Karlsruhe
Polizeieinsatz zu teuer - keine Risikospiele mehr im Wildpark?
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Karlsruhe (pol/ps/trs) - Am Rande der Begegnung des Karlsruher SC mit der Frankfurter Eintracht kam es am Sonntag zu keinen größeren Auseinandersetzungen der Fanlager. Wie die Polizei in einer Bilanz mitteilt, scheinen die offenen Briefe von Polizeieinsatzleiter Fritz Rüffel an die Anhänger beider Mannschaften auf Respekt gestoßen zu sein. So verlief das Spiel weitestgehend ruhig - auch wenn Provokationen und Raufereien nicht ausblieben.
Bereits am Sonntagvormittag reisten nach Polizeiangaben etwa 2.400 Frankfurter Fans an. Sie wurden von starken Polizeikräften der Bundes- und Landespolizei in Empfang genommen und mit Sonderbussen zum Wildparkstadion gebracht.
2009 krachte es im Shuttlebus
Trotz der per Allgemeinverfügung der Stadt Karlsruhe erlassenen Glasflaschen- und Alkoholverbote führten viele Anhänger Bierflaschen mit, die sie vor dem Betreten der Shuttlebusse entsorgen mussten. Auch wurden vereinzelt Böller und Rauchpulver am Südeingang des Hauptbahnhofes gezündet. Dennoch schienen die Tage zuvor an die Anhänger gerichteten offenen Briefe von Polizeieinsatzleiter Fritz Rüffel ihre Wirkung nicht verfehlt zu haben: Die Shuttle-Busse blieben auf ihrem Weg zum Wildpark - entgegen der Begegnung im Februar 2009 mit beschädigten Scheiben - unbeschadet.
Auch der Einsatzleiter der Bundespolizei, Christian Moser, hatte in den Zügen während der Anfahrt nach Karlsruhe noch Fanbriefe mit Hinweisen und Verhaltstipps verteilen lassen. Insgesamt gesehen verhielten sich die Problemfans weitestgehend in geordneten Bahnen, sodass der Transfer zum Stadion in der Folge planmäßig ablief. Lediglich 15 mit Frankfurter Meldeauflagen belegte Hooligans mussten sofort wieder die Heimreise antreten.
Bengalfeuer, Böller und Rauchpulver
Die Karlsruher Fanszene traf sich unterdessen zum "Nausdabbe" auf dem Karlsruher Marktplatz. Bis gegen 10 Uhr hatten sich etwa 550 Personen zusammengefunden, die eine Stunde später bis auf 1.000 KSC-Fans anwuchs und sich gegen 11 Uhr gemeinsam auf den Weg zum Stadion machte. Eine kleinere Gruppe wollte sich währenddessen in Richtung Birkenparkplatz durch den Wald zum verfeindeten Fanlager aufmachen und musste von den begleitenden Polizeikräften wieder auf den vorgegebenen Weg gebracht werden.
Noch in der Vorspielphase kam es beim Adenauerring zwischen dem für Gästefans freigehaltenen Eingang Ost und dem Eingang Mitte wiederholt zu Provokationen mit kleineren Raufereien, die von den der Polizei unter Einsatz von Pfefferspray eingedämmt werden mussten. Unmittelbar vor dem Anpfiff brannten die Hooligans in der Gästefankurve zahlreiche Bengalfeuer, Böller und Rauchpulver ab und warfen die brennenden Gegenstände in Richtung der Ordner. Nur durch großes Glück wurde dabei niemand verletzt, so die Polizei in ihrem Pressebericht. Im weiteren Verlauf blieb die Fangemeinde sowohl während des Spiels als auch in der Nachspielphase nicht zuletzt aufgrund des Ergebnisses relativ entspannt. So verließen die Gästefans relativ zügig das Stadion, um in Frankfurt an der am Abend stattfindenden Aufstiegsfeier teilnehmen zu können.
Knalltrauma und Pfeffersprayattacke
Lediglich einige Problemfans beider Seiten hielten sich nach dem Spiel noch einige Zeit an den Gitterabsperrungen in Höhe des Eingangs Mitte auf. Sie tauschten Provokationen aus; zu weiteren Ausschreitungen kam es aber dank der starken Polizeipräsenz nicht. In einer Straßenbahn der Linie 4 kam es auf dem Weg zum Bahnhof zu einer kleineren Auseinandersetzung ohne Personen- und Sachschäden. Insgesamt wurden drei Polizeibeamte durch ein Knalltrauma und ein Beamter durch eine Pfeffersprayattacke eines Hooligans leicht verletzt. Von den Gästefans kamen neun Personen insbesondere wegen Beleidigungen, Körperverletzungen und Sachbeschädigen in Gewahrsam, während von der Heimfanseite vier Personen vorübergehend in Polizeigewahrsam genommen wurden.
