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24.03.2012 02:45
 
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Bahnfahrt ans Mittelmeer: Neuer TGV-Halt in Karlsruhe [88]

Karlsruhe (von Sven Scherz-Schade) - Einmal täglich verkehrt ab sofort der Hochgeschwindigkeitszug "TGV Euroduplex" zwischen Frankfurt am Main und Marseille. Den ersten Haltestopp in Karlsruhe heute um 14.46 Uhr nutzte Oberbürgermeister Heinz Fenrich für ein Grußwort. Das Mittelmeer ist nun in sechseinhalb Stunden Fahrzeit erreichbar.
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Oberbürgermeiser Heinz Fenrich, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bahn Rüdiger Grube und Barbara Dalibard, Generaldirektorin der SNCF Voyages.
Foto: Scherz-Schade

Blasmusik auf Bahnsteig 4. Das Service-Personal verteilt Pressemappen und der Oberbürgermeister gibt letzte Interviews, kurz bevor der TGV aus Marseille pünktlich zum ersten Mal in Karlsruhe einfährt.

Hochgeschwindigkeitstechnologie

Viel Tamtam um eine Eisenbahn! Weiter hinten auf dem Bahnsteig stehen ein paar "normale" Fahrgäste, die gleich den neuen TGV nach Frankfurt nehmen werden. Ansonsten zieht der Pulk rund um Oberbürgermeister Heinz Fenrich die ganze Aufmerksamkeit auf sich. "Karlsuhe ist als Tor zu Frankreich heute noch europäischer geworden", sagt Fenrich. "Wir sind die einzige deutsche Stadt, in der TGV-Züge in alle vier Himmelsrichtungen fahren."

Dann fährt der 200 Meter lange TGV Euroduplex ein: Zwei Triebköpfe, acht Mittelwagen mit 509 Sitzplätzen auf zwei Etagen. Im Zug stecken sage und schreibe 12.600 PS. Der Chef der Deutschen Bahn Rüdiger Grube und Barbara Dalibard, Generaldirektorin der SNCF Voyages, steigen aus. Aufs Hände schütteln folgen Gruß- und Dankesworte. Grube betont die erfolgreiche Zusammenarbeit von DB und SNCF. Dalibard spricht von einem neuen Kapitel im deutsch-französischen Hochgeschwindigkeitsverkehr. Dann merkt Fenrich noch an, dass er sich freuen würde, wenn die neue Direktverbindung zwischen Frankfurt am Main und Marseille bald schon öfter als nur ein Mal am Tag gefahren würde. Alle steigen ein. Und weiter geht's.

Fahrzeit sieben Stunden

Für Karlsruhe rückt Dank der grenzübergreifenden Allianz beider Eisenbahnunternehmen das Mittelmeer näher. Zukünftig wird der TGV von Frankfurt/Main um 14.46 Uhr in Karlsruhe halten und in Marseille um 21.46 Uhr ankommen. Die entsprechende Rückfahrt startet um 8.14 Uhr in Marseille und erreicht Karlsruhe um 15.11 Uhr und Frankfurt um 15.58 Uhr. Die Haltepunkte sind Frankfurt am Main, Mannheim, Karlsruhe, Baden-Baden, Strasbourg, Mulhouse, Belfort et Montbéliard, Besançon, Mâcon, Lyon, Avignon, Aix-en-Provence, Marseille.

Das Zugbegleiterteam an Bord ist dreisprachig (deutsch, französisch, englisch). Der Normalpreis Karlsruhe-Marseille kostet 138 Euro (2. Klasse) beziehungsweise 193 Euro (1. Klasse). Es gibt aber auch Europa-Spezial-Angebote ab 39 Euro. Die haben allerdings eine Vorverkaufsfrist von drei Tagen und gelten nur so lange Vorrat reicht. Es gelten für diesen TGV auch die Vergünstigungen der BahnCard 25 und 50. Es bleibt also kompliziert.

Touristen oder Business-Reisende?

Noch nicht abzusehen ist, welche Fahrgäste am ehesten von der Direktverbindung profitieren. Die Franzosen haben in die im Dezember 2011 eröffnete neue TGV-Strecke Rhein-Rhône mit insgesamt 3,7 Milliarden Euro enorm investiert. Dazu zählen 140 Kilometer neue Hochgeschwindigkeitsstrecken, auf denen der TGV ab sofort Spitzengeschwindigkeiten von 320 Kilometer pro Stunde erreichen kann. Für das Schienennetz Frankreichs ist die Rhein-Rhône-Strecke eine Verbesserung mit spürbaren Fahrzeitverkürzungen. Erstmals sind Straßbourg und Lyon mit einer Hochgeschwindigkeitsachse verbunden, die nicht über die Hauptstadt Paris führt. Die SNCF rechnet mit jährlich elf Millionen Reisenden, die die neue Trasse nutzen. Im Vergleich zu früheren Bahnverbindungen spart die neue Direktverbindung bis Marseille etwa 90 Minuten Fahrzeit.

