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Karlsruhe Von wegen Eis-Genuss: Gepanschtes Milcheis täuscht Verbraucher

Speiseeis ist eine beliebte Süßware. In den letzten Jahren wurden in Deutschland pro Kopf durchschnittlich 3,7 kg Eis pro Jahr verzehrt. Dies entspricht einem Verzehr von 300.000 Tonnen pro Jahr. Das Chemische und Veterinäruntersuchungsamt (CVUA) in Karlsruhe hat im vergangenen Jahr 58 Sorten aus verschiedenen Betrieben genauer unter die Lupe genommen

Üblicherweise sind die Grundbestandteile Milch und Milchprodukte (wie Molkenerzeugnisse, Milchpulver), Butterfett, Zucker, Trinkwasser, aber auch Pflanzenfett, Früchte, Aromen, färbende Lebensmittel und Zusatzstoffe wie Emulgatoren oder Farbstoffe. Spezielle qualitativ höherwertige Sorten werden in den sogenannten Leitsätzen für Speiseeis beschrieben. Dort sind verbindliche Anforderungen an die Inhaltsstoffe festgelegt.

Zusatz von Pflanzenfett nicht erlaubt

So muss die Sorte "Milcheis" mindestens 70 Prozent Vollmilch enthalten. Ein Zusatz von Pflanzenfett (Kokosfett, Palmfett) ist nicht erlaubt. Pflanzenfett darf bei "Milcheis" nur aus den eingesetzten geschmackgebenden Zutaten stammen, wie zum Beispiel geriebene Walnüsse, Haselnüsse, Pistazien oder Schokolade (Kakaobutter). Wird die Eissorte als "Milcheis" ausgelobt und enthält zu wenig Milch oder nicht zulässiges Pflanzenfett, wird die Bezeichnung als Verbrauchertäuschung beanstandet.

Im Jahr 2011 hat das Untersuchungsamt insgesamt 58 als "Milcheis" bezeichnete Proben aus Eisdielen, Bäckereien und Gastronomiebetrieben untersucht. Bei drei Proben war der festgestellte Milchanteil zu gering, berichtet das Amt in einer Pressemitteilung. In elf Proben konnte analytisch milchfremdes Fett pflanzlicher Herkunft nachgewiesen werden. Bei neun der aufgrund Fremdfettzusatz beanstandeten Proben wurden auch die verwendeten Zutaten als Probe erhoben.

Dabei zeigte es sich, dass das milchfremde Fett pflanzlicher Herkunft in diesen Fällen nicht von den Eisherstellern selbst zugesetzt wurde, sondern aus den eingesetzten käuflichen Vorprodukten stammte. Allerdings wäre dies bei den verwendeten Basispulvern für die Hersteller erkennbar gewesen, urteilen die Experten. Die Produkte wurden als "zur Herstellung von Speiseeis" bezeichnet. Eine Verwendung zur Herstellung der Sorte Milcheis war nicht angegeben. Zudem waren in allen Fällen milchfremde Fette als Zutat auf der Verpackung der Pulvermischungen genannt.

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Kommentare (9)
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  • unbekannt
    (181 Beiträge)

    17.05.2012 21:16 Uhr
    Lächerlich
    Ich wette 99,9% der Deutschen (mich eingeschlossen) wussten bisher nicht, dass es einen Unterschied zwischen dem Begriff Speiseeis und Milcheis gibt und würden diesen Unterschied höchst wahrscheinlich auch nicht schmecken. Steuerverschwendung für deutschen Kontroll- und Bürokratiewahn. Und nächste Woche dann:
    "Skandal in den Discountern: Nur jede 3. Salatgurke entspricht der EU-Norm!"

    Man sollte lieber mal ein paar zusätzliche Steuerfahnder einstellen, davon hätte der Deutsche weitaus mehr.
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  •   alpinium
    (5481 Beiträge)

    17.05.2012 14:59 Uhr
    Das wir so schlecht informiert werden
    liegt an der geringen Durchsetzungskraft von Ilse Aigner und dies ist politisch wie auch wirtschaftlich gewollt. Sonst müsste man ja was in der Lebensmittelproduktion ändern und die Menschen könnten erfahren mit was für einem Mist sie seit Jahren "vergiftet" werden.
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  •   alpinium
    (5481 Beiträge)

    17.05.2012 10:36 Uhr
    Wäre doch mal schön,
    wenn die Namen der Eisdielen mit gepanschtem Eis veröffentlicht würden, dann kann der Verbraucher entscheiden, ob er weiter von den Betreibern getäuscht werden will oder nicht.

    Aber das wird wohl der Datenschutz nicht zulassen, weil ja die Verbraucher, die zu erst geschädigten, ja egal sind.
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  •   franky4you
    (1330 Beiträge)

    17.05.2012 13:04 Uhr
    gibt es nicht die Gütesiegel an den Türen/Fenstern
    vom Lebensmittelkontrolldienst?
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  •   alpinium
    (5481 Beiträge)

    17.05.2012 14:54 Uhr
    Damit wird zertifiziert,
    dass der Laden sauber ist, der Koch nicht mit verpissten Händen das Essen bereitet und die Speisen im Lager gut gekühlt sind. Aber die Lebensmittelzusammensetzung zertifizieren sie nicht, nur dann wenn schon mehrere Gäste mit Vergiftungserscheinungen auf Intensiv liegen.
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  •   franky4you
    (1330 Beiträge)

    17.05.2012 15:05 Uhr
    Na Mahlzeit1 :-(
    Danke hab mir was anderes unter dem Gütesiegele vorgestellt!
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  •   Smartraver
    (7542 Beiträge)

    17.05.2012 09:40 Uhr
    Es geht wie immer nur um eines.
    Soviel Profit wie möglich.

    Di billigesten/so günstig wie möglich eingekauften Zutaten werden zu angeblich hochwertigem und selbstgemachten zusammengemischt.

    In manchem Gastronomiebetrieb wird z.B. das Apfelschorle nicht mehr aus Apfelsaft und Mineralwasser zusammengemischt, sondern man greift unter den Tresen und füllt ein 0,4 l Glas aus der 1,5 l Apfelschorle-Flasche vom Discounter für 59 Cent. Mit noch einem Eiswürfel bekommt man da schon vier große Apfelschorle aus einer Flasche. Der Kunde zahlt dann 2,60 € für ein großes Apfelschorle. Die Gewinnspanne darf jeder selbst ausrechnen.
    Bei Cola nicht anders. Da gibt es sogar 2 l Flaschen.
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  •   franky4you
    (1330 Beiträge)

    17.05.2012 13:15 Uhr
    Deine Rechnung passt schon
    dennoch reicht es immer wenigeren zum wirtschaftlichen Überleben.
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  •   barlou
    (2555 Beiträge)

    17.05.2012 09:04 Uhr
    Leider...
    ...alles inzwischen dermaßen widerlich süß, dass es im Halse kratzt oder an den Zähnen schmerzt! Da hilft nur eines: Selbermachen!
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