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Karlsruhe "Sans-Papiers": Aktivisten fordern in Karlsruhe "Bleiberecht - für alle!"

Bereits seit dem 2. Juni befindet sich die Internationale Koalition der Sans-Papiers und Migranten (IKSM) auf ihrem Marsch durch Europa. Von der belgischen Stadt Brüssel geht es dabei nach Straßburg - auch Karlsruhe liegt auf dem Weg der Aktivisten. Am Mittwoch versammelten sie sich für eine Kundegebung vor dem Hauptbahnhof Karlsruhe, um auf die Rechte von Menschen ohne Papiere aufmerksam zu machen.

Einen Monat lang marschiert die Internationale Koalition der Sans-Papiers und Migranten (IKSM) durch Europa: Startpunkt war am 2. Juni die belgische Stadt Brüssel - die letzte Etappe ist das europäische Parlament in Straßburg.

"Gerechte Teilung der Güter"

Ziel des Marsches ist es, auf die Situation der Sans-Papiers (Menschen ohne Papiere) aufmerksam zu machen. Dabei sollen die Abgeordneten des Europäischen Parlaments und der Parlamentarischen Versammlung des Europarates aufgefordert werden, die Europäischen Konventionen der Menschenrechte auch im Migrations- und Asylbereich umzusetzen. Auf dem Weg nach Straßburg machten die Sans-Papiers für eine Kundgebung auch auf dem Bahnhofsvorplatz in Karlsruhe Halt.

"Bleiberecht - für alle!", rufen die Demonstranten während sie aus dem Bahnhof auf den Vorplatz ziehen. Fast eine halbe Stunde lang rufen sie ihre Forderung über den Platz, bevor Alain Charlemoine, ein Vorbereiter des Marsches, das Wort ergreift. Seit dem Beginn am 2. Juni haben sie unter anderen bereits Maastricht, Luxemburg, Verdun, Metz und Mannheim als Kundgebungsorte hinter sich gelassen.

"Der Marsch findet statt, um Aufmerksamkeit zu bekommen", erklärt Charlemoine. "Asylbewerber kommen mit der Hoffnung auf ein besseres Leben nach Europa. Doch diese Hoffnung vergeht in den Asyllagern schnell!", so Charlemoine weiter. "Jeder Teilnehmer an diesem Marsch wird bestätigen, dass sie ihr Land nicht freiwillig verlassen haben". Krieg, Armut, Hunger und die fehlende gesundheitliche Versorgung zwingt die Menschen dazu ihre Familie, Frauen, Kinder und Heimat zu verlassen. Wie Charlemoine weiter erklärt, können sie nicht begreifen, dass die reichen europäischen Länder sie in Armut lassen und wünschen sich im Grunde genommen nur eine gerechte Teilung der Güter.

Einheitliche Regularisierung des Asylrechts

"Wer kommen will, soll kommen." Auch Sabine Schütz, eine lokale Unterstützerin, spricht sich für ein dauerhaftes Bleiberecht und die Bewegungsfreiheit der Sans-Papiers aus. Auch Mitbegründer Anzoumane Sissoko fordert - da die Länder Europas bisher unterschiedliche Asylrechte haben - eine einheitliche Regularisierung sowie Schutz und Respekt aller Sans-Papiers und Asylsuchenden.

Die Bürger Europas sollen durch den europäischen Marsch der IKSM darauf aufmerksam gemacht werden, dass sie mit Millionen von Menschen zusammen arbeiten und in Nachbarschaft leben, denen die fundamentalsten Grundrechte verwehrt bleiben, so die Kundgebung. Nächster Halt der Sans-Papiers ist Offenburg, bevor sie über die Schweiz und Italien in Straßburg angelangen, um "für ein Europa der Rechte und der Solidarität" zu kämpfen.

Weitere Informationen finden sich unter europaischer-marsch-der-sans-papiers.blogspot.fr

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