Karlsruhe
Kombilösung: Am Durlacher Tor werden 30.000 Kubikmeter rausgeholt
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Karlsruhe (feb) - Am Durlacher Tor wird derzeit, wie an vielen anderen Ecken Karlsruhes, in großem Stile gewerkelt. Denn bis 2020 soll die Kaiserstraße eine reine Fußgängerzone sein. Im Zuge der Bauarbeiten zur Kombilösung hat die Initiative "Ja zur Kombilösung" zusammen mit der Karlsruher Schieneninfrastruktur-Gesellschaft (Kasig) am Mittwoch einen Baustellenrundgang für interessierte Karlsruher organisiert. ka-news war für Sie vor Ort.

Bei wechselhaftem Wetter zwischen Regenschauer und schönstem Sonnenschein verfolgten zahlreiche interessierte Karlsruher die Baustellenbesichtigung am Durlacher Tor. Unter fachkundiger Anleitung von Marko Schimmelpfennig, dem technischen Projektleiter vor Ort von der Arge Tunnelgesellschaft, und Carsten Eichberg vom Bauunternehmen Schüßler Plan, bekamen die Baustellen-Fans einen Einblick in die Bauarbeiten.
Spezialtaucher im Einsatz
Flächenmäßig ist das Baufeld am KIT und der Durlacher Allee das größte der zahlreichen Baustellen zur Kombilösung. Momentan wird hier der Bau der zwei Zugänge zum künftigen Stadtbahntunnel vorangetrieben. Der nördliche Zugang sei bereits Deckelbetoniert, die Sohlen fertiggestellt und das Auspumpen sei erfolgreich verlaufen, so Schimmelpfennig. Die Innenschale werde nun folgen, die dann auch den Wasserdruck aufnehmen soll. Bei den Arbeiten in den Baugruben, die mit Wasser gefüllt waren, kamen Spezialtaucher in die Fächerstadt, die mittels eines Rüssels Unterwasserbeton verarbeiteten.
Auf dem Hauptbaufeld befinden sich die Arbeiten noch in der HDI-Phase (HDI = Hochdruckinjektionsverfahren), den Abdichtungsarbeiten nach unten hin, sagte Schimmelpfennig weiter. Hier wird Zement mit einem Druck von 500 Bar in zwölf Meter tiefe gepumpt, um die Baugrube abzudichten. Wenn hier alle Arbeiten abgeschlossen seien, werde an dieser Stelle die Straße verlegt. Bis Ende des Jahres, so der Plan, soll es soweit sein. Bis zu drei Jahren bleibe dann die Baustellensituation obererdig und für den Verkehr unverändert.
30.000 Kubikmeter Erde
Sobald der Tunnelbohrbetrieb aufgenommen wird, bleiben noch zwei weitere Öffnungen. Diese sollen dem Materialabtransport des Aushubs dienen. Wie genau die 30.000 Kubikmeter, die alleine im Gebiet des Durlacher Tores anfallen, abtransportiert werden sollen, steht indes noch nicht fest. Geplant ist, dass sämtlicher Aushub oberiridisch und per Lkw weggefahren wird, so Eichberg. Bei zirka 30 Kubikmeter Fassungsvermögen pro Lkw führe das zu einer extremen Belastung des Verkehrs. "Verkehrstechnisch haben wir hier einiges vor der Brust", erklärte Eichberg.
Eine andere Möglichkeit stelle der Abtransport über Schienen direkt aus dem Tunnel in Richtung Durlach dar. Hier gebe es durch den Anschluss an das DB-Netz zahlreiche Möglichkeiten, die jedoch nicht ohne weitgehende Planung umgesetzt werden könnten, betonte Eichberg. Durch die Bohrarbeiten wird reinster Kies gewonnen, der in ganz Deutschland und eventuell auch in Holland weiterverkauft werden kann. Als Materialgewinnung für die Arge Stadtbahntunnel komme das Material jedoch nicht in Frage, bekräftige Schimmelpfennig.
Denkmalgeschützter Landgraben gesichert
Eine weitere Besonderheit an den Bauarbeiten am Durlacher Tor war die unmittelbaren Nähe des Landgrabens zum Baufeld. Das denkmalgeschützte Gebilde verläuft nur wenige Meter von der Baumaßnahme entfernt vorbei und musste entsprechend gesichert werden. Zur Freude des Tiefbauamtes, so Schimmelpfennig, habe alles ohne Probleme funktioniert. Im Bereich des Marktplatzes werden die Bauarbeiten ein zweites Mal direkt auf den Landgraben treffen.
Wie der Vorsitzende des Vereins "Ja zur Kombilösung" auf Nachfrage eines Karlsruhers angab, hätten die bereits bestehenden Verzögerungen der Gesamtmaßnahme nicht aufgeholt werden können. Anstatt 2019 werde das Gesamtprojekt wohl erst 2020 abgeschlossen sein - nach heutigem Stand.
Hier gibt's mehr Informationen zur Kombilösung
Mehr zu: Baustelle Kombilösung "Durlacher Tor"
- (5324 Beiträge) | 10.05.2012 12:43Unterwasserbeton?bekommt der Rheinhafen jetzt doch einen U-Boot Bunker?
- (3237 Beiträge) | 10.05.2012 13:00Ja, die Bootchenwerden unter der Stadt geparkt. Die Stadt dient quasi als Schutzschild, das soll böse Terroristen davon abhalten in die Bootchen Beulen zu treten.
- (8677 Beiträge) | 10.05.2012 19:50Gibts......auch eine Flugzeugträgeranlegestelle?
- (3237 Beiträge) | 10.05.2012 19:54Die Frage hätte ichvon hetfield erwartet!