Insgesamt zieht Einsatzleiter Fritz Rüffel eine positive Bilanz: "Der Personalansatz mit über 900 Beamten der Landespolizei und mit rund 500 Bundespolizisten war angesichts des großen Gewaltpotentials und der schwierigen örtlichen Gegebenheiten zur Vermeidung einer Eskalation angemessen und dringend nötig. Allen Einsatzkräften sage ich auf diesem Weg meinen herzlichen Dank. Darüber hinaus danke ich aber auch besonders den Heimfans, die sich sehr diszipliniert an die Ratschläge der Polizei gehalten haben."
DRK sichert Risikospiel ab
Auch 70 ehrenamtliche Helfer des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) Ortsverein Karlsruhe Stadt und anderer DRK-Bereitschaften waren am Sonntag rund um das Karlsruher Wildparkstadion im Einsatz. Insgesamt wurden 20 Personen medizinisch durch den Sanitätsdienst des DRK versorgt, drei davon in Karlsruher Kliniken transportiert. Das teilt das DRK in einer Presseinformation mit.
Aktualisierung 15 Uhr
Wie die Polizei Karlsruhe auf ka-news-Nachfrage bestätigt, hat der Polizeieinsatz beim Spiel des Karlsruher SC gegen Eintracht Frankfurt mehrere 100.000 Euro gekostet. Man müsse darüber nachdenken, ob solche Hochsicherheitsspiele im Wildparkstadion noch stattfinden sollten, bemerkte Polizeieinsatzleiter Fritz Rüffel. Denn das Stadion gilt sicherheitstechnisch als völlig veraltet. Es würden bereits Gespräch geführt, ob derlei brisante Partien des KSC künftig in andere Stadien verlegt werden könnten, so die Polizei.
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- (1078 Beiträge) | 07.05.2012 08:01Raufereiendas ist ja mal ne Formulierung - hört sich wie bei Kindern auf dem Schulhof an..
- unbekannt(8066 Beiträge) | 07.05.2012 08:20So benehmen sich auch einige......, wie Kinder denen man die Zündhölzer nicht rechtzeitig weggenommen hat.
- (1078 Beiträge) | 07.05.2012 08:33ja sicher..ich find das so nur ein bisschen 'runtergespielt'!
- (1 Beiträge) | 07.05.2012 08:30ist doch rechtist der Größte Kindergarten den man gesehen hat wo sie auch noch zündeln können
- (5491 Beiträge) | 07.05.2012 09:09jeder tut halt
- (472 Beiträge) | 07.05.2012 09:20Runter gespieltWer zahlt den Einsatz der Polizeikräfte? Werden die Täter äh "Fans" für die Behandlungskosten der verletzten Polizisten heran gezogen? Im Prinzip müsste wenn sich sowas wie hier anbahnt die jeweilige Auswärtsmannschaft keinerlei Eintrittskartenkontigente erhalten. Dann könnte man solch einen Krawall frühzeitig unterbinden. Ich denke, dass der Volkswirtschaftliche Ausfall durch nicht verkaufte Eintrittskarten usw. kleiner wäre, als die eingesparte Polizeipräsenz, verschmuddelte und beschädigte Züge usw. Schade für den Fussball und wahre Fans, doch so wird es wohl bald kommen...
- (1348 Beiträge) | 07.05.2012 10:03Welli hat das natürlich gleich wieder zum Neubauargument umgemünztSo nach dem Motto "Ein Neubau nan der Autobahn erspart die Hundertschaften". Super. Also Krawallheinis, kommt nach Karlsruhe damit hier endlich ein neues Stadion gebaut wird! Vielleicht gibts es Geld vom Innenministerium dazu, wie wäre es mit der Hälfte der gesparten Polizeieinsatzkosten der nächsten 20 Jahre?
- (5582 Beiträge) | 07.05.2012 11:54ohneworte...
- (4058 Beiträge) | 07.05.2012 16:02StimmtAls wenn es in einem neuen Stadion an der Autobahn keinen Ärger mit Problemfans gäbe.
