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Karlsruhe Karlsruher Zoo 2016: Masterplan, Baby-Boom und Pippi Langstrumpf

Das Jahr 2016 war für den Zoologischen Stadtgarten mit Höhen und Tiefen verbunden. Während man sowohl Pippis Papagei als auch Zirkuselefant Nanda begrüßen konnte, mussten sich die Mitarbeiter auch von einigen Bewohnern verabschieden. Was den Karlsruher Zoo bewegte, erfahren Sie in unserem ka-news-Jahresrückblick.

Januar

Das Jahr 2016 startete mit einer wichtigen Ankündigung: Künftig wolle der Zoologische Stadtgarten in Karlsruhe soll zur Altersresidenz für Zirkuselefanten werden, die nicht mehr mit ihren Besitzern mitreisen können, versprach Zoo-Chef Matthias Reinschmidt.

Februar

Wer schaut denn da aus dem Beutel? Im Februar zeigte sich ein neuer Zoobewohner das erste Mal. Ein sechs bis acht Wochen altes Känguru streckte ab und an sein Köpfchen aus dem Beutel der Mutter. Nur eine Frage blieb offen: Wer ist eigentlich der Vater des Kleinen?

März

Im März ging es in Sachen Zoogestaltung einen entscheidenden Schritt vorwärts: Mit neun Enthaltungen gab der Karlsruher Gemeinderat grünes Licht für den neuen Masterplan für den Karlsruher Zoo. Nachdem der Plan, den Karlsruher Zoo bis zum Jubiläumsjahr 2015 rundum erneuert zu haben, scheiterte, soll vor allem bei der Haltung von Elefanten, Schimpansen und den Giraffen nachgebessert werden.

Kostenpunkt: rund 52 Millionen Euro für insgesamt 43 einzelne Projekte. Die ersten Folgen sollen bereits im kommenden Jahr sichtbar sein. So soll den Besuchern ab 2017 das neue begehbare Gehege der Bennets fertig gestellt sein.

April

Wie teuer darf ein Ausflug in den Karlsruher Zoo sein? Über diese Frage stritten die Stadträte bei ihrer Gemeinderatssitzung im April. Im Zuge der Haushaltskonsolidierung entschieden sie: Zoobesucher müssen ab dem 1. Juni künftig tiefer in die Tasche greifen.

So zahlen Erwachsene künftig zehn Euro für eine Eintrittskarte; Rentner, Studenten oder Schüler über 15 Jahren müssen acht Euro Eintritt aufbringen. Schüler im Klassenverband zahlen wiederum künftig vier Euro. Für Kinder von sechs bis 15 Jahren müssen künftig fünf Euro bezahlt werden. Alle Eintrittspreise finden Sie hier.

Mai

Große Willkommensfeier für einen tierischen Star: Mit einem großen Fest begrüßte der Karlsruher Zoo im Mai "Rosalinda", den berühmten Papagei aus den Pippi-Langstrumpf-Filmen in der Fächerstadt. Bekannt wurde "Rosalinda", der eigentlich Douglas heißt, für die Rolle im Film "Pippi Langstrumpf im Taka Tuka Land". Da sein bisheriges Domizil in Schweden nicht als Alterssitz geeignet war, zog der Tier-Star samt Partner Gojan nach Karlsruhe.

Eine weitere schöne Überraschung gab es Ende des Monats: Mindestens zwei Jungtiere brauchte Luchs-Mutter Zveta zur Welt. Dem neuen Nachwuchs durften zunächst weder die Besucher noch der frisch gebackene Vater zu nahe kommen.

Juni

Happy Birthday Shanti! Am Sonntag, 5. Juni, feierte die Dichäuterin ihren 60. Geburtstag. Shanti ist neben Rani, die ebenfalls im Karlsruher Zoo lebt, damit einer der ältesten Elefanten überhaupt in Deutschland. Es sollte ihre letzte Geburtstagsfeier gewesen sein.

Und was ging sonst noch im Elefantengehege vor sich? Anfang Juni bekam die Dickhäuter-WG einen neuen Mitbewohner: den ehemaligen Zirkuselefanten Nanda. Für Ex-Besitzer Hardy Scholl hieß es dann Abschied nehmen. Doch die Ankunft des Dickhäuters sorgt nicht nur für Freude unter den Tierfans - in den sozialen Netzwerken hagelte es Kritik.

