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Karlsruhe Hakenkreuz-Cup in Karlsruhe: "Ich vermiete nicht an Nazis"

Die Vermietung einer Karlsruher Soccer-Halle an Neo-Nazis im Februar sorgt auch unter Hallenbesitzern für Empörung. Ralf Steinbrunn, Bevollmächtigter der Fußball-Halle Fairplay in Neureut, erklärt gegenüber ka-news, warum ein solches Turnier nicht tolerierbar ist, warum er selbst nicht an extremistische Gruppen vermietet und wie man sich als Hallenbesitzer vor ungebetenen Gästen schützen kann.

Herr Steinbrunn, wir haben kürzlich darüber berichtet, dass in einer Soccer-Halle in Karlsruhe ein Nazi-Turnier von einer rechtsextremen Gruppierung ausgetragen wurde. Über das Turnier wurde auch unter unseren Lesern viel diskutiert. Wurden Sie als Betreiber der Fußball-Halle "FairPlay" in Neureut auch darauf angesprochen?
Ja. Einige Fußballspieler kamen auf uns zu und haben gefragt, ob dieses Turnier bei uns stattgefunden hat. Einige wollten sogar ihre gebuchten Stunden stornieren.

Hatten Sie selbst schon Anfragen von rechtsextremen Gruppen und, wenn ja, wie haben Sie reagiert?
Bisher noch nicht. Natürlich kann man in einen Menschen nicht hineinschauen, aber wenn uns auffallen würde, dass eine Gruppe Rechts-oder Linksextremer in der Halle spielen will, dann würden wir die Vermietung ablehnen.

Welche Möglichkeiten hat man denn als Hallenbetreiber, sich vor so etwas zu schützen?
Die Buchung der Courts erfolgt oft telefonisch. Da könnte es durchaus sein, dass man eine Verbuchung zusagt. Bei Turnieren oder Freizeit-Events wird aber ein gesonderter Vertrag abgeschlossen. Da weiß man, mit wem man es zu tun hat und schließt dann keinen Vertrag ab. Wenn man feststellt, dass es sich um eine solche Gruppe handelt, kann man als Hallenbetreiber natürlich auch von seinem Hausrecht Gebrauch machen.

Auch wenn sich diese Personen gesetzeskonform verhalten?
Wenn sie sich gesetzeskonform verhalten, heißt das noch lange nicht, dass wir einen Vertrag abschliessen müssen.

Es kann doch sein, dass sich diese Gruppen unter einem Vorwand anmelden und man erst im Nachhinein merkt, dass man diese Personen nicht in der Halle möchte. Erkennt man überhaupt, dass es sich um eine rechtsextreme Gruppierung handelt?
Am Verhalten und den Äußerungen erkennt man schon, dass es sich um Rechtsextreme handelt. Oft macht schon das Aussehen stutzig.

Manche Hallenbetreiber stehen unter finanziellem Druck. Was halten Sie von der Einstellung: Es ist egal, wer in die Halle kommt, Hauptsache die Rechnung wird bezahlt?
Wir sind der Meinung, dass wenn wir solche Veranstaltungen zulassen würden weniger "normale" Menschen bei uns spielen wollen. Wir finden diese Veranstaltungen geschäftsschädigend. Ich bin Bevollmächtigter des Hallenbesitzers. Unser Motto geht schon aus unserem Namen hervor: "Football Fairplay".

Die Fragen stellte Moritz Damm

Mehr zum Thema bei ka-news:

Fußball unterm Hakenkreuz: Nazi-Turnier in Karlsruhe

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Kommentare (77)
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    unbekannt
    (11392 Beiträge)

    31.03.2012 23:48
    Antifa
    Aussteigerprogramme aus der Anifa sind wohl wenig sinnvoll, da ja die Antifa keine organisierte Bande ist sondern eher eine Art Graswurzelstruktur innehat. Da kann jeder mitmachen oder auch wieder gehen, habe da noch nicht gehört daß da deswegen einer Ärger bekam...

    Aber Fakt ist auch, daß es linke Gewalt gibt. Auch erinnert das Auftreten des "schwarzen Blocks" auf Demonstrationen eher an faschistische Machtübernahme als an "aufrechte Bürger"! Wir brauchen keine Neos hier die auf Rattenfang gehen, aber auch keine Antifanten die ganze Straßenzüge demolieren wenn's grade Spaß macht...

    Aussteigerprogramme für Neonatsis, Islamisten und Sekten - sinnvoll - Verfolgung ALLER Straftaten ebenso notwendig. Aber diese Lobhudelei auf die Antifa von Seitens Politiker die ernstgenommen werden wollen kann ich nicht verstehen...
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  • 0
    unbekannt
    (11392 Beiträge)

    31.03.2012 23:58
    Staat beschützt Natsis
    Man hört auch gerne den Vorwurf von Antifa'lern, daß der Staat Neonatsis beschützt weil er sie demonstrieren läßt. Wenn aber Linksextremisten auf Demos Sachen wie "Deutschland von der Karte streichen- Frankreich muß bis Polen reichen" skandieren, wird das vom Staat genauso geduldet. Demonstrationsrecht gilt für jeden, wer das nicht rafft, versteift sich auf Feindbilder.

