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Karlsruhe Aufruf der Stadtwerke Karlsruhe: Gegen Liberalisierung der Wasserwirtschaft

"Wasser ist ein Menschenrecht" heißt eine Europäische Bürgerinitiative, die die Stadtwerke Karlsruhe unterstützen und auch die Karlsruher Bürger zur Beteiligung aufrufen. Diese Initiative wendet sich gegen die Pläne der EU, den europäischen Wassermarkt zu liberalisieren.

"In Deutschland hat sich die Wasserversorgung über viele Jahrzehnte als kommunale Daseinsvorsorge zum Wohle der Bürger entwickelt und bewährt", erläutern die Stadtwerke Karlsruhe in einer Pressemitteilung.

Diese Strukturen würden mit dem neuen Ausschreibungszwang an vielen Orten zerstört, und das, obwohl nach einer Umfrage des Verbandes Kommunaler Unternehmen 95 Prozent der Deutschen mit ihrem derzeitigen Trinkwasserversorger "zufrieden" oder "sehr zufrieden" seien. Die EU plane nun einen tiefen Einschnitt in die Wasserversorgung in Europa und ganz besonders in Deutschland. Nach der von der EU-Kommission vorgelegten Konzessionsrichtlinie sollen Städte und Gemeinden zukünftig nicht mehr selbst über ihre Wasserversorgung entscheiden, sondern wären gezwungen, sie europaweit auszuschreiben.

Eine erste Lesung der EU-Konzessionsrichtlinie im Europaparlament, das mehrheitlich für die Neuregelung ist, soll noch im Januar stattfinden, obwohl bisher keine nennenswerte Diskussion in der Bevölkerung stattgefunden hat.

"Rasches Handeln ist also notwendig. Daher bitten die Stadtwerke die Karlsruher Bürger um Beteiligung an der europäischen Bürgerinitiative, damit Karlsruhe auch in Zukunft selbst über seine Trinkwasserversorgung entscheiden kann." Eine Million Unterschriften seien notwendig, um die EU-Konzessionsrichtlinie zu stoppen. Unter www.right2water.eu/de oder www.wasser-ist-menschenrecht.de könne jeder gegen die Liberalisierung der Wasserwirtschaft stimmen. Alternativ könne man sich auch in die speziellen Unterschriften-Flyer eintragen, die in allen Kundenservicestellen der Stadtwerke ausliegen.

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Kommentare (12)
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  • 0
    unbekannt
    (1 Beiträge)

    29.01.2013 13:14
    Minister Rösler für Wasserprivatisierung
    Am Rande des " Kongresses der Weltmarktführer" in Schwäbisch Hall wurde unser Wirtschaftsminister Rösler von der dortigen Bürgermeisterin zur Privatisierung der Wasserversorgung befragt.
    Antwort: Rösler spricht sich grundsätzlich dafür aus und begründet das mit dem Verweis auf das Grundnahrungsmittel Brot, das man ebenso wie Wasser zum Leben brauche. Dennoch funktioniere der Markt, er wisse von keiner staatlichen Bäckerei.

    Klar, es gibt ja schließlich viel Konkurrenz unter den Bäckereien und keine Monopolisten, wie dies bei der Stromversorgung der Fall ist und bei der privatisierten Wasserversorgung nicht anders wäre!

    Zynischer kann man wohl nicht mehr sein!

    Wer hat eigent6lich im EU-Parlament für und wer gegen die Wasserprivatisierung gestimmt? Welche Parteizugehörigkeit?
    Wir sollten das bei den folgenden Landtagswahlen und vor allem bei der Bundestagswahl berücksichtigen und uns nicht mehr durch etwaige fadenscheinige Dementis beirren lassen!!
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  • 0
    unbekannt
    (1 Beiträge)

    23.01.2013 12:41
    EU Pro Menschen?
    EU - für oder gegen Menschen? Da darf bei den schon stattgefundenen als auch bei den geplanten Gesetzen trefflich diskutiert werden.
    Meine Meinung: Eu - pro Wirtschaft, sollte es zufällig auch pro Mensch ausfallen, schöner Nebeneffekt!
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  •   flo-mi
    (414 Beiträge)

