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Karlsruhe Abwärtstrend 2011: Weniger Organspenden in Karlsruhe

2011 wurden am Städtischen Klinikum Karlsruhe und den St. Vincentius Kliniken insgesamt sieben Spendern Organe entnommen, im Jahr davor konnten allein am Städtischen Klinikum noch zwölf Organspenden realisiert werden. Landesweit sind laut der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) in Baden-Württemberg 372 Organe gespendet worden, 50 weniger als im Jahr 2010.

Ohne die Organe von älteren Spendern würde die Bilanz nach Informationen der Techniker Krankenkasse (TK) noch schlechter ausfallen: 34 der insgesamt 115 Organspender im Südwesten waren im vergangenen Jahr 65 Jahre oder älter.

Keine Altersgrenze für Organspender

"Für Organspender gibt es keine Altersgrenzen. Die ältesten Organspender im Land sind mittlerweile deutlich über 80 Jahre alt", sagt Nicole Battenfeld, Sprecherin der TK in Karlsruhe. Möglich gemacht wird diese Entwicklung auch durch das Seniorenprogramm "Old for old", das von der internationalen Vermittlungsstelle für Spenderorgane, Eurotransplant, koordiniert wird. Dabei erhalten die Senioren bevorzugt Organe ihrer eigenen Generation. "Das Programm hat sich bewährt. Die Ergebnisse der Transplantationen sind überzeugend gut", erklärt Christina Schleicher, Geschäftsführende Ärztin der DSO-Region Baden-Württemberg.

Voraussetzung sei allerdings, dass die Transplantation rasch erfolge, da es bei älteren Organen schneller zu Schäden an den Blutgefäßen kommen kann, wenn die Organe nicht durchblutet werden. Deshalb wird versucht, bei dem Seniorenprogramm möglichst in der Region zu bleiben, um lange Transportwege zu vermeiden. Für ältere Menschen in Baden-Württemberg hat sich die durchschnittliche Wartezeit auf eine Niere als Folge des Programms von sechs bis sieben Jahren auf zwei bis drei Jahre verkürzt.

"Es ist bis ins hohe Alter sinnvoll, einen Organspendeausweis auszufüllen. Auch Senioren müssen sich dafür nicht gezielt untersuchen lassen. Wichtig ist ein guter allgemeiner Gesundheitszustand", so Nicole Battenfeld. Der Spenderausweis ist bei allen Kassen erhältlich und steht bei der TK im Internet unter www.tk.de zum Download zur Verfügung. Interviews mit Betroffenen und prominente Stimmen zur Organspende gibt es unter www.vonmenschzumensch.org.

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