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Karlsruhe Baustart für Autotunnel: Ab sofort wird in der Kriegsstraße gebuddelt

Lange Zeit stand das Projekt auf der Kippe, jetzt kann es offiziell losgehen: Am Freitag wurden die Baumaßnahmen für den Autotunnel in der Kriegsstraße mit Spatenstich und Baggerbiss eröffnet. Mit dabei: Baden-Württembergs Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) und Karlsruhes Oberbürgermeister Frank Mentrup.

"Was lange währt, wird endlich gut." Es ist ein guter Tag für Alexander Pischon und seinen Kollegen Uwe Konrath. Die beiden Geschäftsführer der Karlsruher Schieneninfrastruktur-Gesellschaft (Kasig) können zusammen mit Vertretern aus der Politik auf dem Baufeld in der Ludwig-Erhard-Allee offiziell den Startschuss für den zweiten Teil der Kombilösung geben. 

Bereits am ersten Tag wird gebuddelt 

Die Erleichterung ist bei den Beteiligten groß, stand die Finanzierung des zweiten Teils der Kombilösung und damit das gesamte Projekt über Monate nach der Absage des Bundesrechnungshofs auf der Kippe. Bei der Stadt und der Kasig ist man daher froh, den baden-württembergischen Verkehrsminister Winfried Hermann als Unterstützung gehabt zu haben. Ohne den Einsatz des Ministers sei es fraglich, ob man heute den Spatenstich feiern könne, gibt Oberbürgermeister Frank Mentrup zu bedenken. 

Dass Bauvorhaben dieser Größenordnung umstritten seien, sei ganz richtig so, erklärt Minister Herrmann bei der Eröffnung. Aber: Er habe sich "ziemlich geärgert", als der Bundesrechnungshof den Kriegsstraßen-Tunnel "in der Mitte des Projekts" hinterfragt habe. Das wäre im Vorfeld möglich gewesen. "Jetzt muss man das durchziehen und zwar so schnell wie möglich", betont der Minister. 

Nach etwa einem Jahr Bangen starten an diesem Freitag nun aber die Bauarbeiten für den Autotunnel in der Kriegsstraße. "Mit etwas Verspätung aber nicht zu spät starten wir mit dem zweiten Teil der Kombilösung", freut sich Kasig-Chef Konrath. Unmittelbar nach dem Spatenstich soll dann der Erdaushub starten, so Konrath. 

In neun Bauabschnitten soll für 230 Millionen Euro der insgesamt 1,6 Kilometer lange, durchgängige Autotunnel unter der Kriegsstraße entstehen. In den geschätzten vier Jahren Bauzeit soll die Belastung für die Autofahrer so gering wie möglich gehalten werden, indem der Verkehr an den Baufeldern vorbeigeführt werden sollen. Wenn alles nach Plan läuft, sind die Arbeiten im Jahr 2021 abgeschlossen. 

So wird der Tunnel gebaut

Der Autotunnel in der Kriegsstraße wird in offener Bauweise hergestellt: Zunächst werden Schlitzwände oder Bohrpfähle ins Erdreich eingebracht, dann folgt die Sohle. In dem dann U-förmigen "Kasten" erfolgt schließlich der Aushub des Erdreichs, der Einbau der Bodenplatte, der Wände und zu guter Letzt das "Aufsetzen des Deckels".

Der Aushub umfasst laut Kasig 300.000 Kubikmeter, eingebaut werden 98.000 Kubikmeter Beton und 22.800 Tonnen Stahl. Insgesamt müssen 47.000 Quadratmeter Schlitzwände und 18.500 Quadratmeter Bohrpfahlwände hergestellt werden. 90 Kilometer Anker sorgen zusätzlich für die Stabilität der Baugruben. Im Tunnel entstehen für die Autos 24.000 Quadratmeter Verkehrsfläche.

Der Autotunnel mit darüber liegenden Gleisen ist der zweite Teil der Kombilösung: Für das Zusammentreffen der beiden Teilprojekte steht seit Jahren symbolisch der Infopavillon "K." am Ettlinger Tor. Derzeit wird dort das Kombi-Bauwerk fertiggestellt.

Mehr im Artikel Baustart für Autotunnel: Kriegsstraße wird zur Großbaustelle

Wie sieht es derzeit auf den Baustellen der Kombilösung aus? Hier geht es zu unseren Webcams!

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  •   Freigeist1
    (419 Beiträge)

    23.04.2017 23:55
    Wird auch an Querungen für Radfahrer gedacht? Momentan
    bieten sich in Höhe Adler- sowie Herrenstraße niveaugleiche Querungen an. Wir von Fußgängern und Radlern genutzt, nur die Planer sehen anscheinend keinen Bedarf... Während der Autoverkehr aufwändig durchgängig am Laufen gelten wird, kappt man wichtige Radverbindungen ohne Not.
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  •   IchKA
    (300 Beiträge)

    22.04.2017 16:17
    Das
    mit den Belastungen, kennen wir ja schon. Am Anfang sollten sie gering sein. Jetzt immerhin wolle man sie so gering wie möglich halten. Wenn viele Betonköpfe in Rathaus und Gemeinderat nicht sinnlos gemauert hätten, hätten wir jetzt nicht gleich zwei Großbaustellen und weitere Jahre ein Verkehrchaos das seinesgleichen sucht.
    Hätte man die Kriegsstraße zuerst gebaut, wäre schnell klar geworden, dass es diese Mini-Ubahn nicht braucht und wir hätten nur eine überschaubare Baustelle gehabt, die schon lange beendet wäre.
    Nach Geschäftsschluss wird die Kaisertsraße nur tot sein, oder träumt irgendein Karlsruher davon abends auf der Kaisertstraße zu sitzen und Filialisten zu schauen oder auf die Zugänge der UBahn zu starren und die paar Leutchen zu zählen die aus dem Untergrund kommen ? Es gibt andere wirklich gemütlichere Ecken in der Stadt und keine Sau wird abends in die Kaiserstraße wollen. Vielleicht trifft man mal Fenrich oder Ludwig, denn die sind schon lange völlig abgetaucht.
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  •   dipfele
    (3995 Beiträge)

    21.04.2017 21:45
    dieses Projekt....
    .... hätte bereits 2010 begonnen werden sollen. Rund 70 Mio an Gleisverschwenkungen und Tramumleitungen wären den Fahrgästen erspart geblieben. Da aber zu erwarten war, dass es für den Autotunnel keine Zuschüsse möglicher geben wird, wurde für viel Geld und Ärger der Bahntunnel zu erst gebaut. 800.000,- sollten bei Bahntunnel zu erst pro Jahr eingespart werden. Verheimlich wurde, dass für die Folgekosten die VBK pro Jahr zwischen 20-30 Mio aufwenden muss und dass zusätzlich für 22 Mio die vorhandenen Strabas für Tunnelbetrieb umgerüstet werden müssen.
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