Mitte des Monats dann der Schock: Der Karlsruher Zoo trauerte um Giraffenbulle Mtoto. Nach einer Operation am Huf gelang es dem Bullen nicht mehr, auf eigenen Beinen zu stehen. Mtoto musste kurz darauf eingeschläfert werden. Nach einer Obduktion stellte sich heraus: Die Giraffe hatte mehrere Frakturen im Halsbereich - vermutlich verletzte sich das Tier beim Sturz in die mit Strohballen ausgepolsterte Box.

Juli

Im Juli gab es eine kleine Sensation. In 30 Jahren Zucht gab es bei den Zwergflamingos immer wieder Eier im Gelege - aber keinen Nachwuchs. Das änderte sich Mitte Juli: Hier schlüpfte der erste "Karlsruher" Flamingo aus dem Ei. Die Zucht dieser Tiere ist sehr schwierig und bisher nur in ganz wenigen Zoos in Deutschland geglückt.

August

Im August gab es gleich mehrfach Zuwachs im Zoologischen Stadtgarten. Anfang des Monats zogen gleich vier neue Zebras in die Afrikasavanne. Sie bleiben für die kommenden zwei Jahre in der Fächerstadt. Und auch über Nachwuchs konnten sich die Verantwortlichen und Besucher freuen.

Innerhalb weniger Tage kam zunächst Alpaka-Jungtier Elroy zur Welt. Es war nicht der erste Nachwuchs bei den Alpakas: In diesem Jahr kamen neben Elroy bereits zwei weibliche Alpakas zur Welt. Kurz darauf gab es dann nochmal Nachwuchs im Doppelpack: Ein Zwillingspärchen vergrößerte die Familie der Zwergseidenäffchen.

September

Im September war die Pippi-Langstrumpf-Familie endlich komplett: Mitte September bekam der Zoologische Stadtgarten feierlich das Pferd "Kleiner Onkel" als Geschenk von den Karlsruher Zoofreunden überreicht. Der "Kleine Onkel" macht die Pippi-Langstrumpf-Familie mit dem Ara Rosalinda und dem Totenkopfäffchen im Exotenhaus (Herr Nilsson) komplett.

Nur kurze Zeit später musste Douglas, auch bekannt als Pippi-Papagei "Rosalinda" aber Abschied von seinem langjährigen Gefährten nehmen. Überraschend starb der Gelbbrust-Ara Goran.  Erst rund zwei Monate sollte ein neuen Partner für "Rosalinda" gefunden werden.

Oktober

Im Oktober hieß es ein weiteres Mal Abschied nehmen: Seelöwin Donna verabschiedete sich aus der Fächerstadt und zog vom Badischen nach Nordrhein-Westfalen. Die Seelöwin wurde Mitte Juni 2015 in Karlsruhe geboren.

November

Im November lagen im Karlsruher Zoo Freude und Trauer nah beieinander. Anfang des Montags verließ Seehündin Dorle, das jüngste Mitglied der Seehund-Familie, den Karlsruher Zoo und lebt jetzt im Tierpark Neumünster. 

Des Weiteren war die Freude über die Geburt einer Rotscheitelmangabe im Affenhaus groß. Kano, selbst im Jahr 2008 geboren, bekam ihr zweites Jungtier. Einen Tag später dann der Schock im Stadtgarten: Schneeleopard Assam wird mit blutender Nase in der Außenanlage gefunden. Er wurde in Narkose gelegt, wachte aber nicht wieder auf und starb in der folgenden Nacht. Vermutlich führte eine Auseinandersetzung unter den Tieren zu den Verletzungen Assams.

Darüber hinaus sah sich der Karlsruher Zoo durch die Bedrohung durch die Vogelgrippe gezwungen, Schutzmaßnahmen zu ergreifen, um den Vogelbestand vor einer möglichen Infektion zu schützen.

Dezember

Kurz vor dem Jahresende dann nochmal gute Nachrichten aus dem Exotenhaus: Der Klapperstorch schaute bei den Gürteltieren vorbei und brachte Nachwuchs mit. Das Jungtier von Lilli und Eco brachte bei seiner Geburt 94 Gramm auf die Waage.

Gürteltier-Nachwuchs im Karlsruher Zoo.

Doch neben der Freude über den Nachwuchs, musste im Dezember auch getrauert werden. Die 60-jährige Elefantendame Shanti musste eingeschläfert werden. Die Schmerzen waren für sie einfach unerträglich. Zunächst bleibt ihr Platz im Zoo leer, aber im kommenden Jahr wird wohl ein andere Elefant in den Genuss der Karlsruher Altersresidenz für Elefanten kommen.

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