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Karlsruhe Achtung, Konto-Betrug! Das rät die Polizei Karlsruhe

Während der Arbeitslohn früher in der "Lohntüte" übergeben und die meisten Geldtransfers in bar oder persönlich am Bankschalter abgewickelt wurden, finden Geldbewegungen heutzutage nahezu ausschließlich bargeldlos und häufig mittels Online-Banking über das Internet statt. Die Polizei Karlsruhe warnt vor weitverbreiteten Tricks und gibt Tipps zum Umgang mit dem eigenen Konto.

Nationale Grenzen sind schon lange kein Hindernis mehr, so dass eine Überweisung weltweit auf jedes Konto erfolgen kann. Und weil das Geld auf den Bankkonten grundsätzlich sicher verwahrt ist, versuchen Betrüger mit einer Vielzahl von Tricks, diese Sicherungen zu umgehen und so an das Geld ihrer Opfer zu gelangen. Folgende Tricks kamen dabei laut der Polizei zurückliegend am häufigsten zum Einsatz:

Angeblich irrtümlich überwiesene Beträge

Die Täter überweisen Geld auf das Konto einer fremden Person. Kurz darauf wird dieser Betrag unter einem Vorwand (zum Beispiel Geld wurde "irrtümlich" überwiesen, sei aber für einen Freund im Ausland bestimmt) zurückgefordert. Die Rücküberweisung soll allerdings nicht auf das Ursprungskonto, sondern auf ein anderes Konto - oftmals im Ausland, erfolgen.

Finanzagent im Nebenjob

Die Täter bieten als Firma getarnt Nebenjobs mit besten Verdienstmöglichkeiten an. Für eine erfolgreiche Zusammenarbeit muss der Bewerber nur über ein deutsches Girokonto verfügen und dies für den Transfer von Geldern zur Verfügung stellen. Damit sollen ahnungslose Kontoinhaber für eine Tätigkeit als so genannte Finanzagenten gewonnen werden. Als Geschäftspartner nehmen sie dann Zahlungen der Auftraggeber entgegen und leiten diese abzüglich der ihnen zugesagten Provision an unbekannte Dritte, zumeist an ein ausländisches Konto, weiter.

Bei beiden Varianten stammen die überwiesenen Gelder von Konten, deren Daten die Täter mittels Betrugs erlangt haben. Das führt dazu, dass die ursprünglichen Überweisungen von den rechtmäßigen Kontoinhabern widerrufen werden. Da die Opfer das Geld aber schon weitergeleitet haben, müssen sie den Schaden begleichen. Auf ähnliche Weise versuchen Geldwäscher illegal erwirtschaftetes Geld aus dem Drogen- oder Waffenhandel in den Wirtschafts- und Finanzkreislauf einzuschleusen, um seine Herkunft zu verschleiern. Den Finanzagenten trifft es dabei doppelt: Er wird nicht nur zum Opfer, sondern macht sich wegen sogenannter "leichtfertiger Geldwäsche" auch noch selbst strafbar.

Unberechtigte Abbuchungen (sogenannte Abofalle)

Zumeist im Rahmen telefonischer Gewinnmitteilungen oder Meinungsumfragen gelingt es besonders geschulten Anrufern, Informationen über die Bankverbindung zu erhalten. Im Anschluss daran folgen regelmäßige Abbuchungen vom Konto der Geschädigten. Nach Ablauf des Widerspruchs können solche unrechtmäßigen Abbuchungen nicht mehr rückgängig gemacht werden und erlangen Rechtskraft.

Vorauszahlung bei angeblichen Gewinnen

In unerwarteten Anrufen werden zumeist älteren Menschen vermehrt Geldgewinne oder hochwertige Sachpreise mitgeteilt. Meistens handelt es sich dabei um Autos, die im Ausland auf den Glücklichen warten und von dort nach Deutschland eingeführt werden müssen. Dafür würden allerdings Bearbeitungsgebühren für die Auszahlung beziehungsweise Steuern für die Ausfuhr und Kosten für den Transport geltend gemacht. Die geforderten Unkosten sind in aller Regel mittels Geldtransfer ins Ausland über Western Union oder die virtuellen Zahlungssysteme "UKash" oder "Paysafe" zu begleichen. Nach dem Geldtransfer warten die vermeintlichen Gewinner dann allerdings vergeblich auf ihren Gewinn.

Manipulation von Überweisungsträgern

Zumindest in ländlichen Gebieten ist es durchaus üblich, ausgefüllte und unterschriebene Überweisungsträger außerhalb der Banköffnungszeiten in den Bankbriefkasten einzuwerfen. Da diese zumeist nicht über entsprechende Sicherungseinrichtungen verfügen, können die Formulare aus dem Briefkastenschlitz herausgefischt werden. Die Betrüger ändern entweder die Empfängerdaten oder fertigen nach einer Kopie der Daten einen neuen Überweisungsträger und werfen diesen wieder in den Briefkasten. Die Überweisung erfolgt danach auf ein anderes, zumeist ausländisches, Konto.

Die Polizei Karlsruhe gibt deshalb folgende Tipps

  • Reagieren Sie kritisch, wenn Sie einen Gewinn in Aussicht gestellt bekommen, obwohl Sie nicht an einem Gewinnspiel oder Rätsel teilgenommen haben. Leisten Sie niemals Vorauszahlungen auf einen versprochenen Gewinn.
  • Werden Sie misstrauisch, wenn Sie auffällige Zahlungseingänge auf Ihrem Konto feststellen oder Sie als Finanzagent angeworben werden sollen.
  • Kontrollieren Sie regelmäßig ihre Kontoauszüge und prüfen Sie dabei akribisch alle Zahlungsein- und ausgänge.
  • Werfen Sie ausgefüllte Überweisungsträger nur in den Briefkasten der Bank, wenn dieser den erforderlichen Sicherheitsstandards entspricht. Geben Sie die Formulare am besten während den Öffnungszeiten am Bankschalter ab.
  • Prüfen Sie sehr genau, wem Sie Informationen über Ihre Bankverbindungen anvertrauen und preisgeben.
  • Wenden Sie sich unverzüglich an Ihre Bank, wenn Sie Kontobewegungen feststellen, die Sie nicht selbst veranlasst haben beziehungsweise sich nicht erklären können. Erstatten Sie bei Betrugsverdacht unbedingt Anzeige bei der Polizei.
Für Fragen zum Thema steht Kriminalhauptkommissar Michael Cordier vom Betrugsdezernat beim Polizeipräsidium Karlsruhe unter der Rufnummer 0721/939- 5320 zur Verfügung.
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