    14.01.2013 19:52
    Bestimmte Dinge sollten in öffentlicher Hand bleiben
    Wenn das Wasser privatisiert werden würde, wo führte das denn hin?
    Ich würde behaupten, dass man dann schon mal, je nach Anbieter unterschiedliche Wasserqualitäten bekommen können wird.
    Das heißt, dass man die Drecksbrühe von einen Billiganbieter nicht durch die gleichen Leitungen pumpen können wird, wie hochquailitatives Trinkwasser. Heißt, dass es dann je Anbieter eine extra Leitungs-Infrastruktur geben müsste.
    Das ganze ist ein Hirnf... den man sich wohl ausgedacht hat, als man merkte, wie das mit dem Strommarkt funktioniert.
    Wer das Gegenteil fordert, der soll mir mal Argumente bringen, wie das so zu realisieren ist, dass keinerlei Qualitätsverlust und auch keine sonstigen Probleme auftreten.
    Nächstes Problem ist: Wer Wasserversorger ist, der muss das Wasser auch irgendwo hernehmen. Sollen wir jeden zwielichtigen Laden dann das Recht der Bodenentnahme einräumen?
    Ich halte es für die dümmste Idee aller Zeiten, dass man überhaupt daran denkt, die Wasserversorgung zu privatisieren.
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  •   spital8katz
    (1178 Beiträge)

    14.01.2013 16:24
    Es gibt nicht viele Länder auf der Welt,
    in denen man Trinkwasser aus dem öffentlichen Versorgungsnetz überall und jederzeit bedenkenlos trinken kann. Und das auch schmeckt.

    Deutschland ist (bis jetzt) eines davon.
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  •   andip
    (8064 Beiträge)

    14.01.2013 15:39
    Wie
    kann man eigentlich eine Wasserversorgung europaweit ausschreiben ?
    Im Gegensatz zu Strom oder Gas gibt es bei Wasser keine Leitungen,die sich durch ganz Europa ziehen und durch die man beliefert werden könnte.
    Das Wasser kommt immer aus der näheren Umgebung.
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  •   Petzi
    (245 Beiträge)

    14.01.2013 13:55
    In dem Moment,
    in dem sich die EU irgendwo einmischt, kann es nur noch in die Hose gehen.... Auf was für Ideen diese Eurokraten kommen, kopfschüttel.... Oder braucht mal wieder irgendein abgehalfteter Politiker eine ökologische Nische???
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  •   spital8katz
    (1178 Beiträge)

    14.01.2013 16:26
    Sie meinen wohl
    eine ökonomische Nische?
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  •   Petzi
    (245 Beiträge)

    15.01.2013 08:49
    Das natürlich auch...
    ...aber da für mich die EU in erster Linie ein großes Reservat für den abgehalfterten Homo sapiens politicus ist, braucht dieser sicher auch seine ökologische Nische um existieren zu können, so ähnlich wie Heuschrecken etc.
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  •   zozimura
    (1928 Beiträge)

    14.01.2013 13:47
    Das es nicht funktioniert, sieht der geneigte europäische Geldempfänger
    in Berlin, Paris und sonstwo, wo sich die EDF / SUESZ / Vaiola breit gemacht haben.
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  •   CurlChaos
    (674 Beiträge)

    14.01.2013 12:41
    wie gut Liberalisierung funktioniert ...
    ... sehen wir ja auf dem Strommarkt. Anstatt dass es durch freie Marktwirtschaft nun Konkurrenz und damit günstigere Preise/bessere Qualität als unter staatlicher Führung gibt, haben sich die großen Energiekonzerne den Kuchen aufgeteilt und jeder erwirtschaftet in einem anderen Teil Deutschlands sich eine goldene Nase. Und wie qualitativ hochwertig das abläuft sieht man ja an den Stromtrassen und dem Umrüsten auf erneuerbare Energien. Die Strom-Unternehmen haben doch zu 0,00% die Interessen der Deutschen im Sinn, sondern nur ihren Marktwert.

    Und so was jetzt auch noch beim Wasser? Nein danke! Im Gegenteil sollten wir eher wieder drüber nachdenken, den Strommarkt zu deliberalisieren.
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