Eher nicht, das sprengt den Rahmen.
- (2080 Beiträge) | 10.05.2012 12:451000 LkwsÜber welchen Zeitraum fallen denn die 30000 m³ Erdmaterial an, die mit 1000 Lkws abtransportiert werden?
Über ein Jahr fiele das überhaupt nicht ins Gewicht.
Nehmen wir mal 8 Wochen = 40 Arbeitstage an. Sind 25 Lkws pro Tag, also gut 3 pro Stunde, also alle 20 Minuten einer. "Extreme Verkehrsbelastung" sieht irgendwie anders aus ...
Also: In welchem Zeitraum fallen diese 30000 m³ an? Wohl kaum jeden Tag ... - (1079 Beiträge) | 10.05.2012 13:37Ist 30.000 Kubikmeter denn richtig?Auf der Kombilösungswebseite habe ich gelesen, dass der Bohrer einen Durchmesser von 9m hat. Bei einem 2km langen Tunnel ergibt das meiner Meinung nach sowas wie
pi * r² * 2km = 3,14 * 4,5 * 4,5 * 2000 = 127 170 Kubikmeter
plus die Bahnhöfe plus den Südabzweig(?). Vielleicht fehlt da eine Null und es sollte 300.000 Kubikmeter heißen.
Naja, und wenn sich jemand um den Faktor 10 verrechnet hat, ist das auch nicht weiter tragisch.
- (946 Beiträge) | 10.05.2012 13:57die 30.000dürften zunächst mal der Startschacht für die Tunnelbohrmaschine - und damit relativ viel auf einmal - sein.
Das restliche Volumen wird in eher kleineren Häppchen anfallen - schlließlich liegt die maximale Vortriebsgeschwindigkeit einer Tunnelbohrmaschine bei einer einstelligen Meterzahl pro Tag. - (398 Beiträge) | 10.05.2012 18:41Vortriebsgeschwindigkeiteinstellige Meterzahl? Durch was bohren die? Da wurde ja im Gotthardtunnel schneller gebohrt und da haben sie sich durch Granit gefressen!
- (46 Beiträge) | 11.05.2012 10:25VortriebIch glaube es wird in Karlsruhe ein durchschnittlicher Tagesvortrieb von 15 m anvisiert. Das stand in einem Beitrag von vor ein paar Wochen.
- (103 Beiträge) | 10.05.2012 13:5930.000Kubikmeter bezieht sich nur auf den Abschnitt um das Durlacher Tor.
- (676 Beiträge) | 11.05.2012 13:5930.000kann stimmen - hier wird nur vom Durlacher Tor gesprochen.
Der Ausbruch vom Tunnel ist da noch nicht dabei. Der fällt aber auch am Durlacher tor an, nur später. - (103 Beiträge) | 10.05.2012 14:01Das wurde nicht gesagt.....ich werde versuchen das in Erfahrung zu bringen.
- (103 Beiträge) | 10.05.2012 14:20Wann und wieviel m³ auf einmal.....nähe Durlacher Tor zu transportieren sind, ist bisher noch nicht sicher.
Auf jeden Fall werden es über 30.000 sein.
Für das gesamte Bauvorhaben (inkl. Kriegsstraße) wird mit einem Gesamtvolumen von knapp 1.000.000 m³ gerechnet - (2080 Beiträge) | 10.05.2012 12:47LandgrabenMan hätte auch einen unterirdischen Fährservice einrichten können. Wie schon der Großherzog bei der Eröffnung im Jahr 1885.
- (3237 Beiträge) | 10.05.2012 13:01Kommt nochals Nordtangente getarnt.
- (3121 Beiträge) | 10.05.2012 13:33Ich bin übrigens dafür,den Landgraben sofort wieder öffnen.
Die Vertunnelung des Landgrabens war damals ein riesiger Fehler, dem Zeitgeist geschuldet und Karlsruhe hat sich bis heute finanziell nicht davon erholt.
Offen lang - und zwar sofort!!! - (398 Beiträge) | 10.05.2012 18:43Dann
- unbekannt(1272 Beiträge) | 10.05.2012 13:33Das muss der Alptraum sein!Für die Menschen die dort Wohnen. Die sind nervlich am Ende. Auch wieder so ne Art um Lockere Menschen Amok laufen zu lassen.
- (1348 Beiträge) | 10.05.2012 14:06Baustelle vorm Haus......gibt es auf der Welt ja nur in Karlsruhe. Und die Arbeiten da ja auch 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche, weshalb die Bauarbeiten auch so schnell voranschreiten... Ausserdem war das Durlacher Tor vorher einer der ruhigsten Ecken Karlsruhes, wer sich da eine Wohnung zulegte ging davon aus, im Park zu wohnen und höchstens mal durch Vogelgezwitscher geweckt zu werden...
- (2673 Beiträge) | 10.05.2012 14:26das Durlacher Torwar schon immer die ruhigste Top-Wohnlage in KA...
Vor allem in der Uni, In der Kirche, im rotlichtviertel und im angrenzenden Autohaus haben sich viele Mitbürger eine Traumwohnung gegönnt, jetzt ist alles beim Teufel...
Und er Verlust der einzigartig schönen Straßenbahnhaltestelle schmerzt den Freund hochwertiger Nachkriegsarchitektur schwer... vor allem die vielen, freundlich Menschen an der netten Haltestelle vermisse ich..




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