Ab Karlsruhe Richtung Westen

DB und SNCF werben für den Hochgeschwindigkeitszug als bequeme und umweltfreundliche Alternative zum Flugzeug. So seien die Fahrgastzahlen der im Juni 2007 eingerichteten Verbindung Stuttgart-Paris (über Karlsruhe) kontinuierlich gewachsen. Nach eigenen Angaben sei die Bahn hier mit 56 Prozent Marktführer gegenüber dem Flugzeug. Dessen Marktanteil betrage für die entsprechende Strecke Frankfurt am Main-Paris etwa 25 Prozent. Was die Vergleichszahlen betrifft, gilt auch hier: Es bleibt kompliziert.

Mehr zu: TGV Bahn DB Bahnhof Zug



Kommentare [88]
Hinweis: Kommentare geben nicht unbedingt die Meinung von ka-news wieder.
  • (1112 Beiträge) | 24.03.2012 07:58
    Bewerten: (0)
    Klasse!
    Eine positive Nachricht für Karlsruhe!
    Habe den Zug gestern in Frankfurt gesehen. Wirklich imposant! Ich bin sehr gespannt wie diese Strecke angenommen wird! VG
  • (1012 Beiträge) | 26.03.2012 13:38
    Bewerten: (0)
    Positiv - nicht unbedingt
    was nützt ein gut gestylter Hochgeschwindigkeitszug der in Baden als Bummelbahn fährt.Ab BAD bis Bruchsal muss der nämlich mit den
    Stadtbahen gemeinsam fahren und damit ist die V max auf 160 festgelegt. dazu kommt die La = 120 km/h im Bahnhof Rastatt wo die
    vier Gleise aus KA bzw. BAD auf zwei zusammenschrumpfen. Ausserdem gibt es zwischen Forcheim und Bietigheim mechanische Signaltechnik aus Kaisers Zeiten, die hin und wieder versagt. Statt
    dass sich OB Fenrich als "Magistrale" Vorsitzender für die nutzlose Unterunnelung von S 21 einsetzt, wäre sein Einsatz in Rastatt - KA
    gefragt. Um 2000 wurde übrigens bei Durmersheim mit dem Bahnbau
    für 36 Mio bereits begonnen, aber dann wieder eingestellt.Jetzt
    wächst die Trasse mit 9 Brücken darüber wieder zu. Den Politikern fehlt es glaube ich, nicht am Willen, sondern am VERSTAND.
  • (1409 Beiträge) | 24.03.2012 09:09
    Bewerten: (0)
    ist heute schon gestern?
    komisch,.. der erste haltesttop ist doch erst heute, laut bericht vom 24.03.2012 02:45 uhr.
  • (1112 Beiträge) | 24.03.2012 13:04
    Bewerten: (0)
    Erste Fahrt war am 23.03.
    14:00 Uhr ab Frankfurt. Das der Bericht hier auf KA-News erst am 24. nachts erscheint ändert auch nix an der Tatsache. Vergleiche dazu andere namhaftere Onlineportale... grinsen
    Der erste TGV mit Fahrgästen aus Frankreich erreichte Frankfurt um 16:00 Uhr. Dafür war bereits mittags ein Gleis für Feierlichkeiten reserviert...
  • (2 Beiträge) | 24.03.2012 10:03
    Bewerten: (0)
    Fahrzeit nur 6,5 Stunden
    Die Fahrzeit zwischen Karlsruhe und Marseille beträgt sogar nur 6,5 Stunden, die Ankunfts- und Abfahrtszeiten im Text sind vertauscht.

    Der Zug aus Frankfurt fährt gemäß Fahrplan um 15:11 Uhr in Karlsruhe los und erreicht Marseille um 21:46 Uhr.

    In der Gegenrichtung startet der TGV um 8:14 Uhr in Marseille und trifft um 14:46 Uhr in Karlsruhe ein.
  • (28773 Beiträge) | 24.03.2012 11:26
    Bewerten: (0)
    6,5 Stunden
    nach Marseille, das ist nun wirklich mal eine Zeit die mit dem Auto nicht zu schaffen ist.
    Allerdings: Was macht man dann in Marseille?
  • unbekannt
    (4000 Beiträge) | 24.03.2012 11:33
    Bewerten: (0)
    Eine Bouillabaisse essen und zurückfahren. Was sonst?
    Und vielleicht nochmal dem Grafen einen Besuch abstatten. grinsen
  • (28773 Beiträge) | 24.03.2012 11:59
    Bewerten: (0)
    Bouillabaisse
    mal auf jeden Fall, dazu ein Franzosenschorle.

