirdischen Haltestellen, die im Zuge der Kombilösung entstehen. Hier treffen eines Tages die Verbindungen vom Mühlburger- und Durlacher Tor auf den Südabzweig.

In diesem Gleisdreieck wird dann wieder ein Abbiegen wie in den Zeiten vor dem Start des Jahrhundertprojekts möglich sein - nur eben unter- statt oberirdisch. Neu wird hier allerdings ein drittes Gleis sein, ein Stumpfgleis, in das Bahnen vom Kongresszentrum kommend einfahren können.

Abnahme des Rohbaus steht kurz bevor

Mit ein wenig Fantasie ist die zukünftige Haltestelle bereits zu erkennen, auch wenn bislang noch nicht mit dem Innenausbau begonnen wurde. Wie Diplom-Ingenieur Peter Müller bei der von der Initiative "Ja zur Kombilösung" initiierten Führung berichtet, beginnt dieser aber bald. Starten kann er, wenn die Abnahme des Rohbaus stattgefunden hat, was demnächst geschehen soll.

An einigen Stellen muss noch die Wand betoniert werden. Der Baustellenboden soll später dann noch um rund 70 Zentimeter aufgeschüttet werden, bevor der Haltestellenbau beginnt, erklärt der Experte bei der Führung. Und während der Blick in die Tunnelröhren in Richtungen West und Ost bereits möglich ist, blockiert bislang noch die Druckschleuse den Einblick in den Tunnelabschnitt in Richtungen Süden. Ende des Jahres soll aber auch hier der Blick und der Weg frei sein.

Wenn Bauarbeiter Knochen ausgraben

Der Blick auf das dritte Gleis der Anlage ist mittlerweile ebenfalls frei: Stützen, die bislang die Tunneldecke getragen haben, wurden und werden nach und nach abgetragen. Das Abstellgleis wurde bereits mit einer Wand von den durchlaufenden Gleisen getrennt. Das Ende dieses Gleises liegt wenige Meter vor, oder besser, unter der Pyramide.

Und obwohl die Bauarbeiten nur mit einer sehr geringen Entfernung unter dem Karlsruher Denkmal stattgefunden haben, hat die Pyramide keine Beschädigungen erlitten, versichert Ingenieur Müller. Auch habe man hier keine Knochen ausgegraben.

Das sieht gerade vor der Stadtkirche anders aus: "Hier hatten die Arbeiter dann auch mal einen Oberschenkelknochen in der Hand", so Müller. Überraschend sei das nicht gewesen: Immerhin war um die Kirche einst ein Friedhof. Ansonsten blieben überraschende archäologische Funde beim Tunnelbau aus, so Müller weiter.

Bis 2021 die Bahnen an dieser Haltestellen stoppen können, muss allerdings noch einiges gemacht werden: Neben den Restarbeiten im Rohbau und dem Haltestellenbau an sich muss noch eine Zwischenebene eingebaut werden, über welche die Fahrgäste die Bahnsteige wechseln können. Zudem müssen noch die Zugänge fertiggestellt werden. Aber dann, wenn alles fertig ist, "hält die Haltestelle locker 100 Jahre", so Müller.

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  •   Waterman
    (5821 Beiträge)

    Im Gegensatz zu den Bedenkenträgern
    kann man auch davon ausgehen, dass dieses Bauwerk auch mindestens 100Jahre genutzt werden wird.

    Schon vor der Fertigstellung jammern man hätte es früher oder später oder garnicht bauen sollen, ist zulässig und hilft immer für späteres Besserwissen oder wird dann eben vergessen. Alles muss mal renoviert oder ersetzt werden.

    Was wird in 100 Jahren sein? Neue Technologien allenfalls?

    Man denke 100 Jahre zurück und versetze sich in die Lage der damals Lebenden.
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  •   Eckfaehnchen
    (1887 Beiträge)

    Man denke 100 Jahre zurück.
    Oh je, da tobte der 1. Weltkrieg bereits 3 Jahre und den Deutschen ging es viel schlechter als heute.
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  •   Eckfaehnchen
    (1887 Beiträge)

    Post
    sollte unter Waterman.
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  •   NeoTiger
    (418 Beiträge)

    Die Wahrscheinlichkeit ist sehr hoch, ...
    ... dass innerhalb der nächsten 100 Jahre der Deckel der Haltestelle von einer neuen Weltkriegs-Bombe gtroffen wird.
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  •   Ozeiger
    (1328 Beiträge)

    Oder
    dass die Bombe in der Haltestelle losgeht...wär auch nicht das erste Mal...

    Obwohl, wenn sowas in Karlsruhe passiert dauert es vermutlich Jahre bis die Welt davon erfährt.
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  •   NeoTiger
    (418 Beiträge)

    Das sollte der Stahlbeton aber locker aushalten
    Terroristen richten ihre Bomben eher gegen weiche Ziele.

    Ich meine, wir reden hier ja über die Dauerhaftigkeit der Haltestelle und wollen nicht etwa wieder die Diskussion politisch zweckentfremden, oder?
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  •   udoh
    (1681 Beiträge)

    Leere Läden, Kostenteigerungen, Sinnwürdigkeit
    Alles keine Sache von "in 100 Jahren" oder Bedenkenträgerei.
    Die Schäden und Verunstalltungen kann jeder tatsächlich schon mitten in der Bauphase selbst sehen und beurteilen. Also wenn man sich keinen Bausand in die Augen streuen lässt.
    Und da sind wegfallende oder plözlich kostenpflichtige Parkplätze und häßliche Rampen vor denkmalgeschützen Fassaden (eine echte Lachnummer) noch das kleinste Problem!
    Über Sicherheitsprobleme, Einzelhandel, Pleiten, attraktive Innenstadt jenseits ECE und Postglerie etc. sollte man tatsächlich proaktiv nachdenken und nicht wenn noch mehr ins Millardenloch gefallen ist!
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  •   udoh
    (1681 Beiträge)

    Locker 100 Jahre - schon mal realistischer als 1000-jähriges Reich
    Oder wie lange gings mit dem 1000-jährigen Reich?
    Ob die ustrab mal 10% davon überlebt? Na ja politischer Starrsinn hat ja schon vieles bewirkt.
    Ob man mit dem Hohlkörper etwas machen kann was sich rechnet oder wenigstens nicht so viele Millionen jedes Jahr vernichtet?
    Vielleicht ein Museum zum Gedenken was man alles passieren kann, wenn man nur genau solange abstimmen lässt bis es passt und dann weitere Demokratie verbietet? Ein Demokratiegurkenmusum grinsen
    Was man mit einer Milliarde EUR also ca 3000 EUR für JEDEN Karlsruher Bürger alles hätte machen können!
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  •   orakelka
    (1902 Beiträge)

    Super!
    Eine Disco würde sich anbieten, allemal besser als zurückgebaut!
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  •   ALFPFIN
    (5607 Beiträge)

    Ab wann rechnen sich die 100 Jahre,
    ab der Planung oder dem ersten Spatenstich. Dann sind die hundert Jahre bald rum. grinsen
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