    Überhaupt ist es mir mehr als Schleierhaft, woher der riesige Haß auf den deutschen Staat (manchmal sogar auf deutsche Staatsbürger!) von Seiten linksextremer Gruppierungen kommt. Dumm geboren und nichts dazugelernt? Jedenfalls betrachte ich jemanden, der antideutsche Parolen auf Demos brüllt als nicht weniger verfassungsuntreu als jemanden, der das dritte Reich zurückwill... Nur mit dem Unterschied, daß antideutsche Spinner von Politikern bis in die Bundesebene unterstützt werden, während die Neonatsis nur Unterstützung von Politikern einer 2%-Partei zu erwarten haben...
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  •   runsiter
    (11979 Beiträge)

    31.03.2012 21:53
    Vielleicht
    sollten Sie mal ihr Profilbild überdenken. Sie in Persona vor der Kulisse eines Bündnis 90/ Die Grünen Parteitages? Und dann behaupten Sie, dass Sie hier als Privatier auftreten. Tauschen Sie doch ihr grünes Parteibuch und Profilbild gegen ein purpurrotes aus.

    Das man "Neos" nicht mit "Antifa" eins zu eins vergleichen kann ist klar. Ich denke auch, dass Aussteigerprogramme für rechte Szene im Augenblick sinnvoller sind.
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  • 0
    unbekannt
    (3577 Beiträge)

    31.03.2012 11:00
    unser Dorf soll brauner werden
    auch im Fussball wird KA zur Provinz, zur braunen Provinz

    braune Bolzer statt KSC, mein armes Karlsruhe ;-(
    Die KSC-Fan-Fraktion "Baden-Terror" ist auch kein Ruhmesblatt für KA.

    Man könnte zum Ausgleich die Halle in "Halle des 16. Oktober 1946" umbenennen.
    Das war der Tag, an dem in Nürnberg das Urteil an den obersten*******vollstreckt wurde.

    Wie spottete man doch 1945?
    "Wie schnell doch die Zeit vergeht. Schon sind 1000 Jahre um"
    (bezieht sich auf das pseudomessianische braune Gelaber vom 1000-jährigen Reich)
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  • 0
    unbekannt
    (29986 Beiträge)

    01.04.2012 01:57
    Ich hab
    noch eine Originalausgabe der Stuttgarter Zeitung mit den Urteilen. Kein Scherz.

    Tod durch den Strang.
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  •   Elim_Garak
    (290 Beiträge)

    31.03.2012 08:23
    *******mit Nazimethoden bekämpfen
    Einfach nur menschenverachtend was der Hallenbesitzer da betreibt. Hoffentlich bekommt er keine Klage von den*******an den Hals.
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  • 0
    unbekannt
    (1673 Beiträge)

    30.03.2012 17:40
    also freunde von mir ...
    ... lassen ihre Kinder nicht mehr dorthin ( dorthin wo jeder weiss was mit dort gemeint ist auch wenn es die redaktion nicht sagt). Ich würde sie nun nicht als links, rechts oder sonstwas beschreiben ... aber kann verstehen, dass neonazis nicht der erwünschte umgang sind.
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  • 0
    unbekannt
    (93 Beiträge)

    30.03.2012 19:37
    Unsinn
    Es gab nur ein Turnier im Februar. Die sind nicht jedes WE in dieser Halle, ohne Namen, und mach dort ein HK-Turnier.
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  • 0
    unbekannt
    (8066 Beiträge)

    30.03.2012 17:20
    Es gab mal einen belegten Fall mit einer Gaststätte. gebucht wurde eine Hochzeit, es gab auch eine "Braut". Tatsächlich wars eben ein Kamerad_innen Treffen (soviel Zeit muss sein). Einige haben Wind davon bekommen und die Veranstaltung ist aufgeflogen. Der Wirt hat beteuert davon nichts gewusst zu haben. Es konnte ihm auch nichts nachgewiesen werden. Seinen Laden konnte er trotzdem dichtmachen.

    Stichwort Jugendarbeit. Ich war da ehrenamtlich tätig. Auch mit Problemjugendlichen die den Neos auf den Leim gegangen sind. Es wäre doch wünschenswert wenn man (Herr Rupp z.B.) auch hier nachfragen würde wie es so weit mit dem betreffenden Jugendlichen kommen konnte? Das sollte nicht nur für jugendliche Straftäter gelten, wo sich Herr Rupp gerade diese Frage immer wieder stellt? Das sind oftmal Jungs, ja JUNGS, die wenn man sie nach dem Grund ihrer Zugehörigkeit fragt, eigentlich keine plausible Antwort geben können.
    Auch hier sollte eine Resozialisierung angestrebt werden.
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  • 0
    unbekannt
    (6808 Beiträge)

    30.03.2012 19:29
    ich war schon
    immer für Aussteigerprogramme - die ja gar nicht funktionieren würden, ohne dass man dies hinterfragt. Ich finde, man muss immer hinterfragen.
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