Da werden wieder mal Dinge miteinander vermischt,die nichts miteinander zu tun haben. - (398 Beiträge) | 07.05.2012 19:08Falsch ...der Anmarschweg vom Bahnhof zum Stadion ist das größte Sicherheitsrisiko überhaupt. Die Liga hat sich diesbezüglich auch sehr eindeutig wohl schon gegenüber Stadt und KSC geäußert, dass ein Standort Wildparkstadion auf Dauer aus Sicheheritsgründen nicht mehr akzeptiert werden kann. Deswegen vermutlich war es um diesen Standort ebenfalls sehr ruhig geworden. Der Standort Gleisdreick wäre vor allem aus Sicherheitsaspekten ideal ... Auswärtsfans mit dem Zug bis ans Stadion. Dafür fehlt dann allerdingsdas leider Geld.
- (5324 Beiträge) | 07.05.2012 21:50die könnten javon Durlach aus rüberwatscheln zur ESG.
- unbekannt(4000 Beiträge) | 07.05.2012 09:21... und trotzdem bleibt die Frage, wie man das künftig handhaben soll.Es kann ja nicht angehen, dass jede Woche irgendwo so ein Aufwand getrieben werden muss.
Und wenn man sich die Bilder vom "Gästeblock" so ansieht: wer soll denn da reingehen, wenn mal dringend Hilfe gefragt ist?
Ich fürchte, es ist nur eine Frage der Zeit, bis da mal Schlimmeres passiert! - (5324 Beiträge) | 07.05.2012 10:53kein örtliches Problem!wenn ich z.B. die Bilder von der Fanrandale nach dem letzten Kick der Geißböcke sehe und die haben ja ihr Stadion...
- unbekannt(4000 Beiträge) | 07.05.2012 11:11Ich hab das auch nicht nur auf Karlsruhe bezogen.Und auch nicht auf den baulichen Zustand eines Stadions.
Die Ursachen des Problems liegen wohl gar nicht im Fußball - und können dort auch nicht gelöst werden. - (261 Beiträge) | 07.05.2012 10:04Glückwunschich denke Polizei und Ordner haben eine schwierige Aufgabe gut gelöst.
- (1253 Beiträge) | 07.05.2012 11:37Ganz......und gar richtig.Ich hätte es nicht besser formulieren können...
- (3610 Beiträge) | 07.05.2012 10:24Sie tauschten Provokationen aus?Das klingt ja so niedlich. Wie wenn einer dem anderen etwas in's Poesiealbum geschrieben hätte.
Und brennende Dinge in die Richtung von Menschen geworfen? Ist das nicht dieser tolle südländische Flair im Stadion? - (2273 Beiträge) | 07.05.2012 10:54Du vermischstmal wieder das Abbrennen von Pyros und das Abschiessen von Feuerwerkskörpern. Das eine hat mit dem anderen nix zu tun. Das was die Frankfurter da zu Spielbeginn abgezogen haben, hat überhaupt nix mit südländischem Flair zu tun, das sind Dinge, die im Stadion nicht vorkommen sollten.
- (180 Beiträge) | 07.05.2012 12:05Da ja...... die örtlichen Medien sich in der unkritischen 1:1-Wiedergabe von Polizei-Statements gefallen muss man schon zur Frankfurter Neuen Presse greifen:
"Auf dem Rasen, auf dem die Eintracht gerade eine 0:1-Niederlage kassiert hatte, tummelten sich nicht nur die Ordnungshüter, sondern sie bekamen noch Verstärkung von zwölf flott herein preschenden Polizeipferden. Wie dies mit der Verhältnismäßigkeit der Mittel vereinbar war, wusste vermutlich außer Einsatzleiter Fritz Rüffel niemand. Die 26 780 Zuschauer in der fast ausverkauften Arena rieben sich erschrocken die Augen und grübelten darüber, ob sie zuvor irgendwelche Kriegs- oder wenigstens Gewaltszenen verpasst hätten."
Dem ist nichts hinzuzufügen. - (62 Beiträge) | 07.05.2012 12:23GlückwünschSo wie das gestern abgelaufen ist, wünscht man es sich doch immer.
Und vorallem bei den Frankfuter sollte man aufpassen (ist zwar von 2011 aber die Probleme bestehen noch immer -> http://www.zeit.de/sport/2011-05/ultras-frankfurt-gewalt-platzsturm)....der Einsatzleiter Fritz Rüffel hat hier vollkommen korrekt gehandelt und es war ein 1A-Einsatz. Alle Gewaltszenen im Keim erstickt.



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