    Aber dann hurtig zusehen, dass man den Anschlusszug nach Barcelona kriegt. Da war ich noch nie, was ich zu meiner Schande gestehen muss. Steht aber ziemlich weit oben auf der Liste.
  • (6049 Beiträge) | 24.03.2012 11:56
    Bewerten: (0)
    Mich stört nur ein wenig die Uhrzeit der Ankunft. Allerdings muss ich auch erst mal schauen, wie dann die Anschlüsse sind.
    Marseille, Bahnhofsgegend, Nacht -> bestimmt so spannend wie Abenteuer in der Wüste. grinsen
    Oder besser eine Station vorher aussteigen?
  • (723 Beiträge) | 24.03.2012 13:24
    Bewerten: (0)
    Taxi fahren???
  • (11113 Beiträge) | 24.03.2012 14:05
    Bewerten: (0)
    Sich
    vom Hotel abholen lassen wäre auch eine Möglichkeit. Nach der Dusche supergut essen gehen und am nächsten morgen weiter.
  • (16 Beiträge) | 24.03.2012 16:42
    Bewerten: (0)
    an hetfield
    da steigt man um und fährt an die Cote d Azur
  • (28773 Beiträge) | 24.03.2012 17:16
    Bewerten: (0)
    Das ist
    ein Argument. grinsen

    Aber da kann ich auch direkt hinfahren, einfach in Aix links abbiegen.
  • (4162 Beiträge) | 24.03.2012 17:29
    Bewerten: (0)
    Anti-Zuglich denken
    Sollte der KSC (oder vielleicht auch der VfB) mal wieder in der Champion's League spielen, liegen 2 mögliche Spielorte auf der Strecke.

    Dann erübrigt sich die Frage, was mach ich in Marseille oder Lyon;-)
  • (28773 Beiträge) | 24.03.2012 17:44
    Bewerten: (0)
    Traditionell
    fährt der VfB durch nach Barcelona um dort den Frack vollzukriegen.
  • (4162 Beiträge) | 24.03.2012 18:17
    Bewerten: (0)
    Also gut ich geb auf
    Hier noch mein letztes Angebot

    http://www.location-limousine-marseille.com/hummer-limousine-marseille.html
  • (4162 Beiträge) | 24.03.2012 19:32
    Bewerten: (0)
    Mein allerletztes Angebot
    http://www.tripadvisor.de/Restaurant_Review-g187253-d804383-Reviews-CHEZ_TOINOU-Marseille_Provence.html

    Bonne nuit!
  • (6049 Beiträge) | 24.03.2012 17:57
    Bewerten: (0)
    Was man von Marseille aus auch gut machen kann ist eine Fähre nehmen oder ein Kreuzfahrtschiff.
    Der Hafen ist nicht weit. Da könnte man sogar bequem hinlaufen, wenn man mutig ist. Kalaschnikows einfach ignorieren

    Aber im nächsten Jahr ist Marseille dann Kulturhauptstadt Europas.
  • (6585 Beiträge) | 24.03.2012 14:10
    Bewerten: (0)
    Auf die
    ziemlich genau so weit entfernte Insel Rügen bringt die DB einen Karlsruher in nicht weniger als 8:41. Dafür kann die DB nichts, denn es liegt am Streckennetzausbau. Da hat Frankreich richtig was erreicht, Deutschland hingegen allenfalls mit halber Kraft gearbeitet.

    Übertreibt Frankreich es oder hinkt Deutschland hinterher? Die Schweiz ist mit dem 55km langen Gotthardbasistunnel für 10 Milliarden € (entspricht einem 100 Mrd. € Projekt in Deutschland) zeitlich und finanziell etwa im Plan und bekommt das gewuppt.

    Deutschland schläft.

    Dabei wären die Voraussetzungen ideal. Einer der wenigen Tunnelbohrmaschinenhersteller (ich denke man kennt den Namen) ist am Oberrhein ansässig. Seine Maschinen bohren sich durch die Vogesen, damit Straßburg-Paris in weniger als zwei Stunden geht und sie bohren auch am Gotthard. In der Rheinebene, wo er zu hause ist, müsste man nichtmal bohren, aber genau dort liegen zu wenige Schienen und die, die liegen, lassen die Züge nicht schnell fahren.
  • (1351 Beiträge) | 24.03.2012 15:17
    Bewerten: (0)
    Andere Prioritäten
    Die Franzosen setzen aber auch andere Prioritäten.Sie lassen nicht über 400 Eisenbahnverkehrsunternehmen auf ihren Schienen rumgurken.Lassen den Hochgeschwindigkeitsverkehr nicht an jeder Milchkanne halten.Und ganz wichtig,eine Straßenbahn hält keinen TGV/ICE auf.Siehe Durmersheim.Da könnte der ICE mit 160 km/h durchfahren,muß aber warten,weil eine Straßenbahn Fahrgastwechsel macht.Es könnte ja ein Badener aufs Brett schei*en beim Überschreiten der Gleise.

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